Leserstimmen zu
Wer Schatten küsst

Marc Levy

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Er war ein einsamer kleiner Junge, was sich auch zu Beginn seiner Schulzeit nicht änderte. Er war kleiner und schmächtiger als die meisten und fand ausgerechnet in Marques einen Rivalen um die Gunst einer Mitschülerin, der ihm körperlich weit überlegen ist. Halt findet er beim Hausmeister Yves und später bei Luc, einem Mitschüler, der sein bester Freund wird. Doch wirklich öffnen kann sich der kleine Junge nicht, denn er hat ein Geheimnis - wenn die Schatten der anderen seinen Weg kreuzen, erfährt er durch diese ihre Geheimnisse, ihr wahres Wesen. Dass er anders ist, weiß er und so erzählt er niemandem, dass er ein Schattendieb ist. Nur mit Lucs Hilfe hat er dennoch eine halbwegs glückliche Schulzeit, auch wenn sein Vater die Familie verlässt. Zwar kann er seine Mitschülerin nicht für sich erobern, doch in den Ferien lernt er ein Mädchen kennen, das ihm nicht mehr aus dem Kopf geht. Leider sieht er sie nicht wieder, denn seine Mutter fährt mit ihm nie wieder dorthin. Jahre später hat er sein Medizinstudium fast abgeschlossen und blickt einer verheißungsvollen Zukunft entgegen. Dank seiner Gabe, die er nie verloren hat, gelingt es ihm, sogar an einem kleinen, fast todgeweihten Patienten, ein Wunder zu wirken. Doch ist es wirklich das, was er für den Rest seines Leben machen will? Hatte er nicht einst einen ganz anderen Traum von einem kleinen Mädchen? Der Schattendieb! Der Plot wurde bildhaft und geradezu phantastisch erarbeitet. Manchmal hatte ich bei der Lektüre fast das Gefühl, ich würde mich mitten in einem Märchen befinden, so verzaubert war ich von der Geschichte des Schattendiebes. Die Figuren wurden authentisch und abwechslungsreich erarbeitet. Gerade der kleine Schattendieb hat es mir angetan und ich war entzückt mitzuerleben, wie aus dem kleinen, unsicheren Jungen, ein charakterstarker junger Mann wurde, der sich final dazu entschließt, seinem eigenen Herzen zu folgen. Den Schreibstil kann ich nur als zauberhaft beschreiben, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch wunderschöne Lesestunden bereitet hat - für mich hätte das Buch gerne länger sein dürfen!

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“Wer Schatten küsst” von Marc Levy ist wie eine kleine, goldene Schatztruhe. Ein Roman voll schöner Zitate, liebevoll gezeichneten Charakteren und einem Hauch von Poesie. Obwohl es mit 256 Seiten doch zu den eher dünneren Büchern in meinem Regal zählt, ist die Seitenzahl genau richtig. Levy dehnt seinen Roman an keiner Stelle zu weit aus, sondern schafft es, dass der Leser sich selbst alles von den Charakteren Unausgesprochene vorstellen kann. So hinterlässt der Roman einen zufrieden und ohne jegliche unerfüllte Erwartungen zurück. Der Schreibstil Levys erweckt von Zeit zu Zeit durch kurze, prägnante und manchmal länger ausschweifende Sätze, das Gefühl, direkt im Kopf des Ich-Erzählers zu stecken. Dieser bleibt übrigens die ganze Geschichte über ohne Namen. “Vielleicht verhielt es sich mit der Liebe wie mit den Schatten, jemand tritt darauf und nimmt sie mit. Vielleicht ist zu viel Licht gefährlich für die Liebe, oder aber das Gegenteil ist der Fall, und die Liebe verblasst, wenn sie nicht genügend Licht bekommt, bis ihr Schatten ganz verschwunden ist.” (S. 45) Als Leser begleitet man den Protagonisten durch zwei Etappen seines Lebens. Im ersten Teil des Buches geht es um seine Kindheit bzw. frühe Jugend, in der er es aufgrund seiner schmächtigen Gestalt nicht einfach hat, sich in seine neue Klasse zu integrieren. Er ist ein Außenseiter, der von dem mehrfach sitzen gebliebenem Marquez, schikaniert wird. Dass beide Jungs ein Auge auf ihre Mitschülerin Elisabeth geworfen haben, trägt nicht gerade zu einem besseren Verhältnis zwischen den beiden bei. Eines Tages bemerkt der Erzähler, dass der Schatten, der ihn verfolgt, nicht der Seine zu sein scheint. Es stellt sich heraus, dass er in der Lage ist, die Schatten seiner Mitmenschen zu ‘hören’ und somit ihre Ängste und schlechten Erinnerungen wahrzunehmen. Er beschließt diese unerklärbare Gabe dazu zu nutzen, seinen Mitmenschen und schließlich auch sich selbst zu helfen. “Eltern altern nur bis zu einem bestimmten Moment, in dem sich ihr Bild in unserer Erinnerung verfestigt. Man muss bloß die Augen schließen und an sie denken, um sie für immer so zu sehen, wie sie waren, als würde die Liebe, die wir ihnen entgegenbringen, die Macht besitzen, die Zeit anzuhalten.” (S. 113) Der zweite Teil des Buches beschreibt die Studienzeit des Protagonisten. Er ist mittlerweile Student der Medizin und arbeitet bis zu 96 Stunden pro Woche in einem Krankenhaus. Seine Mutter sieht er kaum noch und hat auch den Kontakt zu seinem ehemaligen besten Freund Luc verloren. Einzig und allein seine Kommilitonin Sophie leistet ihm in einsamen Situationen Gesellschaft. Als er bei einem Patienten auf die Hilfe des Schattens angewiesen ist, ist es, als würde er wieder anfangen zu leben. Er besucht seine Mutter und seinen Freund und bald entwickelt sich alles in eine Richtung, von der er nie zu träumen gewagt hätte. Dieser Roman hat mich berührt und gleichzeitig glücklich gemacht. Tolle Charaktere, eine Geschichte, die von dem Thema “Schatten” nicht beherrscht wird, sondern dies eher als Hintergrundhandlung abspielen lässt und wunderbare Zitate, runden dieses Buch ab. Fazit Ein toller Roman für zwischendurch, der einen mit einem Lächeln auf den Lippen zurücklässt. Für verregnete Sonntagnachmittage bestens geeignet!

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Er ist ein kleiner unscheinbarer Junge. Als er eines Tages als Neuer in einer neuen Schule anfängt, hat er es schwer, Freunde zu finden. In Luc findet er einen Freund fürs Leben und in Marquès findet er einen Feind, der ihm in der Schule das Leben schwer machen wird. Es spitzt sich zu, als sie beide sich zu Elisabeth hingezogen fühlen. Der Junge, dessen Name nie genannt wird, besitzt die Gabe, sich fremde Schatten anzueignen. Sie sprechen mit ihm und er erfährt von ihnen die Wahrheit und die verborgenen Ängste der Personen und kann auch in deren Zukunft sehen. Er ist verwirrt, verlangen doch die Schatten von ihm, dass er helfen soll, aber kann er das?... Jahre später, er studiert Medizin, besinnt er sich wieder auf seine Gabe, als er sich um einen kleinen Patienten bemüht, der das Essen verweigert. Auch jetzt wollen die Schatten, dass er hilft, aber wird ihm das auch selber helfen? ... Mit wenigen Seiten ist es Marc Levy gelungen, ein sehr gefühlvolles Buch zu schreiben. Er erzählt eine Geschichte von einem kleinen Jungen, der anfangs unscheinbar ist und sich später seinen Platz in der Gesellschaft geschaffen hat. Er hat eine Gabe, er kann mit Schatten sprechen und nimmt die Gefühle und Wahrheiten deren Eigentümer auf. Durch die Verständigung mit den Schatten kann er Dinge erkennen und Menschen verstehen, die sich ihm sonst nie offenbart hätten. Durch seine Erkenntnisse versucht er auf unaufdringliche und leise Art, diesen Menschen zu helfen, ohne dass sie es spüren oder ahnen. Der Protagonist ist ein sehr feinfühliger und sympathischer junger Mann, der sich in andere Menschen hineinversetzen kann und versucht, sie in die richtige Richtung zu bringen. Das ihm das bei seinem eigenen Gefühlsleben nicht ganz gelingt, bemerkt man an seiner Beziehung zu Sophie. Erst als er durch Zufall wieder an eine Begebenheit aus der Vergangenheit denken muss, erinnert er sich wieder an das kleine taubstumme Mädchen Cléa, dem er einst begegnete und die sein Herz berührte. Eine wunderschöne Geschichte, die ans Herz geht und den Leser mit auf eine Reise nimmt auf den Weg zum Erwachsen werden. Sie zeigt auch eine sehr schöne Mutter-Sohn-Beziehung auf und lässt den Leser miterleben, wie die beiden auch aus der Ferne Kontakt halten und sich wirklich nah sind. Zu Beginn des Buches war für mich nicht ersichtlich, wohin die Gabe den Jungen führen sollte. Das hätte man meiner Meinung noch ein wenig ausbauen können, deshalb ziehe ich in der Bewertung auch ein Pfötchen ab. Wirklich gepackt hat mich der Roman ab der Mitte des Buches, als die Geschichte im Erwachsenenalter fortgeführt wurde. Ab da gab es dann kein Halten mehr und als Leser wird man von der Geschichte vollends vereinnahmt. Ein wirklich sehr schönes tiefergehendes Buch.

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Grandios und absolut lesenswert

Von: Reading Books

19.01.2014

"Kostbare Momente unseres Lebens hängen oft von Zufällen ab." (Zitat S. 155) "Wer Schatten küsst" ist meiner Ansicht nach einer dieser kostbaren Momente, denn auf dieses Buch bin ich wirklich eher durch Zufall aufmerksam geworden. Es erschien jetzt als Taschenbuch und fiel mir beim Durchstöbern der Verlagsseiten ins Auge. Ich habe die Beschreibung gelesen und musste unbedingt dieses Buch haben. Es ist mein erstes Buch von "Marc Levy" und ich muss sagen, ich bin begeistert. Ich werde sicherlich noch einige weitere lesen, doch nun zum eigentlichen Buch ;) "Wer Schatten küsst" lebt von der scheinbaren Normalität des Lebens. Hier passiert nichts wirklich Herausragendes - wenn man von den Schatten einmal absieht - aber das brauch dieses Buch auch nicht. Für mich war es etwas schwierig in die Geschichte zu finden, doch schon nach wenigen Seiten hatte sich das gegeben. Ich war wie gebannt von Schreibstil und Erzählung, sodass ich dieses Buch innerhalb eines Tages gelesen habe. Es ist flüssig geschrieben. Der Autor versucht nicht mit großen Worten, tiefsinnigen Erkenntnissen oder anderen "hochtrabenden" Dingen zu begeistern. Er brilliert durch die Einfachheit des Stils und der Erzählung. Ein grandioser Roman, den jeder gelesen haben sollte.

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Der Junge, der mit Schatten spricht

Von: Monika Stutzke aus Berlin

04.08.2013

Er ist ein kleiner unscheinbarer Junge. Als er eines Tages als Neuer in einer neuen Schule anfängt, hat er es schwer, Freunde zu finden. In Luc findet er einen Freund fürs Leben und in Marquès findet er einen Feind, der ihm in der Schule das Leben schwer machen wird. Es spitzt sich zu, als sie beide sich zu Elisabeth hingezogen fühlen. Der Junge, dessen Name nie genannt wird, besitzt die Gabe, sich fremde Schatten anzueignen. Sie sprechen mit ihm und er erfährt von ihnen die Wahrheit und die verborgenen Ängste der Personen und kann auch in deren Zukunft sehen. Er ist verwirrt, verlangen doch die Schatten von ihm, dass er helfen soll, aber kann er das?... Jahre später, er studiert Medizin, besinnt er sich wieder auf seine Gabe, als er sich um einen kleinen Patienten bemüht, der das Essen verweigert. Auch jetzt wollen die Schatten, dass er hilft, aber wird ihm das auch selber helfen? ... Mit wenigen Seiten ist es Marc Levy gelungen, ein sehr gefühlvolles Buch zu schreiben. Er erzählt eine Geschichte von einem kleinen Jungen, der anfangs unscheinbar ist und sich später seinen Platz in der Gesellschaft geschaffen hat. Er hat eine Gabe, er kann mit Schatten sprechen und nimmt die Gefühle und Wahrheiten deren Eigentümer auf. Durch die Verständigung mit den Schatten kann er Dinge erkennen und Menschen verstehen, die sich ihm sonst nie offenbart hätten. Durch seine Erkenntnisse versucht er auf unaufdringliche und leise Art, diesen Menschen zu helfen, ohne dass sie es spüren oder ahnen. Der Protagonist ist ein sehr feinfühliger und sympathischer junger Mann, der sich in andere Menschen hineinversetzen kann und versucht, sie in die richtige Richtung zu bringen. Das ihm das bei seinem eigenen Gefühlsleben nicht ganz gelingt, bemerkt man an seiner Beziehung zu Sophie. Erst als er durch Zufall wieder an eine Begebenheit aus der Vergangenheit denken muss, erinnert er sich wieder an das kleine taubstumme Mädchen Cléa, dem er einst begegnete und die sein Herz berührte. Eine wunderschöne Geschichte, die ans Herz geht und den Leser mit auf eine Reise nimmt auf den Weg zum Erwachsen werden. Sie zeigt auch eine sehr schöne Mutter-Sohn-Beziehung auf und lässt den Leser miterleben, wie die beiden auch aus der Ferne Kontakt halten und sich wirklich nah sind. Zu Beginn des Buches war für mich nicht ersichtlich, wohin die Gabe den Jungen führen sollte. Das hätte man meiner Meinung noch ein wenig ausbauen können, deshalb ziehe ich in der Bewertung auch ein Pfötchen ab. Wirklich gepackt hat mich der Roman ab der Mitte des Buches, als die Geschichte im Erwachsenenalter fortgeführt wurde. Ab da gab es dann kein Halten mehr und als Leser wird man von der Geschichte vollends vereinnahmt. Ein wirklich sehr schönes tiefergehendes Buch.

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