Leserstimmen zu
Ich gegen dich

Jenny Downham

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Für wen entscheidest du dich, für deine Familie oder deine Liebe...? Eigentlich erschien es Mikey wie ein idealer Plan: um sich an Tom Parker zu rächen, der seine Schwester Karyn vergewaltigt hat und nun scheinbar ungestraft damit davonkommt, würde er sich an dessen Schwester Ellie ranmachen. Über sie würde er schon genug Informationen über Tom kriegen, um ihn fertigmachen zu können. Doch da hat er nicht mit Ellie gerechnet, in die er sich Hals über Kopf verliebt. Bald schon müssen sich beide entscheiden, was ihnen mehr bedeutet - ihre Familie oder ihre Gefühle füreinander... "Ich gegen dich" hatte vor einiger Zeit aufgrund seines merkwürdig unpassenden Covers Aufsehen erregt (Klick). Wesentlich mehr Aufmerksamkeit hat in meinen Augen jedoch die glänzend geschriebene, brisante Geschichte verdient, mit der die Autorin mal wieder ihr Talent unter Beweis gestellt hat. Jenny Downham, die Autorin des erfolgreichen Buches "Bevor ich sterbe" behandelt in diesem Buch erneut ein sehr ernstes Thema: es geht um den Vorwurf der Vergewaltigung, bei dem ein Wort gegen das andere steht. Aber es geht auch um die Liebe und die Loyalität seiner Familie gegenüber. Mikey McKenzie lebt zusammen mit seinen zwei Schwestern und der alkoholabhängigen Mutter in einer Sozialsiedlung. Seine Tage verlaufen im immerselben Trott - Arbeiten, sich um seine Schwestern Holly und Karyn kümmern und abends gemeinsam mit seinem Kumpel Mädchen aufreißen. Bis ihn Karyn eines Tages mit einer schockierenden Neuigkeit aus dem gewohnten Trott herausreißt: sie wurde vergewaltigt! Die Vorwürfe, die sie erhebt, sind schwerwiegend: Tom Parker, der reiche Junge aus gutem Hause, soll Karyn nach einer Party betrunken gemacht und sich an dem ohnmächtigen Mädchen vergangen haben. Einzige weitere Zeugin: Ellie Parker, Toms Schwester, die angibt, zum Zeitpunkt der vermeintlichen Tat geschlafen zu haben. Doch ist das tatsächlich die ganze Wahrheit? Mikey beschließt, Ellies Vertrauen zu gewinnen und so vielleicht an Tom heranzukommen. Doch keiner von beiden hat damit gerechnet, dass sie sich dabei ineinander verlieben würden... Auf der Suche nach den wahren Geschehnissen der Nacht begleitet man sowohl Mikey als auch Ellie und bekommt so tiefen Einblick in die Gedankenwelt der beiden Teenager, die aus so unterschiedlichen Verhältnissen stammen. Beide stehen unheimlich unter Druck: Mikey muss unbedingt seiner Schwester beistehen, die mit ihrer freizügigen Art vor Gericht wohl kaum eine Chance haben wird. Ellie dagegen, stets die perfekte Tochter, ist die Hauptentlastungszeugin für ihren Bruder und wird von den Eltern mächtig unter Druck gesetzt. Und dann sind da ja auch noch ihre Gefühle füreinander; ist es richtig, so für jemanden zu empfinden, der eigentlich zum "Feind" gehört? Jenny Downham stellt in diesem Buch viele ernste Fragen und gibt auch keine leichtfertigen Antworten, sondern schildert die verfahrene Situation sehr realistisch und erschafft dabei komplexe, glaubwürdige Charaktere. Als Leser bekommt man hier neben der traurig zarten Liebesgeschichte zwischen Mikey und Ellie auch Einblick in die Vorurteile und Schwierigkeiten, mit denen sich sowohl Tom als auch Karyn konfrontiert sehen und auch die Perspektive der Eltern wird vermittelt, die natürlich ihre Kinder beschützen wollen, koste es, was es wolle. Die Gedanken und Handlungen der Personen erschienen mir sehr real und authentisch. Jenny Downham schreibt so vollkommen aus dem Leben gegriffen, als könnte sich die Handlung genau so gerade irgendwo in der Realität abspielen. Kurz und gut, mich konnte die Autorin mit dieser ernsten und berührenden Geschichte absolut überzeugen. Jenny Downham hat jetzt einen neuen Fan :-)

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Inhalt "Weißt du, was dein Problem ist, Mikey?" "Nein, Mum, aber bestimmt sagst du es mir gleich." Sie griff nach ihrer Zigarette, klopfte die Asche ab und nahm einen letzten tiefen Zug, wobei sie ihm den Rauch direkt ins Gesicht blies. "Du bist nicht der harte Kerl, für den du dich hältst." (S. 14) Mikey will Rache an Tom Parker, dem Jungen, der seine Schwester vergewaltigt hat und nun auf unschuldig plädiert. Karyn zuliebe will er ihn fertig machen, will ihn seine Tat bereuen lassen. Über Toms Schwester Ellie an Informationen zu kommen, die ihm für seinen Plan nützlich sein können, erscheint ihm eine gute Idee. Womit er jedoch nicht gerechnet hat, ist, dass Ellie so anders ist als all die Mädchen, mit denen er bisher zu tun hatte… Meine Meinung Mein erstes Buch von Jenny Downham war „Bevor ich sterbe“, das ja doch ziemlich bekannt ist. Bevor ich dieses gelesen hatte, hatte ich aber auch schon „Ich gegen dich“ in der Warteschlange, auf das ich vom Klappentext her fast noch neugieriger war. Jedenfalls war „Bevor ich sterbe“ für mich eine echte Enttäuschung. An sich gut geschrieben, aber mit den Charakteren konnte ich so gar nichts anfangen. Nach diesem eher ernüchternden Leseerlebnis waren meine Erwartungen an „Ich gegen dich“ sehr tief gesunken. Trotzdem habe ich mich daran gewagt und wurde mit einer riesigen Überraschung belohnt. So weit weg die Protagonistin und sämtliche Nebencharaktere bei „Bevor ich sterbe“ erschienen, so nah waren sie mir in „Ich gegen dich“. Der Er-/Sie-Erzähler wechselt zwischen Mikey und Ellie. Das gibt dem Leser nicht nur die Möglichkeit, beide Perspektiven kennen- und verstehen zu lernen, sondern trägt auch dazu bei, dass die Konflikte im Buch umso stärker kontrastiert werden. Die beiden Jugendlichen kommen aus zwei völlig unterschiedlichen Lebenswelten - Ellie aus der Villengegend der Stadt, Mikey aus der Sozialsiedlung. Den Einfluss der jeweiligen Schicht auf das Leben eines jungen Menschen hat die Autorin sehr realistisch aufgefangen. Auch die Nebencharaktere konnten mich in diesem Buch überzeugen. Von Ellies Eltern über Mikeys Mutter und sowohl Täter als auch Opfer, d.h. die Geschwister der beiden, bis hin zu den Besitzern des Pubs, in dem Mikey arbeitet, hatte wirklich jede Figur ihre eigene Geschichte, die - auch wenn sie nicht aufgerollt wurde - jede einzelne von ihnen sehr lebendig wirken ließ. Die Geschichte beinhaltet viele menschliche Wahrheiten, stimmt nachdenklich, berührt, geht in die Tiefe. Die Glaubhaftigkeit und Authenzität haben mich sehr beeindruckt. Die Spannung wird konstant aufrechterhalten und bis zum Ende kann man sich nicht sicher sein, wie die Sache ausgehen wird. Der Schreibstil hatte mir schon in „Bevor ich sterbe" sehr gut gefallen und war auch hier wieder auffallend echt und lebensnah. Jenny Downham schreibt so, dass man wirklich das Gefühl hat, die Welt so zu zeigen, dass einem alles vertraut vorkommt, obwohl man sie durch andere Augen sieht. Nach all den positiven Aspekten sollte wohl noch der ein oder andere Kritikpunkt angeführt werden, aber ich muss zugeben, dass mir nichts einfällt, was ich an diesem Buch bemängeln könnte. Fazit Da mir „Bevor ich sterbe" - wie schon erwähnt - nicht wirklich gefallen hat, war ich wirklich verblüfft und kann nur jedem, dem es ähnlich ging, empfehlen, der Autorin eine zweite Chance zu geben. „Ich gegen dich" erzählt eine alles andere als komplikationslose Liebesgeschichte und geht dabei auch den schwierigen Fragen des Kernthemas nicht aus dem Weg. Wunderschön atmosphärisch geschrieben, mit vielschichtigen Charakteren und einfach sehr sehr gut.

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Inhalt: Eigentlich will Mikey sich an Tom, dem arrogantem Sohn aus guter Familie, der seine Schwester Karyn vergewaltigt hat, nur rächen. Schließlich vergräbt sich seine Schwester seit dem Vorfall nur noch in ihrem Zimmer und mit der Mutter, einer Alkoholikerin, ist auch nicht zu rechnen und Mikey muss sich alleine um zwei jüngere Schwestern kümmern. Also beginnt er einen Flirt mit Toms Schwester Ellie, um näher an ihn ran zu kommen. Doch als sie sich immer besser kennen lernen, wird daraus Liebe und es wird kompliziert: Beide stammen aus völlig unterschiedlichen Welten. Beide müssen im Prozess gegen Tom aussagen. Sagt Ellie die Wahrheit, geht ihr Bruder ins Gefängnis, lügt sie, bricht sie Mikey das Herz… Meine Meinung Die Geschichte hat mir sehr gefallen, besonders da sie sehr berührend und traurig ist. Die Kluft zwischen Mikeys und Ellies Leben ist sehr groß und so gibt es anfangs ziemlich viele Vorurteile gegen den anderen. Schön war dann aber zu erleben, wie Mikey immer mehr von seinem Plan, Ellie nur zu benutzen, abkommt, da er sich in sie verliebt hat. Auch Ellie profitiert von der Beziehung, sie blüht förmlich auf und geht ihren eigenen Weg und lernt, sich von ihren Eltern los zu sagen und deren Meinung nicht immer zu übernehmen. Von einem kleinen eingeschüchterten Mädchen wird sie zu einer richtig starken und sympathischen Protagonistin. Die Liebesgeschichte ist sehr berührend und emotional, sehr traurig, da man die ganze Zeit weiß, dass Ellie sich irgendwann entscheiden muss: Entweder für ihren Bruder und ein wohlbehütetes weiteres Leben mit ihrer Familie oder Mikey, einen Bruch mit ihren Eltern und finanziellen Problemen. Der Weg hin zu der getroffenen Entscheidung ist aber keinesfalls langweilig, man erlebt mit Mikey und Ellie viele faszinierende und interessante Situationen, die deren Horizont erweitern. Besonders schön geschildert war Mikeys Leben in einem eher ärmeren Viertel, der Sorge um die Schwestern und die Wut auf die alkoholsüchtige Mutter. Man leidet richtig mit ihm und hofft, dass die Beziehung mit Ellie etwas Glück und Freude in sein Leben bringt. Ihn habe ich sofort in mein Herz geschlossen, auch wenn er so einige Fehler hat und nicht immer die beste Laune hat. Bis zu Ellies Entscheidung wurde es dann nochmal richtig mitreißend. Immer wieder merkt ma, wie Ellie schwankt und man bemerkt ihre Tendenz, die oft in Richtung Mikey geht. Sie scheinen sich wirklich zu lieben und ich habe mir die ganze Zeit gewünscht, dass sie eine Möglichkeit findet, mit Mikey zusammen zu bleiben und gleichzeitig ihren Bruder mit ihrer Entscheidung nicht ins Gefängnis bringen zu müssen. Ellies Entscheidung zum Schluss fand ich zwar sehr schade und richtig traurig, ich musste ziemlich weinen, allerdings kann ich sie auch gut verstehen. Schließlich ist die Entscheidung schon ziemlich krass, auch wenn ich ganz klar wusste, ob ich mich für Mikey oder Tom entscheiden würde. So gibt es leider kein richtiges Happy End :cry: Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, die Übersetzerin hat gute Arbeit geleistet und es sind keine Rechtschreibfehler vorhanden. Er vermittelt sehr gut die Emotionen und lässt einen in die Geschichte eintauchen. Das Cover passt super zum Buch und ich finde es in seiner Schlichtheit sehr schön. Fazit: Eine sehr emotionale und berührende Liebesgeschichte, die mit einigen Problemen und Sorgen zu kämpfen hat. Sehr empfehlenswert, aber Achtung: Leute, wenn ihr dicht am Wasser gebaut seid, haltet ein Taschentuch parat! Von mir gibt es jedenfalls 5 von 5 Punkten.

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