Leserstimmen zu
Ich würde dich so gerne küssen

Patrycja Spychalski

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Taschenbuch
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"Da ist dieses Gefühl, als würde einen etwas Warmes ausfüllen, als würde es in den Fingerspitzen kribbeln, so als könnte man endlos weit sehen, wie am Meer, als könnte einen nichts verwunden und als gäbe es nichts Schlechtes auf der Welt. Möglicherweise gibt es im Leben kein besseres Gefühl als dieses." (Seite 127) Bei einem Club-Besuch mit ihrer quirligen Freundin Maja macht Frieda Bekanntschaft mit Jeffer – einem undurchsichtigen und geheimnisvollen Jungen, der sie auf Anhieb fasziniert und ihr fortan immer wieder durch den Kopf schwirrt. Nach einigen weiteren zufälligen Begegnungen kommen sich der 19jährige Jungmusiker und die 17jährige Abiturientin auf eine Weise näher, die intensiv und gleichzeitig extrem keusch ist: Ernsthafte Gespräche ohne Hintergedanken, dafür mit interessanten Themen und Denkansätzen sind das, was ihr Miteinander ausmacht und bei FreundInnen auf Unverständnis stößt. Als Friedas Eltern ankündigen, in ihre zweiten Flitterwochen zu fahren und ihre Tochter nicht mitzunehmen, lädt Jeffer das Mädchen ein, bei ihm zu wohnen – und Frieda stimmt zu. Es folgen Wochen der entspannten Vertrautheit, des angeregten Gedankenaustausches und natürlich darf auch der Partyspaß nicht fehlen. Frieda lernt eine völlig andere Welt kennen als die ihres Elternhauses und fühlt sich bei und mit Jeffer pudelwohl. Die unterschwellig vor sich hin brodelnde Anziehungskraft zwischen den beiden bietet dabei eine reizvolle Atmosphäre, die nicht nur bei den Protagonisten für eine andauernde Aufgeregt- und Aufgeriebenheit sorgt … Liebesgeschichten gibt es wie Sand am Meer. Auch Patrycja Spychalskis Debütroman scheint sich anhand des Titels, des Covers und des Klappentextes prima in das Standardregal einfügen zu lassen. Doch weit gefehlt, denn entgegen der typisch klischeebehafteten, vor unrealistischem Schmalz nur so triefenden Lovestory, die nach ewigem Hin und Her ja doch aufs Happy-End zusteuert, darf sich der geneigte Leser – wie immer je nach Geschmack – auf eine Geschichte freuen, in der es vor allem um das Verwirrspiel verschiedener Charaktere, den zarten Blüten erwachender Gefühle und die gute alte Rockmusik, die längst in Vergessenheit geraten scheint. Mit "Ich würde dich so gerne küssen" legt die Autorin keinen klassischen Liebesroman vor, der zwei Jugendliche zueinander führt, sondern schafft eine willkommene und angenehme Abwechslung, indem sie sich nicht mit der Liebesgeschichte an sich beschäftigt, sondern all das Drumherum stark einbezieht. Dadurch gewinnt nicht nur die Story per se an Authentizität, sondern auch die Charaktere erlangen ein überraschend hohes Maß an Realitätsnähe. Es dürfte den wahrscheinlich überwiegend weiblichen Lesern recht leicht fallen, sich mit Frieda identifizieren und ihre nicht immer klaren Gedanken nachvollziehen zu können. Die Entwicklung von einem unsicheren und leicht naiven Mädchen zu einer selbstbewussten Frau, die weiß, was sie will und was sie nicht will, ist ein wunderbares Beispiel mit Vorbildfunktion für Pubertierende – und wahrscheinlich lässt der unnahbare Jeffer auch das eine oder andere Leserinnen-Herz schneller schlagen. Denn obwohl sich die beiden Protagonisten mit der Zeit einander annähern, bleibt Jeffer immer undurchsichtig und geheimnisvoll – bis zum Schluss schafft Spychalski es, ihn spannend und interessant zu halten. Spannend und interessant sind auch die Gedanken, die Frieda sich zwischenzeitlich macht und mit Jeffer teilt. Zeitweilig wirkt sie dadurch sehr erwachsen und reifer als ihre Freundin Maja, die man nur oberflächlich kennen lernt, bei der aber auch kein tieferes Interesse auf mehr besteht. Wunderbar um die beiden Hauptcharaktere aufgebaut wird die erfrischend unklischeehafte Liebesgeschichte zu einem kleinen intimen Geheimnis, zu deren erlauchten Wissenskreis sich der Leser zugehörig fühlen darf. Alles in allem kann man wohl sagen, dass die Autorin mit ihrem Romandebüt positiv überrascht, und durch das sehr offen gehaltene Ende bleiben alle Möglichkeiten für eine eventuelle Fortsetzung offen. Es bleibt spannend, im eigenen Kopf und in Erwartung auf weitere Bücher. Fazit: "Ich würde dich so gerne küssen" bietet dem Leser etwas unerwartet Neues und kann mit einer überwiegend kitschlosen Geschichte überzeugen. Patrycja Spychalskis Debüt ist eine kleine Liebeserklärung an Berlin und befasst sich ausgiebig mit verwirrenden Gefühlen, dem erstem Aufbegehren gegen elterliche Regeln, der Liebe zur Musik sowie der Faszination verschiedener Charaktere und schafft so eine angenehme, aber nicht langweilige Mischung fernab der typischen Jugend(liebes)romane. Wertung: 4 von 5 Schwertpaaren Handlung: 3.5 / 5 Charaktere: 4 / 5 Lesespaß: 4 / 5 Preis/Leistung: 4 / 5

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Der Einstieg in eine Geschichte ist ja eigentlich immer das Cover. Bei "Ich würde ich so gerne küssen" dachte ich lange, ich würde eine normale sommerliche Liebesgeschichte bekommen. Als ich dann aber einige begeisterte Stimmen gehört hatte, musste ich mir selber ein Bild machen. Und wirklich: Patrycja Spychalski hat weder eine normale noch eine seichte oder einfache Liebesgeschichte geschrieben. Dieses Buch ist viel mehr als einfach .... und alles andere als 0815. Wir steigen an Friedas 17. Geburtstag in die Geschichte ein. Ihre beste Freundin Maya holt sie mit ein paar Jungs ab und sie fahren nach Kreuberg - am 1. Mai. Als plötzlich Eier, Steine, Bierfalschen fliegen und die Polizei aufwartet, findet sich Frieda alleine mit Jeffer, Maya hat sie aus den Augen verloren. Und so schauen die zwei, dass sie weg kommen. Frieda ist dermassen von Jeffer fasziniert, dass sie, als ihre Eltern verreisen, auf sein Angebot, bei ihm zu wohnen, eingeht. Zum einen wegen Jeffer, zum anderen aber auch, weil sie ihr zurückgezogenes Ich leid ist. Frieda ist eine sympathische Protagonistin. Sie ist so richtig schön normal und würde gerne hübscher und mutiger sein. Sie bewundert ihre beste Freundin Maya um deren Lockerheit. In der Gegenwart von Jeffer fühlt sie sich zum ersten Mal richtig lebendig . Jeffer ist ein Beau und Überlebenskünstler. Im Grunde genommen ist er ja Zivieldienstleistender, doch vor allem ist er Musiker. Er spielt selber Gitarre und liebt vor allem ältere Musik wie die von Pink Floyd, Janis Joplin oder Johnny Cash. Jeffer ist undurchschaubar. Es gibt Situationen, da verwöhnt er Frieda regelrecht, dann legt er Reaktionen an den Tag, die einen nur den Kopf schütteln lassen. Aber das macht ihn umso authentischer. Patrycja Spychalski schafft es, eine unheimlich dichte Atmosphäre zu schaffen. Dazu trägt natürlich die unglaubliche Echtheit der Geschichte bei, aber auch das Einbinden einer ganzen Reihe von Songs aus den 60er Jahren. Das hat mir ausgezeichnet gefallen, denn die meisten davon kenne ich selber. Auch toll ist, dass die Autorin schön durchblicken lässt, wie wichtig ihr ihre Heimatstadt ist. Ich war noch nie in Berlin, aber sie konnte mir diese Stadt näher bringen. Für mich war auch das Ende ein positiver Punkt. Es ist alles andere als komform und wohl eher unerwartet, aber genau richtig. Denn so ist das Leben. Viel zu kritisieren gibt es wirklich nicht. Mein einziger negativer Punkt ist, dass im Buch so viel geraucht wird. Ich bin in dieser Hinsicht wohl ein gebranntes Kind, doch dass in einem Jugendbuch stellenweise auf jeder zweiten Seite eine Zigarette angezündet oder an einem Abend 2 Schachteln vernichtet werden, war mir ein wenig zu viel. Zu einem Teil gehört es jedoch auch zur Atmosphäre .... Die Geschichte ist aus der ich-Perspektive von Frieda erzählt. Patrycja Spychalski schreibt sehr jugendlich, direkt und fesselnd, so dass man sofort von der Geschichte gepackt wird und das Buch kaum mehr aus der Hand legen kann. Ganz toll finde ich auch das Detail, dass der Buchtitel in die Geschichte eingearbeitet wurde. Fazit: "Ich würde dich so gerne küssen" überzeugte mich mit einer dichten Atmosphäre, einer unglaublichen Echtheit und einer unkonventionellen Liebesgeschichte direkt aus dem Leben. Die Abstecher in die Musikgeschichte krönen dieses tolle Buch. Es wird ganz bestimmt nicht mein letztes von Patrycja Spychalski gewesen sein.

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An ihrem 17. Geburtstag lernt Frieda Jeffer kennen. Maja ihre beste Freundin hat ihn mit geschleppt, eigentlich für sie. Doch während in Kreuzberg die 1. Mai Ausschreitungen vor ran schreiten, nimmt Jeffer Frieda mit zu sich. Die beiden verbringen einen netten Abend zusammen. Schließlich trifft sie ihn kurze Zeit später wieder und als ihre Eltern zu einer Reise aufbrechen und Jeffer sie fragt ob sie bei ihm einziehen möchte sagt sie spontan zu. Jeffer ist spontan und wird von vielen bewundert, er hat ständig Leute um sich herum und es ist immer Party angesagt. Frieda fühlt sich an Jeffers Seite wohl und sie mag die spontanen Ideen. Jeffer und Frieda fühlen sich zueinander hingezogen, doch werden sie wirklich zusammen finden? Frieda mochte ich von Anfang an, sie war mir echt sympathisch. Wobei ich nicht ganz begriffen habe, warum ihre beste Freundin zwei Jahre älter ist. Bei Frieda merkt man schon dass sie sich Jeffer, verbunden fühlt. Aber ich hab mich oft gefragt ob sie auch wirklich in ihn verliebt ist. Gerade weil sie doch immer sagt, dass er sie nicht küssen soll. Maja ist eigentlich ganz okay, aber so wirklich oft kommt sie in diesem Buch auch nicht vor. Jeffer ist spontan, für ihn gibt es keine Pläne. Er macht eigentlich immer was er will. Bei ihm läuft wirklich alles spontan ab, bis er Frieda kennen lernt. Natürlich bleibt er seiner Linie treu und trotzdem verändert er sich. Kiki war mir suspekt, außerdem wüsste ich gerne ob zwischen ihr und Jeffer was gelaufen ist. Am Anfang dachte ich ja noch dass das mütterliche Sorgen sind. Diese Sache hätte ich gern aufgeklärt gehabt. Das Buch ist aus der Ich Perspektive von Frieda geschrieben, Schade eigentlich. Ab und zu hätten mich die Gedanken von Jeffer schon interessiert. Mit dem Schreibstil kam ich sehr gut zurecht und ich habe mich auch sehr schnell in das Buch hinein gefunden. Was am schönsten beim Lesen für mich war, das ich die Geschichte beim Lesen auch richtig fühlen konnte. Es ist schön, wenn man eine Geschichte nicht nur liest, sondern eben auch spürt. Außerdem gab es im Buch wieder einige Wendungen mit denen ich so nicht richtig gerechnet hatte. Vor allem zum Schluss hin, gab es doch einige Überraschungen für mich. Was mich im Buch allerdings stört, ist das ständig alle am Rauchen sind. Immer wieder wird erwähnt dass sie sich eine Zigarette anzünden, den Film durch rauchen usw. Ich finde einfach so was braucht in Büchern nicht die ganze Zeit erwähnt werden. Fazit: Ein ideales Buch für einen schönen Sommertag, man kann es richtig genießen und spüren. Die Geschichte von Frieda ist schön zu lesen. Deswegen gibt es von mir 5 Sterne.

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