Leserstimmen zu
Nachtmahr - Die Schwester der Königin

Ulrike Schweikert

Nachtmahr-Reihe (2)

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eBook
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Zeit, mal wieder ein Buch zu verreißen. "Die Schwester der Königin" schreit danach. Der zweite Band der Nachtmahr-Reihe von Ulrike Schweikert ist schlecht auf so viele verschiedene Arten... Da wären die kleinen, absurden Details. Welcher Einwohner von New York City parkt sein Auto, ohne es abzuschließen? Welche Katze mit Selbstachtung frisst Haferbrei? Wie kann ein Stromstoß durch den ganzen Körper gehen, wenn beide Kontakte am selben Handgelenk sitzen? Und wie lange hält diese Batterie denn noch, bevor sie endlich den Gesetzen der Physik gehorcht und leer wird? Da wären die größeren Löcher in der Handlung. Der große Bösewicht hält eine geflügelte Frau gefangen, die eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf Männer hat, und er kommt nicht auf die offensichtliche Idee, sie von Frauen bewachen zu lassen? Der Laufbursche, der von Lucys Existenz nur vom Hörensagen wusste, hat den Schlüssel zu ihrer Fußschelle in der Tasche? Raika glaubt Harrison Grey nicht, als dieser behauptet, für die Lady zu arbeiten, aber sie ruft besagte Dame nicht an, um nachzufragen? Die Figuren in diesem Buch sind geradezu sträflich nachlässig, überall wo es der Autorin eine Erklärung erspart. Da wäre die Sprache. Die Gespräche. Welche junge Frau würde in unserem Jahrhundert sagen: "Du bist nur knapp dem Tod entronnen"? Welcher Zwanzigjährige formuliert ein "und daher sage ich dir"? Nicht einmal in einem Schulaufsatz käme eine dermaßen gespreizte Ausdrucksweise heute noch durch. Und dann "der Councillor" und seine "Warriors". In einem Fantasy-Roman, wo sich jahrhundertealte Wesen mit Schwertern die Köpfe abschlagen und mit Armbrüsten aufeinander schießen, stört mich das moderne Englisch schlimmer als ein iPhone in einem Shakespeare-Drama. Wäre es denn so viel Aufwand gewesen, sich aus dem Wörterbuch ein paar lateinische Titel zu holen? Die Erzählweise scheint das erste halbe Buch lang für einen Alzheimer-Patienten gedacht, denn alles passiert dreimal: Zuerst als Handlung, dann denkt eine Figur darüber nach, und schließlich kommt jede Szene ein paar Seiten später in einem Gespräch nochmal vor. So viel Wiederkäuerei ist mir schon lang nicht mehr begegnet. Erst zum Ende hin zieht das Tempo ein bisschen an. All das könnte man Frau Schweikert verzeihen und "Die Schwester der Königin" zu den mittelmäßigen Fantasy-Groschenromanen stellen, zu denen es mit seinen IKEA-Sexszenen und seiner lehrbuchtreuen Handlung gehört. Aber die Grenze von mittelmäßig zu schlecht ist mehr als überschritten, jedesmal wenn die Autorin die ohnehin schon langsame Geschichte unterbricht, um Moralvorträge zu halten in Form von "Gedanken", die sich die Figuren machen. Ja, Frau Schweikert, begabte Musiker verdienen zu wenig Geld, deutsche Altersheime sind unverschämt teuer und Hedgefonds sind böse. Aber müssen Sie mir das gar so lang und breit erklären? Müssen Sie Lorena zwei unglaublich frauenfeindliche Arbeitskollegen ins Büro setzen, nur um sich über die männerdominierte Gesellschaft ausbreiten zu können? Überhaupt steckt in "Die Schwester der Königin" mehr linker Neo-Feminismus als im Wahlprogramm der Grünen. Frau Schweikert, hören Sie auf, Ihre Ansichten mit dem Schuhlöffel ins Buch zu zwängen und erzählen Sie endlich die Geschichte, wenn ich sie denn lesen soll!

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