Leserstimmen zu
Franz Marc

Brigitte Roßbeck

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Um wen es geht: Franz Marc war ein deutscher Maler. Er lebt von 1880 bis 1916. Er starb während des Ersten Weltkriegs bei Verdun. Wer ihn und seine Kunst kennt, kennt vor allem seine Tiergemälde. Die Biographie: Franz Marc lebte ein Künstlerleben, frei und unstet, jenseits der gesellschaftlichen Regeln und mit teilweise drei Liebhaberinnen. Die Biographie ist detailreich recherchiert. Roßbeck zeichnet das Leben Marcs in seiner ganzen Fülle nach – auf künstlerischer wie auf privater Ebene. Die akribische Recherche ist aber auch anstrengend, wenn man das Buch als leichte Freizeitlektüre angeht. Teilweise sind die Passagen fast schon wissenschaftlich; wer das Buch nur zur Unterhaltung liest, schaltet dann schnell ab. Ganz spannend ist – neben der Biographie – die Welt, in der Franz Marc lebt und die in Roßbecks Darstellungen durchscheint: Auffassungen, Erwartungen, Zwänge und Strömungen, die Haltung gegenüber Frauen, die politische Landschaft und die Künstlerszene rund um München. Da tauchen einige bekannte Persönlichkeiten auf. Fazit: Es ist eine Biografie für Interessierte, nicht für Zwischendurchleser. Ich habe mich dem Buch mit anderen Erwartungen gewidmet und hatte mir den Inhalt etwas schmissiger vorgestellt. Die Detailtreue und Präzision Roßbecks ist kein Argument gegen das Buch – wie sollten sie auch -, aber ein Hinweis: Wer es zur Hand nimmt, sollte die Zeit und Muße haben, sich ganz auf das Thema einzulassen.

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Brigitte Roßbeck ist eine ausgewiesene Marc-Kennerin. Sie hat bereits vor einiger Zeit ein biografisches Buch über ihn und seine zweite Frau Maria geschrieben. Ein bisschen entsteht der Eindruck, dass sich Brigitte Roßbeck dafür rechtfertigen müsse, warum sie nun abermals ein umfangreiches Buch vorlegt. In einer editorischen Notiz legt sie die wichtigsten neuen Erkenntnisse offen, es sind aber eher biografische Randnotizen und Delikatessen für Fans. Dennoch liegt der Wert der neuen Biografie gar nicht so sehr in den Neuigkeiten, sondern vielmehr in der gut lesbaren Darstellung der Zerissenheit Franz Marcs zwischen künstlerischer Gewissheit und den Selbstzweifeln des Perfektionisten. Außerdem ist es in der Fülle der Literatur zum Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren eine spannende Perspektive, von den gesellschaftlichen, politischen und militärischen Herausforderungen auch die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Krieg in biografischer Sicht zu sehen. Die ganze Besprechung gibt's direkt im Biografien-Blog Eulengezwitscher...

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Eine Biografie, die auch gut geeignet ist, denjenigen Lesern Erkenntnisse und flüssiges Lesen zu bieten, die sich als Neueinsteiger mit Franz Marc als Künstler und Mensch befassen wollen.

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Hervorragend recherchierte Künstlerbiographie

Von: Thomas aus Waging

05.03.2015

Als ich das Buch erwarb, fiel mir als erstes der umfangreiche Anmerkungsteil auf - 35 Seiten bei 290 Seiten Text! Die akribische Quellenarbeit, auch in der Bibliographie mit über 40 Archivquellen erkennbar, mit erschöpfendem Literatur- und Personenverzeichnis, erfüllt (kunst-)historische Ansprüche. Das Buch ist dank einfühlsamem, klarem und verständlichem Schreibstil auch für diejenigen, die "nur" gehobene Unterhaltung wünschen, gut zu lesen. Dabei helfen die kompakten Exkurse in zeitgeschichtliche und philosophische Gebiete, sich im gesellschaftlichen Umfeld des Geschehens zu orientieren. Erstaunlich auch, was dank neuer Quellen und akribischer Recherche an Klärungen und Richtigstellungen geboten ist, von Marcs evangelischer Erziehung trotz katholischer Taufe bis zu seiner Ablehnung jeglicher privilegierter Freistellung vom Fronteinsatz (das steht in Wikipedia - fälschlicherweise - ganz anders). Die Biographie ist kein Künstler-Bildband, will keine ikonografischen Bildanalysen bieten - ein Hochglanz-Abbildungsteil mit 22 Beispielen aus allen Schaffensphasen gibt Orientierung zum Text, nicht mehr. Zusammenfassend eine Lektüre für alle, die Marc und der Blaue Reiter interessiert und die ein Künstlerleben in allen Höhen und Tiefen um die Jahrhundertwende bis zum ersten Weltkrieg kennenlernen und sich in diese Zeit vertiefen wollen.

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