Leserstimmen zu
Geschichten aus Istanbul

Sait Faik Abasiyanik

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Hardcover
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Sait Faik zeichnet ein Portrait der Metropole in ihrer ganzen Vielfalt: Ein weltoffenes, kosmopolitisches Istanbul zur Zeit der Modernisierungspolitik unter Atatürk. Zweimal war ich Ende der 1990er-Jahre selbst in der Stadt am Goldenen Horn – viel zu kurz, um mit wirklichen Kenntnissen aufzuwarten. Aber diese Mischung aus Okzident und Orient, das Mit- oder wenigstens gute Nebeneinander der Kulturen und religiösen Auffassungen, die Energie, die die Stadt ausstrahlte – das hat mich fasziniert. Und so las ich nun die Istanbuler Erzählungen auch mit einem guten Schuss Wehmut und Sorge: Wer weiß, wieviel von diesem Istanbuler Charakter unter Erdogan verloren geht? Auch Sait Faik ließ sich in seiner Kurzprosa stark von westlichen Vorbildern beeinflussen und gilt, so Gerhard Meier, als einer der Erneuerer der türkischen Literatur. Obwohl er 2010 von türkischen Schriftstellern in einer Umfrage zum besten türkischen Erzähler gewählt wurde, scheint er mir in Deutschland relativ unbekannt – viele der in diesem Buch enthaltenen Geschichten wurden überhaupt das erste Mal ins Deutsche übersetzt. Dabei sind sie nicht nur aus Gründen des „Lokalkolorits“ interessant: Ob „Kaffeehaus Eftalikus“, ob „Das Grammophon und die Schreibmaschine“, oftmals kreisen die Erzählungen auch um das Erzählen an sich, um die Bedingungen des und dem Zwang vom Schreiben.

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