Leserstimmen zu
Der Weg der gefallenen Sterne

Caragh O'Brien

(0)
(6)
(5)
(2)
(0)
€ 8,99 [D] inkl. MwSt. | € 9,30 [A] | CHF 12,90* (* empf. VK-Preis)

"Wir werden gemeinsam in die Enklave gehen, Hand in Hand! Wir werden ihnen zeigen, was es heißt, mutig zu sein. Wir werden ihnen zeigen, aus welchem Holz wir geschnitzt sind." TITEL Den Titel finde ich einfach nur super, da er in meinen Augen sehr poetisch und schön ist, auch wenn die Botschaft dahinter eher traurig und bedrückend ist. "Der Weg der gefallenen Sterne" meint nämlich den Weg jener Verstorbener, die müde vom Leben geworden sind. Meiner Meinung nach der schönste Titel der Reihe. 2 | 2 Punkte COVER Das Cover gefällt mir, wie auch die anderen beiden Cover, relativ gut. Das Gesicht ist in meinen zu allgemein und ohne viel Wiedererkennungswert. Den Rauch und die Punkte finde ich dennoch sehr hübsch, da sie den Charakter des Buches ausstrahlen. 2 | 3 Punkte INHALTSANGABE Vergleicht man diese Inhaltsangabe mit der des zweiten Bandes, sehe ich hier einen riesigen Rückschritt. Beim zweiten Band war ich total angetan, aber das - das ist einfach eine nahezu emotionslose, knappe Zusammenfassung dessen, was bisher passiert ist und beschreibt im Grunde nicht mal annäherend den Inhalt. Denn das Buch beginnt, als die Reise fast zu Ende ist und Gaia schon darum bangt, aufgenommen zu werden. 1,5 | 4 Punkte IDEE / THEMA Was mir an den Büchern sehr gut gefällt, ist, dass das Thema und die Grundidee nie dieselbe ist, obwohl das Ganze eine Reihe ist. Man entdeckt immer neue Facetten, selbst auf den letzten Seiten drehen sich die Situationen noch wie Kreisel. Dennoch fand ich, dass dieses Schema von unheimlich vielen Seiten und Details in diesem Band "am schlechtesten" (trotzdem noch gut) dargestellt wurde. 2,5 | 4 Punkte UMSETZUNG Auch die Umsetzung wirkte auf mich, als wolle die Autorin die Reihe einfach schnell enden lassen. Darauf deutet auch der Unterschied der Seitenzahlen hin - gut hundert Seiten weniger hat der dritte Teil. Zwischendurch waren wirklich gute Stellen dabei, die dann auch dementsprechend detailreich und spannend waren, aber dann kam wieder eine Szene, die man meiner Meinung nach etwas hätte ausdehnen können. 3 | 4 Punkte SCHREIBSTIL Der Schreibstil ist nach wie vor mehr als in Ordnung, sehr angenehm zu lesen und durchaus mehr als okay an der ein oder anderen Stelle. Leider erscheint mir die gesamte Reihe eher wenig tiefsinnig, ich hätte mir in diesem Punkt irgendwie mehr erhofft, da ich ja selbst ziemlich viel nachdenke und auch sehr emotional bin. Das wurde nicht wirklich aufgegriffen und in diesem Punkt hätte die Ausarbeitung tatsächlich ein Ticken besser sein können. Aber Hey - hätte ich es denn besser gekonnt? Ich glaube kaum. Ich konnte mich definitiv im Laufe der Bücher mit dem Schreibstil anfreunden und finde es jetzt auch schade, dass es vorbei ist. 3 | 5 Punkte CHARAKTERE Gaia mochte in diesem Band etwas mehr, da sie mir auch langsam wirklich ans Herz wuchs. Allerdings trifft sie auch hier seltsame, leichtsinnige oder in meinen Augen falsche Entscheidungen. Mit Leon kam ich nicht wirklich klar, da er mir einfach zu kühl und arrogant war, um wirklich zu Gaia zu passen. Gaias Freunde fand ich alle durchweg sympathisch. 2 | 3 Punkte GESAMTEINDRUCK Der abschließende Band der Trilogie von Caragh O'Brien ist in meinen Augen ein würdiger Schluss. Zwar hätte man meiner Meinung nach an der ein oder anderen Stelle ein bisschen mehr herausholen können, doch mich störte das nicht, da ich mich im Laufe der Zeit gut mit Schreibstil und der ständig wechselnden Grundidee anfreunden konnte. Die Reihe lege ich jedem ans Herz, nach nach einer schönen, angenehm und schnell zu lesenden Geschichte sucht, die nicht allzu sehr unter die Haut geht. Die Charaktere sind nett, die Autorin scheint ihr Bestes gegeben zu haben, warum sollte man die Bücher nicht lesen? Meiner Meinung nach eine Reihe mit viel Potenzial, aus der man ein bisschen mehr hätte herausholen können, aber auch eine Reihe, in die viel Mühe gesteckt wurde und die es wert ist, sie zu lesen. "Niemand schwang die Peitsche. Die einzige Folter war ihre eigene Angst, und die fand nur in ihrem Kopf statt." 16 | 25 Punkte ~ Eine Geschichte, die es wert ist, gelesen zu werden!

Lesen Sie weiter

Hierbei handelt es sich um Band 3 der Gaia-Trilogie. Es können deshalb Spoiler vorhanden sein. Die junge Hebamme Gaia macht sich mit einer Gruppe von Menschen aus ihrer neuen Heimat Sylum auf den Weg zurück zur Enklave. Ihr Plan ist, vor den Toren der Stadt eine neue Siedlung aufzubauen und so die Bevölkerung Sylums zu retten. Doch sie hat nicht damit gerechnet, dass sich auch in der Enklave so einiges geändert hat...und dass der Protektor weiterhin darauf aus ist, sie zu vernichten. Gaia, Leon und all die anderen kämpfen einen erbitterten Kampf - doch können sie diesen gewinnen? Der Autorin ist ein guter Abschluss für ihre Reihe gelungen. Wie bei Band 1 & 2 hat leider auch "Der Weg der gefallenen Sterne" seine Schwächen. Leider gibt es immer wieder unschöne inhaltliche Fehler und so manche Male habe ich mir gedacht: da hätte man besser eine - zwei Zeilen mehr geschrieben, das ganze wirkt mal wieder etwas gar flach. Trotzdem: die Story ist gut, die Charaktere sind auch ganz okay (auch wenn manchmal nicht ganz klar ist, warum ein Charakter sich so entscheidet....und vorallem warum Gaia sich immer innerhalb einer halben Seite von ihren Überzeugungen weg überreden lässt), alles in allem hat mir die Birthmarked-Reihe doch sehr gefallen, auch wenn man viel mehr draus machen hätte können.

Lesen Sie weiter

Autor/in: Caragh O’Brien Verlag: Heyne Seitenzahl: 350 Seiten Genre: Utopie (Jugendliche / Junge Erwachsene) Reihe: Band 3 der “Birthmarked”-Trilogie Inhalt in einem Satz: Im dritten Teil der faszinierenden Zukunfts-Saga möchte die junge Hebamme Gaia endlich die Klassenunterschiede zwischen der reichen Enklave und den bitterarmen Außenbezirken beheben, doch all ihre Versuche, mit dem skrupellosen Protektor der Enklave zu verhandeln, scheinen zwecklos… Meine Meinung: Teil 1 und 2 der Reihe habe ich schon vor einigen Jahren verschlungen, und nun hatte ich endlich die Möglichkeit, den letzten Band zu lesen. Meine Erwartungen waren ziemlich hoch, denn die ersten beiden Bände haben mich damals extrem begeistert. Teil 3 konnte da leider nicht ganz so gut mithalten… Mit den Charakteren konnte ich zu Beginn dieses Bandes nicht sonderlich gut warmwerden. Obwohl ich den Schreibstil flüssig und angenehm fand, habe ich mich in der ersten Hälfte des Buches ein bisschen gelangweilt, da die Story mich einfach nicht richtig erreichen konnte (viel Handlung gab es anfangs auch irgendwie garnicht). Ich konnte mich nicht mehr so gut in Gaia hineinversetzen, die mir zuvor immer sehr sympathisch war. Denn die Protagonistin, die sich in Teil 1 unsterblich in Leon verliebt hat und in Teil 2 dann plötzlich auch noch in zwei weitere Männer (Will und Peter, zwei Brüder), entscheidet sich zu Beginn vom letzten Teil nun für einen der drei Männer - aber sie trifft ihre Wahl so halbherzig, dass man dem “verliebten Paar” kaum die Gefühle abnimmt. Allgemein hätte man in diesem Buch Gaias Gefühle wirklich deutlicher machen können, z.B. wenn sie sich um ihre kleine Schwester oder ihre Freunde sorgt. In den Vorgänger-Bänden kam sie mir einfach warmherziger vor. Die zweite Buchhälfte konnte mich dann aber deutlich mehr mitreißen. Es gab plötzlich viel mehr Handlung und gegen Ende des Buches konnte ich es kaum mehr aus der Hand legen. Was mir aber auch noch aufgefallen ist: Es handelt sich bei dem Buch ja um eine Utopie, die im Jahre 2410 spielt. Beinahe der gesamte Forschungsstand ist aber irgendwie nicht mal auf dem Stand von 1900. Wenn einem das erstmal auffällt, bekommt man diesen Hintergedanken beim Lesen nicht mehr richtig aus dem Kopf. Scheinbar ist jeder technische Fortschritt plötzlich einfach wieder weg, als ob es ihn nie gab. Lediglich in die Embryonenforschung wird in dieser utopischen Zukunft investiert - dieser moralische Zwiespalt, ob man auch wirklich alles machen darf und sollte, was technisch möglich ist, wird ganz gut deutlich. An der kleinen Ungereimtheit sollte man sich also nicht weiter stören. Ich finde die eigentliche Thematik und das Grundkonzept (besonders das erwähnte Schichten-System, das in der Geschichte ja tatsächlich immer wieder aktuell ist) wirklich interessant. Fazit: Auch wenn ich jetzt sehr viel kritisiert habe, soll es nicht so rüberkommen, als ob ich das Buch schlecht fand. Teil 3 kann für meinen Geschmack nicht ganz mit den ersten beiden mithalten, ist aber trotzdem lesenswert. :) Das Problem ist einfach, dass vieles nur oberflächlich beschrieben wird. Vielleicht war das aber bei den Vorgänger-Teilen auch so und es ist mir nur nicht aufgefallen, weil ich damals noch viel jünger war? Ich denke, dass dieses Buch besonders für jüngere Leser viel spannender sein könnte, als für Junge Erwachsene, die sich wahrscheinlich in der Story mehr Tiefgang erhoffen. Trotz allem ein sehr schönes Buch und ein netter Abschluss einer wirklich tollen Saga! :) Bewertung: 📖 📖 📖 📖 (4/5) Herzlichen Dank an das Bloggerportal und den Heyne-Verlag für das gratis Testlese-Exemplar!

Lesen Sie weiter

Achtung: Spoiler! Wer die beiden ersten Bände der dystopischen Birthmarked-Trilogie, Die Stadt der verschwundenen Kinder und Das Land der verlorenen Träume, nicht kennt, sei vor möglichen Spoilern gewarnt und sollte diesen Beitrag lieber nicht lesen. Lest stattdessen die Vorgänger, es lohnt sich! Nachdem Gaia Stone zur Anführerin Sylums gewählt wurde, steht fest, dass für ein sicheres Fortbestehen der Bevölkerung das Verlassen der tödlichen Sümpfe obligatorisch ist. So gründet sie New Sylum und begibt sich mit allen Anhängern auf die große Reise durchs Ödland Richtung Enklave, wo es Wasser und Platz genug für jeden geben sollte. Doch vor den Toren der Stadt muss sie feststellen, dass sich viel in ihrer alten Heimat verändert hat: Während vor der Mauer die ärmlichen Bürger Wharftons mehr denn je zur Rebellion bereit sind, hat sich die unerbittliche Einstellung des fanatischen Protektors, der nicht vor Folter und Genozid zurückschreckt, verschlimmert. Als er schließlich ein Versprechen bricht und der jungen Hebamme stattdessen ein äußerst inhumanes Ultimatum stellt, fasst sie einen Entschluss: Es ist an der Zeit, die Mauer endlich niederzureißen... Bewertung Caragh O'Brien überzeugte mich bereits mit den beiden Vorgängern der futuristischen Trilogie, deren Hauptthematik sich um das Überleben der Menschheit, das durch genetische Fehlentwicklungen bedroht ist, dreht. Sie bleibt auch im dritten Band ihrer bisherigen Linie treu, will heißen: Einmal angefangen, legt der Leser das Buch erst nach der allerletzten Zeile aus der Hand. Die Autorin versteht es, die Spannung von Kapitel zu Kapitel aufrechtzuerhalten und verpasst der Reihe ein überzeugendes Ende. Dabei kommt dieser Roman nicht ganz ohne Schwächen daher. Die junge Protagonistin Gaia Stone beispielsweise ist nicht makellos. Ihre Entscheidungen haben oft schlimme Entwicklungen zur Folge, sie wirkt zeitweise unreif und idealistisch, was anderen bisweilen gehörig schadet. Natürlich steht sie stets und überall im Mittelpunkt, denn sie ist die beste Hebamme, die beliebteste Anführerin, diejenige mit der begehrten Blutgruppe, die einzige mit wichtigem Hintergrundwissen. Zufällig ist es ihr Bruder, der für die Realisierung der finalen Pläne unabkömmlich ist. Der kennt sie bis dato zwar gar nicht, ist aber natürlich sofort auf ihrer Seite um gegen seinen eigenen Führer vorzugehen. Zwei ihrer wichtigsten Vertraute sind die Chardo-Brüder, denen sie zwar falsche Hoffnungen gemacht hat, weswegen der eine am Pranger gelandet ist, die aber selbstverständlich aus lauter Liebe zu ihr weiterhin ihr Leben für sie riskieren. Obwohl sie inzwischen mit jemand anderem zusammen ist. Dieser Jemand ist Leon, der Sohn des Protektors, den sie ebenfalls im Stich gelassen hat und der ihr inkompetentes Führungskonzept einfach untergräbt, indem er selbst heimlich die Dinge in die Hand nimmt. Das alles hört sich alles undurchdacht und anstrengend an, meint ihr jetzt, nicht wahr? Ist es aber keineswegs. Wenn man mit einem reflektierten, objektiven und realistischen Anspruch an dieses Buch geht, wird man höchstwahrscheinlich bald aufgeben. Aber Trivialliteratur muss nicht realistisch sein. Sie soll vor allem unterhalten. Und das tut dieser Roman von der ersten bis zur letzten Zeile. Dieser phänomenale Abschluss der Reihe läuft geradezu über vor mitreißenden Motiven und spannenden Handlungssträngen, die allesamt vom Leser verschlungen werden. Die gesamte Handlung wird durchzogen von zarter Romantik und großen Gefühle, enttäuschten Hoffnungen und erfüllten Träumen, bedingungsloser Freundschaft und erbitterter Feindschaft; grausame Morde und traurige Todesfälle werden von hoffnungsvollen Geburten und unerbittlichem Lebenswillen abgelöst; grenzenlose Liebe und fanatischer Hass führen zu revolutionären Umstürzen, idealistischen Kämpfen und der Etablierung neuer Werte. Gaia, so fehlerhaft sie sich auch verhalten mag, wirkt so menschlich und eigensinnig, dass man sie einfach in sein Leserherz schließen muss und mit ihr all die anderen Menschen, die sie auf ihrer Reise begleiten. Die Autorin hat Figuren geschaffen, die man liebt oder verabscheut, die aber niemals wirkungslos bleiben. Zum Sprachstil möchte ich ausnahmsweise nicht viel sagen und das soll hier als Kompliment gemeint sein. Denn die Handlung ist so rasant, dass ich weder Zeit noch Lust hatte die Formalitäten zu analysieren. Ich wollte einfach wissen, wie es weitergeht. Und das ist ein sehr, sehr gutes Zeichen. Ein einziger Fehler ist mir beim Lesen aufgefallen – und der war auch noch so niedlich, dass ich mich darüber gefreut habe: die schreckliche Unfurchtbarkeit (gemeint war Unfruchtbarkeit). Fazit Jeder einzelne Band der Birthmarked-Trilogie ist enorm empfehlenswert. Die Reihe überzeugt durch konstant gehaltene Spannung. Neue Ideen und Wandlungen werden von der Autorin eingebaut, ohne dass die Handlung ins Absurde zu rutschen droht. Das große Finale lässt den Leser höchst befriedigt, aber auch mitgenommen zurück. Wer sich mit Gaia Stone auf die Reise begibt, der wird lachen, trauern, mitfiebern, wüten und lieben – kurz: Man wird fabelhaft unterhalten. Für mich war Caragh O'Brien die beste Debutautorin der letzten Zeit mit einer der besten Jugend- Dystopien, die ich gelesen habe.

Lesen Sie weiter

Abschied

Von: Harakiri

06.04.2015

Der Kampf ums Überleben geht weiter Gaia hat mit ihren Leuten Sylum verlassen, weil ein Leben dort nicht mehr möglich war. Stattdessen will sie vor den Toren der Enklave ein neues Sylum errichten, benötigt dazu aber dringend das Wasser, das ihr der Machthaber vorenthält. Nach einer entbehrungsreichen, aufregenden Reise will Gaia friedlich mit dem Protektor verhandeln, doch in der Enklave sind aufgrund der Vorgeschichte gegen sie und so muss sie all ihren Mut zusammennehmen und auf ihr Glück vertrauen um am Ende als Siegerin hervorzugehen. Immer bei ihr: ihre Freunde Leon, Peter und Will. Der Protektor erweist sich als grausam und böse und hält sich nicht an seine Vereinbarungen. Im Gegenteil, er will Gaia für seine Mütterbank gewinnen. Am Ende kommt es zu einem grausamen Kampf, den nicht alle von Gaias Leuten überleben. Zugegeben, der Schreibstil des dritten Bandes ist genauso fesselnd und mitreißend wie der der vorhergehenden Bände.Leider hat mich das ständige Hin und Her etwas genervt. Gaia muss immer wieder der Enklave entkommen und dennoch zieht es sie wieder hinein. So viel Mut ist ja im Grunde bewundernswert, allerdings für ein 17 jähriges Mädchen denkbar unlogisch. Dass sie dennoch ein Mädchen mit Angst ist, zeigt dann jedoch die Szene als sie in Zelle V gefangen gehalten wird und beinah daran zerbricht. Der Liebe zwischen Gaia und Leon ist in diesem Band sehr viel Raum gewidmet, was mich persönlich sehr gefreut hat. Das war jedoch nicht zu meiner persönlichen Freude, sondern der Handlung geschuldet. So wurden beide angreifbarer und die Handlung intensiver. Überhaupt sprach dieser Band jetzt mehr Gefühle an. Mutterliebe, Trauer, Hass… Die ganze Palette, das hat die Autorin sehr schön herausgearbeitet. Der Schluss war dann eine Überraschung und ich hatte ja gehofft, dass das nicht mehr passiert. Der Kampf am Ende war mir persönlich etwas zu kurz geraten, hier hätte man gerne noch ein bisschen ausschmücken können um die Spannung noch höher zu halten. Der Protektor, der bisher immer so böse war hat in meinen Augen gerade am Ende zu wenig Zeilen bekommen. Fazit: Der dritte Teil der Trilogie ist wie ein Abschied von Freunden. 3 Bücher lang hat man mit ihnen gebangt, gehofft und geliebt und muss nun Adieu sagen.

Lesen Sie weiter

“Gaia ließ den Blick über die Mauer und die winzigen Schatten der Wachen darauf schweifen, und ihr Puls beschleunigte sich. Die Enklave war bereit – und sie war bewaffnet.” (Seite 56) Der dritte Teil beginnt eine gewisse Zeit nach dem Ende des 2. Bandes. Zusammen mit Gaia, der Matrarch von Sylum, zog ich als Leserin mit ihrer Gruppe quer durch das Ödland, auf dem beschwerlichen Weg Richtung Enklave, um dort Hilfe zu erhalten. Im ganzen letzten Jahr ist in Sylum kein einziges Mädchen geboren worden. Gaia hat sich zur unerschrockenen Anführerin des Klans entwickelt. Den Mut braucht sie allerdings auch, um dem Protektor gegenüber zu treten. Doch schnell muss sie erkennen, dass sich hier einiges geändert hat und ihr ihre Grenzen aufgezeigt werden. Der Protektor versteht es, ihr Angst einzuflößen. Und Gaia wehrt sich mit aller Macht. Dabei muss sie aber auch an die denken, für die sie die Verantwortung trägt. Und das fällt ihr nicht immer leicht. Schließlich kommt es irgendwann so weit, dass sie ihre geplante Zukunft aufgeben muss, um Leon zu retten. Mit ihren Taten und Gedanken war ich nicht zu 100% einverstanden. Sie begann, an Leon zu zweifeln – glaubte eher dem Protektor, der sagte, Leon wäre ein Lügner. Spätestens da hatte sie mich als Freundin und Fürsprecherin zur Hälfte verloren. Immerhin war sie diejenige, die Leon zu den meisten seiner Taten angestachelt hat. Ihr Gefühlsleben war teilweise so verwirrend, wie im zweiten Teil. Peter hat immer noch Gefühle für Gaia; diese zeigte er auch teilweise relativ offen. Ihr fiel es schwer, damit umzugehen. Schließlich gehörte ihr Herz Leon, mit dem sie sich eine Zukunft vorstellte. Doch tief in ihr hatte auch Peter seinen Platz. Dies führte weiterhin dazu, dass Leon Eifersucht verspürte. Doch Gaia zuliebe stellte er seinen Stolz zurück und stärkte ihr voll und ganz den Rücken. Schließlich hatten sie alle ein Ziel: New Sylum vor den Mauern der Enklave zu errichten, um hier ein besseres Leben führen zu können. “Sie musste einen Schritt auf ihn zu machen, um es zu nehmen, und da stellte sie fest, dass sie zitterte, solche Angst hatte sie vor ihm. Das Zwischenspiel in Zelle V hatte sie all ihrer Reserven beraubt, und nun war binnen Minuten von der Matrarch New Sylums nicht mehr als ein verängstigtes Mädchen geblieben.” (Seite 94) Der Plot hat wieder spannende Wendungen. Die Grausamkeit und die kranken Ideen des Protektors konnten mich überraschen. Doch wenn man die zentralen Themen dieses Buches, wie zum Beispiel Geburtenkontrolle, mal ins wahre Leben transportiert, kommt man ganz schön ins Grübeln. Das Setting ist durchgängig toll. Auch in diesem Buch befindet sich zu Anfang eine Landkarte. So lassen sich die Orte und Wege besser lokalisieren und vor dem geistigen Auge sehr gut visualisieren. Der Weltentwurf der Autorin konnte mich von Beginn an überzeugen. Der Verlauf der Geschichte, die Dinge die passiert sind, erschienen mir alle logisch und führten auch zu einem stimmigen und guten Abschluss der Geschichte. Allerdings muss ich sagen, dass mir das Atemlose und der “Wow” Effekt, die mich im ersten Teil gepackt hatten, auch hier wieder gefehlt haben. Trotzdem konnte das Buch mich überzeugen, Die Birthmarked-Trilogie kann ich allen Dystopie-Fans empfehlen, die Interesse an einer Geschichte mit einem spannenden Weltentwurf und Nähe zur Realität haben. “Sie schaute hinüber zu den vielen Menschen, die geduldig anstanden, um ihre DNS registrieren zu lassen, und ihr wurde beinahe schlecht bei dem Anblick. Die bunten Eisbällchen waren der reine Hohn.” (Seite 181)

Lesen Sie weiter