Leserstimmen zu
Die Vermessung des Himmels

Andrea Wulf

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Der berühmte Astronom Edmond Halley hatte einen großen Traum, gegründet auf einer waghalsigen Idee. Lange nach seinen Tod forderte er Wissenschaftler auf der ganzen Welt auf zusammen zuarbeiten und die Venus zu beobachten, wenn diese vor der Sonne sichtbar ist. Ein Ereignis was nur alle 100 Jahre stattfindet. Im Jahre 1761, zu einer Zeit in welcher man noch nicht miteinander vernetzt war, war es so weit. Wissenschaftler auf der ganzen Welt machten sich auf den Weg zu entlegenen Orten, um von dort aus die Venus zu beobachten. Ihre Ergebnisse dann zu vergleichen und anhand dessen die Entfernung der Sonne zur Erde zu berechnen. In dem Buch "Die Vermessung des Himmels" von Andrea Wulf geht es genau um dieses Ereignis. Das Unterfangen klingt ja so schon schwierig genug, hinzu kam auch noch, dass der Venus Transit in die Zeit des siebenjährigen Krieges fiel, so erzählt Wulf nicht nur über die wissenschaftlichen Schwierigkeiten, sondern auch über die politischen. Trotzdem wurde im Zuge des Transits hunderte obligatorische Sternwarten innerhalb Europas errichtet, was sehr zum astronomischen Fortschritt dieser Zeit beitrug. Am Ende schafften es 250 Astronomen das Himmelsereignis zu beobachten. Die Daten waren mehr oder weniger gut, Wulf erzählt sehr schön die Widrigkeiten, mit denen die Wissenschaftler zu kämpfen hatten. Zum Glück hatten die Astronomen im Jahr 1769 eine zweite Chance. Mit mehr Geld, Ressourcen, Frieden und Vorbereitungszeit waren die Wissenschaftler weltweit auch guter Dinge. Aber auch der zweite Transit lief nicht ganz glatt, es gab Todesfälle und auch nicht ganz eindeutige Ergebnisse. Das Buch ist eine Mischung aus Sachbuch und Roman und wirklich interessant erzählt und auch sehr lehrreich. Der Grundstein globaler wissenschaftlicher Zusammenarbeit, welcher 1761 gelegt wurde, wird sehr anschaulich hervorgehoben und für Menschen die interessiert an Astronomie, Globalisierung oder Vermessung sind, hat die Autorin das passende Buch geschrieben.

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Meine Meinung Geschichte In „Die Vermessung des Himmels“ oder in Englisch „Chasing Venus“ – wie ich es treffender finde – geht es um die Vermessung der Entfernung von Sonne und Erde durch die Hilfe des Venustransits, der nur alle 100 Jahre circa passiert. Klingt nach einer reichlich fachbezogenen, zähen und langweiligen Lektüre, doch erstaunlicherweise war dem nicht so. Trotz des zähen Themas, werden viele Zwischenszenen eingebaut, die beispielsweise die Reisen der Astronomen beschreibt. Diese Szenen lockern das Buch immer wieder auf und geben Zeit, um Informationen verarbeiten zu können. Die Informationsabschnitte werden veranschaulicht durch Bildern, die das physikalische Denken auch für Laien einfach macht. In einer anderen Rezension las ich, dass das Buch wohl fachlich nicht so korrekt sein soll, wie es vielleicht wirkt. Da ich weder Astronome, noch Historiker bin, fiel mir keine Ungenauigkeit ins Auge. Auf fast jeder Seite gibt es eine Quellenangabe, die zudem noch tiefer ins Detail geht. Im Nachwort erklärt die Autorin, dass sie selbst in den Fachgebieten Hilfe durch Experten bekommen hat und sie noch auftretende Fehler auf ihre Kappe nimmt. Bezeichnungen wie „Europa“ bevor seiner eigentlichen Zeit, dienen wahrscheinlich einfach zur Veranschaulichung. So werden auch Städte teilweise mit heutigem Namen benannt und der frühere Name in Klammern beigefügt. Das Buch kann man grob in Vorbereitungen und Reise unterteilen. Dabei ist die Vorbereitung für mich oftmals verwirrend gewesen. Viele Länder schickten mehrere Astronomen auf die Reise, somit sind viele Namen von Menschen und Orten gefallen. Doch bei der eigentlichen Reise gab es kleine Kapitelüberschriften, die genau dabei aushalfen. Das Buch endete letzten Endes 100 Seiten früher als erwartet, da sich an die 100 Seiten mit Literaturverzeichnis, Begriffserklärungen und anderen Fakten beschäftigte. Für die Forscher unter uns. Charaktere Zu den Charakteren ist nicht viel gesagt. Sie haben alle gelebt und Großes für diesen bedeutenden Schritt geleistet. Historisch schienen sie mir korrekt dargestellt worden zu sein. Charakterzüge und ähnliches scheinen so aus Erzählungen und Schriften übernommen worden zu sein. Bei den wichtigsten Leuten gab es Zeichnungen, die die Herren darstellten. Schreibstil & Sichtweise Der Schreibstil war sehr angenehm und locker für ein auf Fakten basierendes Buch. Es lies sich schnell und flüssig lesen. Keine Pausen werden benötigt, denn diese bietet das Buch. Geschrieben ist das Buch durch einen neutralen Erzähler, der die Geschehnisse von oben herab betrachtet. Es gibt keinen Protagonisten. Cover & Titel Das Cover gefällt mir sehr gut. Es zeigt die Schifffahrt, die für viele Astronomen ein Muss war und darüber die Laufbahnen einiger Planeten. Vermessungen, die auch auf Meer vollzogen werden mussten. Es symbolisiert für mich eine lange Reise. Die Vermessung des Himmels ist ein inhaltlich korrekter Titel, der jedoch verwirren mag. Schließlich misst man nicht die Größe des Himmels, sondern man misst mithilfe des Himmels die Entfernung zwischen Sonne und Erde. Der Titel der Hardcoverausgabe ist weitaus besser gelungen. Zitat “ ‚Die Wissenschaft zweiter Nationen kann in Frieden leben‘, sagte er, ‚während die Politik krieg führt‘. “ – Seite 295 Fazit Ein wirklich interessantes und gut geschriebenes Buch. Wenn mich mehr Themen von der Autorin interessieren, würde ich wieder gerne mit Freuden zu ihren Werken greifen. Eine gute Bildungsgrundlage über einen wichtigen Schritt der Menschheit.

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