Leserstimmen zu
Knochenjagd

Kathy Reichs

Die Tempe-Brennan-Romane (15)

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Im Kampf gegen die eigenbrötlerischen Einwohner, dubiosen Tierschutzorganisationen und schießwütigen Gangstern bleibt es spannend. Kanadas Norden liegt brach. Der längst vergangene Goldrausch hat aber dank eines genialen Forschers nunmehr die Diamantensucher aufmerksam gemacht. Die indigenen Gemeinschaften sind sich der Diamantenvorkommen auf ihren Grundstücken zwar bewusst, kämpfen aber durch Arbeitslosigkeit, Alkoholismus und einem Großaufkommen an Drogen mehr gegen sich selbst als gegen die mächtigen Konzerne, die hier schon lange ihre Finger nach Land und Claims ausgestreckt haben. Tempe und ihre beiden Ermittler müssen eine Nuss nach der anderen knacken nur um erneut festzustellen, dass hier ein geschickter Fährtenleger am Werk ist. Mit Begeisterung fiebert man auch wie in den vorhergehenden Fällen der Lösung des Falles entgegen. Kathy Reichs vergisst dabei nie, gekonnt auf die Missstände in den diversen Staaten und Ländern hinzuweisen. Die Bedrohung der indigenen Bevölkerung durch die hohe Arbeitslosigkeit, der Gier nach den vorhandenen Diamantenvorkommen sowie der Ausbeutung von Kultur und schon vergessenen Traditionen wiegen schwer. Mit offenen Augen und ohne Schuldzuweisungen gelingt es Kathy Reichs mit „Knochenjagd“ erneut, die Geschichte mit anderen Augen zu sehen.

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"Knochenjagd" ist bereits der 15. Teil der Reihe um die forensische Anthropologin Temperance Brennan. Ich verfolge diese Reihe bereits von Anfang an und gerade bei den späteren Bänden ist es mitunter Glückssache, ob es mich mitreißt oder nicht - nachdem ich "Fahr zur Hölle", den vierzehnten Teil, sehr belanglos und wenig spannend fand, wähnte ich mich bei "Knochenjagd" anfangs auf der sicheren Seite - die Handlung beginnt spannend und mitreißend und verspricht viel Potenzial für den weiteren Verlauf. Leider verläuft sich diese Spannung im weiteren Verlauf - mit dem Eintreffen von Tempe und Andrew in Kanadas Einöde, scheint der Autorin die Luft etwas aufzugehen. Zwar ist auch die weitere Handlung nicht uninteressant, kommt aber leider bei weitem nicht an das heran, was möglich gewesen wäre - die Auflösung hat letztendlich nicht viel mit dem Anfang zu tun, was überraschend und gut sein kann, hier aber eher für etwas Verwirrung sorgt. Dennoch ist der Lesefluss gut und Langeweile ist auch nicht aufgekommen - ein wenig nervt die bereits über mehrere Bände dauernde Anspannung zwischen Tempe und Andrew, ich hoffe, da kommt Kathy Reichs noch zu einer guten Lösung für Leser und Protagonisten. Wenn eine Reihe bereits im zweistelligen Bereich ist, kann man neuen Lesern natürlich nur dazu raten, mit dem Anfang zu beginnen, gerade weil auch hier - wie üblich - das Privatleben der Protagonisten weiterläuft. Dennoch ist "Knochenjagd" auch problemlos ohne Vorkenntnis zu lesen, gerade weil ein Großteil der Handlung nicht in Tempes gewohnter Umgebung spielt. Loblieder kann ich auf "Knochenjagd" nicht singen, unterhalten fühlte ich mich aber durchaus.

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Der Schreibstil ist nicht für jeden was. Ich habe mich über die letzten 14 Bücher daran gewöhnt. Kathy Reichs schreibt in der ersten Person aus der Sicht von Tempe Brennan und beschreibt wirklich sehr viel! Mir manchmal zu viel. Ich muss nicht jedes kleinste Detail wissen und fülle die Lücken gerne auch mit meiner eigenen Fantasie dafür lässt sie allerdings nicht viel Platz. Dialoge sind manchmal so geschrieben, dass ich den Überblick verliere wer gerade was sagt, da die Dialoge hin und wieder auch nur aus der Rede bestehen und das ist für mich manchmal verwirrend. Und man bekommt auch sehr viel Informationen zu diversen Dingen. Wenn die Hauptperson, Tempe, irgendetwas für den Fall recherchiert bekommt man die ganzen Infos auch und das ist mir manchmal auch etwas zu viel, da mich die Dinge nicht zwingend interessieren und so ausführlich auch nicht für den Fall wichtig sind. Und trotzdem mag ich die Bücher auch sehr gerne, einfach auch weil Tempe forensische Anthropologin ist und mich selbst dieser Bereich wahnsinnig reizt. Die Charaktere haben sich über die ganzen Bücher schon weiter entwickelt und trotzdem reagiert Brennan eigentlich immer gleich vor allem in bestimmten Situationen was ich auf der einen Seite glaubwürdig finde, mich diesmal aber auch etwas genervt hat, da sie es irgendwann doch auch mal lernen sollte. Außerdem hatte ich bei diesem Buch besonders das Gefühl, dass Kathy Reichs ihre Bücher nach Schema X schreibt und es dementsprechend eigentlich immer gleich abläuft. Trotzdem mag ich die Bücher sehr gerne, vor allem wegen der Zwischenmenschlichen Entwicklungen. Mir gefällt die Charakter Zusammenstellung einfach sehr gut. Es kommen immer wieder auch mal neue Charaktere vor und andere Charaktere wie Andrew Ryan, LaManche und anderen kommen immer wieder vor. Die Story hat mir gefallen. Es fing mit den Leichen von mehreren Babys an und hat sich dann daraus entwickelt. Wer die Babys ermordet hatte, war recht schnell klar, aber es hat da noch einen größeren Fall gegeben, der sich daraus entwickelt hat und bei dem wusste ich bis fast zum Ende nicht wer nun dahinter steckt. Von der Story her also ein wirklich gutes Buch. Die Übersetzung muss ich allerdings bemängeln. Das war das was mich am meisten gestört hat! Uhrzeiten wurden so geschrieben, dass ich im Prinzip nichts damit anfangen kann (Viertel neun). Und ich habe leider auch einige Rechtschreibfehler entdeckt, was mich doch immer etwas stört, außerdem gab es auch Ungereimtheiten bei der Grammatik, worüber ich mich bei Bücher immer wieder ärgere.

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