Leserstimmen zu
Der Anschlag

Stephen King

(9)
(2)
(2)
(0)
(0)
€ 26,99 [D] inkl. MwSt. | € 27,80 [A] | CHF 37,50* (* empf. VK-Preis)

Ich habe mein erstes Stephen King Buch gelesen! Wuhu, ich bin schon ein kleines Bischen Stolz auf mich, da das Buch ein ziemlich dicker Wälzer ist und das Englisch auch nicht immer ganz einfach. Doch dazu jetzt mehr. Stephen King hat einen sehr speziellen und ausgewogenen Schreibstile. Er beschreibt sehr viel und ausführlich. Durch seine Wortwahl wird eine einzigartige Atmosphäre vermittelt. Ich habe mir noch nie so sehr gewünscht, in einem Buch dabei zu sein. Gerade am Anfang der Geschichte, wenn Jake Epping zum ersten Mal nach Derry kommt, ist es Stephen King unglaublich gut gelungen die Atmosphäre der 50er einzufangen. Ich habe damals noch nicht gelebt und trotzdem hat es sich angefühlt, als wäre ich selber dort gewesen. Der Schreibstile von King ist grandios und sehr wortreich. Daher war das Buch, gerade zu anfang, sehr anstrengend zu lesen. Ich bin keine Native Speakerin, hatte aber Englisch als LK und habe bereits zwei Jahre im Ausland gelebt. Trotzdem war es sehr anstrengend zu lesen und nach längeren Abschnitten musste ich öfter eine Pause einlegen um mein Gehirn eine Pause zugönnen. Ich würde das Buch wegen seines Schreibstyles fortgeschrittenen Lesern empfehlen, die mit der englischen Sprache sehr vertraut sind. Während des Lesens hatte ich Phasen, in denen ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Die Geschichte wird langsam erzählt und Spannung wird nur langsam aufgebaut, bis zum Ende der Spannungshöhepunkt kommt. Kleiner Inszenierungen sorgen auf den über 600 Seiten vor dem großen Finale auch für Spannung und Abwechslung. Während des Lesens war mir nie "langweilig", sodass ich dachte, ich könte jetzt auch aufhören zu lesen. Trotzdem hat es sich an einigen Stellen gezogen und wurde etwas langatmig. Die Handlung von 11.22.63 ist faszinierend! Ich habe schon einige Zeitreise Bücher gelesen und noch nie ist mir ein dermaßen ausgeklügelte Geschichte untergekommen. Die Art und Weise wie Stephen King mit den verschiedenen Zeitsträngen spielt ist gewieft.Es entsteht eine nicht vorraussehbare Geschichte mit einem bitter-schönen Ende. Gerade da der Leser einen sehr großen Einblick in das Leben von Jake Epping bekommt und man von Seite 1 bis zur letzten Seite immer an seiner Seite bleibt, baut man eine starke Verbindung zu dem Protagonisten auf. Er ist ein herkömmlicher Englischlehrer an einer High School mit dem Herzen am richtigen Fleck. Er hat einen Sinn für Gerechtigkeit und seine Handlungen sind authentisch und nachvollziehbar. Ein Gegenstück dazu bildet die exzentrische und temperamentvolle Sadie, obwohl sie sehr tollpatschig ist. Es ist schön zusehen, wie sie und Jake sich langsam annähren und eine einzigartige Liebesgeschichte zwischen den beiden entsteht, die keines Falls kitschig oder klischeebehaftet ist. Von Anfang an ist klar, dass die Geschichte noch einen Haken haben muss und (leider) ist das der Fall. Das Ende ist bitter schön und hat mich zu Tränen gerührt. Oft hört man in Verbindung mit Stephen King Büchern den Satz "Der Weg ist das Ziel", da seine Bücher sehr gut geschrieben sind, das Ende jedoch oft etwas enttäuschen ist oder es nicht das, vom Leser, erwünschte Finale gibt. 11.22.63 ist keins dieser Bücher, obwohl der Weg einer der bestumschriebensten und ungewöhnlichsten Wege ist. Das Ziel und der Weg sind absolute passend und stimmig. Ein neuer und einzigartiger Blickwinkel auf das Thema Zeitreise. Sehr ausgeklügelt und spannend geschrieben mit Protagonisten, die man nur mögen kann. Eine Handlung, die sich langsam entwickelt, dies aber mit viel Charm und Anmut tut, das hierrin der Charme des Buches liegt! Ich kann es jedem empfehlen!

Lesen Sie weiter

Zeitreisen sind faszinierend. Was könnten wir nicht alles machen, wenn wir die Möglichkeit hätten, in der Zeit zurückzureisen? Diese Idee greift Stephen King in seinem Buch auf und fokussiert sich auf die Frage, was passiert wäre, wenn der Anschlag auf John F. Kennedy im Jahre 1963 vereitelt worden wäre. Dieses Ereignis verbinden viele US-Amerikaner mit einem Trauma. Sie sind davon überzeugt, dass ihr Land durch die Ermordung des Präsidenten in eine tiefe Krise gestürzt wurde. Genau darauf baut King auf, wenn er den Lehrer Jake Epping auf seinen todkranken Freund und Restaurantbesitzer Al Templeton treffen lässt, der ihn in ein Geheimnis einweiht. Jake hat sich nämlich immer schon gefragt, wie das Restaurant überleben konnte. Bis Al ihm ein Portal in seinem Restaurant zeigt, mit dem man ins Jahr 1958 reisen kann. Kehrt man über das Portal in das Jahr 2011 zurück, so sind dort lediglich zwei Minuten vergangen. Al hat diese Reisen genutzt, um sich mit Nachschub für sein Lokal zu versorgen Das Zeitparadoxon umschifft King, in dem er jede neue Zeitreise die Ereignisse der alten Zeitreise auslöschen lässt. Nur der Zeitreisende kann sich noch an alles erinnern. Al ist besessen davon, das Attentat auf Kennedy vereiteln zu wollen, schafft es aber aufgrund seiner Krankheit nicht, die fünf Jahre bis zum Jahr 1968 zu überbrücken. Er überzeugt Jake davon, dass er es an seiner Stelle versuchen soll. Nach einigen Zeitreise-Testläufen und die Betrachtung der jeweiligen Folgen seines Handelns, beschließt er, einen Versuch zu wagen. Wenn der Leser an dieser Stelle angelangt ist, wird er schon längst bemerkt haben, dass das eigentliche Attentat in den Hintergrund gerückt ist. Ebenso wie die Mythen, die sich um Oswald im Laufe der Zeit gebildet haben. Im Buch steht die us-amerikanische Gesellschaft der 60er im Vordergrund, die gerne glorifiziert wird. King zeigt aber recht deutlich, welche Risse diese Gesellschaft schon damals hatte und welche Probleme der Neuzeit in der Vergangenheit zu suchen sind. Wer King kennt, wird wissen, dass es viele Nebenhandlungen gibt, die zudem Bezug auf vorhandene Schauplätze aus anderen Büchern haben. So wie mancher Filmregisseur immer wieder in seinen eigenen Filmen auftaucht, versucht King die Handlungen seiner Bücher ineinandergreifen zu lassen. Die Handlungsstränge in "Der Anschlag" sind dabei nicht derart komplex, als dass man den Überblick verliert. Ebenso typisch für einen King sind die Längen, die seine Bücher aufweisen. Kann das Buch den Leser in dem ersten Drittel fesseln, verliert es danach merklich an Fahrt. Die Nebenhandlungen rücken zunehmend in den Vordergrund und man möchte dem Buch zurufen: "Komm auf den Punkt!" Erst gegen Ende nimmt die Geschichte wieder an Fahrt auf und kann den Leser wieder fesseln. Es sollte klar sein, dass es sich bei diesem Buch um einen Thriller handelt. Ich kann entäuschte Rezensienten nicht verstehen, die ein Horrobuch erwartet haben. Sehr wohl kann ich aber enttäuschte Leser verstehen, die sich durch die Längen des Buchs gekämpft haben und am Ende vielleicht auch deswegen enttäuscht sind, weil so manches Zeitparadoxon dann doch nicht aufgeklärt wird. Natürlich kennt der King-Leser die typischen Längen seiner Bücher, aber in diesem Buch verliert die Geschichte einfach zu viel an Fahrt. Dem Lesefluss hätte es sehr gut getan, wenn der Mittelteil deutlich gestrafft worden wäre. Ich kann das Buch nur bedingt empfehlen.

Lesen Sie weiter

Der Anschlag war mein erstes Buch von King, da ich mit Horror überhaupt nichts anfangen kann. Das Thema dieses Buches klang aber sehr interessant, also habe ich mir vorgenommen, es zu lesen. Das habe ich jetzt getan und zu großen Teilen hat die Geschichte mir gut gefallen. Sie hat mich von Anfang an gepackt; King schreibt wahnsinnig gut und der Zeitreise-Aspekt tritt schon sehr früh auf, sodass die Handlung schnell spannend ist. Die Idee, dass es einen 'Kaninchenbau' gibt, durch den man in die Vergangenheit reisen kann, ist interessant und dass jede neue Reise ein Neustart zu sein scheint, grenzt schon gleich die Möglichkeiten ein. Auch die Hintergründe dafür, wie Jake überhaupt auf die Idee kommt, in die Vergangenheit zu reisen, wurden gut erklärt, auch wenn er meiner Meinung nach zu schnell bereit war, sein Leben (und sei es nur für eine begrenzte Zeit) aufzugeben. Allerdings fand ich gut, dass er dem Freund, der ihm davon erzählte, nicht sofort glaubte, sondern eine Art 'Test' durchführen wollte, da dies sehr realistisch war. Das Leben in der Vergangenheit hat der Autor ebenfalls gut und für mich authentisch dargestellt (obwohl Jake hier wieder ein bisschen zu begeistert von allem war, anstatt sein altes Leben in irgendeiner Form zu vermissen) und auch die Charaktere waren gut ausgearbeitet, sodass schon Nebenfiguren bleibende erste Eindrücke hinterlassen haben. Der Protagonist war mir sympathisch und es hat mir gut gefallen, dass er real wirkte, indem er unsicher war, nicht alles wusste und Fehler gemacht hat. In der Mitte der Geschichte gibt es einige Längen; die Schilderungen des Alltags und der Beschattungen waren für meinen Geschmack ein wenig zu lang und teilweise auch nicht wirklich von Bedeutung, aber sobald der Anschlag auf Kennedy kurz bevor steht, nimmt die Geschichte wieder an Fahrt auf, die geschilderten Ereignisse sind wieder relevant und je näher das große Ereignis rückt, desto spannender wird es; auch wenn ich nie wirklich daran gezweifelt habe, was passieren würde, hat der Autor es doch geschafft, so zu schreiben, dass man doch unsicher wird. Das Attentat an sich hätte meiner Meinung nach noch etwas mehr behandelt werden können, doch das Ende fand ich sehr passend. Die offen gebliebenen Fragen wurden beantwortet, alle Fäden liefen zusammen und eigentlich hätte nichts anderes Sinn gemacht.

Lesen Sie weiter

Inspiriert durch den Deutschland-Start der US-Serie "11.22.63 – Der Anschlag" habe ich vor kurzem die literarische Vorlage zu der Produktion gelesen. Zunächst war ich skeptisch, ob das Buch das Richtige für mich ist, da ich als Nicht-Amerikanerin nicht allzu viel mit John F. Kennedy am Hut habe und bisher auch noch keinen Roman des Autors gelesen hatte. Aber bereits während des ersten Kapitels war ich vollkommen begeistert, da die Geschichte schnell einen unwiderstehlichen Sog entwickelt hat, der mich komplett in seinen Bann gezogen und zum kontinuierlichen Weiterlesen motiviert hat. Zur Story: Der todkranke Diner-Besitzer Al Templeton weiht den frisch geschiedenen Englischlehrer Jake Epping in ein Geheimnis ein – in der Vorratskammer des Diners gibt es ein geheimes Zeitreise-Portal ins Jahr 1958. Al bittet Jake darum, ihm seinen letzten Wunsch zu erfüllen: der Mittdreißiger soll durch das Portal steigen und das Attentat auf John F. Kennedy am 22.11.1963 verhindern. Nach einigem Zaudern und Zögern lässt Jake sich auf die Sache ein und taucht in die Vergangenheit ab… Überrascht hat mich bei dem Roman, dass das Kennedy-Attentat gar nicht so sehr im Mittelpunkt der Handlung steht. Der Schwerpunkt liegt auf dem Protagonisten Jake Epping und dessen Charakter-Entwicklung. Besonders unterhaltsam beim Lesen fand ich Jakes Bemühungen, sich in der Vergangenheit einzuleben und nicht unangenehm aufzufallen – gar nicht so einfach, wenn man es gewohnt ist, mal eben schnell mit Handy zu telefonieren oder dabei erwischt wird, wie man einen Song der Rolling Stones, der erst Jahre später veröffentlicht werden wird, vor sich hin singt. Die bildhaften Beschreibungen der späten 50er/ frühen 60er Jahre machen den Roman zu einem richtigen Schmöker, der sich jedoch nicht in idealisierender Nostalgie verliert, sondern die scheinbare Idylle immer wieder durchbricht. Jake begegnet auf seiner Reise vielen teilweise witzig-exzentrischen, teilweise grausamen, teilweise liebenswerten Nebenfiguren – besonders hervorgehoben sei hier sein Love Interest Sadie Dunhill. Gerade die Liebesgeschichte zwischen Sadie und Jake ist – wie ich finde – gut gelungen, ohne ins Kitschige abzudriften (wie es bei Zeitreise-Love Stories ja leider oft der Fall ist). Zudem werden sich Stephen King-Fans sicherlich darüber freuen, dass Figuren aus "Es" einen kleinen Cameo-Auftritt haben. Ich empfehle den Roman allen Lesern, die Interesse an einer mentalen Zeitreise ins Amerika der 60er Jahre haben sowie allen Psychothriller-Fans, die offen für übernatürliche Elemente und ein historisches Setting sind und desweiteren natürlich allen Stephen King-Aficionados.

Lesen Sie weiter

Dallas, Texas - 22.11.1963 - drei Schüsse John F. Kennedy starb und die Welt veränderte sich für immer. Jake Epping kann in jene Zeit zurückkehren, und will den Anschlag um jeden Preis verhindern. Aber je näher er dem Ziel kommt, umso vehementer wehrt sich die Vergangenheit gegen jede Veränderung. Der Anschlag von Stephen King gehört mit seinen 1056 Seiten auf jeden Fall in die Kategorie Wälzer. Jake Epping, Lehrer von Beruf, wird von seinem Freund Al in ein sagenhaftes Geheimnis eingeweiht. Er kennt ein Portal das ihn in das Jahr 1958 führt. Al überredet Jake dazu zubenutzen um das Attentat auf JFK zu verhindern und damit die Weltgeschichte positiv zu verändern, da er selbst nicht mehr dazu in der Lage ist. Jake lässt sich darauf ein und geht in das Jahr 1958. Dort führt er nun ein ganz anderes, neues Leben als in der heutigen Zeit, aber schnell passt sich Jake an und verliebt sich auch unsterblich in die Bibliothekarin Sadie. Immer wieder hat er auch Lee Harvey Oswald im Blick um den richtigen Zeitpunkt zu finden um das Attentat zu verhindern. Aber die Vergangenheit lässt sich nicht gerne ins Handwerk pfuschen und so weht sie sich mit allen möglichen Mitteln gegen Jakes eingreifen. Daß Buch lässt sich wirklich super flüssig lesen, und vor allem am Anfang flogen die Seiten nur so an mir vorbei. Die Idee mit dem Portal ins Jahr 1958 fand ich von Anfang an interessant und auch das Jake das Attentat auf John F. Kennedy verhindern will, aberein großer Teil der Geschichte handelt nicht wirklich davon, sondern es wird Jakes neue Lebensgeschichte erzählt. Jake baut sich im Jahre 1958 und in den folgenden Jahren eine neue Existenz auf, trifft viele Menschen, arbeitet als Lehrer, geht eine Liebesbeziehung ein, aber hier scheint die Vergangenheit nicht so ein ganz großes Problem damit zu haben das er alles verändert. Die geschilderten Menschen und Persönlichkeit waren mir manchmal ein wenig zu klischeehaft geschildert, so als würde ich einen alten Film über den guten alten "American way of life" sehen. Die Liebesgeschichte konnte mich nicht ganz so überzeugen, zu viel hin und her (was so gar nicht dem alten "American was of life" entsprach) ohne wirklich vorwärts zu kommen. Dabei gehen viele, viele Seiten ins Land ohne die Geschichte an sich voranzutreiben. Beim Hauptprotagonist Jake fehlten mir manchmal die Grautöne, zu oft war es ein schwarz-weiß Denken, und auch ein Mord zu begehen um einen Mord zu verhindern ohne andere Lösungen intensiv in Erwägung zu ziehen, hinterließ einen kleinen schalen Nachgeschmack bei mir. Etwas enttäuscht war ich über das kurze Abhanden des Schlusses, hier hätte ich wirklich gerne mehr von gelesen, mehr von erfahren, ein paar Seiten mehr hätten hier nicht geschadet. Trotz all meiner kleinen Kritikpunkte fühlte ich mich wirklich sehr gut unterhalten und flog größtenteils durch die Seiten. Stephen King schafft es in diesem Buch die späten 50er und frühen 60er Jahre vor meinem geistigen Auge entstehen zu lassen und so konnte ich wirklich in die Geschichte abtauchen. Trotz der Liebesgeschichte und andere Nebenschauplätze blieb für mich immer ein roter Faden bestehen, der mich an die Seiten fesselte, weil ich unbedingt wissen wollte wie es weitergeht. Für mich wiedermal ein sehr gelungener King den ich echt gerne gelesen oder besser gesagt verschlungen habe. Mein Fazit: Ein toller Roman der mich trotz kleinerer Längen wirklich fesseln und begeistern konnte.

Lesen Sie weiter

Lange bin ich nicht dazu gekommen, dieses Werk zu beginnen. Mich haben die 1056 Seiten immer wieder abgeschreckt, da ich in der meisten Zeit des Jahres in Prüfungsphasen befand und ich ein Buch in diesem Umfang nicht "mal eben zwischendurch" lesen wollte. Nein, als bekennender King-Fan ich wollte Der Anschlag genießen und ich wusste, ich würde nicht aufhören können, wenn ich einmal mit dem Lesen begonnen hätte. In meinen Prüfungsphasen wäre das kontraproduktiv gewesen. Dieser Gedanke hat mich auch nicht getrogen, denn ich konnte nach der ersten Seite schon nicht mehr aufhören. Ich konnte das Buch einfach nicht weglegen - nein, es ging einfach nicht - und bin gerade noch völlig geflashed von dem Roman, der so viel mehr als ein Roman über das Attentat an Kennedy ist. In Der Anschlag findet sich der Versuch die Geschichte um zu schreiben und zwar nicht nur für JFK, sondern viele weitere Menschen, denen Jake Epping begegnet. Gleichzeitig verfolgt man aber auch ein Stück weit Jake Eppings Leben und was er für diese wahnsinnige Aktion auf sich nimmt. So beginnt beim Lesen ein Gedankenspiel darüber, was wäre wenn... Als jemand, der neben Germanistik auch vor allem Neuere Geschichte studiert hat, faszinierte mich natürlich das Thema von Beginn an. Wer sich für die Vergangenheit interessiert, wird wahrscheinlich schon einmal mit dem Mord an John F. Kennedy beschäftigt haben. Wie leicht wird sich da die Frage stellen, was gewesen wäre, wenn JFK nicht gestorben wäre. Wären die USA heute dennoch die Weltpolizei? Wie wäre der Vietnam-Krieg ausgegangen? Wäre der 11. September vielleicht gar nicht passiert, weil sich die Geschichte in eine völlig andere Richtung bewegt hätte? Und - wenn man diesen Mordanschlag tatsächlich verhindern könnte - so unvorstellbar das auch ist - würde man sich dafür entscheiden, diesen Weg zu gehen und selbst gute fünf Jahre seines Lebens dafür zu investieren? Genau vor der Frage steht zu Beginn des Romans auch unser Protagonist Jake Epping. Jake ist eigentlich völlig normal und hatte nie die Ambition, die Vergangenheit zu verändern. Er ist Englischlehrer in einer Kleinstadt bei Maine und gerät zufällig (vielleicht wird er auch vom Schicksal ausgesucht?) in diese echt unglaubwürdige Geschichte. 11/22/63 ist der englische Titel des Romans und das Todesdatum Kennedys, so das direkt klar scheint, worum es in diesem Der Anschlag geht. Erst einmal geht aber nicht direkt um das Attentat. Man schlittert vielmehr mit Jake in die Geschichte, muss mit ihm überzeugt werden und macht sich dann mit ihm zu Experimenten auf. Natürlich geschieht alles mit dem Wissen, ob und wie man Lee Harvey Oswald stoppen kann und man fiebert bis zur letzten Seite mit, ob die Reise in die Vergangenheit erfolgreich ist. Dabei stellt man sich auch immer wieder die Frage, ob man selbst in dieser Situation die Chance nutzen würde und in wie weit das Schicksal eine Rolle spielt. Zitat Natürlich gibt es Zufälle, aber ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass sie ziemlich selten sind. Irgendwas im am Werk, okay? Irgendwo im Universum (oder dahinter tickt eine Maschine und lässt ihre fabelhaften Zahnräder schnurren. Ab und zu wird ein Joker aus dem Kartenstapel gezogen, aber die meisten Ereignisse laufen planmäßig ab. (Jake Epping in "Der Anschlag", S. 346) Jake Epping ist als Charakter völlig authentisch gezeichnet. Ich habe ihm alles geglaubt und seine Gedanken, Gefühle, Wünsche und Sorgen immer nachvollziehen können. Genau wie man ins Jahr 1958 eintaucht, taucht man auch in seinen Charakter ein und identifiziert sich mit ihm. Man lernt ihn über die 1056 Seiten wirklich gut kennen. Stephen King ist hier ins Detail gegangen und bringt den Leser den Protagonisten sehr nahe. Oft musste ich auch laut auflachen, zum Beispiel, wenn sich Jake als "Zeitbeduine" bezeichnet. Es gibt so viele Szenen, die mich gerührt haben und nicht vergessen sind. Auch die weiteren Figuren sind glaubwürdig und authentisch gestaltet und bleiben im Gedächtnis. Ob das nun Diner-Inhaber Al Templeton ist, von dem Jake überhaupt von der Zeitreise-Möglichkeit erfährt, ob das die kleine Ellen ist, der Jake mehrfach begegnet oder ob das zwei Teenager sind, die einen Tanz für eine Schulaufführung einüben. Sie passen einfach perfekt in die Geschehnisse und sorgen dafür, dass dieser Roman trotz der Zeitreise des Helden so absolut realistisch erscheint. Klasse fand ich abseits der Story, dass man sich beim Lesen fühlte, als sei man tatsächlich ins Ende der 50er gereist. Stephen King bringt viele Details über das Leben der 50er Jahre. Es wird viel darüber berichtet, was im Vergleich zur Gegenwart anders war und man begleitet Jake durch seinen Anpassungsprozess. Ich hätte mir zuvor nicht vorstellen können, dass es so einen großen Unterschied in der amerikanischen Lebensweise gab, aber für Jake begann sein Problem schon damit, dass es Biersorten noch gar nicht gab, die er kannte (und bestellen wollte). Man trifft auf Konventionen und Traditionen der damaligen Zeit, auf die Autos, den besseren Geschmack von Bier und Milch, der Hoffnungen der Jugend und die Verschwiegenheit von Kleinstädten, in denen jeder jeden kennt. Kurz gesagt: Man taucht in die Geschichte ein und vergisst, dass man im Jahr 2012 lebt. Der Anschlag ist ein Genre-Mix. Hier finden nicht nur Liebhaber von historischen Romanen ihre Freude. In dem Roman finden sich genauso gut Aspekte aus Gesellschaft, Liebe, Fantasy, bis der Roman am Ende zum Thriller wird. Der Mix ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen, was auch daran liegt, dass man dem Autor anmerkt, wie viel Erfahrung er hat und wie genau er recherchiert hat. Es gibt von meiner Seite aus nicht den kleinsten Kritikpunkt an diesem Buch, denn es ist meiner Meinung nach einfach perfekt. Spannend, humorvoll und zur richtigen Zeit ernsthaft konnte mich Der Anschlag vollends überzeugen. Bewertung Der Meister hat wieder zugeschlagen: Stephen King schafft es einfach immer wieder, mich zu begeistern. Auch mit Der Anschlag legt er wieder ein Meisterwerk hin, das mich sofort in seinen Bann gezogen hat. Trotz seiner stattlichen 1056 Seiten ist der Roman zu keiner Zeit langweilig, sondern an den genau richtigen Stellen humorvoll oder ernsthaft. Man braucht sich also nicht von seinem Umfang abschrecken lassen. Dazu kann immer wieder philosophiert werden, was wäre wenn Dieses oder Jenes anders passiert wäre. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und völlig zu Recht den WOW-Effekt.

Lesen Sie weiter

Amerikanische Geschichte + Stephen King + David Nathan = einzigartiges Hörerlebnis Ein Meisterwerk. Ein weiterer gewichtiger Grund, Literatur zu lieben.

Lesen Sie weiter

Meine Meinung: Stephen King hat hier ein wirklich geniales Was-wären-wenn Szenario geschaffen, was wäre wenn man ein Ereignis das Amerika für lange Zeit geprägt hat ungeschehen machen könnte und die Zukunft dadurch verändert? Mit über 1000 Seiten ist dieses Buch natürlich ein ganz schöner Brecher, aber die Thematik und vor allem der eigene Drang am Anfang des Buches, endlich alle Zusammenhänge verstehen zu wollen, treibt einen ganz sicher durch die Seiten. Die Hauptperson Jake Epping ist, finde ich, ein typischer Amerikaner wie er in jedem King Roman vorkommen könnte. Ein geschiedener Abendschullehrer mit Hauskatze. Von Freunden ist an dieser Stelle erst mal keine Rede, es sei denn man zieht Al Tempelton dazu, Besitzer des alten Diners den Jake gerne aufsucht. Eines Tages bittet ein total veränderter Al ihn seine Geschichte erzählen zu dürfen und diese bringt mit ein paar wenigen Erklärungen auch jede Menge Fragen mit sich. Ein Zeitportal mitten im Lebensmittellager! Ich finde es sehr sympathisch, das Jake nicht direkt alles glaub und auch als er es selbst ins Jahr 1958 "geschubst" wird, noch nicht alles sieht was um ihn herum passiert. Mit der Zeit erkennt Jake aber die Möglichkeiten die sich ihm plötzlich auftuen. Um zu testen ob Al's Theorie stimmt und er wirklich dazu in der Lage wäre ein großes geschichtliches Ereignis zu verhindern, versucht er zunächst das Leben einer seiner 2011 Schüler zu verändern um zu sehen, was dieser Eingriff in die Zeit nach sich zieht. Die Geschichte selbst ist sehr spannend inszeniert, dadurch das die Zeit nicht verändert werden möchte bekommt der Leser ein ständiges auf und ab, ein Hoffen und Bangen. Ob er es am Ende schaffen wird und auf welche Weise sein Versuch endet werde ich natürlich nicht verraten, aber eins ist sicher, auch kleine Taten haben eine Auswirkung auf die Zukunft. Was mich außerdem an diesem Buch so sehr begeistert sind die vielen kleinen Anspielungen auf andere Stephen Kind Werke. Wer die anderen Bücher nicht gelesen hat wird sie nicht bemerken und das ist auch gar nicht so schlimm. Wer allerdings schon den ein oder anderen King Roman gelesen hat, kann sich an Details erfreuen wie zum Beispiel das "Der Anschlag" teilweise in der Kleinstadt Derry spielt die man unter anderem au ES kennt. Hier trifft die Hauptfigur auch auf Personen die später in ES eine größere Rolle spielen werden, zeitlich gesehen spielt " Der Anschlag" nämlich vor "ES". Der Anschlag auf John F. Kennedy nimmt übrigens keine Hauptrolle in diesem Buch ein. Es dreht sich eher um Al, Jake und das Zeitloch. Fazit: Spannende Lektüre vor geschichtlichem Hintergrund, sympathische wiederkehrende Charaktere mit ihrem ganz eigenen Charme. Von mir gibt es 5 Sterne, ich wünschte es gäbe mehr Bücher dessen Thema einen so sehr fesselt.

Lesen Sie weiter