Leserstimmen zu
Ich habe den Todesengel überlebt

Eva Mozes Kor, Lisa Rojany Buccieri

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Ich bewundere Eva Mozes Kor nach der Lektüre dieses Buches zutiefst. Sie hat geschafft, was sicher nicht viele Menschen im Leben bei weitaus geringeren Dingen die ihnen angetan wurden, schaffen: Sie hat ihren Peinigern vergeben und dadurch selbst Vergebung gefunden. Das kostet sehr viel Kraft und ist extrem stark. Das Buch ist ab 12 Jahren empfohlen und die Autorin hat, in Zusammenarbeit mit ihrer Co-Autorin und dem Verlag, sehr viel Wert darauf gelegt, ihre Erlebnisse in altersgerechter Sprache zu erzählen. Sie schafft es, die Schrecken, denen sie und ihre Schwester Miriam ausgesetzt waren zu erzählen, ohne die jungen Leser, für die das Buch gedacht ist, zu überfordern. Der Schreibstil ist realativ emotionsarm, aber die Geschichte verliert dadurch nichts von ihrem Schrecken. Zwei 10jährige Kinder, auf sich allein gestellt, versuchen nach ihren Möglichkeiten im KZ Auschwitz-Birkenau zu überleben. Eine Aufgabe, vor die kein Mensch und schon gar kein Kind gestellt werden sollte. Immer wieder schaffen es die Mädchen, sich gegenseitig am Leben zu halten, wobei Eva definitiv die stärkere der beiden Schwestern ist. So wie ich sie und ihre Schwester Miriam auf den rund 200 Seiten kennengelernt habe, glaube ich nicht, dass Miriam es allein geschafft hätte. Für ein 10jähriges Mädchen ist Eva unglaublich klug und stark. Man kann sich kaum vorstellen, wie es in ihrem Inneren ausgesehen haben muss, als sie von einem Tag auf den anderen erwachsen werden und die Verantwortung für ihre Zwillingsschwester übernehmen musste. Die kleinen Mädchen durften nicht in einer behüteten Welt, sondern in einer Welt voller Gräultaten, in der jeder Tag auch durchaus der letzte Tag hätte sein können, aufwachsen. Dass die Mädchen daran nicht zerbrochen sind grenzt für mich fast an ein Wunder. Wenn man die Geschichte von Eva und Miriam liest, fragt man sich unwillkürlich immer wieder: Wie kann es sein, dass Menschen, die heute leben, die wissen, was damals passiert ist, auch wenn die Zeitzeugen langsam immer weniger werden, so etwas ernsthaft wieder wollen? Umso wichtiger ist es, dass die Zeitzeugen uns und unseren Nachfahren ihre Geschichten aufgeschrieben haben. Die Vergangenheit darf nicht in Vergessenheit geraten, aber leider hat man derzeit das Gefühl, dass sie es tut. Von mir bekommt dieses Buch 4 Sterne.

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Altersfreigabe ist laut dem Verlag ab 12 Jahre, und dies ist auch berechtigt. Das Buch geht unter die Haut und erzählt dramatisches in der schrecklichen Zeit. Die grausamen Experimente des “Arztes”, der vorallem Zwillinge untersucht und damit zumeist getötet hat, sollten dem Staate Hitlers dienen, dass Überleben sichern. Das zu lesen ist schrecklich, man fühlt mit den Kindern mit. Viele haben so ihren engsten Vertrauten, ihren Zwilling verloren und müssen damit ein ganzen Leben kämpfen und umgehen können. Das Buchcover passt hervorragend zu der Geschichte, denn die Atmosphäre mit dem Stachelzaun spiegeld die aussichtslose Situation wieder. Tägliches Überleben, dass war das Hauptziel der Kinder. Nächtliche Aktivitäten wie waschen oder Essen beschaffen, musste heimlich und still und leise von statten gehen. Wer Interesse an Storys aus dem zweiten Weltkrieg hat und sich Hintergrundwissen aneignen bzw. erweitern möchte, der ist mit dem Buch ziemlich gut bedient.

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