Leserstimmen zu
Das Dunkel der Seele

Aimee Agresti

(8)
(10)
(11)
(0)
(0)
€ 9,99 [D] inkl. MwSt. | € 9,99 [A] | CHF 12,00* (* empf. VK-Preis)

Zeitweiße etwas träge, aber...

Von: Bea Wenzel

15.07.2013

Inhalt: Haven wurde als kleines Mädchen halb Tot am Straßenrand gefunden und dann von Joan aufgenommen, die damals 5-jährige ohne Erinnerungen führte seit dem ein behütetes Leben und verbrachte viel Zeit damit im Krankenhaus den Schwestern zu helfen. Kurz vor ihrem Highschool-Abschluss bekommt sie dann das Angebot für ein Stipendium und ein Praktikum bei einem neuen luxuriösen Hotel und deren jungen Geschäftsleuten. Zusammen mit ihrem Freund Dante und einem weiteren Jungen tritt Haven das Praktikum an und schon bald genießt sie ihren glamourösen Job. Sie ist vollkommen eingenommen von ihren beiden Chefs, von der wunderschönen Aurelia und dem attraktiven Lucian. Doch in dem Hotel ist nichts so wie es scheint, denn etwas Düsteres steckt hinter dem Erfolg und dann ist da noch dieses Buch… Ich denke über das Buch: Mal wieder eins dieser Coverbücher, die ich sehe und dann haben will, also ich guck mir schon noch den Klappentext an, aber… Das Cover erinnert an Engel und auch der Titel ‚Die Erleuchtete‘ hängt damit zusammen, aber richtig erleuchtet ist in diesem Buch nicht, also nicht das ich es bemerkt hätte. Dies ist ein Buch, das auch der Perspektive einer Protagonistin geschrieben worden ist. Durch diese Sicht nimmt man direkt am Geschehen teil und erfährt alles, was die Person weiß. Man bekommt leider keine Hintergrundinformationen oder Ähnliches, hat aber eben Einblick in die Gefühlswelt des Charakters und ihre Wahrnehmung der geschehenden Dinge. Es geht langsam voran, erst lernt man Havens Welt kennen, also die in der sie groß geworden ist. Während des Praktikums passiert auch erst mal nicht viel, man erfährt nur von ihren Aufgaben und ähnlichem und das alles erfährt man schon durch den Klappentext, das heißt, es fehlt Aktion, Bewegung, Veränderung und Einsicht. Mir blieb es eindeutig zu lange so einfallslos. Die Sprache ist nicht vollkommen einfach gehalten, aber sie ist auch nicht komplex oder unverständlich. Einem wird immer deutlich gemacht was gerade passiert und wieso, obwohl das sowieso in diesem Fall lange ein wenig kurz kommt. Also die gesamte die Idee und die Ausführung, mit dem Hotel und dem ganzen anderen Dingen, hat mir sehr gefallen, nur braucht die Autorin eben ewig um an den Punkt zu kommen, wo sie diese anwendet und noch länger zu dem Punkt an dem sie sich erklärt. Ich habe sehr lange darauf gewartet, dass irgendwas erklärt wird, nur wird es immer wieder verschoben und die Protagonistin war auch nicht wirklich nach Informationen her, sondern hat vieles einfach nur hingenommen. Haven fand ich auch lange sehr naiv und leicht zu beeindrucken. Auch ihr Interesse an Lucien und ihre Beobachtungen zeugen nicht von der Unsicherheit Jungs gegenüber die sie am Anfang hatte. Ihre ganze Entwicklung ist für mich also mitunter zu weit ausgeholt und definitiv zu schnell und dadurch unrealistisch. Wobei mir die spätere Haven lieber ist, als die naive. Fazit: Eine gute, interessante und spannende Idee, die einen aber lange vorenthalten wird und viele Fragen erst im letzten Moment beantwortet, während man davor nichts erfährt. Auch trotz der leicht unrealistischen Entwicklung Havens bekommt das Buch von mir knappe 4 von 5 P wie Punkten.

Lesen Sie weiter

So interessant war ein Praktikum noch nie.

Von: Nicole Schopp

08.06.2013

Wer hätte gedacht, dass diesem Buch nicht nur ein wunderschönes Cover zu gute kommt, sondern den Leser auch mit seiner Geschichte so positiv überraschen kann? Ich hatte es zu hoffen gewagt und wurde nicht enttäuscht, denn die Autorin hat es geschafft mich mit ihren Ideen, ihrer Stimmung und Atmosphäre innerhalb der Geschichte zu überraschen. Aber jetzt erst einmal von Anfang an. Das Buch beginnt, indem der Leser einen kleinen Einblick in Havens etwas langweiligen Alltag bekommt. Sie ist eine Musterschülerin, hat einen besten Freund Dante, der ihr eine riesen Stütze ist und jobbt nach der Schule bei ihrer Mutter im Krankenhaus. >>Mein größtes Problem bestand eben darin, dass ich mir selbst Steine in den Weg legte und alles auch nur entfernt Aufregende in meinem Leben boykottierte.<< (S.83) Soweit so gut, bis hier hin hätte sie wohl jeder als unscheinbar und etwas langweilig beschrieben. Doch eines Tages bekommt sie die Einladung in einem Luxushotel ein Praktikum zu absolvieren und spätestens ab da klebt der Leser förmlich an diesem knapp 600 Seiten Wälzer. Denn ab jetzt ändert sich nicht nur die ganze Umgebung für Haven und den Leser, sonder auch die Rahmenbedingungen ändern sich, die Geschichte nimmt ihren Lauf und Haven erwacht endlich zum Leben. Die Idee ein Luxushotel als Kulisse für dieses Buch zu verwenden finde ich mehr als nur interessant. Dieser Aspekt hat der Geschichte so zu sagen den letzten Schliff verpasst, da man als Leser merkt, dass sich Aimee Agresti viele Gedanken über das "wie" gemacht hat. Sie hat aus dem Hotel eine Art Charakter gemacht, hat durchdacht, dass es ein Luxushotel ist und es durch viele Extravaganzen und teurem Luxus auch zu etwas besonderem werden lassen. >>Das Lexington Hotel schien auf eine seltsame Art und Weise vom Rest des Universums abgeschnitten zu sein. Vielleicht kam mir das aber auch nur so vor, weil es sich um eine ganz andere Welt handelte als die, an die ich gewöhnt war.<< (S.143) Doch auch die Nebencharaktere spielen eine so große und wichtige Rolle, dass man sie eigentlich gar nicht als Nebencharaktere bezeichnen kann. Da wäre zum einen Dante, der selbst in dem Hotel ein Praktikum absolviert und Haven so gut es geht mit Rat und Tat zur Seite steht. Dass er dabei ein schwuler junger Mann ist, der seine Leidenschaft im Kochen gefunden hat macht ihn nicht nur zu etwas einzigartigem sondern auch zu einer sehr sympathischen Persönlichkeit. Lance ist der Dritte im Bunde und hat bei mir am Anfang gar nicht viel Interesse hervorgerufen. Die zwei Worte mit denen ich ihn beschrieben hätte wären "öde" und "farblos" gewesen. Doch ich hätte mir meine Meinung nicht zu früh bilden dürfen. Denn genau wie bei Haven hat mich Aimee Agresti hinters Licht geführt. Lance kann nämlich auch anders und bracht nur ein bisschen Zeit um aus sich heraus zu kommen und sich zu entfalten. Der Schreibstil hat mich jetzt nicht so wirklich vom Hocker gehauen. Er sorgte dafür, dass die Handlungen langweiliger erschienen, als sie eigentlich waren. Es waren mir manchmal zu viele Informationen und Eindrücke auf einmal, sodass ich fast erdrückt wurde und die Handlung somit an Bedeutung verlor. Außerdem ist der Schreibstil sehr einfach gehalten und fördert somit das Fliegen der Seiten. Alles in allem hat mich dieses Buch durch seine Stärken überzeugt und mich neugierig auf den 2. Teil, der übrigens Dezember diesen Jahres erscheinen wird, zurückgelassen. Durch die vielen positiven Eigenarten und frischen Ideen war es ein Genuss für mich das Buch von Aimee Agresti zu lesen.

Lesen Sie weiter