Leserstimmen zu
Gestört

Kerry Daynes, Jessica Fellowes

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Ich habe eine Psychopathin im Haus. Sie ist letzten Monat einfach bei mir eingezogen, bezahlt keine Miete, und bedankt sich mit keinem Wort dafür, dass ich ihr die Wäsche wasche. Im Haushalt tut sie keinen Handgriff, im Gegenteil, ich darf ihr noch hinterherputzen. Die meiste Zeit schläft sie, außer sie will etwas, dann hört man sie durchs ganze Haus schreien. Ich muss alles liegen und stehen lassen und nachsehen, was sie braucht. Sie gibt erst Ruhe, wenn sie ihr Essen bekommt oder ihre Windel gewechselt ist. - Halt, doch keine Psychopathin. Nur ein ganz normales Baby. Psychopathen gibt es überall, das ist die erste Aussage dieses Buches. Bis zu 1% der Bevölkerung, schätzen Psychologen, sind manipulative Schmarotzer, die kaum ein Gefühlsleben haben und keinerlei Gewissen. Sie nehmen keine Rücksicht, planen nicht für die Zukunft, kennen keine Geduld und vertragen keine Enttäuschungen. (Da haben sie mit Säuglingen etwas gemeinsam.) Es können tyrannische Chefs sein, manipulierende Kollegen, gefährliche Partner oder grausame Familienmitglieder. Kerry Daynes und Jessica Fellowes widmen jeder dieser Gruppen ein Kapitel mit eingängigen Erklärungen, echten und ausgedachten Beispielen, und Ratschlägen, wie man sich am besten verhält, wenn etwa der Vorgesetzte ein Psychopath ist. Dazu gibt es am Ende jedes Abschnitts die Quellen und Belege für alles, was die Autorinnen an Psychologie oder Promi-Biographien erwähnen. Die beiden erklären Schritt für Schritt, was ein Psychopath überhaupt ist und wie man ihn unterscheidet von anderen gestörten Persönlichkeiten (und von einem gewöhnlichen pubertierenden Teenager). Die forensische Psychologin K. Daynes und die Journalistin J. Fellowes arbeiten wunderbar zusammen: Fachwissen und Erfahrung auf der einen Seite, ein lockerer Schreibstil auf der anderen Seite machen "Gestört" zu einem gelungenen Buch, das gerne länger hätte sein dürfen.

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