Leserstimmen zu
Leviathan erwacht

James Corey

The Expanse-Serie (1)

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Toller Start

Von: JK

17.11.2019

Dank eines Fusionsantriebs gelang es der Menschheit das Sonnensystem zu erobern. Inzwischen leben Hunderte von Millionen von Menschen auf den Planeten, Monden und Asteroiden, die die Sonne umkreisen. Jim Holden ist erster Offizier auf dem Transportraumschiff Canterbury, das Eisberge aus den Saturnringen in den Asteroidengürtel zieht, um die Leute dort mit Wasser zu versorgen. Ihr aktueller Flug wird jedoch von einem Notruf unterbrochen. So etwas darf man im Weltraum nicht ignorieren und sie sind das einzige Schiff in der Nähe. Widerwillig bremst der Kapitän ab, um der Scopuli zur Hilfe zu kommen. Jim und eine kleine Entermannschaft nehmen für die letzten Kilometer das Beiboot und finden die Hülle der Scopuli aufgesprengt. Im Inneren treffen sie auf keine Besatzungsmitglieder. Nur der Notruf sendet einsam sein Signal aus. Als sie ihn öffnen, finden sie im Inneren einen Peilsender. Nun begreifen sie endlich, dass sie in eine Falle getappt sind. Doch da ist es bereits zu spät. Die Canterbury wird von einem unbekannten, getarnten Schiff angegriffen und vollständig zerstört, während Holden und die anderen vom Beiboot aus hilflos mit zusehen müssen. Miller arbeitet als Ermittler für die Sicherheit auf dem Zwergplaneten Ceres zwischen Mars und Jupiter. Als ihn seine Vorgesetzte in ihr Büro ruft, ahnt er nichts Gutes. Miller wird mit einem Privatauftrag einer Investorenfamilie betreut. Er soll Julie, die Tochter der Familie, die ihr Luxusleben hinter sich gelassen hat und in den Asteroidengürtel gezogen ist, finden und zur Erde zurückschicken. Das Kidnapping einer erwachsenen Frau stößt ihm zwar sauer auf, wehren kann er sich gegen diesen Auftrag jedoch nicht. Miller kommt jedoch erst gar nicht dazu, mit der Suche nach Julie zu beginnen, denn eine öffentlich gesendete Nachricht von Holden trifft auf Ceres ein. Er berichtet darin von der Zerstörung der Canterbury und den Spuren, die er auf der Scopuli gefunden hat. Dies eskaliert die Stimmung auf der Station und führt zu Unruhen gegen Menschen, die auf den inneren Planeten geboren wurden. Miller und seine Kollegen müssen diese erst eindämmen, bevor er sich seinem Sonderauftrag widmen kann. Als er endlich dazu kommt, findet er in Julies Wohneinheit eine Nachricht ihrer Familie, die Konflikte zwischen Planeten- und Asteroidenbewohnern vorhersagt und das Wochen, bevor die Canterbury zerstört wurde. Miller wittert eine große Sache, in die er da hineingestolpert ist. Die Perspektive in Leviathan erwacht wechselt mit den Kapiteln immer zwischen Holden und Miller hin und her. Die beiden Männer sind einerseits sehr unterschiedlich, was ihre Einstellung der Menschheit und der Freiheit von Informationen angeht und sich andererseits auch sehr ähnlich, was ihre Passion und Sturheit angeht. Im Roman werden die Protagonisten mit vielen moralischen Grauzonen konfrontiert und müssen ihren eigenen Weg finden. Daniel James Abraham und Ty Franck verbinden in ihrem Werk Aspekte von Space Opera, Politik-Thriller, Horror und Noir-Mystery zu einer fesselnden Mischung. Laut dem Interview am Ende des Buches, haben sie sich beim Handlungsrahmen gezielt für die seltener in der Science Fiction zum Thema genommenen Zeit zwischen der nahen Zukunft und der fernen Zukunft, wenn die Menschheit bereits zwischen den Sternen reist, entschieden. Der Roman zeigt daher, wie die Menschen mit ihren aktuell vorherrschenden Verhaltensweisen, ihrer Gier und schnellen Bereitschaft zum kriegerischen Konflikt, in unser Sonnensystem aufbricht und die Probleme dabei auf neue Größenordnungen skalieren.

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The Expanse - Leviathan erwacht von James Corey Cover: Ehrlich gesagt, haben mir die Cover, der vorherigen Ausgaben sehr viel besser gefallen. Mein Eindruck: Vorsicht! Diese Rezension könnte Spoiler enthalten! Nachdem ich schon seit einiger Zeit ein Fan der Serie bin, habe ich mich mal an den ersten Teil der Buchreihe von James Corey gewagt. Und ich kann euch sagen, dass ich auch an dem 1. Teil dieser Buchreihe einen Riesenspaß hatte. Die TV-Serie orientiert sich eng an der Buchvorlage und dennoch gibt es kleine ( aber nicht unbedingt wichtige ) Abweichungen, die aber nicht wirklich stören. Man lernt die Crew der Rosinante nach und nach besser kennen und lieben. Obwohl die Menschheit nun auch auf weiteren Planeten unseres Sonnensystems lebt, bleiben die grundlegenden Probleme der Menschheit immer die gleichen und eigentlich treten sie hier noch extremer zutage. Mir gefällt , dass auf der Rosinante eine Handvoll unterschiedlicher Menschen zusammengewürfelt wurden, die unter normalen Umständen nicht wirklich etwas miteinander zu tun gehabt hätten, aber aufgrund der gegebenen Umstände müssen sie miteinander leben, arbeiten, fliehen, kämpfen und vor allem vertrauen. Das ist für die Crew, die aus Menschen von der Erde, vom Mars und aus Asteroidengürtel stammen aufgrund von Vorurteilen natürlich alles andere als einfach und führt zu der einen oder anderen Auseinandersetzung. Die Geschichte um diese Crew ist schon für sich gesehen lesenswert, allerdings geht es in dieser Story um so vieles mehr. Politik, Korruption, Verrat und nicht weniger als um die Zukunft der gesamten Menschheit und … natürlich das Protogen. Was ist es ? Was kann es ? Was will es ? Wo kommt es her? Wer hat es entwickelt ? Warum ist es hier ? Der Spannung wird von Anfang an sehr hoch gehalten. Ständig gibt es neue Informationen. Nichts und niemand ist das was er oder es scheint. Zwischen all dem Chaos versucht unsere Crew der Rossi nicht nur zu überleben, sondern sie wollen den Geheimnissen und den Lügen auf die Spur kommen um den Feind im Hintergrund bloß zu stellen. Die Charaktere sind wirklich schön ausgearbeitet und ich hatte wirklich an jeden einzelnen ( Holden, Naomi, Amos, Alex und vor allem Joe Miller! ) meinen Spaß. Die Charaktere sind in ihrem handeln glaubwürdig und wirken daher echt. Der Schreibstil ist recht schlicht gehalten, was einem ermöglicht sehr zügig zu lesen, da auf komplizierte Satzkonstrukte verzichtet wurde. Man kann sich in die Story fallen lassen. Der Erzählstil ist eher locker-flockig, hat ein strammes Tempo und ist trotz der Komplexität der Story sehr unterhaltsam und spannend. Meinen Spaß hatte ich an der Sprache der Gürtler. Einen wilder Mix aus allen Sprachen der Welt. Sehr schöne Idee. Das Ende stimmte mich ein wenig traurig, da ein Charakter verschwindet, den ich sehr mochte. Fazit: Ich war mir erst nicht sicher, ob ich die Reihe lesen sollte. Da ich die TV-Serie sehr liebe, wollte ich mir sie nicht verderben, indem vielleicht das Buch nicht mag . Aber die Sorge war unbegründet, denn die TV-Serie ist nah an der Buchvorlage, so dass ich es als Genuß empfand, wenn ich im Buch eine kleine Info bekam, die man in der Serie nicht hatte. "Leviathan erwacht " hat tatsächlich meine ( zugegeben "geringen" ) Erwartungen weit übertroffen und ich werde diese Buchreihe auf jeden Fall erstmal weiter lesen. Die Story ist einfallsreich, spannend mit interessanten Charakteren, kurzum sehr unterhaltsam. Leseempfehlung: Diese Sci-Fi Serie ( sowohl die Buchreihe als auch die Fernseh-Serie) ist auch hervorragend für "Nicht-Sci-Fi-Fans" geeignet. Ich kann "Leviathan erwacht" uneingeschränkt jedem empfehlen. Von mir gibt's: 5 von 5 Sternen

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Heutzutage gibt es dutzende Science-Fiction Bücher mit Szenarien einer dystopischen Zukunft. Nicht wenige von ihnen werden filmisch umgesetzt, wie nun auch dieses Buch und so nahm ich es schließlich zur Hand, zumal es schon länger mein Interesse geweckt hatte. Die Menschheit hat in der Zukunft das Sonnensystem kolonisiert, doch die Sterne liegen noch außerhalb der Reichweite. Während Jim Holden, der XO eines Eisfrachters, die Zerstörung seines Schiffes miterlebt, ausgelöst durch einen mysteriösen Hilferuf eines anderen Schiffes, ist Detective Miller auf der Suche nach einem Mädchen, bis er von diesem geheimen Auftrag abgezogen wird. Holden und Miller sind beide auf etwas Größeres gestoßen, das sie miteinander verbindet. Etwas Größeres, das das Ende des menschlichen Lebens bedeuten könnte. Schon von Beginn an konnte mich James S.A. Corey mit seiner Welt überzeugen. Was ich in einem zuvor gelesenen Buch suchte, fand ich hier. Man steigt in eine faszinierende Welt ein, in eine uns noch unbekannte Welt. Es ist Stoff, der den interessierten Leser süchtig macht mit den bildgewaltigen Beschreibungen und den geschickt und ganz natürlich in die allgemeine Erzählung eingebundenen Erklärungen. Die Handlungsorte wirkten auf mich atemberaubend und entwickelte ich eine allumfassende Faszination zu diesen komplexen Bildern des Science-Fiction. Die von Corey geschaffene Zukunft zeigt die mögliche Entwicklung unserer Gesellschaft, gegliedert und gespalten in mannigfaltigen Kulturen mit Menschen von interessantem Aussehen, mit verzweigten und gefährlichen politischen Verhältnissen, mit Machtspielen und Intrigen. Dabei erzählt er seine Geschichte mittels einer Mischung aus Klarheiten und Unklarheiten, dem Offensichtlichen verbunden mit dunklen Geheimnissen, die tiefgehende Spannung hervorbringen. Neben der gut durchdachten Geschichte, die den Leser mitreißt und sich auf verschiedensten Ebenen mit den Hauptproblemen befasst, beispielsweise den vielen moralischen Fragen bezüglich der Lösung der drohenden Gefahr, haben auch die Charaktere eine große Wirkung. Obschon sie teils recht durchschnittlich sind, differenzieren sie sich untereinander und stört man sich nicht an ihnen. Über das Buch hinweg verändern sie sich auf harmonische Art und Weise. Hierbei haben ihre Erlebnisse Einfluss auf ihr Leben, sodass man eine tiefere Verbundenheit mit ihnen spürt und sie realistischer erscheinen. Die Diversität der handelnden Personen wird vor allem durch die Verschiedenheit ihrer geistigen Zustände erreicht, die entscheidend für ihre Handlungen sind. Doch indes man die Geschichte aus den wechselnden Blickwinkeln Holdens und Millers erlebt und sie sich dadurch als die Hauptpersonen herausbilden, gelangt man wesentlich tiefer in die Gefühlswelt von Miller im Laufe der Erzählung. Im Allgemeinen ist man den Charakteren manchmal sehr nah und dann wieder sehr fern, was partiell der heterogenen Informationsmenge und der damit verbundenen Tiefe zugrunde liegt. Für einen Sekundenbruchteil kann auch der Wechsel zwischen Miller und Holden verwirrend sein, insofern sie sich am gleichen Ort befinden. Resümierend war es ein schnell zu lesendes Buch, geschrieben in einem flüssigen Stil. Manches wurde möglicherweise zu schnell herausgearbeitet, wie die Lösung eines schweren Konflikts, wohingegen das Unübersehbare lange im Verborgenen bleibt, jedoch sah man durch die Spannung und das Interesse an der Komplexität der dargestellten Welt, ihrer Einzigartigkeit darüber hinweg. Corey gab mit diesem ersten Band einen vortrefflichen Einstieg in seine Science-Fiction-Reihe und ich blicke mit gespannten Erwartungen dem nächsten Teil sowie der filmischen Umsetzung der Serie entgegen.

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Inhalt: Die Menschen haben sich im Universum ausgebreitet und Kolonien auf einzelnen Planeten errichtet. Nach einem scheinbar gezielten Angriff der von unbekannten Feinden durchgeführt wurde scheint ein Konflikt unausweichlich. Mittendrin stecken die Crew und der Kapitän der Rosinante. Aber es gibt auch Mächte die ein Alienfundstück als Waffe einsetzen wollen. Das dient alles einem höheren Zweck und dabei ist es egal wie viele Menschen als Versuchskaninschen dafür sterben. Doch es gibt auch Verbündete die dies nicht zulassen wollen und so entsteht ein Wettlauf um den Heimatplanet Erde. Meinung: Der Prolog des Buches macht einfach Lust auf mehr und so war es auch bei mir. Spannend startet das Abenteuer um ein junges Mädchen namens Julie Mao die fast im ganzen Buch gesucht wird. Immer wieder tauchen Bruchstücke von ihrem Leben auf über die man Julie kennen lernt. Aber mit jedem Stück scheint es auch Miller zu verändern - einen abgewrackten Polizisten, dem das Gesetz nichts mehr wert ist. Miller baut eine sehr starke Verbindung zu dem Mädchen auf und dadurch wird er als Person erst richtig fassbar. Miller ist ein großer Bestandteil des Buches der trotz allem, wirklich sehr kompetent ist und durch die Suche nach Julie Mao damit einen roten Faden durch die Geschichte spinnt. Der nächste Hauptcharakter der absolut wichtig für die Geschichte ist heißt Holden. Er ist das ganze Gegenteil von Miller. Das gibt der Geschichte zwei Hauptstränge, die sich irgendwann kreuzen was ihr die nötige Dynamik gibt. Die Geschichte ist einfach klasse. Es passiert so viel und die verschiedenen Ereignisse enden in einem Finale das einem Film ebenbürdig ist. Wenig überraschend ist daher das daraus eine Serie produziert wurde bei der bereits 2. Staffeln erschienen sind und die 3. dämnächt erscheint. Der erste Band ist in sich abgeschlossen. Es gibt aber noch 5 weitere Romane. Einziger Nachteil in meinen Augen sind die Namen denn am Anfang gab es so viele Namen die sich auch noch alle ähnlich lesen lassen, das es einfach verwirrend war. Um ehrlich zu sein, war das richtig anstrengend für mich. Die Szenarien im Weltraum sind jedoch sehr schön beschrieben und die Charakter toll ausgearbeitet. Daher kommt von mir eine klare Kaufempfehlung.

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Ich.liebe.Weltraum-Opern! Einself! Was für ein gigantisches Buch. Es gibt einfach alles. Helden, Antihelden, Aliens, politische Intrigen, wirtschaftliche Gier und gigantische Technik. Ich mochte das Buch kaum weglegen und hab die 600 Seiten oder was es sind auch relativ schnell durchgelesen. Um es in einem Wort zusammenzufassen: episch! Wir folgen Jim Holden, XO an Bord eines Tankerraumschiffs. Er soll ein havariertes Schiff inspizieren. (ehrlich mal, allein die Beschreibung der Technik an diesem Punkt ist der Wahnsinn. Ein großes Schiff anhalten im All? Beschleunigungskräfte und ihre Auswirkungen auf den menschlichen Organismus? Einfach nur, WOW! Harald Lesch würde wahrscheinlich zwar immer noch skeptisch dreinblicken, aber nicht ganz so sehr wie bei StarTrek und seinen Trägheitsdämpfern *hüstel*) Anyway….sie inspizieren das Schiff und während sie das tun, taucht ein fremdes Schiff auf und zerstört den Tanker, mit dem sie eigentlich unterwegs waren. Schwupps, sind die Figuren auf eine Gruppe von 5 reduziert. Und damit gehts dann eigentlich auch schon so richtig los. Zeitgleich folgen wir Detective Miller auf Ceres, einer Station in einem Asteroiden. Er erhält den Auftrag, die Tochter einer reichen Familie zu finden und „zurückzubringen“, sprich zu entführen, da das Mädel längst erwachsen ist und sich mit ihrer Familie überworfen hat. Bei seiner Suche stellt er sich allerdings zu gut an und landet schnell mitten in der Geschichte. Was man als Leser natürlich erst so nach und nach erfährt. Dass die verschwundene junge Frau und das havarierte Schiff zusammenhängen ahnt man schnell, aber wie, das verraten die beiden Autoren erst so nach und nach. Besonders gut gefallen hat mir hier der Konflikt zwischen den einzelnen, hm, Rassen ist ein falsches Wort…. man denkt im Buch in den Kategorien „Gürtler“ (Menschen, die auf den besiedelten Stationen und Asteroiden geboren und aufgewachsen sind) und den „Erdler“ (Menschen, die auf der Erde geboren und aufgewachsen sind). Dabei unterscheiden sie sich physisch stark von einander, weil Menschen, die unter normalen Gravitationsbedingungen aufgewachsen sind, sich ganz anders entwickelt haben, als Menschen, die unter niedrigerer Schwerkraft aufgewachsen sind. Zusätzlich dazu gibt es noch die Marsianer, sprich Menschen vom Mars und ganz in typischer Politikmanier sind sich diese drei Parteien immer mal mehr oder weniger spinnefeind. Und während Holden auf der Flucht ist, Miller das Mädchen Julie sucht, der Mars und der Gürtel kurz vor einem Krieg stehen, werden die einzelnen Handlungsstränge immer mehr miteinander verwoben und ergeben ein Science-Fiction-Bild von epischem Ausmaß. Fazit Ich bin immer noch von den Socken und muss die anderen Bände auch unbedingt lesen, so begeistert bin ich. Es war spannend bis zum Schluss. Absolute Lese-Empfehlung für Fans von epischem Science Fiction!

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Im 23. Jahrhundert hat die Menschheit das Sonnensystem kolonisiert. Neben der Erde haben sich Menschen auf dem Mond, dem Mars und im zwischen Mars und Jupiter befindlichen Asteroidengürtel niedergelassen, um dort sowohl Ressourcen wie auch neuen Lebensraum zu finden, da die Erde hoffnungslos übervölkert ist und unter den Folgen der Erderwärmung leidet. Als der Eisfrachter »Canterbury« dem Notruf eines havarierten Schiffes folgt, wie es unter Raumfahrern üblich ist, die sich fernab jeglicher Raumstationen befinden, wird der Frachter, als die Mannschaft eine Rettungsmission wagt, von einem unbekannten Angreifer beschossen. Nur das kleine Rettungsteam kann entkommen, birgt jedoch einen Hinweis auf ihren Gegner – angeblich ein Schiff der marsianischen Raummarine. Der nun unversehens zum Anführer der Gruppe gewordene ehemalige erste Offizier der »Canterbury«, James Holden, teilt die Informationen zum Vorfall auf einem öffentlichen Funkkanal und bringt somit das fragile Gleichgewicht zwischen Erde, Mars und Gürtel an den Rand eines politischen Kollaps … Gleichzeitig erhält der auf Ceres stationierte Cop Joe Miller von seiner Vorgesetzten den Auftrag, die verschwundene Julie Mao wiederzufinden, obwohl das eigentlich nicht zu seinen Aufgaben gehört. Doch Julies einflussreichen und vermögenden Eltern haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, um ihre Tochter aufzuspüren. Der »Canterbury«-Zwischenfall wirft schnell seine Schatten auch auf die Ceres-Raumstation und macht den bislang beschaulichen Alltag des Gesetzeshüters zu einem unvorhersehbaren Tanz auf dem Pulverfass … In einer gar nicht zu fernen Zukunft gibt es zwar keine Konflikte mit Außerirdischen, doch für echte Problemherde haben Menschen schließlich noch nie Aliens gebraucht: die Bewohner der von Menschen kolonialisierten Welten und Regionen des Sonnensystems haben sich zum guten Teil auseinander entwickelt und eigene kulturelle Ausprügungen sowie unterschiedliches Aussehen entwickelt. Vergangene Auseinandersetzungen haben zu schwelenden Konflikten zwischen den Großmächten Erde und Mars geführt, während die »Gürtler« - also die Bewohner des Asteroidengürtels – meist von beiden Seiten am Gängelband geführt werden, damit diese weiterhin die dringend benötigten Ressourcen abbauen und liefern. In diesen Konfliktherd muss nur ein einziger Funke geworfen werden, um alles lichterloh zu entfachen, was durch den »Canterbury«-Zwischenfall auch passiert: geschickt gelingt es den Autoren Daniel Abraham und Ty Franck unter dem Pseudonym James S.A. Corey, eine glaubhafte Zukunftsmenschheit mit all ihren Problemen zu entwickeln, bei der es schwierig ist, sich eindeutig auf eine Seite zu schlagen. Doch auch die im Roman beschriebene Technik weitab von mit fiktiven Elementen betriebenen Superantrieben lässt beim Lesen Freude aufkommen: die auf Schiffen arbeitenden Menschen werden bei Beschleunigungs- und Bremsmanövern G-Kräften ausgesetzt und müssen sich mit verschiedenen Mitteln und Tricks Möglichkeiten schaffen, solche Belastungen dauerhaft zu überleben. Immer wieder findet man ein neues Detail, welches beweist, wie durchdacht die Weltkonstruktion ist und macht Lust darauf, umso tiefer einzutauchen. Durch die beiden Haupthandelnden, welche der Leser die ganze Erzählung hinweg auf ihren Wegen begleitet, wird das Vorhandensein reichlicher Grauzonen deutlich gemacht: der auf der Erde geborene James Holden ist ein aufrechter, ehemaliger Marinesoldat, der nun eigentlich auf einem Eisfrachter eine recht ruhige Kugel schieben will und sich plötzlich als unfreiwilliger Anführer mitten in einem galaktischen Krieg wiederfindet. Seine Werte kollidieren oft genug sowohl mit den Umgebungsbedingungen wie auch mit denen des zweiten Haupthandelnden Joe Miller, einem schon etwas älteren Gürtler, der stark an einen Film-Noir-Detektiv erinnert und einem die Vielfältigkeit menschlichen Verhaltens, aber auch die Stärken und Schwächen unserer Art vor Augen führt. Miller ist, ohne es zu wissen, auf der Suche nach einer Lebensaufgabe und findet diese unverhofft an unvorhergesehener Stelle, um sich ihr dann bedingungslos und mit Leidenschaft zu widmen. Dabei zeigt er trotz seiner Kompromisslosigkeit ein klares Wertesystem und eine Aufrichtigkeit, die vielen der Gegenspieler vollkommen abgeht: selten habe ich eine fiktive Figur so verabscheut wie Antony Dresden, und selten eine Entscheidung so gut nachvollziehen können wie jene von Joe Miller, der dafür einen harten Preis zahlen musste. Die Autoren spielen ihr ganzes Können in den schnellen Perspektivwechseln in recht kurz gehaltenen Einzelkapiteln aus, die von auf den Punkt gebrachten Dialogen, abwechslungsreicher Handlung und vielen Grauschattierungen nur so strotzen: Dabei gelingt ‚Corey‘, einen Kriegsschauplatz gerade durch die Vermeidung einer allzu genauen Darstellung desselben eindrücklich zu gestalten: Die Rahmenhandlung wird immer wieder durch Nachrichten oder Reaktionen anderer auf den Krieg mit weitergeführt und beeinflusst indirekt das Handeln der Hauptpersonen. Die wenigen wirklich während des gesamten Erzählflusses immer wieder auftauchenden Nebenfiguren erhalten vom Autor ebenso viel Liebe zum Detail, sodass diese schon zum Beginn des Romanes Wiedererkennungswert und Format erhalten. Selbst eine Romanze spendieren die Autoren den Hard-SF-Fans, ohne sie jedoch kitschig oder übertrieben abzuliefern: gerade, dass diese mit Höhen und Tiefen und reichlich Unsicherheiten abläuft, lässt sie umso realistischer und glaubhafter wirken. Bei einer echten SciFi-Geschichte dürfen natürlich auch Aliens nicht fehlen – auf welche Art und Weise sie in die Erzählung eingebunden werden, verdient eine Menge Respekt vor dem Ideenreichtum der Autorem und ihrem Blick auf menschliche Verhaltensweisen. Und lässt einen neugierig auf die Folgebücher zurück, da die Geschichte des Expanse-Universums nicht mit diesem ersten Band abgeschlossen ist, aber für jeden, der nur ein Buch lesen möchte, dennoch sinnvoll abgerundet wird. Die 2015 erschienene TV-Serie »The Expanse« basiert in der ersten Staffel auf den Ereignissen von »Leviathan erwacht«. Fazit: Hervorragende, abwechslungsreiche Hard-SF-Story mit interessanten Hautptcharakteren und spannendem Grundkonflikt. Zehn von zehn möglichen Punkten.

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Unter dem Deckmantel des Pseudonyms James Corey entwerfen Daniel Abraham und Ty Franck in "Leviathan erwacht" eine ungemein einnehmende und spannende Version "unserer" Zukunft und punkten dabei mit einer angenehmen Bodenständigkeit, statt sich auf bombastische Weltraumschlachten zu verlassen, die man hier vergebens suchen wird. Stattdessen folgt man den Geschicken eines idealistischen Schiffs-Offiziers und eines zynisch gewordenen Detectives, die jeder auf ihre Art einen interessanten Blick auf die sich zuspitzenden Ereignisse erlauben, die als erste Andeutung der sich noch entspinnenden Stories verstanden werden dürfen, handelt es sich schließlich erst um den Auftakt einer im selben Maße erfolgreichen wie auch langlebigen Science-Fiction-Reihe, die mich bereits nach wenigen Seiten in ihren Bann geschlagen hatte.

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Ich lese zwischendurch mal total gerne Science Fiction. Ich mag die Idee, dass andere Planeten bewohnt sind und man zwischen denen mit Raumschiffen pendelt. Das ist für mein kleines Reiseherz noch eine schöne Steigerung. Auf diese Buchreihe bin ich irgendwie gestoßen worden. Es wurde so sehr davon geschwärmt und der Klappentext hörte sich auch so gut an, dass ich den 1. Band einfach lesen musste. Leider bin ich mit einer entsprechend hohen Erwartung dran gegangen und leider wurde ich auch ein wenig enttäuscht. Aber nicht von der Geschichte direkt. Die Idee und auch die Umsetzung so wie das Setting ist toll! Gefällt mir wahnsinnig gut. Aber, und das ist ein ziemlich dickes Aber, hat die Geschichten immer wieder extreme Längen. Lange Gesprächen zwischen den Charakteren z.B., die teilweise sehr politisch sind. Langweilig! Wenn spannende Stellen kamen, dann waren die auch megaspannend. Wären diese Längen nicht dazwischen, wäre das Buch für mich perfekt gewesen. Aber da die Längen Überhand genommen haben, war es für mich stellenweise zu langweilig. Die Charaktere sind zum Teil sehr sympathisch, aber alle recht oberflächlich. Der 1. Band ist ein Einstieg mittendrin. Man erfährt sehr wenig über die einzelnen Charakter. Einer der Charaktere war mir von Anfang an unsympathisch. Irgendwie wurde ich einfach nicht warm mit ihm und ich habe seine Denkweisen nicht nachvollziehen können. Geschrieben haben die zwei Autoren das Buch aus verschiedenen Sichten der Charaktere, während die Geschichte immer weiter läuft. Da es sich um zwei Charaktere hauptsächlich dreht, wechseln die sich ab. Es kann aber auch mal eine andere Sicht dazuwischen kommen. Das ist nicht so schwer auseinander zu halten, denn die Autoren schreiben wirklich flüssig und gut. Wer Lust auf Science Fiction hat, dem würde ich das Buch bzw. die Reihe trotzdem ans Herz legen. Vielleicht ist es auch eher was für die Männer unter den Lesern. Wer weiß!? Das Cover: Das Cover der Neuauflage zur passenden TV-Serie ist so hässlich. Sorry, aber die Cover der Original-Reihe finde ich wesentlich schöner. Fazit: Stellenweise extreme Längen, die die Geschichte langweilig machen. Mir persönlich zu viel Politik. Die Charaktere sind teilweise sympathisch, teilweise nicht. Aber die zwei Autoren schreiben toll.

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