Leserstimmen zu
Abaddons Tor

James Corey

The Expanse-Serie (3)

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Spannende Fortsetzung

Von: JK

17.11.2019

Der Besatzung der Roci geht es gut. Seit sie eigenständig im Sonnensystem unterwegs sind, haben Holden, Naomi, Alex und Amos einige erfolgreiche Aufträge erfüllt und die Kasse klingeln lassen. Eine Sache stört Holdens Frieden jedoch, denn seit das Protomolekül die Atmosphäre der Venus verlassen und einen tausend Kilometer großen Ring im Weltraum errichtet hat, erscheint ihm immer wieder eine gruselige Kopie des verstorbenen Millers. Immer wieder versucht er mit Holden Kontakt aufzunehmen und ihn um Hilfe zu bitten. Leider kommen bei Holden nur unzusammenhängende und verwirrende Sätze an. Als ein waghalsiger Pilot die Sicherheitszone um den Ring ignoriert und in ihn hineinfliegt, ändert sich die Situation im Sonnensystem schlagartig. Das Schiff verschwindet spurlos. Holden möchte seine Crew beschützen und mit der Sache nichts zu tun haben. Daher sucht er einen Auftrag, der ihn ans andere Ende des Systems führt. Doch bevor er aufbrechen kann, wird sein Schiff beschlagnahmt und festgesetzt. Nach zwei Wochen erreicht ihn das Angebot einer Reporterin, ihn aus dieser misslichen Lage zu befreien, wenn die Roci das Reporterteam dafür unter vollem Schub zum Ring fliegt. Holden hat das Gefühl, dass ihn irgendjemand aus der Ferne manipuliert. Erde und Mars senden sofort ihre Flotten an Kriegs- und Forschungsschiffen zum Ring aus. Auch die OPA möchte nicht untätig erscheinen und sendet ihr noch im Bau befindliches Riesenkriegsschiff Behemoth. An Bord ist Bull, der aus politischen Gründen nur Sicherheitschef und nicht erster Offizier oder gar Kapitän wird. Trotzdem soll er für Fred Johnson dafür sorgen, dass keine Fehler begangen werden, denn beide trauen Kapitän Ashford und seiner ersten Offizierin nicht sonderlich viel zu, wenn es darum geht, in einer brenzlichen Situation die Ruhe zu bewahren und eine weitsichtige Entscheidung zu treffen. Die Priesterin Anna Volovodow hat sich für die Forschungsreise als Teil der Erddelegation freiwillig gemeldet. Zusammen mit den Vertretern der UN und anderer Glaubensgemeinschaften, Künstlern und Autoren soll sie die Menschheit repräsentieren. Sie hofft, durch ihre Anwesenheit selber Antworten zu finden, um ihre von der außerirdischen Macht verängstigten Schafe zuhause beruhigen zu können. Um die Reise antreten zu können, muss sie jedoch ihre Frau und Tochter zurücklassen. Seitdem ihr Vater im Gefängnis gelandet und ihr Familienunternehmen zerschlagen wurde, sinnt Clarissa Mao auf Rache. Um an James Holden heranzukommen, besorgt sie sich auf dem Schwarzmarkt eine neue Identität und eine falsche Anstellung. Als Melba Koh fliegt sie auf dem zivilen Unterstützungsschiff Cerisier in Richtung Ring und bereitet ihren Plan vor, Holden vor dem ganzen Sonnensystem zu diskreditieren und dann zu töten. In Abaddons Tor wird die Geschichte aus den Perspektiven von Holden, Anna, Bull und erstmals auch aus der einer Antagonistin, Clarissa, erzählt. Der Roman zeigt deutlich das typische menschliche Verhalten auf. Konfrontiert mit einer außerirdischen Macht jenseits aller Vorstellungen konzentriert man sich trotzdem auf interne Konflikte und Machtspiele. Was man nicht begreift, greift man an. Für einen Appell der Vernunft und für gewaltfreie Konfliktlösung ist vor allem Anna zuständig. Gerade durch Reden und Gedanken drückt sie die Verzweiflung über das Verhalten und die Hoffnung für alternative Wege aus. Den Autoren gelingt es mit ihrer spannenden Geschichte erneut, die Art der Erzählung in eine weitere Richtung zu wenden und andere Aspekte der Menschheit zu beleuchten. Nebenbei wird das Geheimnis um die außerirdischen Erschaffer des Protomoleküls ein wenig weiter gelüftet.

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Lange liegt der seltsame Ring um die Venus. Doch jetzt macht er sich auf den Weg zur Erde. Da keiner weiß, was der Ring genau ist, machen sich Vertreter von Erde, Mars und Außenwelten auf den Weg, um das zu erkunden. Mit an Bord sind nicht nur das Militär, sondern auch eine Menge Privatpersonen. Wie zum Beispiel Geistliche und ein Filmteam auf der „Rosinante“. Doch kaum ist die Truppe am Ring angekommen, setzten sich Vorgänge in Gang, die man so nie erwartet hätte. „Abbadons Tor – HB“ ist der dritte Band einer Science Fiction Serie aus der Feder des Autors James Corey. Ich durfte hier das Buch als Hörbuch genießen. Matthias Lühn ist der Sprecher und hat seine Arbeit wirklich fantastisch gemacht. Und wieder einmal sieht man dem Buch / Hörbuch nicht an, dass es ein Teil einer Serie ist. Erst zum Ende hin, weil ich vieles nicht verstanden habe, googelte ich und fand heraus, dass dies bereits der dritte Teil einer Serie ist. Was mir jetzt einiges klar aber nicht verständlich macht. Daher muss ich wieder einmal erwähnen, es wäre schön, wenn Verlage die Bücher / Hörbücher auf den ersten Blick als Serie zu erkennen geben würden. Ich entscheide mich für Bücher / Hörbücher wenn ich sie sehe und nicht erst, wenn ich vorher bei Amazon und Co nachgeforscht habe, was ich da haben will. Der Inhalt ist leider zu zwei Dritteln überaus langweilig. Dadurch, dass ich die Vorgängerbände nicht kenne, öffneten sich mir beim Hören große Lücken, die ich nicht verstanden hatte. So konnte ich nichts mit Leuten anfangen, die mit einem Protomolekül infiziert sind. Auch die „Rosinante“, ihre Besatzung und Geschichte blieb mir fremd. Ich verstand auch nicht, warum manche über ihre Mütter oder Väter sprachen. Den Einstieg fand ich deswegen sehr schwierig und langweilig. Es hat mir auch nicht sonderlich gefallen, dass dieser Band mehr als Religiös war. Die Priesterin Anna ging mir gehörig auf die Nerven. Ich fand ihre Gespräche schon regelrecht als Gelaber. Es hat ja keiner Schuld und es ist ja alles nur ein Missverständnis und Friede, Freude, Eierkuchen. Nein, Danke, darauf hätte ich gut und gerne verzichten können. Ich fragte mich sowieso, was Geistliche auf dieser Mission zu suchen hatten. Ich konnte auch nichts mit diesem Glühwürmchen Miller anfangen oder der Figur von Claire. Ich verstand ihre Geschichten einfach nicht richtig. Zum Ende hin wurde die Story wirklich interessanter und besser. Mit den Kämpfen und Intrigen war das Ganze dann noch recht spannend zum Schluss hin. Wobei das richtige Ende des Hörbuches dann doch wieder eher öde und unverständlich war. Auf jeden Fall zeigte die Geschichte wieder die typische Art der Menschheit, ihre unermessliche Gier und der schon mit Wahnsinn anmutende Hochmut. Leider kann ich hier nicht genauer darauf eingehen, Leser oder Hörer des Buches werden wissen, was ich meine. Da dieser Teil wirklich nicht mein Fall war, werde ich wohl auf die nächsten und auch die vorigen Bände verzichten.

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Mit "Abaddons Tor – Expanse-Serie 3" gehen die sich hinter dem Pseudonym James Corey verbergenden Autoren Daniel Abraham und Ty Franck erneut noch einen Schritt weiter und spinnen mit weiteren, neuen Figuren ihre Mär um das Protomolekül und die Odyssee von Captain James Holden fort, entführen wortwörtlich in neue Welten und liefern ein fulminantes Epos ab, auf dessen Fortsetzung man sich bereits während der Lektüre freuen dürfte, denn bemängeln kann man – abgesehen von einem etwas behäbigen Einstieg – nur schwerlich etwas an dieser wendungsreichen und komplexen Geschichte.

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