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Leserstimmen (3)

Edeet Ravel: Du liebst mich nicht

Du liebst mich nicht

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-09303-7

Erschienen: 13.05.2013
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Nichts halbes und nichts ganzes..

Von: Sarah Rawrpunx Datum : 27.10.2015

rawrpunx.blogspot.co.at

"Du liebst mich nicht" stand ganz hoch oben auf meiner Leseliste seitdem ich "Stolen" von Lucy Christopher gelesen habe. Ich war auf der Suche nach Jugendbüchern in dieser Richtung (Stockholm Syndrom) und wurde hier schließlich fündig.

Die komplette Geschichte wird aus der Sicht des Opfers erzählt und daher bekommt man zwangsweise pikante Details geliefert. Chloè und ihre beste Freundin Angie verbringen ein freiwilliges Halbjahr in Griechenland, beiden gefällt es eigentlich recht gut, nur Chloè findet, dass Angie mit den einheimischen Jungs zu offenherzig umgeht. Daraufhin haben beide einen großen Streit, woraufhin sich Chloè am nächsten Tag alleine aufmacht um eine Sightseeingtour zu machen. An einem verlassenen Ort wird die junge Amerikanerin in ein Auto gezerrt, gefesselt und mit Betäubungsmitteln gefügig gemacht. Tage später befindet sie sich in einem kargen Unterschlupf, jedoch mit einem Kühlschrank voller Lebensmitteln und sonderbaren Annehmlichkeiten. Der Entführer ist ein junger Mann, der sie merkwürdigerweise gut behandelt...

In der Zwischenzeit hat Angie natürlich schon Alarm geschlagen und nicht nur die Polizei ermittelt, auch angetrieben durch die sozialen Netzwerke und vielen Fernsehauftritten, werden Demos und Petitionen in der ganzen Welt gestartet. Denn die Entführer wollen kein Lösegeld, sie fordern die Entlassung spezieller Häftlinge.

Chloè bekommt das alles nach und nach von ihrem Entführer mit, er erzählt ihr so wenig wie möglich aber doch so viel, dass sie stets im Bilde ist. Da Chloè natürlich über Wochen alleine ist, in einem einzigen Raum, wird der Entführer zwangsläufig zu ihrer Bezugsperson. Sie fängt an, seine Gesten zu deuten, jede Kleinigkeit zu schätzen und seine Nähe zu suchen. Sie verliebt sich in ihn, obwohl der Entführer ihr sagt, dass sie wahrscheinlich am Stockholm Syndrom leidet.

Anfangs bekommt man noch die Angst und die Hilflosigkeit von Chloè mit, sie schreibt ihren Tagesablauf auf und ihre Sorgen. Doch schon bald dreht sich alles nur noch um den Entführer, sie versucht sich ein Bild im Kopf zurecht zu rücken und weicht auch davon nicht mehr ab.

Um ehrlich zu sein, weiß ich noch immer nicht, wie ich diese Geschichte deuten soll. Einerseits, hat mich Chloès Gefangenschaft natürlich mitgenommen und schwirrte auch Tage danach noch in meinem Kopf herum. Andererseits, lag das Hauptaugenmerk relativ stark bei dem einfühlsamen und netten Entführer, wobei das ja schon ein Widerspruch in sich ist. Ich hätte es definitiv besser gefunden, wenn man auch seine Sicht lesen hätte können. Denn obwohl die Autorin den Entführer gut beschrieben hat, hat man im Endeffekt doch kaum etwas über ihn erfahren. So lässt sie den Entführer als intelligenten, jungen Mann erscheinen, der gerne liest, auf seine Umwelt achtet und Vegetarier ist. Doch wie steht das in Verbindung mit einer Entführung? Welche Hintergründe hatte diese verzweifelte Tat? Hier werden nur Andeutungen gemacht, vage Aussagen und man kann schließlich nur vermuten.

Auch die Mutter von Chloè entsprach nicht ganz dem Bild, welches ich von einer leidenden Mutter habe, deren Tochter entführt wird. Mit dem Ende war ich auch nicht ganz einverstanden, ich weiß nämlich immer gerne, wie die Sachen ausgehen und was genau passiert. Offene Enden bzw ein "der Leser darf sich selbst ausdenken was passiert" finde ich leider nun mal scheiße.

Nach langem Überlegen vergebe ich hier dennoch eine deutliche Leseempfehlung mit guten 3,5/5 Rawr's. Es ist keine brutale Geschichte, mehr eine merkwürdige, sonderbare und leicht bizarr romantische Momentaufnahme einer furchtbaren Tat.

Eine Geschichte, die über das normale "Ich" hinausgeht...

Von: Charlene Sander Datum : 13.10.2015

leselustleseliebe.wordpress.com/

»Der Inhalt«

Für ein paar Wochen sind die Freundinnen Chloe und Angie in Griechenland als freiwillige Helferinnen. Kurz bevor sie abreisen, dürfen sie die Gegend auf eigene Faust erkunden. Doch sie streiten sich und Chloe zieht eines morgens alleine los, um ihre Freundin nicht zu wecken. Zunächst geht alles gut, bis sie sich mit verbundenen Augen in einer Limousine wiederfindet und ein Fremder ihr befiehlt, sich umzuziehen. Sie bekommt alles nur am Rande mit, doch per Auto und Flugzeug wird sie irgendwohin verschleppt. Sie steht Todesängste aus und fürchtet das Schlimmste. Ihr Entführer scheint gelegentlich ganz nett zu sein, doch sie weiß, dass dies nur eine Maske ist. Aber manchmal, da ertappt sie sich dabei, wie sie ihn länger anstarrt als schicklich ist und eine Anziehung von ihm ausgeht, der sie nicht widerstehen kann…

»Intensiv! Tiefes und berauschendes Abtauchen garantiert«

In “Du liebst mich nicht” bin ich so richtig, richtig tief abgetaucht. Ein Grund dafür, warum ich es in nur einem Stück verschlang und mich mit dem Zuklappen der Buchdeckel zunächst ziemlich orientierungslos fühlte. So versunken und gefangen war ich von dem durch und durch fesselnden Szenario, das die Autorin Edeet Ravel in ihrem Roman kreiert.

Der durchweg packende Rausch entsteht durch die interessante Geschichtsidee, die unglaublich intensiv umgesetzt wurde und mir daher sehr nahe ging.

Dieses wiederum wird durch den brillanten Aufbau von “Du liebst mich nicht” erzeugt. Als Leserin werde ich – genauso wie die Protagonistin Chloe – in eine neue und unbekannte Situation geworfen, mit der ich klarkommen musste oder eben nicht. Dadurch wuchs ich eng mit Chloe zusammen und fühlte dermaßen stark mit ihr mit, als wären es meine eigenen Gefühle.

»Ein gelungener Rundumblick«

Bei Entführungsgeschichten kann oft die Problematik einer einseitigen Handlung entstehen, was Edeet Ravel geschickt – auch durch ihren famosen Aufbau – umging, indem ich, zeitgleich und zusätzlich zu Chloes Bericht in der Ich-Form, Zeitungsartikel, Facebookeinträge und Tagebuchseiten mitverfolgte. Dieser Rundumblick verleiht “Du liebst mich nicht” eine größere Tiefe und lässt die Ereignisse insgesamt realer erscheinen.

Es erscheint anormal, wie so echt, ehrlich und wahr wirkende Gefühle zwischen Entführer und Opfer- entstehen können. Doch wer behauptet, dass das s.g. Stockholm-Syndrom wirklich nachvollziehbar wäre? Edeet Ravel hat nichtsdestotrotz eine realistische Beziehung in der Geschichte verwoben, die Hilflosigkeit, Verlangen und viel, viel Menschlichkeit ausdrückt.

»Ein dunkler Sog, Herzklopfen und mehr als Unterhaltungswert«

Als ich “Du liebst mich nicht” zum ersten Mal sah, ahnte ich, dass sich dahinter eine packende Geschichte verbergen könnte, die am Ende tatsächlich meinen Erwartungen mehr als gerecht wurde. Generell lese ich solche Themen gerne, weil sie die Möglichkeiten bieten, sich komplett in sie hineinfallen zu lassen, sie Herzklopfen garantieren und meistens über den bloßen Unterhaltungswert hinaus an Abgründen balancieren und mit vielen Ebenen spielen.zitatwolke

So verwundert es mich auch nicht weiter, dass ich mich von den Seiten nicht mehr zu lösen vermochte und dem gigantischen Sog gnadenlos verfiel.

Zu gerne würde ich einiges über den/die Entführer schreiben, doch ich werde nichts verraten und muss darüber leider Stillschweigen bewahren.

Düstere “Machtworte” lassen sich in Edeet Ravels Roman ebenfalls finden. Unterschwellige Manipulation, irritierende Elemente und die einzige Gewissheit am Ende, dass ich nicht mehr weiß, was ich nun glauben soll und was nicht. Einfach überwältigend.

»Mein Fazit«

Vergesst den Alltag und lasst euch im wahrsten Sinne des Wortes in eine bombastische Geschichte entführen, die auf ihrem Pfad gespickt ist mit intensiven Gefühlen, dunklen Gedanken und verführerischen Augenblicken. Eine Geschichte, die über das normale “Ich” hinausgeht und mich mit schier unerträglicher Nachdenklichkeit und Spannung zurückließ.

“Du liebst mich nicht” ist das perfekte Buch für eine Nacht oder einen Tag, denn ich kann mir kaum vorstellen, dass man es auch nur einen Moment zur Seite legen möchte! Eine Delikatesse, die manche eventuell mit Vorsicht genießen sollten. Brillant, brillant, brillant!


"Ich verspürte einen übermächtigen Wunsch, ihn zu berühren – es war ein körperliches Verlangen wie Hunger oder Durst." - S. 187

Ernstes Thema - keine gute Umsetzung

Von: Jule Datum : 12.07.2015

good-books-never-end.blogspot.de/

Dieses Buch hat mich aufgrund seiner besonderen Thematik interessiert. Ein Mädchen, das am Stockholm-Syndrom leidet, obwohl "leidet" ja doch das falsche Wort dafür ist. Denn bei diesem Syndrom entwickelt die Geisel ein positives emotionales Gefühl für ihren Entführer. Mir war klar, dass die Umsetzung dieses Themas nicht einfach ist, deshalb waren meine Erwartungen an die 320-seitige Geschichte von Anfang an nicht sehr hoch.

Ravel gibt die Entführungsgeschichte von Chloe in Tagebuchform wieder. Eigentlich ist das überhaupt nicht mein Ding, aber bei diesem Buch war es nicht auffallend, nur am Anfang und am Ende. Chloe erzählt quasi ihre ganze Geschichte nochmal neu, nachdem sie sie erlebt hat. Am Ende der Kapitel findet man meistens Zeitungsartikel, Facebook-Kommentare von Chloes Freunden oder Ausschnitte aus einer Website. Das führt dazu, dass man nicht nur erfährt, was das entführte Mädchen alles durchmachen muss, sondern man bekommt auch einen Einblick in die Gefühlswelt ihrer Freunde, Eltern und der restlichen Bürgerschaft der USA. Alle setzen sich für sie ein.

Leider hat das Buch viel an seiner Spannung eingebüßt. Natürlich kann man keinen aufregenden Roman schreiben, wenn die Hauptfigur fast den ganzen Tag nur eingesperrt ist, aber an manchen Stellen war die Geschichte für mich trotz des sehr leichten und flüssigen Schreibstils der Autorin ziemlich zäh und teilweise musste ich mich wirklich durchbeißen. Vielleicht lag es auch daran, dass ich Chloe dann mit der Zeit immer oberflächlicher fand. Die Schwärmerei für ihren Entführer fand ich nach und nach immer lästiger. Gewünscht hätte ich mir, dass Edeet Ravel ein wenig mehr über die Gefühle des Mädchens schreibt - zum Beispiel war ich mir nicht wirklich sicher, ob sie ihre Familie und Freunde überhaupt vermisst.

Auch ihre Angehörigen fand ich ein bisschen zu gefühlskalt geschrieben. Besonders ihre Mutter. Ihr Optimismus war schon fast unglaubwürdig. Normalerweise würde eine Mutter, die ihr Kind wirklich liebt, wahrscheinlich an so einer Situation zerbrechen, doch Chloes Erziehungsberechtigte kommt beinahe so rüber als wäre sie nur auf die Aufmerksamkeit der Medien aus. Ihr positives Denken ging mir wirklich auf die Nerven.

Wie schon erwähnt kam Chloes für mich im Laufe des Buches immer oberflächlicher rüber. Obwohl es dann wieder Stellen gab, an denen sie nachdenklich, ruhig und bedacht beschrieben worden ist. Trotzdem war sie in Anwesenheit des Entführers sehr naiv. Der Geiselnehmer war mir auch sehr unsymphatisch. Dieses ganze "nein, wir dürfen nicht" war nervig, auch wenn es vielleicht berechtigt war. Aber dieses ganze Hin und Her war teilweise wirklich anstrengend. Beide - Chloe und der Entführer - waren nicht mein Geschmack von Charakter.

Vielleicht kann es auch an der deutschen Übersetzung gelegen haben, dass ich die Geschichte so plump fand. Vielleicht ist sie in englisch viel gefühlvoller und angenehmer erzählt. Doch ein Großteil - besonders die Charaktere - werden im Original bestimmt auch nicht viel symphatischer sein.

FAZIT
Wenn man über dieses ernste Thema ein Buch schreiben will, sollte mehr herauskommen, als es bei Edeet Ravels "Du liebst mich nicht" der Fall war. Schreibstil, Sprache und Setting waren in Ordnung, doch das sind leider nicht die einzigen Kritikpunkte bei einem Buch. Mit gefühlskalten Charakteren konnte mich die Autorin überhaupt nicht an die völlig unaufregende Geschichte fesseln. Aus dieser Idee hätte man so viel mehr machen können.