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Rezensionen zu
Vier Hörspiele

Agatha Christie

Miss Marple und Hercule Poirot (2)

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Hallo! & Herzlich Willkommen! …zum 2. Teil meiner Vorstellungsrunde mit Hörspiele, die nach Werken aus der Feder von Agatha Christie entstanden sind. Ich durfte in den letzten Tagen einige sehr entspannte, kuschelige Stunden vor dem CD-Player verbringen und muss Euch gestehen, ich habe wieder Blut geleckt. Natürlich nur im übertragenen Sinn, auch wenn meine Formulierung gar wunderbar zum kriminalistischen Grund-Tenor dieser Rezension passt. Diesmal kommt es auch endlich zu der langersehnten Begegnung mit Christies exzellenten Spürnasen Hercule Poirot und Jane Marple. Beiden wurde schon – sowohl in Film wie auch Fernsehen – von div. außergewöhnlichen Schauspieler*innen eine filmische Gestalt gegeben, sodass ich nun sehr gespannt auf das reine auditive Erleben war. Als Schmankerl dürfen wir uns zudem auf „Die Fuchsjagd“ freuen, besser bekannt unter dem Titel „Die Mausefalle“. Mit diesem Theaterstück schrieb Agatha Christie Theatergeschichte, da dieser Krimi seit 1952 ohne Unterbrechung im Londoner West End zu sehen war. Um diese Erfolgsgeschichte (hoffentlich nur vorübergehend) zu unterbrechen, bedurfte es einer weltweiten Pandemie, aufgrund derer alle Theater schließen mussten. Ich hoffe sehr, dass dieser Zustand sich in absehbarer Zeit verbessert, damit kulturelle Einrichtungen wieder die Türen für ihr Publikum öffnen, und wir alle endlich wieder Kultur genießen dürfen. Vier Hörspiele von Agatha Christie CD 1/ Der Mord an Roger Ackroyd oder Alibi (1956)/ Regie: Wolfgang Schwade/ mit Joseph Offenbach, Charles Regnier, Hans Paetsch, Herbert Steinmet, Liselotte Willführ, Inge Stolten u.a. Mit diesem Werk sorgte Agatha Christie für Unruhe bei ihrer Leserschaft: Nicht nur, dass sie für die Erzählperspektive nicht die Sicht des Kriminalisten wählte, zudem gönnte sie sich einen weiteren literarischen Kniff, den ich hier allerdings nicht verraten möchte. So bleibt die Hörspielfassung dem Original treu, indem die Geschichte aus Sicht von Dr. Sheppard erzählt wird. So wirkt das Hörspiel beinah wie eine Lesung in der einige Dialog-Passagen eingestreut wurden. Charles Regnier trägt hierbei die „vokale“ Haupt-Last und wirkt als Dr. Sheppard beinah analytisch-unbeteiligt, das der Rolle durchaus zugute kommt. Joseph Offenbach haucht dem belgischen Meisterdetektiv mit charmantem Akzent eine agile Lebendigkeit ein. Kaum sprach Hans Paetsch als Roger Ackroyd seine ersten Sätze, schon fühlte ich mich in meine Kindheit zurück versetzt: Diese unverwechselbare Stimme erklang schon bei unzähligen Märchen-Hörspielen. Mit Hinweis auf den Titel dieses Krimis, war der Genuss, diese markante Stimme wieder hören zu dürfen, leider nur von kurzer Dauer. CD 2/ Die Fuchsjagd oder Die Mausefalle (1958)/ Regie: Willy Purucker/ mit Kurt Ludwig, Ernst Hochstätter, Ilse Petri, John Pauls-Harding, Eleonore Noelle, Peter Vogel u.a. Ein einsames und von der Außenwelt abgeschnittenes Setting + eine überschaubare Anzahl an Protagonist*innen + ein Mord = die/der Mörder*in befindet sich unter den Anwesenden. Agatha Christie hat diesen Plot gerne in unzähligen Variationen und Abwandlungen bemüht – und dies sehr erfolgreich. Denn nichts schürt die Ängste der Beteiligten mehr, als die Gewissheit, dass das Böse direkt unter ihnen weilt. Diese Hörspielproduktion punktet mit einem homogenen Ensemble und der Kunst des Tonmeisters, der mit stimmigen Hintergrundgeräuschen und einer gekonnten Abmischung geschickt eine räumliche Atmosphäre schafft. Warum allerdings die wunderbare Charakter-Schauspielerin Lina Carstens als Mrs. Boyle weder auf dem CD-Beiblatt noch im Nachspann Erwähnung fand, ist mir absolut unverständlich. CD 3+4/ Mord im Pfarrhaus (1970)/ Regie: Otto Kurth/ mit Erika von Thellmann, Hans Quest, Ingrid Capelle, Elmar Wepper, Edith Hancke, Hanne Wieder, Jürgen Goslar, Wolfgang Weiser, Alf Tamin, Günter Sauer, Carin Braun, Paula Denk u.a. Dieses Hörspiel ist wohl am prominentesten besetzt, hatte ich doch zu den meisten Namen sofort ein Gesicht vor Augen. Aber garantieren prominente Namen auch ein den Hörer*innen zufriedenstellendes Ergebnis? In diesem Fall: Ja! Sie tun es! Erika von Thellmann gibt mit pointierter Stimme ein destingiertes Fräulein (!) Marple, die mit einer selbstbewussten Aufdringlichkeit Gefahr läuft, als Klatschbase verschrien zu werden. Hans Quest und Ingrid Capelle geben ein stimmiges Pfarrers-Ehepaar ab, dem trotz Wahrung der christlichen Tugenden allzu menschliches nicht fremd scheint. Elmar Wepper komplementiert als Neffe Dennis mit jugendlichem Elan die Familie. Hanne Wieder und Jürgen Goslar als (un)heimliches Liebespaar konnten als Film- und Fernsehschaffende eine beachtliche Karriere vorweisen und schöpfen so scheinbar mühelos aus dem Fundus ihrer darstellerischen Erfahrungen. Ein Umstand, der auch der Interpretation ihrer Rollen zugutekam. Den allzu „dramatischen“ Grundton des Stücks lockert Edith Hancke als Hausperle Mary mit ihren humorvollen Auftritten auf. Und auch in diesem Fall gilt mein Dank dem hervorragenden Tonmeister, der abermals wieder ganze Arbeit leistete, indem er dieses Hör-Erlebnis durch sein Können abrundete. CD 4/ Die spanische Truhe (1994)/ Regie: Reinhard Prosser und Gerda Eisendle/ mit Gustl Weishappel, Alexandra Tichy, Signe Seidel, Helma Gautier, Klaus Martin Heim u.a. Hercule Poirot, der Zweite: In dieser Hörspiel-Adaption einer Kurzgeschichte schlüpft Gustl Weishappel vokal in die Rolle unseres Meisterdetektivs und konnte mich bedauerlicherweise mit seiner Darbietung nicht völlig überzeugen. Weishappel ist durchaus ein talentierter Sprecher, nur für die Rolle des Hercule Poirot halte ich ihn für keine optimale Wahl. So wirkt Weishappels Interpretation des kleinen, agilen Belgiers eher gemütlich, beinah väterlich und somit wenig dynamisch. Auch interpretiert Alexandra Tichy die Rolle der patenten Sekretärin Miss Lemon eher unangebracht spröde. Alle anderen Sprecher*innen liefern solide aber wenig spektakuläre Leistungen. Alles in allem ist dies – von den bisher angehörten und rezensierten Hörspielen – die schwächste Adaption eines Christie-Klassikers.

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Die Meisterin der überraschenden Wendungen (Teil 2)

Von: Poldis Hörspielseite

26.09.2011

Natürlich sind auch die akustischen Umsetzungen der vier Stücke unterschiedlich geraten, weisen jedoch auch einige Gemeinsamkeiten auf. So reduzieren sich die Einsätze von Stilmittel auf das Wesentliche, auf übertrieben viele Geräusche oder hochtrabende Musikstücke wurde zu Gunsten der geschliffenen Dialoge verzichtet. Wie bei Boxen dieser Art üblich ist die Aufmachung eher sparsam, hier aber durchaus ansehnlich und wirkungsvoll. Ein roter, mit Ornamenten verzierter Rahmen umgibt ein Scherenschnitt-Motiv, auf dem zwei Raben zu sehen sind. Dieses Motiv wiederholt sich auch auf den innen liegenden CDs, wobei überall die einzelnen Sprecher und Produktionsdaten genannt werden. Auch eine Zusammenfassung des Inhaltes wird überall angegeben. Fazit: Eine wunderbare Box mit spannenden und vielseitigen Fällen für Krimi-Fans. Ein schöner Querschnitt durch das Schaffen der Autorin.

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Die Meisterin der überraschenden Wendungen (Teil 1)

Von: Poldis Hörspielseite

26.09.2011

Mrs. Ferrars Tod ruft den Detektiv Hercule Poirot auf den Plan, denn der angebliche Selbstmord sorgt für etliche Rätsel — denn die alte Dame soll ihren Mann ermordet haben... („Der Mord an Roger Ackroyd oder: Alibi“) Auch in der kleinen Pension vom Ehepaar Ralston ist der Mord an Maureen Lyon in aller Munde. Wegen eines schweren Unwetters ist das Gebäude bald von der Außenwelt abgeschnitten, als Seargent Trotter eintrifft und mitteilt, dass die Spuren des Mörders genau zu dieser Pension führen... (Die Fuchsjagd oder: Die Mausefalle) Colonel Protheroe ist in seinem kleinen Heimatdorf St. Mary Mead mehr als unbeliebt. Als ermordet in seinem Arbeitszimmer aufgefunden wird, ist gleich eine ganze Schar von Verdächtigen zu überprüfen... (Mord im Pfarrhaus) Als der Mann seiner Angebeteten tot in seiner eigenen Truhe aufgefunden wird, scheint klar zu sein, dass Major Rich auch der Mörder sein muss. Nur Privatdetektiv Hercule Poirot ist von seiner Schuld nicht überzeugt und beginnt zu ermitteln... (Die spanische Truhe) Agatha Christie ist eine der wohl bekanntesten Krimi-Autorinnen und hat mit ihren vielen Geschichten begeistert. Vier davon sind in Hörspielumsetzungen nun beim Hörverlag in einer Box erhältlich und zeigen einen schönen Querschnitt durch ihr Schaffen. Den Anfang macht ein Hercule Poirot Krimi, nach Miss Marple ihre bekannteste Figur. In „Der Mord an Roger Ackroyd“ wird von einer verwirrenden und unübersichtlichen Ausgangssituation langsam an die Auflösung herangeführt, indem immer neue Fakten auf den Tisch gelegt werden — darunter natürlich auch etliche falsche Fährten, die das Geschehen interessant und kurzweilig halten. Der absolute Höhepunkt der Folge ist jedoch die Auflösung, die vollkommen überraschend ist und die man so kaum erwartet hätte. Auch in „Die Fuchsjagd“ zeigt Christie, dass sie die Meisterin der unerwarteten Wendung ist. Das als Theaterstück konzipierte Werk setzt einen Personenkreis in ein abgeriegeltes Haus, in dem sich auch der Mörder aufhält. Der Weg zur Enttarnung seiner Identität ist Kernstück der Handlung und sehr hörenswert. „Mord im Pfarrhaus“ stellt dann schließlich die Kult-Figur schlechthin, Miss Marple, vor obwohl diese hier eher eine Nebenrolle einnimmt. Auch hier liegt ein klassischer Kriminalroman vor, in dem ermittelt wird und um die Ecke gedacht werden muss, der Hörer immer wieder kleine Überraschungen erlebt und somit eine spannende Zeit verlebt — hier sogar auf 2 CDs und damit in längerer Spielzeit, wobei auf der zweiten CD noch eine kürzere Geschichte von Hercule Poirot, „Die spanische Truhe“ Platz gefunden hat. Mit dem Produktionsjahr 1994 ist sie in dieser Sammlung mit Abstand die jüngste Umsetzung, was man ihr auch anhört. Hier hat der ORF eine recht knappe Abhandlung schnittig und auf das Wesentliche beschränkt umgesetzt, das Ergebnis überzeugt. Alle vier Fälle, so unterschiedlich sie auch sein mögen, überzeugen mit ihren abwechslungsreichen Geschichten und bereichern das Hörspielregal eines jeden Krimi-Freundes. Bei den unterschiedlichen Produktionsjahren und verschiedenen Sendeanstalten, die für die Umsetzung verantwortlich sind, sind natürlich eine Vielzahl unterschiedlicher Sprecher zu hören. Joseph Offenbach spricht dabei in dem ersten Fall vom NDR den Hercule Poirot und schafft es, neben allem Witz und Charme auch die ernste Seite der Rolle nicht zu vernachlässigen. Ilse Petri übernimmt in „Die Fuchsjagd“ die Hauptrolle der Mollie Ralston, ihre intensive und abwechslungsreiche Interpretation der Rolle ist beachtlich. Als Pfarrer ist in „Mord im Pfarrhaus“ Hans Quest zu hören, dessen einprägsamer Klang sehr gut in die Szenerie passt und die er sehr gut ausgestaltet. Gustl Weishappel ist ebenfalls als Hercule Poirot in „Die spanische Truhe“ zu hören und vollbringt eine ebenfalls sehr runde Leistung. Weitere Sprecher sind unter anderem Hans Paetsch, Robert Graf, Elmar Wepper und Alexandra Tichy.

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