Leserstimmen zu
Mord im Orientexpress

Agatha Christie

Hercule Poirot (12)

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Hercule Poirot sitzt im Kurswagen Istanbul, doch dem meisterhaften Detektiv ist keine Ruhe gegönnt. Denn in der ersten Nacht wird der Zug nicht nur zugeschneit, sondern ein Fahrgast wird ermordet. Und eines ist sofort klar: Der Mörder befindet sich noch immer unter den Fahrgästen. Dieser Kriminalband der Queen of Crime ist einer meiner ersten richtigen Krimis und auch das erste Buch, das ich von Agatha Christie überhaupt gelesen habe. Und es hat mich wirklich umgehauen. Es ging direkt los und kam gleich zur Sache. Die Sprache ist recht einfach gehalten, aber das brauch man auch unbedingt in diesem Buch, das hauptsächlich nur aus den Verhören der verschiedenen Mordverdächtigen besteht. Von Anfang an fiebert man mit und rätselt die ganze Zeit mit, wer denn nun der Mörder sein könnte. Das Ende hat mich dann schließlich komplett umgehauen. Es kam nicht nur plötzlich, sondern auch mit Überraschungen um die Ecke, mit denen ich nicht gerechnet hätte.

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Geschichte und Erzählstil Wie ihr ja wisst, bin ich großer Anhänger von Sir Arthur Conan Doyle und seinem legendären Detektiv Sherlock Holmes. Von Agatha Christie hatte ich bisher allerdings sehr wenig gelesen und ihrem Hercule Poirot bin ich bis jetzt sogar gar nicht begegnet. Zeit, das zu ändern! Da im November die Neuverfilmung von Mord im Orientexpress in die Kinos kommt, dachte ich, ich widme mich endlich mal diesem Klassiker. Die Hörbuchausgabe aus dem Hörverlag war dabei für mich genau die richtige Wahl, denn da ich viel im Auto höre, bin ich immer auf der Suche nach spannender Unterhaltung. Vorab: Ich mag Agatha Christie. Sie hat einen klaren, leicht verständlichen Schreibstil, der etwas simpler ist als der von Doyle, aber dennoch sehr angenehm. Was ich vor allem mag, sind das Kuriose und das leicht Schrullige, das ihren Detektivgeschichten anhaftet. Man denke da nur an Miss Marple. Und bei Mord im Orientexpress ist das nicht anders: In diesem Zug kommen allerlei merkwürdige und geheimnisvolle Fahrgäste zusammen - ein bisschen wie ein Kaleidoskop der Merkwürdigkeiten. Alle erscheinen irgendwie verdächtig, ein bisschen zwielichtig und vor allem geheimniskrämerisch. In Verbindung mit dem Mondänen und Legendären, das dem Orientexpress anhaftet, ergibt sich so eine interessante und ziemlich spannende Ausgangssituation. Auch Herucle Poirot habe ich direkt ins Herz geschlossen. Er ist wesentlich sympathischer als mein großer Held Holmes und vor allem hat er ein glückliches Händchen im Umgang mit Menschen. Mir gefällt seine leicht verschrobene, aufgeschlossene Art ziemlich gut. Vor allem kann er gut kombinieren und beobachtet genau, auch wenn seine Fähigkeiten nicht ganz so beeindruckend sind wie die von Holmes. Seine Deduktionen sind vielleicht ein bisschen besser nachzuvollziehen und sie sind ziemlich unterhaltsam. Die Auflösung des Mordes im Orientexpress ist auf jeden Fall überraschend und fügt sich wunderbar zusammen. Der Fall selbst ist eigentlich recht typisch für einen klassischen Detektivroman - auch wenn die Zahl der Verdächtigen die Zahl der falschen Spuren hier deutlich erhöht. Hercule Poirot kommt vor allem dank zahlreicher Befragungen ans Ziel und diese sind unterhaltsam mitzuverfolgen. Insgesamt ist die Geschichte sehr kurzweilig, logisch durchdacht und wird überraschend aufgelöst. Auch wenn ich das Motiv am Ende beinahe etwas zu banal fand, passt einfach alles perfekt zusammen. Und ich muss unbedingt weitere Kriminalgeschichten von Agatha Christie lesen! Sprecher: Mord im Orientexpress wird von Stefan Wilkening gelesen und er macht das einfach grandios. Zum einen hat er eine sehr angenehme Erzählstimme, zum anderen schlüpft er so perfekt in die vielen verschiedenen Rollen der Fahrgäste, dass man schlicht und ergreifend einen Heidenspaß beim Zuhören hat. Er gibt jeder Figur entsprechend ihrer Nationalität den passenden Akzent und somit eine Identität. Poirots französischer Akzent, die verschreckte Schwedin oder die russische Adelige - einfach meisterhaft umgesetzt! Mein Fazit: Wer klassische Detektivgeschichten mag und Mord im Orientexpress noch nicht kennt, sollte das ganz schnell nachholen. Die Hörbuchfassung ist dafür die perfekte Wahl, denn Stefan Wilkening haucht der kultigen Geschichte neues Leben ein und macht dabei einen großartigen Job. Letztlich kann Hercule Poirot meinem Lieblingsdetektiv zwar nicht das Wasser reichen, dafür ist Agatha Christie ganz große Unterhaltung. Mord im Orientexpress macht einfach Spaß!

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Das Agatha Christie die Queen of Crime für mich ist und ich besonders in ihren Protagonisten Hercule Poirot vernarrt bin ist wohl kein großes Geheimnis. Viele Geschichten kenne ich bereits oder lese diese nach Jahren nochmals – warum ich den berühmtesten Fall von dem kleinen Detektiven bislang nicht kannte, ist mir selbst ein Rätsel. Aber dies ist ja nun nachgeholt und zeitgleich eine kleine Premiere, da es mein erstes Hörbuch von der Autorin ist. Und wer meine Rezensionen kennt weiß ebenso, dass diese besonders bei Hörbüchern & -spielen leider kürzer ausfallen. Natürlich gibt es auch knackige kurze Rezensionen von mir zu Printbüchern und E-Books, aber oft fallen bei mir Zitate bezüglich Audiobesprechungen weg. Ich bin da einfach fauler als Kerstin mit Pause, zurück spulen und notieren … Aber nun schweife ich ab, zurück zum Krimi! Bei Agatha Christie kann ich mich immer wieder nur wiederholen: sie schafft(e) es, einen Krimi spannend zu schreiben, ohne die Elemente der blutigen Gewalt, Actionszenen oder ähnliches mit einzuarbeiten. Ein Spannungsbogen – die große Frage nach dem wer/wie/warum ist immer gegenwärtig, aber einzig mit dem Augenmerk auf den Fall an sich. Minimalistisch werden private Situationen oder Beziehungen des Detektiven geschildert, ohne sich in Einzelheiten zu verlieren. Es geht vom Zeitpunkt der Tat bzw. dem Finden der Leiche bis hin zur Tatschilderung nur um dessen Aufklärung. Auch in dieser Geschichte bin ich bis zum Schluss nicht auf den Täter gekommen! Der Beweggrund der Tat wird nach der Vorstellung der einzelnen Protagonisten schnell klar. Der Tote ist nicht der, der er vorgibt zu sein und so kommt zu der aktuellen Ermittlung ein weiterer Mord hinzu. Der Orientexpress muss aufgrund des Unwetters einen Zwangstop einlegen und so werden die Fahrgäste einzeln im Speisewagen befragt. Das Wort „verhört“ benutze ich gezielt nicht, denn Hercule Poirot kommt durch geschickte Fragestellungen an seine für ihn relevanten Antworten, welche dem Leser (Zuhörer) selbst erst bei dessen Schilderung ins Auge fallen. Im späteren Verlauf bespricht Poirot seine Notizen mit seinen ‚Kollegen‘, wie bspw. das mögliche Motiv, Alibi, belastende Umstände oder eigenen Anmerkungen zu den einzelnen Befragten. Doch dies hilft kaum, um selbst auf den Täter zu kommen. Poirot vergleicht die verschiedenen Aussagen, doch die Indizien sind so gut in der Geschichte versteckt, sodass ich wirklich bis zur Aufklärung warten „musste“, um zu erfahren wer den Mord begangen hat. Nicht nur mit der Aufklärung überrascht die Autorin, auch der Ausgang der Geschichte ist absolut anders als gewohnt, aber definitiv überzeugend! Über 7 Std. reines Hörvergnügen, denn die Autorin versteht bzw. verstand sich hervorragend darin, einen Kriminalfall zu skizzieren, welcher ohne Überholspur einen Spannungsbogen erzeugt. Die Wahl des Sprechers ist mehr als gelungen, die Stimme von Stefan Wilkening ist perfekt! Es ist für die LeserInnen meiner kleinen Buchmeinungen nicht unbekannt, ich bin ein wenig verliebt in den kleinen kauzigen Detektiven! Da ich schon mehrere Bücher um Hercule Poirot kenne, ist das Lesen – oder in diesem Falle das Hören – ein wenig wie nach Hause kommen. Ein liebgewonnener Protagonist und eine einladende Atmosphäre lassen mich jedes Mal in die Geschichte eintauchen. Auch wenn der Sprecher nicht den Akzent der kleinen Detektiven hervorhebt, so ist seine Stimme genau die, die man sich für ein Hörbuch des Protagonisten wünscht. Da Poirot auch nur einen kleinen Akzent hat stört es absolut nicht, das dieser nicht betont wird. Der Sprecher zeigt jedoch an der schwedischen Protagonisten wie gut er Akzente beherrscht und überzeugend einarbeiten kann. Durchweg ein wunderbares Hörerlebnis mit einer mehr als passenden Stimme! Dieser Kriminalfall wurde bereits 1974 verfilmt und soll im November 2017 als Neuverfilmung erscheinen.

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