Leserstimmen zu
Perfect Twin - Der Aufbruch

Rachel Cohn

Die Perfect Twin-Reihe (1)

(3)
(2)
(2)
(0)
(0)
€ 9,99 [D] inkl. MwSt. | € 10,30 [A] | CHF 14,50* (* empf. VK-Preis)

Nach dem ich erst dachte "oh man... schon wieder Klone", denn wenn wir mal ehrlich sind, scheint dieses Thema grade ein großer Hype zu sein, war ich mehr als positiv überrascht von diesem Buch. "Perfect Twins" gefiel mir schon aber der ersten Seite außerordentlich gut. Das lag vor allem an dem sehr anschaulichen und angenehmen Schreibstil mit dem die Autorin die Welt in diesem Buch beschriebt, aber auch an der Prota Elysia, die ein Klon ist. Erschaffen um zu Dienen. Klone mit perfekten Körpern, roten Augen und ohne Seelen. Sie hat keine Gefühle, keinen eigenen Willen, sie tut was man ihr sagt. So jeden Falls der Plan. Doch wäre sie nicht unsere Prota, wenn an ihr etwas nicht anders wäre und zwar absolut anders. Die Idee, dass diese Klone aus Menschen "hergestellt" werden, die tatsächlich mal gelebt haben und gestorben sind, ist zu gleich beängstigend, als auch faszinierend und neu. So auch Elysia, die eine artiger, anständiger Klon ist und, obwohl eine BETA-Version, scheinbar perfekt funktioniert. Doch wie bereits erwähnt, ist sie nicht wie die anderen Klone. Denn sie erinnert sich an ihr früheres Leben. Zwar nur bruchstückhaft, aber sie erinnert sich, das und noch andere unnatürlichen Eigenschaften ihrerseits, bringen Spannung in dieses sehr ruhige Buch. Ruhig, da der Schreibstil so angenehm ist, es erst Mal wenig explosive Actionszenen gibt und die spannenden Szenen einfach mit einer Ruhe erzählt werden, dass es eine Freude ist "Perfect Twins" zu lesen und sich in die Geschichte fallen zu lassen. Denn die Story ist durch perfekt gesetzte Szenen, die Fragen aufwerfen oder auch durch aufgeschnappte Geheimnisse total interessant und spannend, obwohl in dem Buch keine actiongeladene Stimmung herrscht. Die Charaktere sind zum Teil etwas platt, einige von ihnen sogar richtig unsympathisch und andere etwas farblos. Auch der übermäßige Konsum von Drogen und die übertriebene Erotik, die irgendwie immer Fehl am Platz wirkte, hat genervt. Vor allem letzteres hätte es nicht gebraucht und finde ich unpassend für ein Jugendbuch ab 14 Jahren! Dafür aber ist die Protagonistin Elysia ganz toll, richtig sympathisch und durch ihre Art sehr einnehmend. Sie ist zwar sehr glatt, aber man merkt ihr an, dass in ihr eine Veränderung vorgeht und diese große Auswirkungen haben konnte. Demese gilt als ein Ort voller Frieden, Reichtum und Wohlstand, doch wäre es langweilig wenn es auch genauso währe. Im Untergrund brodelt es und den Weg, den dieses Buch nahm, war im Grunde keine Überraschung. Leider bin ich ziemlich enttäuscht vom Ende. Da ging es plötzlich ziemlich schnell und einige unerwartete Wendungen, die ich nicht sehr passend fand, waren weniger eine aufregende Überraschung, als mehr völlig verwirrende Gedankengänge, denen ich nicht folgen konnte. Auch das Ende bleibt offen und man könnte auf einen zweiten Teil hoffen, doch da das Buch eine Neuauflage ist bzw das Taschenbuch zum Hardcover unter neuem Titel und auch damals schon der zweite Band nicht übersetzt wurde, wage ich wenig zu hoffen. Das Cover ist einfach der Knaller Deshalb kann ich dem Buch nur 3 1/2 Sterne geben, da doch einiges Verschenkt wurde an Potential, welches am Anfang in Übermaßen da war und ich völlig überzeugt von dem Plot war. Gleichzeitig regt das Buch aber auch zum Nachdenken an, nämlich darüber wie wir mit unserer Welt umgehen.

Lesen Sie weiter

"Perfect Twin" erschien bereits vor einigen Jahren als Hardcover im cbj Verlag unter dem Titel "Beta".  Das Cover der Taschenbuchausgabe ist in meinen Augen wunderschön, sehr gelungen, farblich perfekt abgestimmt - es erregt Aufmerksamkeit.  Der Schreibstil von Rachel Cohn ist einem Jugendbuch angemessen, die Länge der Kapitel sehr angenehm. Allerdings ist die Erzählweise zum Teil sehr weitschweifig und so ein klein wenig anstrengend. Insgesamt werden somit Längen geschaffen, die gar nicht Not getan hätten.  Auch der Spannungsbogen hätte um einiges straffer gespannt werden können.  Liest man doch in den ersten zwei Dritteln gefühlt immer und immer wieder das gleiche.  Dies führt leider dazu, das ich einen Stern abziehen muss. Denn manches Mal hätte man tatsächlich Seiten überspringen können, ohne wirklich etwas verpasst zu haben.  Die Idee ist sicherlich nicht neu oder innovativ, insgesamt aber recht gut umgesetzt.  Beängstigend wenn man überlegt, dass es so oder ähnlich tatsächlich in ein paar Jahren von statten gehen könnte.  Nicht abwegig, das es dann tatsächlich Klone gibt, die uns das Leben erleichtern bzw. uns bedienen....  Gruslig in meinen Augen.  Einen 2. Stern ziehe ich für das abrupte und unfassbar konstruiert wirkende Ende ab.  Die Autorin hat wohl den Wunsch, hier noch eine Fortsetzung zu schreiben. Allerdings geschehen am Schluss derart viele Dinge, die völlig abstrus wirken. So wird der Leser unbefriedigt zurück gelassen und grübelt, ob er während des gesamten Lesevorganges über etwas eklatantes übersehen hat ...  Insgesamt nett für zwischendurch, allerdings ist die Idee alles andere als ideal umgesetzt. Man hätte wirklich mehr daraus machen können. Vielleicht wollte die Autorin einfach zu viel denn der Plot ist absolut vielversprechend.  Man kann es lesen, muss es aber nicht.  Allerdings muss ich sagen, dass ich dennoch eine etwaige Fortsetzung lesen wollen würde um zu schauen, wie sich dieses seltsame Ende als Anfang eines zweiten Buches macht. Eventuell werden dann diverse Ungereimtheiten aus dem Weg geräumt. 

Lesen Sie weiter