Leserstimmen zu
Wer im Trüben fischt

Mechthild Lanfermann

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eBook
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Alleine die Konstruktion der Geschichte ist genial. Gleich zu Beginn erfährt man von dem Mädchen, das in Bremen Selbstmord begeht. Erst nach und nach kommt die Rolle Emmas an dieser Geschichte ans Tageslicht. Und auch die Geschichte steigert sich ins unermessliche, je tiefer Emma in das Leben Rosenbergs eindringt, umso mehr man erfährt, umso spannender wird es natürlich. Natürlich wird schnell klar, dass der Grund für Rosenbergs Tod in seiner Familiengeschichte zu suchen ist, aber die Auflösung wird in derartig perfekten Häppchen serviert, dass Gänsehautstimmung vorprogrammiert ist. Die Story macht Spaß, sie hat alles, was ein guter Thriller braucht, Tempo, überraschende Entwicklungen und spannende Charaktäre. Ich werde Teil 2 (also für mich den 3. Teil) definitiv auch noch lesen, und die Story um Frau Vonderwehr macht wirklich Lust auf noch ganz viele weitere Teile.

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Emma beißt sich durch

Von: Monika Stutzke aus Berlin

15.01.2014

Nach einem Vorkommnis in Bremen hat Emma Vonderwehr versucht, in Berlin einen Neuanfang zu machen. Sie ist Rundfunkjournalistin und nur, was über den Sender geht, wird bezahlt. Demzufolge ist sie bemüht, immer an vorderster Front mitzumischen. Als Tom Rosenberg, ein amerikanischer Jude, der gerade überraschend eine Gastprofessur abgelehnt hat, ermordet wird, sieht sie ihre Chance. Sie hört sich nicht nur an, was an Stellungnahmen von der Polizei verlautet wird, sie geht weiter und recherchiert selbst. Dabei kommt sie dem ermittelnden Kommissar Edgar Blume immer öfter in die Quere. Sie erfährt, dass Tom Rosenberg deutsche Vorfahren hatte und er selbst Recherchen über seine Großeltern unternommen hatte. Ihm wurde gedroht, wovon er sich jedoch nicht abhalten ließ. Emma dringt immer tiefer in eine Vergangenheit deutscher Geschichte ein, in die Zeit des NS-Regimes und steht bald in der Schusslinie des Mörders... Emma Vonderwehr stürzt sich voller Eifer in die Aufgabe, zu recherchieren, wie Tom Rosenberg ums Leben gekommen ist. Waren seine antisemitistischen Werke, die er publiziert hatte, der Auslöser oder gar seine Recherchen über seine Großeltern, die 1934 Deutschland verlassen mussten? Durch ihre unerschütterliche Art gelingt es ihr, Informationen zu erhalten, die selbst der Polizei entgangen sind. Es entsteht eine Kooperation zwischen Emma und dem ermittelnden Beamten Edgar Blume, bei der sie sich auch näher kommen. Die Autorin Mechthild Lanfermann weiß, worüber sie schreibt. Sie selbst kommt aus dem Metier des Rundfunks und Journalismus. Authentisch zeigt sie dem Leser die Arbeit eines Reporters, die Unruhe und Betriebsamkeit in den Räumen ist förmlich zu spüren. Wer könnte das besser beschreiben, als jemand, der dort selbst gearbeitet hat? Das Buch beginnt mit einem Kapitel, das sich dem Leser erst nach und nach entschließt. Ebenso erfährt man nicht sofort, warum die Protagonistin Bremen verlassen hat, so dass man bereits zu Beginn auf Neugier gepolt wird. Interessant finde ich den Abzweig in einen dunklen Teil der deutschen Geschichte. Mit der Machtergreifung Hitlers 1933 begann die Ausrottung der Juden in Deutschland auf schändlichste Art und Weise. Wie übel ihnen von Staates wegen mitgespielt wurde, zeigt die Autorin sehr genau auf. Auch wenn der Antisemitismus Thema im Buch ist, ist er nicht vorherrschend. Die Autorin hat die Ereignisse in der deutschen Geschichte sehr gut recherchiert, was sich nachvollziehen lässt. Das Alltag einer Rundfunkreporterin ist genau so detailliert dargestellt wie die Örtlichkeiten in Berlin. Spannung wurde bereits mit Beginn des Buches aufgebaut und auch durchgehen gehalten. Viele mögliche Täter wurden benannt und trotzdem ist die Auflösung des Mordfalls überraschend. Spannung bis zum Ende ist garantiert. Ein Debütroman, der auf die beiden Protagonisten Emma und Edgar neugierig gemacht hat und von dem man sich gern Fortsetzungen wünscht.

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