Leserstimmen zu
Friesenherz

Janna Hagedorn

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eBook
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So richtig begeistert ist Maike nicht von dem Geschenk ihres Mannes zu ihrem 40. Geburtstag, aber sie macht gute Miene zum bösen Spiel. Er hat ihr einen Wellnessurlaub an der Nordsee geschenkt, mit Ajurvedakursen und allem, was dazu gehört. Nur ungern lässt die Lehrerin ihre pupertierende Tochter und ihren Mann zurück. Dort auf der Insel angekommen, kann sie sich nicht unbedingt mit den Leuten identifizieren. Schon allein die Tatsache, dass sich alle duzen, stößt bei ihr auf. Zu allem Unglück gibt es auch noch eine Überbelegung, so dass sie sich gezwungen sieht, die Künstlerin Ann mit auf ihr Zimmer zu nehmen. Diese, obwohl ebenfalls 40 Jahre alt, wirkt völlig anders als Maike, die ein geordnetes und geregeltes Leben lebt. Ann dagegen lebt mehr oder weniger in den Tag und ist nun offenbar auch noch schwanger. Als Maike nach einem Telefongespräch mit ihrer Tochter das Gefühl hat, unbedingt nach Hause zu müssen, macht ihr das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Die Fähren laufen aufgrund eines Sturms nicht aus und das bleibt auch so für ein paar Tage. Dann ist da auch noch Jan, der Wattführer, zwar bedeutend jünger als sie, aber die berühmten Schmetterlinge gibt es wieder. Trotz der Unterschiede freundet sie sich mit Ann an, bis sie ein Ereignis völlig aus der Bahn wirft ... Hier hat der Leser ein Buch in Händen, in denen es mal nicht nur um junge Leute geht, sondern um die Generation der Vierzigjährigen. Maike, mit Mann und Tochter ist Lehrerin und lebt ein geregeltes Leben. Ann, alleinstehend und schwanger, lebt als Künstlerin mehr oder weniger in den Tag. Verschiedener können zwei Frauen nicht sein und doch gelingt es den beiden, Freundinnen zu werden, zumindest vorübergehend. Nicht nur für die beiden Frauen ändert sich nach der Kur alles. Genau wie an dem Leben von Ann und Maike nimmt der Leser auch kurzzeitig teil an dem Leben der anderen Kursmitglieder, an ihren Träumen und Wünschen. Einige werden in Erfüllung gehen, andere dagegen nicht. Sehr gut wurden die Örtlichkeiten auf der Insel beschrieben, so dass ich mich förmlich auf die Insel versetzt fühlte. Ein Buch, in dem es nicht um Liebe und Vertrauen geht, sondern auch um Freundschaft und Verzeihen. Auch das Thema, Gleiches mit Gleichem zu vergelten spielt eine große Rolle. Für mich jedoch war das Ende ein wenig illusorisch. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man als Ehefrau solch einen Verrat so einfach tolerieren kann. Das ist für meine Verhältnisse nicht ganz glaubhaft. Das Buch ist eine nette Abwechslung, wenn man nur ernstere Literatur oder Krimis / Thriller liest. Es ist unterhaltsam geschrieben und unterhält den Leser sehr gut, wenn es auch ab und an Längen gab. Ideale Lektüre ist es jedoch, wenn man am Strand liegt, sich die Sonne auf den Bauch scheinen lässt und Erholung pur sucht.

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