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Leserstimmen (8)

Gabriel Rolón: Der Psychologe

Der Psychologe Blick ins Buch

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-442-74456-5

Erschienen: 12.12.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

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Freud lässt grüßen

Von: Rezifeder Datum : 18.05.2017

www.rezifeder.blogspot.de/

Pablo Rouviot ist ein renommierter Psychologe aus Buenos Aires. Eines Tages bittet ihn die attraktive Paula Vanussi um Hilfe. Ihr Vater, ein reicher Geschäftsmann, wurde ermordet, und Hauptverdächtiger ist ihr Bruder Javier. Seit seiner Kindheit leidet Javier unter einer schweren Persönlichkeitsstörung. Pablo soll Javier untersuchen und seine Unzurechnungsfähigkeit zum Mordzeitpunkt bescheinigen.

Pablo, fasziniert von der schönen und intelligenten Klientin, nimmt den Auftrag an. Doch schon bald erhält er Warnungen aus seinem Umfeld, besser die Finger von diesem Fall zu lassen - der ermordete Vanussi war äußerst einflussreich und in dubiose Geschäfte verstrickt.

Javier behauptet auch gegenüber Pablo, der Mörder zu sein. Pablo allerdings ist im Zweifel, ob er tatsächlich der Täter ist - oder ob er sich das nur aufgrund seiner Wahnvorstellungen einbildet. Nach und nach gerät er immer tiefer in ein gefährliches Spiel mit dubiosen Hintergründen ...

Bewertung:

Gabriel Rolón weiß, wovon er in "Der Psychologe" spricht, schließlich ist er selbst ein sehr erfolgreicher Vertreter dieses Berufstandes. Das kommt dem Roman zugute, denn wie der Titel schon andeutet, spielt Psychologie hier in der Tat eine zentrale Rolle.

Das erste Drittel gestaltet sich trotz des recht reizvollen Themas zäh, und der Leser muss ein wenig Geduld aufbringen, um dranzubleiben. Spätestens in der zweiten Hälfte nimmt das Werk dann an Fahrt auf. Es entwickelt sich ein komplexes Handlungsgeflecht aus Lügen, Manipulation und Rache, in das Pablo tiefer hineingezogen wird, als ihm lieb ist. Für Spannung sorgt die Frage, ob Javier wirklich den Mord begangen hat oder ob seine Krankheit vielleicht dazu genutzt wird, jemand anders zu decken. Des Weiteren ist unklar, wie sehr Pablo in Gefahr gerät und ob womöglich noch weitere Morde geschehen. Zudem ist Pablos Auftraggeberin, die schöne Paula Vanussi, eine rätselhafte Person, undurchschaubar sowohl für den Protagonistin als auch für den Leser. Generell weiß Pablo im weiteren Verlauf nicht mehr, wem er noch trauen darf - ganz offensichtlich sind auch höchste Kreise auf irgendeine Art in den Fall involviert. Das Ende ist sehr überzeugend und führt alles Vorherige in einer gelungenen Auflösung zusammen.

Der gelungenste Charakter, der leider nur eine recht kleine Rolle erhält, ist die dreizehnjährige Camila, die kleine Schwester von Paula und Javier. Camila ist hochbegabt und eine geniale Geigenvirtuosin. Pablo wird zwar auf ihre erwachsene Art vorbereitet und ist dennoch verblüfft über die Reife und Weisheit des Mädchens. Ihre Dialoge über Musik bilden die schönsten Momenten des Romans.

Aber auch wenn das Werk in der zweiten Hälfte und vor allem im letzten Drittel zunehmend dynamischer wird, ist es zu keiner Zeit ein typischer Pageturner. Vielmehr behält der Roman stets eine gewisse Ruhe, passend zu seinem analytischen Protagonisten. Psychoanalyse spielt eine recht wichtige Rolle im Geschehen. Vorkenntnisse benötigt der Leser nicht; Pablos Gedankengänge werden ausgiebig erläutert und anschaulich dargestellt. Allerdings ist es hilfreich, der Psychoanalyse gegenüber aufgeschlossen zu sein und sich allgemein für psychologische Aspekte zu interessieren. Anderenfalls kann es leicht passieren, dass einen die ausgiebigen Erklärungen bisweilen langweilen.

Fazit:

"Der Psychologe" von Gabriel Rolón ist ein anspruchsvoller und ruhiger Kriminalroman, der anfangs etwas behäbig ist, sich dann aber zunehmend interessant entwickelt. Wer sich zumindest ein wenig für Psychoanalyse interessiert und ruhigere Töne in Spannungsromane mag, den erwartet eine reizvolle Lektüre.

Anfang langwierig, Schluss jedoch spannend

Von: Celina Datum : 10.05.2017

https://exlibrisreadmorebooks.blogspot.de

Das Cover sieht aus wie der Schimmer auf einem See, sagt jedoch nichts über den Inhalt des Buches aus und ist auch nicht sehr imposant.
Der Roman ist vom Sprachstil in der Alltagssprache geschrieben und in jedem der vier übergeordneten Kapitel wird aus der Ich-Perspektive des Psychologen Pablo Rouviot geschrieben. Dadurch kann man die Gedankengänge während der Gespräche sehr gut nachverfolgen.
Ich muss sagen, dass ich den Anfang sehr zäh fand und teilweise gar keine Lust hatte weiter zu lesen. Dabei wird Pablo Rouviot zunächst vorgestellt.
Er ist Psychologe in einer renommierten Praxis im Stadtkern von Buenos Aires. Die Klientin seines besten Freundes und Kollegen bittet in eines Tages, dass der berühmte Psychologe und Autor, ein gerichtliches Gutachten für ihren Bruder schreiben soll.
(Achtung Spoileralarm!)
Denn diesem soll bescheinigt werden, dass er zum vermeintlich begangenen Mord an dem gemeinsamen Vater unzurechnungsfähig war.
Daraufhin fängt Pablo an nachzuforschen und begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit. Denn wie er selber öfter sagt zieht ihn diese förmlich an.
In vielen Gesprächen mit den Betroffenen erfährt man über die Herangehensweise eines Psychologen.
Abgesehen davon hat mich der Roman erst ab Mitte des dritten Kapitels wirklich gereizt, sodass ich es in einem durch lesen wollte.
Denn ab diesen Zeitpunkt führt er innige Gespräche mit den Familienangehörigen und betroffenen Personen, sodass sich erahnen lässt wie die Mordnacht abgelaufen ist und wer der tatsächliche Mörder war (mit meiner ersten Vermutung lag ich im Nachhinein falsch). Er spricht mit allen Kindern und erfährt über die grausamen Taten des getöteten Vaters, wozu nicht nur Demütigung und Misshandlung sondern auch Missbrauch gehörte.
Dabei erläutert er Fachbegriffe schlüssig und vor allem flüssig eingebracht in seinem Roman.
Währenddessen gerät Pablo wegen seiner Nachforschungen aber in das Visier von ebenso zwielichtigen Männer wie der Ermordete, welcher Drahtzieher in grausamen Machenschaften gewesen sein soll.

Fazit
Die Geschichte ist zunächst sehr langwierig und nicht sehr ansprechend. Dennoch werden die Strategien und Vorgehensweisen des Psychologen schön dargestellt und teilweise erläutert.
Besonders als er mit der jüngsten Tochter spricht, welche noch ein Kind ist, wobei er selbst keinen Kinderpsychologen darstellt.
Die Geschichte stellt einen sehr schönen Rahmen.
Das Ende ist im Gegensatz zum Anfang sehr gut ausgearbeitet, weshalb man im Nachhinein die Gefühle des Misshandelten gut verstehen kann.

Alles in allem ist es leider nur eine gute Geschichte, da der Schluss den weniger gelungenen Anfang nicht komplett ausgleichen konnte.

Das Buch ist dennoch besonders geeignet für Leser, die Krimis mögen und außerdem Interesse an der Psyche und den möglichen Abgründe des Menschen hat.

„…die ganze Wahrheit kann niemals von einem Menschen allein ausgesprochen werden…“

Von: 100.Geschichten Datum : 28.04.2017

www.100geschichten.blog

Pablo Rouviot ist Psychologe einer renommierten Praxis mitten in Buenos Aires. Eines Tages bittet die Klientin eines Kollegen und Freundes ihn, den erfolgreichen Psychologen und Autor, um Hilfe. Er soll für ihren Bruder ein gerichtliches Gutachten schreiben, indem er bescheinigt, dass ihr Bruder beim Zeitpunkt am Mord des gemeinsamen Vaters unzurechnungsfähig war.

Rouviot begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit – denn von dieser wird er magisch angezogen – und deckt nach und nach die Einzelheiten der Mordnacht auf und gerät dabei selbst ins Visier dunkler Machenschaften, in welche der Ermordete Drahtzieher gewesen sein soll.

Lieblingssätze:

„Ich arbeite mit dem, was meine Patientin für die Wirklichkeit hält, ob es sich dabei auch um die wirkliche Wirklichkeit handelt, ist nicht entscheidend.“

„.. so schmerzhaft die Wahrheit auch sein mag, jeder Mensch hat das Recht, sie zu kennen.“

Zitat: „Jede Entscheidung, die wir treffen, hat ihre ganz eigenen Folgen.“

Fazit:

Dieser Kriminalroman ist sehr gut und flüssig geschrieben. Für mich persönlich war es sehr interessant hinter die Kulissen und Denkweisen von Psychologen und Psychiater blicken zu können. Die Hintergründe werden dem Leser verständlich nähergebracht und Fachbegriffe im Dialog erläutert. Die Geschichte finde ich ebenfalls sehr gut. Ab dem letzten Drittel ahnt man, wie die Mordnacht abgelaufen sein könnte und wer tatsächlich der Mörder war.

Leseempfehlung für den Leser, der gut gemachte Krimis mag und Interesse an der Psyche und deren Abgründe des Menschen hat.

Qualvolle Schreie verstummt – Ein Meisterwerk an Querverbindungen

Von: Nisnis Bücherliebe Datum : 30.03.2017

www.nisnis-buecherliebe.de

Buenos Aires: Paula Vanussi bittet den Psychologen Pablo Rouviot um Hilfe. Paulas Bruder Javier, der seit seiner Kindheit unter einer schweren Persönlichkeitsstörung leidet, soll für den Mord an seinem Vater, einem erfolgreichen Geschäftsmann, verantwortlich sein. Paula bittet Pablo, die Schuldunfähigkeit auf Grund der frühkindlichen psychischen Störungen in einem Gutachten festzustellen und zu bescheinigen.

Pablo will sich einen Überblick verschaffen, bevor er Paulas Auftrag annimmt, doch schon bald entdeckt er Hinweise, die auf dunkle und verworrene Machenschaften deuten, während Javier in der Psychiatrie wehrlos und zunächst nicht ansprechbar vor sich hindämmert.

Nur durch seine besonders kompetente Psychoanalyse und der besonderen Fähigkeit Worten zu lauschen, gelingt es Pablo Querverbindungen aufzudecken, doch er ahnt nicht, in welch brenzlige Situationen er sich hineinbegibt.

Reflektionen:

Das der Autor Gabriel Rolón ein praktizierender Psychologe ist, der die Psychoanalyse nicht nur beherrscht, sondern auch absolut durchschaut hat, spürt man als Leser auf dankbare Weise bei jedem einzelnen Satz.

Gabriel Rolón hat eine Handlung gezeichnet der zahlreiche Querverbindungen entspringen. Die Ausgangslage der Geschichte dreht sich zunächst um die mögliche Schuldunfähigkeit Javiers, dem der Mord an dem Vater angelastet wird. Die Hauptfigur, Pablo Rouviot, tastet sich zunächst langsam und umsichtig an Javiers familiäres Umfeld heran, bevor er den Auftrag Paulas annimmt. Pablo stellt schnell fest, dass die verworrenen Familienverhältnisse mit Mysteriösem und Verschwiegenem aufwarten, das er entschlüsseln muss, bevor er Javier helfen könnte.

Pablo wendet die psychologische Fallanalyse an und er lauscht auf jedes gesprochene Wort bei seinen Recherchen, denn er weiß, dass mit jedem Wort eine Bedeutung und Deutung einhergeht, die im Kontext zu bewerten ist. Von da an verschwimmen die Übergänge der fachlichen Kompetenzen zwischen Autor und Hauptfigur. Gabriel Rolón ist ein angesehener Psychologe in Argentinien und er gewährt dem Leser einen sehr tiefen Einblick in die Anwendung der psychologischen Patientenanalyse und er unterstreicht damit die Authentizität der Geschichte, ohne sie mit fachlichen Ausdrücken zu überschwemmen.

Entsprechend der fachlichen Kompetenz Gabriel Rolóns sind die Charaktere der Figuren äußerst fein, intensiv und lebendig gezeichnet. Diese Zeichnungen wecken beim Leser den Wunsch, zügig in der Geschichte voranzukommen, denn schon früh offenbaren sich zahlreiche, spannende Querverbindungen der Figuren, die es zu entschlüsseln gilt, die jedoch auch eine gewisse Konzentration erfordern. Der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen und angenehmerweise verzichtet Gabriel Rolón auf erschlagende medizinische Fachausdrücke.

Genüsslich kann man sich den Wendungen und Überraschungen hingeben und das Zusammenspiel der Figuren genießen, in dessen bedrückendes Seelenleben man tief hineinblickt und das so die Spannungskurve regelmäßig hochschnellen lässt und dennoch hat mir etwas gefehlt, dass ich nicht richtig definieren kann. Ob es der andauernde analytische Blick Pablos war oder ob einfach noch ein frischer Wind in der Geschichte fehlte? Ich war zwar definitiv sehr spannend und äußerst interessant unterhalten, aber ich war auch froh, als die letzte Seite gelesen war.

Fazit und Bewertung:

Der Psychologe ist ein anspruchsvoller Kriminalroman, der durch zahlreiche Querverbindungen der Figuren meisterlich besticht. Da Autor und Hauptfigur Psychologen sind, ist der Einblick in die angewandte Psychoanalyse eine glaubwürdige, spannende und bereichernde Essenz für den Leser, die unglaublich fesselt.

Der Psychologe

Von: Niklas' Leseblog Datum : 03.02.2017

niklas-leseblog.jimdo.com

Pablo Rouviot ist Psychologe, ein Mann der Sprache, der weiß, dass jedes Wort noch etwas anderes bedeuten kann, als es den Anschein hat. Als eines Tages die junge Paula Vanussi in seiner Praxis in Buenos Aires auftaucht und ihn um ein psychologisches Gutachten bittet, ahnt er zunächst nicht, in welche Machenschaften ihn dieser Auftrag verwickeln wird. Er soll bescheinigen dass Paulas Bruder Javier, der seit frühester Kindheit an schweren Persönlichkeitsstörungen leidet, schuldunfähig ist. Ein Fall von besonderer Brisanz, denn angeblich soll Javier seinen eigenen Vater, einen einflussreichen Geschäftsmann, ermordet haben. Der Psychologe ahnt, dass sich hinter alldem ein dunkles Drama verbirgt, zu dessen Auflösung er sein ganzes psychoanalytisches Können aufbieten muss.



Dieser Krimi ist zwar keine leichte Kost, aber dennoch etwas Empfehlenswertes. Der Schreibstil ist recht locker und gut und flüssig zu lesen, der Inhalt allerdings nicht ganz so einfach. Dieser anspruchsvollere Kriminalroman kennt sich in der Psychologie aus und wendet dieses Gebiet sehr passend und durchdacht auf eine spannende Geschichte an.

Der Spannungsverlauf ist gegeben und kann überzeugen. Gerade der Schlagabtausch zwischen Polizeihauptmeister und Psychoanalytiker ist sehr detailreich und überzeugend geschrieben und kann die Handlung über überzeugen.

In "Der Psychologe" werden nicht nur menschliche Abgründe aufgedeckt, sondern auch noch geschickt mit den Machenschaften in Buenos Aires verbunden bis hin zu psychiatrischen Anstalten.

Insgesamt ein wirklich guter und sehr anspruchsvoller Krimi im Abgrund der menschlichen Seele.



Fazit: Spannend, gut geschrieben und unterhaltsam. Allerdings auch recht anspruchsvoll und damit kein Buch für zwischendurch.

Ein Psychologe ermittelt

Von: Curin aus Bielefeld Datum : 19.01.2017

Die junge Paula Vanussi kommt mit einem ganz besonderen Anliegen in die Praxis des Psychologen Pablo Rouviot. Er soll in einem Gutachten bescheinigen, dass ihr psychisch kranker Bruder Javier, der den Mord an ihrem Vater gestanden hat, schuldunfähig ist. Sehr skeptisch beginnt Pablo, sich ein Bild von der gesamten Situation zu machen und zweifelt schnell an der Täterschaft von Javier. So erweist sich sein Auftrag als brisanter als er gedacht hat und selbst als ihm klar wird, dass er den Fall besser zu den Akten legen sollte, will er unbedingt die Wahrheit herausfinden... .
Gabriel Rolón hat hier einen äußerst spannenden Kriminalroman geschrieben, der mich bis zur letzten Seite gefesselt und immer wieder überrascht hat. Der Protagonist Pablo Rouviot ist ein Meister der Analyse von Menschen. Er versteht es, jede Bewegung und jedes Wort zu deuten und nach und nach in einen größeren Kontext einzuordnen. Für mich als Leserin war es sehr interessant mitzuerleben, wie er seine Mitmenschen und seine Umgebung wahrnimmt und wie er Stück für Stück die Wahrheit immer weiter aufdeckt. Ähnlich wie er kommt man ab einem gewissen Punkt zu dem Schluss, dass die Wahrheit alles andere als positiv für alle Beteiligten ist, aber dennoch will man wissen, was es letztendlich wirklich mit dem Mord an dem Geschäftsmann Roberto Vanussi auf sich hatte.
Beim Lesen merkt man deutlich, dass der Autor Gabriel Rolón selbst praktizierender Psychologe ist und daher glaubhaft vermittelt, wie man mit Hilfe von bestimmten Analysemethoden herausfinden kann, was wirklich hinter des Fassade von Menschen steckt. Gepaart mit seinem flüssigen Schreibstil und ständig neuen eingefügten Wendungen, macht er seinen Kriminalroman zu einem besonderen Leseerlebnis. Gestört hat mich nur, dass manche der gezogenen Schlussfolgerungen für mich nicht ganz nachvollziehbar und logisch waren.
Besonders gefallen hat mir auch, dass Buenos Aires, wo der ganze Fall sich abspielt, auch sehr schön und anschaulich beschrieben wird.
Insgesamt überzeugt ,,Der Psychologe" mit einem ganz untypischen Ermittler, der aus jedem Detail etwas herleiten kann und durch eine spannende Handlung, die kaum vorhersehbar ist. Daher empfehle ich das Buch gerne weiter.

Großartiger kriminalroman, der Beachtung verdient.

Von: Frauenpanorama Datum : 30.12.2016

frauenpanorama.de/

Roberto Vanussi wurde ermordet aufgefunden. Sein Sohn Javier gesteht die Tat und wird in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Die Akte wird geschlossen. Javiers Schwester zweifelt jedoch an Javiers Schuldfähigkeit. Sie bittet den Psychologen Pablo Rouviot um eine Begutachtung. Pablo nimmt den Auftrag an und recherchiert die Hintrgründe. Er stellt Fragen und bekommt kaum Antworten. War Javier zu einer solchen Tat fähig? Der Roman fesselt ungemein durch den Schreibstil des Autors und seiner fesselnden Gesichte nach der Wahrheit. Eine großartige Geschichte über die Analyse eines Verbrechens und die Abgründe der menschlichen Seele. Ein gelungener und anspruchsvoller Roman, der Beachtung verdient. Absolute Leseempfehlung

Die Wahrheit

Von: wal.li Datum : 18.12.2016

wallis-buechersichten.blogspot.de/

Der reiche Roberto Vanussi ist ermordet aufgefunden worden, anscheinend war er schon eine Weile tot. Sein psychisch kranker Sohn Javier gesteht die Tat und wird in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Die Ermittlungen in dem Fall werden daraufhin eingestellt. Dennoch taucht bald darauf die Schwester des Beschuldigten bei dem bekannten Psychologen Pablo Rouviot auf. Sie bittet Rouviot darum, ein Gutachten über den Geisteszustand ihres Bruders zum Tatzeitpunkt zu erstellen, denn sie zweifelt an dessen Schuldfähigkeit. Pablo Rouviot setzt daraufhin all sein Können ein, allerdings nicht nur, um seinen Auftrag zu erfüllen, nein, er will auch die ganze Wahrheit finden.

Will man die Wahrheit immer erfahren? Was, wenn eine Wahrheit ans Licht kommt, die besser im Verborgenen geblieben wäre? Wer hat Interesse an der Wahrheit oder eben daran, dass sie nicht gefunden wird? Und wer hat die Fäden in der Hand? In Unwissenheit all dieser Gedanken, begibt sich Pablo Rouviot daran, mehr über Javier und seine Familie zu erfahren. Schnell jedoch merkt er, dass es mit einer bloßen Sichtung der Akten, sofern er überhaupt Zugang dazu erhält, nicht getan ist. Fast schon detektivisch beginnt er, die Menschen aus Javiers Umgebung zu befragen. Wie waren Javiers Lebensumstände? Kann er wirklich zu einem Tötungsdelikt fähig sein? Sollte er Rouviot ein Gutachten erstellen, darf es keinen Zweifel geben.

Mit seinem Debütroman ist Gabriel Rolón ein ausgesprochen fesselndes Kriminalstück gelungen. Sein Hauptdarsteller, der Psychologe Pablo Rouviot erforscht die Wahrheit mit großer Akribie. Unabhängiger als die Polizei, die manchmal Anweisungen auszuführen hat, gräbt Roviot nach jedem Hinweis. Je weiter er allerdings sucht, desto Anzeichen treten zutage, dass er vielleicht in ein Wespennest gegriffen hat. Mit den Erkenntnissen Pablos wächst sein Unbehagen über den Hintergrund der Tat. Und wie Pablo ergeht es auch dem Leser. Die Zweifel an der Notwendigkeit des Hervorbringens der absoluten Wahrheit wachsen. Die Analyse der Tat und des offensichtlichen Täters ergibt keine Lösung im üblichen Sinne. Wer, was womit zu tun hat bleibt ungewiss. Die letzte Wahrheit wird nicht offenbart. Und dennoch wird genug enthüllt, um den Leser auf jeder Seite zu fesseln. Zum Ende des Romans könnte man zu dem Gedanken verführt werden, Pablo Rouviot solle noch weitere Fälle lösen, doch der Internetauftritt des Autors lässt dazu keine weiteren Rückschlüsse zu. Allerdings gibt es einen Hinweis auf die Verfilmung des Roman, auf die man dann vielleicht auch hier gespannt sein darf. So bleibt eine leicht unvollendete Story, die einem allerdings einen packenden mitunter verstörenden Ausflug in die Tiefen der menschlichen Seele erlaubt. Lesenswert.

4,5 Sterne