Leserstimmen zu
Das Nebelhaus

Eric Berg

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Das Nebelhaus hat mich lange im Nebel stehen lassen. Ich hatte keine Ahnung, wer der Mörder ist und wurde am Schluss sehr überrascht. Insgesamt bietet es alles, was ein guter Krimi braucht. Aber leider von allem nur ein bisschen. An der Story ist nichts auszusetzten, es ist bis zum Schluss wie bei Cluedo - nur dass man hier weiß, mit was und wo gemordet wurde. Nicht aber, wer getötet hat. Die Erzählweise aus Gegenwart und Vergangenheit verflechtet Eric Berg gekonnt bis zum Finale. Aber trotz dieser Ahnungslosigkeit baut sich keine rechte Spannung auf, was wahrscheinlich auch dazu geführt hat, dass ich so lange an dem Buch gelesen habe. Ein weiterer Punkt, sind die Figuren: richtig angesprochen oder gefallen hat mir keiner der Protagonisten, vielleicht weil sie nicht näher beschrieben wurden. Das kann natürlich alles so gewollt sein, sind ja auch einige Personen auf die knapp 400 gebracht worden. Nichtsdestotrotz fehlt mir da was. Das durchaus überraschende Ende ist ein bisschen zu kurz geraten, der Weg dahin ein bisschen zu lang. Fazit Die Geschichte ist clever gestrickt, schockierend, ich hatte keinen Schimmer, wer der Mörder ist , überraschendes Ende, alles schlüssig und nachvollziehbar, aber irgendwie.. ist der Funke nicht übergesprungen. Kann man das so sagen? Zu viel hat mir zwischen den Zeilen gefehlt, deshalb 3 Eselsohren.

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Mit gerade mal knapp 1000 Einwohnern ist die kleine Ostseeinsel Hiddensee nun wahrlich kein Ort, an dem Verbrechen auf der Tagesordnung stehen – schon gar nicht ein blutiger Amoklauf, dem vier Menschen zum Opfer fallen. Dementsprechend ist die „Blutnacht von Hiddensee“ auch zwei Jahre nach den Morden immer noch in den Köpfen der Öffentlichkeit präsent – für die Journalistin Doro Kagel Anlass genug, zum unerfreulichen „Jubiläum“ der Tat die Geschehnisse dieser Nacht noch einmal gründlich aufzuarbeiten, denn der genaue Ablauf dieses schrecklichen Verbrechens ist immer noch ungeklärt. Die mutmaßliche Mörderin von drei Menschen versuchte sich damals selbst das Leben zu nehmen und liegt seitdem im Koma, sodass der Fall bisher nicht offiziell abgeschlossen werden konnte. Die Berliner Reporterin möchte in ihrem Artikel den Schwerpunkt nun vor allem aber auf die Opfer der Tat legen und nimmt zu diesem Zweck Kontakt mit Überlebenden und Angehörigen der Beteiligten auf, um die Wahrheit ans Tageslicht zu fördern. Autor Eric Berg erzählt seine Geschichte in „Das Nebelhaus“ dabei auf zwei verschiedenen Zeitebenen, die sich kapitelweise abwechseln. Handlungsstrang Nr. 1 schildert die Ermittlungen der Journalistin, der zweite hingegen protokolliert die Ereignisse der Tage vor der Blutnacht und sorgt für eine Begegnung mit allen Beteiligten der Tragödie. Freunde der Island-Krimis von Yrsa Sigurdardottir werden sich bei dieser Erzählweise schnell heimisch fühlen, denn nicht nur vom Stil sondern auch vom Setting erinnert „Das Nebelhaus“ ein wenig an ihren Grusel-Thriller „Geistesfjord“, allerdings setzt Berg den Schwerpunkt ein wenig anders und auf einen eher bodenständigen Krimiplot ohne unheimliche Schauereinlagen. Sein Konzept geht dabei durchaus auf: Durch die ständig wechselnden Perspektiven ist die Geschichte zum einen abwechslungsreich, zum anderen baut der Autor so sukzessiv Spannung auf, da sich aus den Zeitsprüngen immer wieder kleine Cliffhanger ergeben. Ein weiterer cleverer Kniff: Eric Berg lässt zumindest in Teilen bis zum Ende offen, welche Figuren letztlich der Blutnacht zum Opfer gefallen sind, was das Ermitteln der Täterschaft noch ein wenig anspruchs- und reizvoller macht. Und da die Charaktere alle grundverschieden sind und sich demnach auch eine Vielzahl von Mordkonstellationen und -motiven ergibt, bietet das Buch so wirklich viele Möglichkeiten zum Miträtseln. Allerdings sind diese Figuren leider auch ein wenig schablonenhaft geraten und wirken allesamt etwas überspitzt: Es gibt den spaßbefreiten Spießer, die gelangweilte Ehefrau, die unberechenbare Borderline-Kandidatin, den träumerischen Künstler, den verrückten Hippie – das hat ein bisschen was von einem unterhaltsamen Krimi-Gesellschaftsspiel, ist in dieser übertriebenen Zusammenstellung aber eher wenig realistisch. Zudem offenbaren sich im Verlauf der Geschichte leider immer wieder einige Ungereimtheiten, die das Lesevergnügen doch merklich trüben. Dies beginnt schon beim arg gezwungenen Anlass für das Wiedersehen der früheren Studienfreunde – denn eigentlich gibt es gar keinen – und setzt sich bei vielen nicht nachvollziehbaren Handlungen und Verhaltensweisen der Charaktere fort: Ob Angehörige von Mordopfern, die sensationsgierige Reporter nur allzu bereitwillig zu sich einladen; eine Mutter, die eine offenkundig gestörte Frau mit Waffe in einem Haus mit ihrer kleinen Tochter wohnen lässt; Freunde, die es offenbar nicht weiter besorgniserregend finden wenn eine von ihnen eine Pistole zum gemeinsamen Wiedersehen mitbringt – die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Ähnliches gilt für die Auflösung, die zwar überraschend und in Teilen sogar schockierend ist, aber zugleich auch sehr unglaubwürdig und willkürlich erscheint. Hier entsteht der Eindruck, als hätte der Autor für einen möglichst großen Überraschungseffekt einfach die unwahrscheinlichste aller Möglichkeiten gewählt, egal ob diese Erklärung nun stringent ist oder eben nicht – zudem hätte z.B. ein simpler Schmauchspuren-Test das Verbrechen von Anfang an ohne Probleme aufklären können. So ist „Das Nebelhaus“ zwar insgesamt ein spannender Kriminalroman mit einer durchaus verzwickten Story, der zudem erfreulich viel Raum zum Miträtseln bietet, allerdings muss man immer wieder über oben erwähnte Unstimmigkeiten oder Klischees wie die überzeichneten Charaktere, den obligatorischen Sturm zum Finale oder abreißende Mobilfunkverbindungen zum ungünstigsten Zeitpunkt hinwegsehen, um an dieser Geschichte uneingeschränkt Freude haben zu können – und das gelingt leider beim besten Willen nicht immer. Mit der auf dem Buchcover abgedruckten Zitat „Das ist richtig gut gemacht“ von WDR2-Literaturkritikerin Christine Westermann kann ich somit nicht ganz übereinstimmen, aber „Das Nebelhaus“ ist zumindest im Großen und Ganzen gut gemacht – zum ganz großen Wurf fehlt hier allerdings noch ein bisschen.

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Ich war echt überrascht, wie gut mir die Geschichte gefallen hat. Selten lese ich drei Bücher eines Autors hintereinander, aber nach diesem Schmöker blieb mir eigentlich keine Wahl. Im Fordergrund steht die Recherche der Journalistin Doro Kagel. Sie lebt alleine und hat einen erwachsenen Sohn. Aufgrund ihrer tragischen Familiengeschichte - ihr Bruder wurde in jungen Jahren ermordert - schreibt sie mittlerweile hauptsächlich über Morde und andere schlimme Vergehen. Sie kann sich sehr gut in die Hinterbliebenen der Opfer hineindenken und berichtet daher besonders einfühlsam. Über die "Blutnacht von Hiddensee" wurde schon allerhand geschrieben, allerdings möchte eine Zeitung zum Jahrestag einen ausführlichen und gut recherchierten Bericht veröffentlichen. "Drei Tote und ein Komapatient, das war die Bilanz der "Blutnacht von Hiddensee", die die Ostseeinsel zwei Jahre zuvor erschüttert hat." Während die Polizei weiterhin mehr oder weniger im Dunkeln tappt, besucht Doro die Komapatientin, die zur Täterin auserkoren wurde. Wehren kann sie sich ja nicht, dafür versucht es ihre Mutter umso mehr. Noch während des Gesprächs mit der verzweifelten Frau, überkommen Doro Zweifel. Ihrer Meinung nach wurde der Fall sehr schnell ad acta gelegt. Um sich ein besseres Bild machen zu können, besucht sie nach und nach alle lebenden Beteiligten und fügt so ein Puzzleteil ins andere. Sie verliebt sich sogar in einen davon und fährt mit ihm auf die Insel, um dort das "Mordhaus" in Augenschein zu nehmen. Ganz schön mutig, wenn man überlegt, welche Zweifel Doro mittlerweile an der Geschichte hegt. Dort angekommen, findet sie etwas ganz anderes als sie erwartet hat. Sie kommt gleich mehreren Geheimnissen auf die Spur - doch haben alle mit diesem tragischen Mordfall zu tun? Die Journalistin Doro Kagel erzählt in Ich-Form ihre Geschichte und führt den Leser durch ein Labyrinth aus Hass, Liebe, Eifersucht, Grausamkeit, Verdrängung und Vergebung. Sie irrt sich des Öfteren was Tathergang und Täter angeht, aber am Ende steht sie dem Mörder/der Mörderin gegenüber. Gerade weil man nur nach und nach erfährt, wer die Mordnacht überlebt hat , ist dieser Kriminalroman besonders spannend. Kommen wir zum nächsten Teil der Geschichte. In der dritten Person wird ein zweiter Handlungsstrang erzählt. Während Doro sich mühsam die Fakten zusammenrecherchiert, entführt der Autor den Leser ins Jahr 2010 - dem Jahr des Grauens. Hier erfährt man die Hintergründe der Tat und was sich davor alles abgespielt hat. Im ersten Moment wirft das Ganze natürlich mehr Fragen auf, als es beantwortet. Hier eine kurze Zusammenfassung: Der Architekt Philipp und seine Frau Genoveva, mit ihrer kleinen Tochter Clarissa, laden alte Bekannte ihres Mannes auf die Ostseeinsel Hiddensee ein. Die Gäste sind Yasmin, Leonie und Timo. Die Protagonisten sind zwischen 35 und 45 Jahre alt. In jungen Jahren waren sie zwar keine richtigen Freunde, aber sie haben sich zumindest miteinander verbündet, um die Welt ein wenig besser zu machen. Davon ist heute allerdings nichts mehr übrig - sich für etwas einsetzen, sei es für den Tierschutz oder die Umwelt, das war einmal. Es geht nur noch darum, wer was und wieviel man besitzt. Das Leben der Protagonisten könnte nicht unterschiedlicher sein. Inderekt betroffen sind auch die Haushälterin, deren Mann und Sohn. Doch im Nachhinein wird klar: So indirekt nun auch wieder nicht. Der Autor gewährt einen tiefen Einblick in das Leben aller Beteiligten und soviel kann ich sagen: Es tun sich Abgründe auf. Ich hatte des Öfteren Vermutungen, die sich aber immer relativ schnell zerschlagen haben und ich gestehe: Am Ende war ich total überrascht. So gut wie jeder der beteiligten Personen trägt eine Schuld in sich, die aber nicht zwangsläufig mit dieser Nacht zu tun hat. So bleibt auch dieser Teil der Geschichte schön spannend.

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Hiddensee: windumtose Insel in der Ostsee. Keine Autos, stattdessen blühende Heidelandschaften, Dünen, Strände und Leuchttürme. Wer nun aber an Inselromantik und beschauliche Strandspaziergänge beim Leuchten des Abendrots denkt, ist auf dem falschen Dampfer. Bei Eric Berg geht’s neblig, stürmisch und düster zu, und mit seinem Krimi holt man sich eher Gänsehaut als Sonnenbrand. Worum geht’s? Während des Studiums waren Timo, Philipp, Yasmin und Leonie eine verschworene Einheit, wenn es darum ging, sich gegen Atommülltransporte an die Gleise zu ketten, Tiere vor dem Schlachter zu retten oder sonst irgendwie fürs Gemeinwohl aktiv zu werden. Aber das ist einige Jahre her, und inzwischen hat sich das Quartett aus den Augen verloren. Als sie sich im Internet wiederbegegnen, verabreden sie sich für ein Wiedersehen auf Hiddensee bei Philipp, inzwischen erfolgreicher Architekt mit vermeintlicher Bilderbuchfamilie. Doch das Treffen endet mit einem grauenvollen Verbrechen: In einer stürmischen Septembernacht werden drei Menschen erschossen, die vermeintliche Amokläuferin Leonie wird schwer verletzt und fällt ins Koma. Doch was genau damals in der „Blutnacht von Hiddensee“ geschah, ist zu Beginn des Buches – zwei Jahre nach eben jener Nacht – mehr schlecht als recht aufgeklärt. Welche Rolle spielte beispielsweise die kambodschanische Familie Yim, die direkt neben dem Nebelhaus wohnt und verschiedene Dienste für Philipp und seine Familie tat? Und warum wurde Steffen Herold, der damalige Freund der vermeintlichen Amokläuferin Leonie, nie zu den Geschehnissen vernommen? Die Berliner Journalistin Doro Kagel beginnt, den Fall neu aufzurollen. Nach und nach kommt sie den tatsächlichen Geschehnissen jener Nacht auf die Spur, und bald keimt ein schrecklicher Verdacht in ihr auf. Der Krimi wird auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen erzählt. Zum einen begleiten wir Doro Kagel in der Gegenwart bei ihren Recherchen. Zum anderen erleben wir nahezu minutiös die Erlebnisse auf Hiddensee zwei Jahre zuvor mit. Wir sind dabei, wenn die vier ehemaligen Weggefährten aufeinander treffen. Wir beobachten, wie diese vier ehemals so ähnlichen Menschen inzwischen völlig konträre Richtungen in ihrem Leben und Denken eingeschlagen haben und welche Konflikte und Feindseligkeiten sich daraus ergeben. Und wir verfolgen mit, wie nach den ersten beiden Tagen plötzlich ein Sturm auf Hiddensee zuhält und sich parallel dazu auch die Stimmung im Nebelhaus immer mehr zu einem heftigen Gewitter zusammenbraut. Ich muss zugeben, dass ich schon relativ zu Beginn des Krimis der festen Meinung war, als versierte Krimileserin die Sache durchschaut und den tatsächlichen Mörder entlarvt zu haben. Beinahe schon etwas missmutig habe ich dennoch weitergelesen, auch weil mich der sehr dichte und atmosphärische Schreibstil von Eric Berg wirklich in seinen Bann gezogen hat und das beinahe schon Kammerspiel-artige Setting perfekt dazu beigetragen hat, die Spannungskurve oben zu halten. Nun, ich muss sagen: zum Glück habe ich weitergelesen, denn am Ende war ich völlig von den Socken, was die tatsächliche Auflösung anging! Krimierfahrung hin oder her – Eric Berg hat mich auf ganzer Linie hinters Licht geführt und ich wage zu behaupten, dass es vielen Lesern so ging. Daher kann ich nur sagen: wenn ihr Lust habt auf einen intelligent konstruierten Krimi, der euch gnadenlos im Dunkeln tappen und euer Herz dank des ein oder anderen Schreckmoments schneller schlagen lässt – dann greift zu!

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Wieder einmal hat mich ein Krimi aus der Feder von Eric Berg völlig überzeugt. „Das Nebelhaus“ ist packend, dramatisch , spannend und hat eine wundervolle geheimnisvolle Atmosphäre. Das Buch besticht außerdem wieder einmal mit einer tollen Schreibweise und vielseitigen Charakteren, die so einige Geheimnisse in sich tragen und den Leser, je weiter er in die Geschichte vordringt, immer mehr mit diesen verborgenen Abgründen zu überraschen versteht. Doro Kagel ist Journalistin und will aufgrund des 2 jährigen Jahrestages der sogenannten „Blutnacht von Hiddensee“ einen Artikel über diesen Vorfall schreiben. Während sie anfangs noch Zweifel hat wie sie genau mit dieser Story anfangen soll und selbst bereits am Beginn schon ein ungutes Gefühl gegenüber dieser Reportage hegt, ist sie bald darauf jedoch schon mit voller Tatenkraft dabei die damaligen Ereignisse auf den Grund zu gehen. Hierbei befragt sie nicht nur die Angehörigen der Opfer, und lernt somit den sympathischen Yim kennen, der mit ihr auch zusammen nach Hiddensee fährt um dort direkt am Tatort sein zu können, sondern hegt langsam Zweifel an die „Täterin“ die seit der Tat im Koma liegt. Während man Doro bei ihren Entdeckungen und ihren sich zu entwickelnden Gefühlen zu Yim begleitet, springt das Buch des öfteren in die Vergangenheit zurück und wir erfahren hautnah was damals vor 2 Jahren wirklich geschehen ist….Denn was damals mit einem harmlosen Wiedersehens Treffen damaliger Freunde anfing, endetet in einem Blutbad…. Doch was führte zu dieser Tat? Was ist tatsächlich damals in diesem beschaulichen und bislang so sicheren Ort geschehen, und wer war dafür verantwortlich? Wir bekommen Einblick in das damalige Zusammentreffen der ehemaligen Aktivisten Freunde und lernen jeden Einzelnen von Ihnen im Laufe der Geschichte besser kennen. Den Gastgeber: Philipp, der erfolgreiche und leicht angeberische Architekt mitsamt seiner perfekten Familie: Vev, seine hübsche aber sehr ironische Frau, und ihre hübsche Tochter Clarissa. Zu den Gästen gehören: die alternativ lebende flippige Yasmin, die biedere und manchmal etwas stimmungsschwankende Kindergärtnerin Leonie, sowie den etwas erfolglosen Schriftsteller Timo. Während man schon recht bald ihre gegenseitige Antisympathie spüren kann, bleibe ich jedoch bis zum Schluss im Zweifel darüber welcher Grund zu dem folgenden Blutbad geführt hat. Stück für Stück wird das Rätsel gelöst und dabei bleibt die Spannung fortwährend bestehen. Bald schon erkennt man , dass nicht jeder Mensch der ist wer er selbst zu glauben scheint. Zitat Seite 402: „Man glaubt zu wissen, wer man ist, wozu man fähig ist und wozu nicht, aber ich sage Ihnen, man täuscht sich fast immer“ Ein spannendes Miträtseln, das bis zum Ende den Leser an das Buch fesselt.

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Das Cover passt meiner Meinung nach richtig, richtig gut zu diesem Buch. Es zeigt ein Haus auf einer Insel, mit Sand und Gras/Schilf. Im Hintergrund sieht man das Meer und kann die Seeluft fast schon schmecken. Großartig! Eric Berg - auch bekannt als Eric Walz - hat mit Das Nebelhaus seinen ersten Krimiroman veröffentlicht. Dabei erzählt er die Geschicht aber nicht wie so oft in anderen Romanen durch die Polizei, sondern durch die Journalistin Kagel und die Freunde von einst. Der Roman wird aus zwei Perspektiven und Zeiten geschildert, was das Buch ungemein spannend macht und Tiefgang verleiht. Auf der einen Seite haben wir die überarbeitete Doro Kagel. Sie ist eine erfolgreiche Journalistin aus Berlin und möchte einen seriösen Artikel zur grauenhaften Nacht in Hiddensee schreiben. Dabei recherchiert sie intensiv und sucht nach den Hinterbliebenden/Angehörigen der Freunde. Es ist nur natürlich das jeder dieser Hinterbliebenen seine eigene Meinung zu den Geschehnissen jener Nacht hat. Doro´s Aufgabe ist es nun rauszufinden, was davon wahr ist und was davon nur die jeweilige Meinung der interviewten Person spiegelt. Doro Kagel selbst ist ein sympathischer Charakter. Ich mochte sie sehr. Ich konnte verstehen wie sie dachte und handelte. Ich konnte nachfühlen, dass das Thema Hiddensee sie einerseits gepackt hat und andererseits abstoßend war. Wie einen Unfall den man sieht und den Blick nicht davon nehmen kann. Sie ist intelligent und findet Zusammenhänge, die dem Leser schlüssig dargelegt werden, sodass ich dem Verlauf gut folgen konnte. Dies ist natürlich dem flüssigen, spannenden und leichten Schreibstil geschuldet. Der zweite Zeitstrang spielt zwei Jahre zuvor. Die beiden Schauplätze fügen sich gut zusammen und ergänzen sich perfekt. Der Autor versteht es die Spannung zu erhalten und sogar weiter aufzubauen. Jeder denkt den Mörder zu kennen, bis man erkennt, dass man zu Beginn nicht mal weiß, wer nun die Opfer sind. Oft dachte ich zu wissen wer der Täter ist/war und stellte ein paar Seiten später fest, dass dem nicht so war. Natürlich treffen die beiden Erzählstränge bald aufeinander und dann geht es Schlag auf Schlag und ich konnte teilweise gar nicht fassen, wie eines zu anderen kam. Die Protagonisten der Blutnacht auf Hiddensee sind alle ganz unterschiedlich. Es gibt den erfolgreichen Architekten, das verschlossen wirkende Mauerblümchen, den ruhigen Autoren und die abgedrehte ehemalige Aktivstin. Jeder hat seine Leben, seine Meinung. Es ist nur natürlich, dass da Welten aufeinander prallen und auch der ein oder andere Streit nicht ausbleibt. Gefühle kommen hoch - sowohl alte als auch neue Gefühle. Obwohl man ja eigentlich weiß das es zum Morden kommt, rätselt man immer wieder "wer tut es". Beim lesen wurde mir klar, dass es jeder getan haben könnte. Da man wissen möchte, wie eins zum anderen kam, bleibt man dran und wird nicht enttäuscht. Fazit Eric Berg hat mich mit diesem Roman begeistert. Er ist gut zu lesen, sturkturiert, spannend und zeigt das theoretisch jeder zu einem Mord fähig ist. Gerade diese realistische Aussage, machte den Roman so beängstigend. Lesen!

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Eric Berg ist das Pseudonym von Eric Walz, der sich bisher mit historischen Romanen einen Namen gemacht hat. "Das Nebelhaus" ist sein erster Krimi. Das Buch konnte mich gleich von Anfang fesseln und insgesamt auch absolut überzeugen. Die Geschichte wird durchgängig ein zwei Handlungssträngen erzählt. Zum einen erlebt man die Ereignisse beim Treffen der Freunde vor 2 Jahren mit und zum anderen begleitet der Leser in der Gegenwart die Journalistin Doro bei ihren Recherchen. Mit jedem Kapitel wechselt der Handlungsstrang, so dass man in jedem der beiden Stränge stückchenweise weiter kommt. Je weiter die Ereignisse voran kommen, desto mehr nähern sich die Handlungsstränge aneinander an. Das hält die Spannung nicht nur von Anfang hoch sondern steigert sie auch ständig, so dass ich das Buch fast nicht aus der Hand legen konnte, weil ich es kaum erwarten konnte, endlich zu erfahren wer Täter und Opfer sind und was sich nun genau zugetragen hat. Anfangs dachte ich, der Fall sei eigentlich klar, ich wüsste wer der Täter/die Täterin ist und es ginge nur noch um das Motiv und die Ausführung der Tat. Weit gefehlt! Etwa nach einem Drittel begann ich mit Spekulationen, ob meine Vermutung vielleicht doch nicht richtig ist und wer denn sonst noch als Täter in Frage kommt. Auch ist die Identität aller Opfer nicht von Anfang an klar. Für Spekulationen in alle Richtungen ließ die Geschichte viel Raum. Doch erst am Ende klärt sich alles auf und der Autor lässt bis dahin den Leser sehr geschickt falschen Fährten folgen und falsche Schlüsse ziehen. Das Ende hat mich sehr überrascht, mit dieser Auflösung hatte ich nicht gerechnet. Insgesamt ist die Logik der Geschichte in sich stimmig und lässt am Ende keine Fragen offen. Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet, facettenreich, charakterlich sehr unterschiedlich und alle glaubwürdig und authentisch. Der flüssige und lockere Schreibstil hat mich förmlich durch die Seiten fliegen lassen. Insgesamt ist es ein spannungsgeladener Krimi, der mich sehr gefesselt und begeistert hat und den ich jedem Krimi-Fan wärmstens empfehlen kann. Gratulation Herr Berg, mit Ihrem Debüt-Krimi haben Sie gleich einen neuen Fan gewonnen! Fazit: 5 von 5 Sternen

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Nach Ende ihrer Studienzeit hatten sich die einstigen Freunde und Aktivisten Philipp, Timo, Leonie und Yasmin aus den Augen verloren. Nun, 15 Jahre später, wohnt Architekt Philipp mit seiner kleinen Familie auf Hiddensee, während die anderen 3 in Berlin geblieben sind: Timo hofft endlich auf den Durchbruch als Schriftsteller, Leonie hat bis vor kurzem als Erzieherin gearbeitet und Yasmin fühlt sich bei ihren Freunden auf der Straße am wohlsten. Dank Timo haben sie sich über Facebook wiedergefunden und folgen nun Philipps Einladung zu einem Wochenendbesuch in seinem Haus auf der Ostsee-Insel. Doch von der einstigen Verbundenheit der ehemaligen Freunde ist nichts mehr zu spüren, Harmonie will sich nicht einstellen. Im Gegenteil: Gemeinsamkeiten sind kaum noch vorhanden, die Stimmung verschlechtert sich zusehends. Die Situation spitzt sich immer mehr zu und eskaliert schließlich in einer tödlichen Katastrophe: 3 Menschen werden erschossen und Leonie, die Tatverdächtige, liegt seither im Koma. Aus Anlass des 2. Jahrestages der „Bluttat von Hiddensee“ will die Journalistin Doro Kagel eine Reportage darüber schreiben, in der sie Angehörige sowie Überlebende zu Wort kommen lässt. Ihre Recherchen führen sie u.a. direkt an den Ort des damaligen Geschehens – nach Hiddensee zu Philipps „Nebelhaus“, das so getauft wurde, weil es in einer Senke liegt und oft von Nebelschwaden eingehüllt wird. Je mehr sie sich mit den Ereignissen an jenem Unglücks-Wochenende und den beteiligten Personen befasst, um so ungeheuerlicher wird ihr Verdacht. Resümee: Zu Beginn des Buches erfährt der Leser lediglich den tragischen Ausgang des Besuchs der einstigen Berliner Freunde bei Philipp: 3 Personen wurden erschossen, die schwer verletzte Leonie liegt seitdem im Koma und kann nicht vernommen werden. Trotz fehlender eindeutiger Beweise gilt sie als Täterin. Doch wer sind die Toten? Welches war der Auslöser für das Massaker, wie der Tathergang? Welche Rolle spielten die kambodschanische Haushälterin und ihre Familie? Das alles bleibt bis zum dramatischen Showdown am Ende des Buches im Dunkeln. Doro Kagel – und mit ihr der Leser – gewinnt immer mehr Einblicke in die Ereignisse jenes Wochenendes und in die grundverschiedenen Lebensläufe aller an ihnen Beteiligten. Es entsteht das Bild eines unheilvollen Beziehungsgeflechts, in das auch Philipps Ehefrau und Tochter sowie seine Haushälterin samt Familie eingebunden sind. Kapitelweise alternierend werden die Vorgänge auf Hiddensee, die vor 2 Jahren zur „Blutnacht“ führten, und - in der Ich-Form - die aktuelle Recherche-Handlung der Journalistin erzählt. Dabei entsteht immer wieder ein neuer Verdacht, wer seinerzeit ein nachvollziehbares Motiv gehabt haben könnte, Amok zu laufen. Aber kaum glaubt der Leser, der Wahrheit auf die Spur gekommen zu sein, tritt im vergangenen oder gegenwärtigen Geschehen eine Wendung ein, die die Theorie über den Haufen wirft und einer anderen Platz macht. So wird von Anfang an eine (Hoch-) Spannung erzeugt, die bis zum Schluss erhalten bleibt. Leider kam für mich die endgültige Auflösung und mit ihr die Präsentation des Täters jedoch zu abrupt, wirkte in meinen Augen zu konstruiert. Neben dem Aufrechterhalten einer kontinuierlichen Spannung hat mich auch das exzellente Sprachniveau gefreut. Dazu gehört auch, dass sich die Dramatik der Handlung analog zur Naturgewalt des sich anbahnenden Unwetters entwickelt, bis beides schließlich in einer wahnsinnigen Zerstörung mündet. Unklar blieb für mich, warum unmittelbar nach der Bluttat nicht die Polizei Doro Kagels Recherche-Arbeit gemacht hat. Warum wurde Leonie ohne weitere Ermittlungen als Täterin abgestempelt, obwohl keine eindeutigen Beweise dafür vorlagen? Warum nahm man offenbar keine Schmauchspuren von den Händen der Anwesenden? Warum legte die Polizei die Recherchen ad acta, solange Leonie nicht vernehmungsfähig war? - Eigentlich dilettantische Arbeit. Und als Leser hat man die Alternative, dies entweder als künstlerische Freiheit des Autors als Basis für die Krimi-Handlung zu akzeptieren und sich an ihr zu erfreuen - oder sich darüber zu ärgern und den Krimi wegen dieser fragwürdigen Grundvoraussetzung als hanebüchen abzutun. Ich habe mich für Ersteres entschieden. Daher mein Fazit: Ein spannender Krimi, der mich erschauern ließ – sollte man wirklich nach so langer Zeit eine Gruppe ehemaliger Freunde zum Wochenendbesuch in sein Haus einladen? Nach der Lektüre des Buches kann die Antwort nur lauten: Lieber nicht … Viele Leser meinen, dass dieser 1. Krimi des Autors viel spannender sei als sein Folgewerk „Das Küstengrab“. Das kann ich nicht bestätigen, für mich stehen sie in puncto Dramatik auf einer Stufe.

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