Leserstimmen zu
Lieber Mr. Salinger

Joanna Rakoff

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Lieber Mr. Salinger“ ist das perfektes Wochenendbuch für uns Büchermilben. Joanna ist Anfang 20, kommt direkt von der Uni und fängt als Assistentin in einer Literaturagentur an. Diese Literaturagentur vertritt unter anderem den Kultschriftsteller J.D. Salinger. Wir befinden uns mitte der 90er, die Agentur scheint aber in den 50ern stehen geblieben zu sein. Keine Computer, kein Internet, nur Bücher, Schreibmaschinen und Diktaphone. Irgendwie echt romantisch 😂 Dieser Roman handelt von normalen Problemen, die bestimmt jeder kennt, der einmal Berufseinsteiger war, der seinen Platz in der Arbeitswelt und auch in der Außenwelt sucht und letztendlich findet. Zu Beginn hat Joanna noch große Ehrfurcht vor dem berühmten Klienten Mr. Salinger, doch der Job ermöglicht ihr einen ganz persönlichen und intensiven Zugang zu ihm und zu seinen Werken. Das war wirklich schön und spannend zu beobachten. Ein echter Wohlfühl-Roman, der vor Liebe zur Literatur trieft. Ich hatte seit meiner Teenie-Zeit keine Berührungspunkte mehr mit Salinger. Ich weiß nur noch, dass ich den Fänger im Roggen damals grandios fand. Dank diesen Romans bin ich nun stark auch an seinen anderen Werken interessiert. Zum Glück hat der KiWi-Verlag gerade neue Ausgaben von Salinger herausgebracht, die vor allem todschick sind. Die kommen dann ziemlich bald in das heimische Bücherregal! Ps.: Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit.

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Auf dieses Buch wurde ich aufgrund der vielen positiven Meinungen aufmerksam. Und obwohl ich (noch!) nichts von J.D. Salinger gelesen hatte, entschloss ich mich, Joanna Rakoffs „Lieber Mr. Salinger“ eine Chance zu geben. Und irgendwie schaffte es dieser Roman, der viel mehr eine Erinnerung aus Rakoffs Zeit als Assistentin in einer Verlagsagentur ist, mich völlig in den Bann zu ziehen, sodass ich das Buch an zwei Abenden durchgeschmachtet hatte. Es geht um die junge Joanna Rakoff, die Mitte der Neunziger einen Job bei einer Verlagsagentur bekommt und dort mit dem Traum, selbst Autorin zu werden, anfängt Briefe zu tippen – auf einer Schreibmaschine! Die Agentur scheint in der Zeit stehen geblieben zu sein, weigert sich die Chefin starrköpfig, Computern Einzug zu gewähren. Joanna kommt sich vor wie bei einer Zeitreise, alles erscheint ihr leicht altertümlich, und doch macht ihr der Job Spaß. Eines Tages entdeckt sie in einem der zahlreichen Regale im Büro einen Autor, den sie hier nicht erwartet hat: J.D. Salinger. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie noch nichts von ihm gelesen, dennoch hat sie großen Respekt vor dieser literarischen Größe. Wenig später wird sie auch mit der Bearbeitung der Fanpost Salingers beauftragt und sie beginnt, sich mehr und mehr mit seinen Büchern zu beschäftigen und die Briefe nicht wie angeordnet mit einem Standardschreiben zu beantworten, sondern sich in die Seele der Menschen einzufühlen. Doch Rakoff erzählt in ihrem Werk nicht nur von ihrem Arbeitsleben, auch Privates fließt in ihr Werk. So erzählt sie von ihrem damaligen Freund, der selbst Autor ist – oder zumindest versucht, einer zu sein. Die Beziehung der beiden hat immer wieder Höhen und Tiefen und als Leser war mir schleierhaft, wie sie es miteinander aushalten. Die Beziehung zu ihren Eltern ist auch nicht allzu positiv, bekommt sie doch zum Geburtstag einen Haufen Rechnungen geschenkt, da sie jetzt einen richtigen Job hat und diese nun selbst bezahlen kann. Dass Joannas halbes Gehalt bereits für die Miete drauf geht, davon wissen ihre Eltern nichts. Auch sonst erscheint sie sehr schweigsam, ihre Welt dreht sich nur um die Literatur und ihre Arbeit. Obwohl in diesem Buch nicht allzu viel passiert, hat Joanna Rakoff es doch geschafft, mich zu fesseln. Die Dialoge, die Telefonate mit Salinger, die Fanpost – all das hat diesen Roman zu einem perfekten literarischen Leckerli gemacht. Wenn Joanna relativ am Ende die Bücher Salingers endlich liest und entdeckt, dass diese einfach grandios sind, gibt es einen kleinen Gänsehaut-Moment, und selbst ich, die die Bücher nicht gelesen hat, kann dieses Gefühl nachvollziehen. Joanna, die in ihrer bisherigen literarischen Laufbahn nur eher „schwere Kost“ gelesen hatte und den Grundsatz verfolgte, dass Literatur sie fordern, nicht unterhalten soll, hatte sich gezielt von Salingers vermeindlicher Unterhaltungs-Literatur ferngehalten. Doch seitdem sie die Fanpost las und ihn persönlich kennenlernte, wurde das Feuer der Neugierde, die sie empfand, immer weiter geschürt. Fazit: Dieses Buch ist eine kleine Liebeserklärung an die Literatur. Steht hinten drauf, aber man kann es nicht anders sagen. Joanna Rakoff nimmt uns mit auf eine Zeitreise, die keine ist – in die Welt ihrer Agentur. Wir lernen ihre Arbeit kennen und ebenso ihre Liebe zu den Büchern. Während ihr Privatleben ein einziges Chaos ist, sie aufgrund ihrer Unterbezahlung schon beim Essen sparen muss, verfolgt sie heimlich weiterhin ihren Traum – Gedichte zu veröffentlichen. Ein wunderbares kleines Buch für ein paar gemütliche Stündchen auf dem Sofa.

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Fazit Eine autobiografische Erzählung, die weit über eine Hommage an J.D. Salinger hinausgeht und alle diejenigen neugierig machen sollte, die seine Werke bisher noch nicht gelesen haben.

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Bücher über Literatur sind großartig! Immer! Vor allem für Literaturliebhaber, die – genau wie die Figuren eines solchen Romans – für das Literarische im wahrsten Sinne des Wortes leben. Joanna Rakoff hat in diesem autobiografischen Roman eine solche hinreißende Geschichte geschrieben. Eine Geschichte, die mit ihrem Studienabschluss beginnt und schließlich erst in New York einsetzt: Joanna liebt Bücher und das Lesen, sie liebt das Schreiben und große Autoren. Sie liebt den literarischen Flair und seinen intellektuellen Esprit. Kurzum: Joanna will in die Welt der Bücher! Eine Welt, die sie bezaubert. Wie so viele andere auch! Und genau hier nimmt die allzu komische Tragödie ihren Lauf: Joanna Rakoff erzählt eine wunderbar leichte und irrwitzige Geschichte über ihr besonderes Jahr mit J. D. Salinger! Klingt verrückt, ist es auch! Denn als Joanna auf dem Arbeitsmarkt kein Glück hat – denn die Welt der Bücher ist äußerst begehrt – landet sie zufällig und urplötzlich als Assistentin in einer außergewöhnlichen Agentur für Literatur. Es könnte ein Traumberuf sein, doch die Chefin ist grausam, das Büro trist, alles ist eingestaubt, die Arbeit ist schlecht bezahlt und dazu noch stupide! Joanna muss nicht nur den ganzen Tag Briefe tippen, sie tippt sie auf einer Schreibmaschine! Mit anderen Worten: Hier, mitten im modernen und schillernden New York scheint die Zeit still geblieben zu sein. Statt E-Mails, trudeln unzählige Leserbriefe ein. So etwas wie Digitalisierung existiert nicht. Unvorstellbar! Unvorstellbar lustig! Es herrschen Langeweile und Monotonie, nicht einmal der nette Arbeitskollege kann Joanna von ihrer Tristesse ablenken, als sie erfährt, wen ihre Chefin, ihre Agentur, vertritt: den großen Salinger! Wie ist er, dieser Salinger in Wirklichkeit? Ist er tatsächlich so eitel oder nur scheu und eigen wie alle großen Künstler es eben sind? Wird es je die Möglichkeit für eine anregende Unterhaltung geben? Und wird sie ihn jemals sehen? Ihre Chefin hat es ihr zumindest strengstens untersagt. Doch, wer weiß schon genau, wie das Schicksal spielt. Während Joanna davon träumt, auf den berühmten Autor zu treffen, sind es am Ende seine, Salingers Bücher, die Joanna ihre Liebe zur Literatur zurückbringen. Joanna liest sich buchstäblich zurück ins Leben. Klingt kitschig? Ein wenig! Aber so schön! Rakoff erzählt hier nicht nur eine zauberhafte und unterhaltsame Geschichte einer jungen, klugen Frau, die sich in die Literatur rettet. Sie webt hier zugleich ein amüsantes Porträt eines wichtigen Schriftstellers der amerikanischen Literaturgeschichte. Vergnüglich! Fröhlich! Und erheiternd! Ein Stück Prosa voller Charme!

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Sie ist jung, unterbezahlt und vernarrt in Bücher. Joanna Rakoff arbeitet 1996 als Assistentin für eine New Yorker Literaturagentur. Dabei will sie selbst Schriftstellerin werden und erhofft sich auf diese Weise den Einstieg in die Branche. Doch statt Manuskripte zu lesen, muss sie stupide Tipparbeiten für ihre exzentrische Chefin erledigen, die sich beharrlich weigert, zum Jahrtausendwechsel in „Modeerscheinungen“ wie Computer und Internet zu investieren. Das Besondere: Ihre Agentur vertritt den ebenso exzentrischen J. D. Salinger, der mit seinem „Fänger im Roggen“ Literaturgeschichte geschrieben hat. Während seine Prosa Joanna dabei hilft, den eigenen Platz im Leben zu finden, geht um sie herum eine Ära zu Ende. Joanna Rakoff hat einen autobiografischen Roman über ihr „Salinger-Jahr“ geschrieben. Täglich versucht sie, die Aufmerksamkeit ihrer kapriziösen, Kette rauchenden Chefin zu erwerben, wird jedoch wie ein Möbelstück behandelt. Und während sie sich, umgeben von hoffnungsvollen Kreativen, fast jede Nacht auf Partys herumtreibt, reicht das Gehalt kaum aus, um sich in der Mittagspause etwas zu essen zu kaufen. Zur Not muss ein Apfel plus Kaffee als Tagesration herhalten. Das Buch besticht zum einen durch seinen Retro-Charme, zum anderen durch die Einblicke in die Werke bedeutender amerikanischer Schriftsteller wie Salinger. Während in den USA „Der Fänger im Roggen“ zur Pflichtlektüre an Schulen zählt, sind viele seiner Werke hier nahezu unbekannt. Die Wende zur Digitalisierung wird in manch köstlicher Szene heraufbeschwört, zum Beispiel, wenn sich Joanna Rakoffs Chefin den Kopf über die Bedeutung „elektronischer Rechte“ und eines „papierlosen Büros“ zerbricht. Rakoffs Liebe zur Literatur ist dem Buch deutlich anzumerken. Auch schafft es die Autorin Parallelen im Leben der berühmten Protagonisten rund um Holden Caulfield und Co auf ihr eigenes Leben zu übertragen. Im Grunde genommen entwickelt sich Rakoff nur über die Lektüre ihrer Bücher weiter, durch Spiegelungen der Handlung, da sie in der realen Welt Herausforderungen gerne umgeht. Einziger Kritikpunkt: Die Charakterentwicklung der Protagonistin geht nur sehr langsam voran. So wundert es sehr, dass Joanna erst acht Monate nach Antritt ihres Jobs zum ersten Mal ein Buch von Salinger liest, obwohl er der wichtigste Kunde der Agentur ist. Zudem verkörpert Joanna einen Frauentyp, der eher in die 40er Jahre, als in die 90er Jahre von New York passt, die geprägt sind von selbstbewussten Charakteren à la „Sex and the City“. Joanna ist sehr nah am Wasser gebaut, geht Konflikten aus dem Weg und vermag Probleme nicht zu artikulieren. Sie wagt es nicht, ihren Freund auf seinen Seitensprung anzusprechen oder den Eltern ihre Geldprobleme zu gestehen. Joanna Rakoff scheint tatsächlich eine sensible Spätzünderin gewesen zu sein. Die dann aber ordentlich aufgeholt hat: Sie wurde Kritikerin bei Zeitungen wie der New York Times und ihr erster Roman mit zahlreichen Preisen überhäuft. Fazit: Ein Buch für Literaturliebhaber. Rakoff schildert, wie Bücher wirken und was sie im Leben eines Einzelnen bewirken können – wie die Fanpost von Salinger beweist. Nicht zuletzt ein Anreiz, sich einmal mehr mit den Autoren aus Übersee zu befassen.

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