Leserstimmen zu
Die Schwelle

Frank R. Tallis

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Das Buch war mal etwas komplett Anderes, als ich es sonst gewohnt bin. Schwarze Magie, Experimente mit Leichen, der Erzähler wird von einem Dämon befallen, was sein Leben nicht gerade einfacher macht. Erst dachte ich, er wird zum Vampir, da er auf einmal ganz gerne Bluttropfen trinkt, aber das war es dann doch nicht. Besonders interessant ist dann die Fahrt in die Hölle und zurück, aber deren Umstände möchte ich hier nicht verraten. Die ganze Atmosphäre des Buches ist schön schaurig-düster. Einige Szenen aus dem Buch kann man getrost als geklaut betrachten - wie wenn sich ein Mädchen in den der Luft zu drehen beginnt. Über in Glaskugeln eingeschlossene Dämonen, kann ich dagegen eher schmunzeln. Insgesamt macht das Buch einen runden Eindruck. Fazit Das Buch war spannend und originell.

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Die Schwelle

Von: Dina

07.03.2015

Erneut fällt es mir schwer eine Rezi zu schreiben. Frank Tallis gehört zu meinen absoluten Lieblingsautoren. Die Art wie er Wissenschaft, Philosophie, Historie und seine Geschichten miteinander verwebt, ist einfach einzigartig. Die Lieberman-Serie gehört zu meinen absoluten Favoriten im historischen Sektor und als ich "die Schwelle" gekauft habe, dachte ich wirklich, dass ich dieses Buch nur lieben kann. Paris im 19. Jahrhundert. Mein Lieblingsautor. Dunkle Experimente. Dämonen. Notre Dame. Alles war da und doch war die Schwelle für mich ein Kampf. Inhaltlich hat es mich sehr an, das Herz der Hölle, von Jean-Chirstophe Grangé erinnert. Es geht im Grunde genommen um eine negative Nahtoderfahrung. Paul Clement, der Protagonist aus die Schwelle, lernt auf Haiti Vodoo kennen. Zombies in ihrer "ursprünglichen Form". Zurück in Paris beginnt er auf dem Gebiet der Reanimation zu forschen. Wie immer sehr gut beschrieben von Mr. Tallis. Je mehr Menschen Paul zurückholt desto klarer wird, dass die Meisten das Selbe berichten. Einen Tunnel aus Licht. Das Schweben über ihrem Körper. Absolute Glückseligkeit. Paul setzt alles daran auf diesem Weg die Existenz der Seele zu beweisen, aber die Zeit drängt und so entschließt er sich diese "letzte Reise" selbst anzutreten. Allerdings landet er nicht in Licht und Glückseligkeit, sondern in der Hölle bei Dämonen und verlorenen Seelen. In letzter Minute wird er von seinem Kollegen zurückgeholt ... doch Paul ist nicht allein aus der Hölle emporgestiegen. Das klingt jetzt alles total spannend und ja, ich war von der Idee begeistert. Aber das was nach Pauls Rückkehr aus den Untiefen geschieht, war einfach nur Murks. Es tut mir in der Seele weh das zu schreiben, aber es war Murks. Frank Tallis hat großes Talent für historische Romane. Bei gruseligen Elementen, bei Splatter und Dämonen ... eher nicht. Es war einfach zu viel des Guten. Meine Ekel- und Leidensgrenze liegt hoch, aber hier war die Grenze ein paar mal wirklich erreicht bzw. überschritten. Bei einingen Szenen konnte ich mir ein genervtes Augenrollen einfach nicht verkneifen. Wenn z.B. der Dämon mit einem einzigen Wink einen Priester seiner kompletten Haut entledigt und diese wie ein Ganzkörperanzug zu Boden knistert. Zu viel, zu schnell, zu einfach, und noch dazu auf eine plumpe Art eklig. Mich lies das Gefühl nicht los, dass Mr. Tallis etwas unbedingt schreiben wollte, aber nicht wusste wie er es am Besten transportieren soll. Fazit: Wenn ich die Schwelle nur als Histo betrachten könnte, dann würde das Buch von mir seine fünf Sterne bekommen. Frank Tallis kann einfach Histos schreiben. Er recherchiert genau und transportiert die Zeit und die Menschen darin authentisch, packend und detailverliebt. Dem Gegenüber steht der mystisch-okkulte Teil des Buches, der mich einfach nicht zu überzeugen wusste.

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was kommt nach dem Tode? Spannung pur

Von: Buchrättin aus hh

24.04.2014

1872. Der junge Arzt Paul Clèmont hat aus eine Laune heraus und um unbekannte Krankheiten heilen zu lernen eine Stelle in einem Hospital auf einer französischen Antillen-Insel angenommen. Eigentlich unfreiwillig wird er Zeuge eines Voodoo-Rituals und ist danach von der Idee der Wiederbelebung fasziniert. Zurück in Paris stellt er Studien an Versuchstieren und auch an Unfallopfern an. Einige der wiederbelebten Unfallopfer erzählen danach von Erlebnissen während Ihres Sterbens, wie sich selber sahen und von Glück durchströmt zu einem Licht strebten. Skeptisch darüber plant Paul einen Selbstversuch. Doch der Versuch verläuft nicht wie geplant und danach ist er nicht mehr er selbst. Ist etwas aus dem Jenseits mit zurückgekommen? Der Roman, dessen Handlung sich über mehrere Jahre erstreckt, besticht durch seine präzise Darstellung der französischen Welt zum Ende des 19. Jahrhunderts. Die Kleidung, die Gesellschaft und auch die Sprache sind authentisch in die Handlung eingebettet. Die Personen entfalten eine eigene Persönlichkeit mit passender Tiefe und der Spannungsbogen wird hoch gehalten und der Leser dadurch an das Buch gefesselt. Es gibt zwar auch einige grausige Schilderungen, doch diese sind nicht abstoßend detailliert, sondern wirken eher wie Gemälde von mittelalterlichen Künstlern und fügen sich in die Handlung ein. Interessant waren die zusätzlichen Angaben zu den Quellen aus denen der Autor seine Inspiration gezogen hat sowie ein kurzes Verzeichnis zu realen historischen Personen, die im Roman erwähnt werden. Die Schilderungen des Paris von 1875 sind sehr anschaulich, so dass eine Karte nicht nötig ist. Ein Thema, das Leser fesselt und fasziniert. Was kommt nach dem Tod? Ist das Leben dann vielleicht doch nicht einfach zu Ende? Ein faszinierender Roman, der das Paris und das Leben um 1875 lebendig werden lässt und mit seiner Spannung den Leser mitnimmt. 4 von 5

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