Leserstimmen zu
Alles muss versteckt sein

Wiebke Lorenz

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Klappentext Steckt in jedem Menschen ein Mörder? In Gedanken hat Marie schon erschlagen, erwürgt, zerstückelt. Die furchtbar realen Gewaltfantasien kommen ohne Vorwarnung und machen ihr unaussprechliche Angst. Doch denken heißt nicht tun. Glaubt Marie. Bis ein grausamer Mord geschieht, der genau dem Horror-Drehbuch ihres Kopfes geschieht, der genau dem Horror-Drehbuch ihres Kopfes entsprungen zu sein scheint. Alle halten Marie für eine Mörderin. Auch sie selbst. Sie wird verurteilt, eingewiesen, weggesperrt. Ein junger Arzt hilft ihr dabei, die Wochen vor der Mordnacht zu rekonstruieren, und in Marie wachsen die Zweifel. Ist die Wahrheit noch viel furchtbarer als ihre Fantasie? Autor Wiebke Lorenz, geboren 1972 in Düsseldorf, studierte in Trier Germanistik, Anglistik und Medienwissenschaft und absolvierte eine Ausbildung zur Drehbuchautorin an der Internationalen Filmschule Köln. Sie lebt heute in Hamburg, schreibt für verschiedene Zeitschriften (u.a. „Cosmopolitan“) und TV-Produktionen. Gemeinsam mit ihrer Schwester veröffentlicht sie unter dem dem Pseudonym Anne Hertz Bestseller mit Millionenauflage. Ihre Romane „Was? Wäre? Wenn?“ (2003), „Allerliebste Schwester (2010)“ und ihr Thriller „Alles muss versteckt sein“ (2012) waren bei Kritik und Publikum höchst erfolgreich. Inhalt Ihre Gedanken sind mörderisch, ihre eigene Angst davor unaussprechlich: Nach einem Schicksalsschlag erkrankt Marie an aggressiven Zwangsgedanken, die so real sind, dass sie glaubt, zur Gefahr für sich und andere zu werden – vor allem für Menschen, die sie liebt. Niemand ahnt, dass Marie monatelang gegen grauenhafte Mordfantasien ankämpft, die wie Kobolde durch ihren Kopf spuken. Und mit jedem Tag wächst in ihr die Panik vor dem Moment, an dem sie diese Gedanken nicht mehr kontrollieren kann und in die Tat umsetzt. Und dieser Tag kommt, als Marie eines Morgens im Blut ihres Geliebten Patrick aufwacht, der mit einem Messer auf grausamste Weise im Schlaf niedergemetzelt wurde. Am Ende eines Gerichtsprozesses wird Marie aufgrund ihrer Schuldunfähigkeit in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen. Hinter Gittern sucht sie verzweifelt nach Erinnerungen an die Tat. Denn für Marie selbst sind die Geschehnisse wie ausgelöscht. Nur ihr Arzt Jan scheint sie zu verstehen und will ihr helfen, die Erinnerung an die Mordnacht zurückzugewinnen. Aber schon bald wächst in Marie der Verdacht, dass in Wahrheit vielleicht alles ganz anders war. Der erste Satz Weißt du, wozu du fähig bist? Meine Meinung Nachdem ich >>Bald ruhest du auch<<, meinem ersten gelesenen Thriller von Wiebke Lorenz so begeistert war, wollte ich mehr. So kam ich zu >>Alles muss versteckt sein<<. Wiebke Lorenz Schreibstil ist einfach wunderbar, zum Lesen und Mitfiebern erste Klasse. Die Geschichte um Marie ist unheimlich realistisch beschrieben, ich fühlte mich über die gesamte Zeit sehr verbunden mit ihr. Marie war liebevoll ausgearbeitet, das Fachwissen über die psychische Krankheit der Zwangsgedanken sehr toll herausgearbeitet. Ich hatte überhaupt keine Vorahnung was dahinter steckte, das Ende des Buches hat mich einfach umgehauen. Fazit Spannend und fesselnd – von Anfang bis Ende!

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Pure Langeweile

Von: hessen liest

16.05.2015

Nachdem ich "Bald ruhest auch du" von Wiebke Lorenz gelesen hatte, habe ich mich gefreut eine neue Autorin für mich entdeckt zu haben. Nach dem Lesen von "Alles muss versteckt sein" bin ich mir nicht sicher ob ich noch ein weiteres Buch von ihr lesen werde. Marie ist in eine Anstalt eingewiesen worden weil sie (angeblich) ihren Freund Patrick im Schlaf ermordet hat. Sie kann sich zwar nicht an die Tat erinnern, ist aber überzeugt es getan zu haben, weil der Mord genau so geschah wie sie es sich vorher bei ihren Gewaltphantasien vorgestellt hat. Ein Thriller ist das Buch mit Sicherheit nicht, eher ein Psychogramm und Langeweile pur. So habe ich Seite für Seite übersprungen um noch das Ende zu erfahren. Das war dann spannend, jedoch vollkommen an den Haaren herbei gezogen. Ein Buch das man nicht lesen muss und mit das schlechteste das ich in diesem Jahr gelesen habe.

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Wow

Von: Leseengel

22.04.2015

Ich habe von diesem Buch viel erwartet. Und ich kann sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde. Das Buch ist sehr spannungsgeladen. Und konnte mich so mit durchgehend in den Bann ziehen. Gut finde ich, dass man auch sehr viel über Marie und ihr normales Leben erfährt, wie sie als Erzieherin arbeitet...aber man erfährt dann auch ganz schnell, was für Gedanken sie in manchen Momenten hat. Und genau das finde ich auch gut, so weiß man als Leser sehr gut was in ihr vorgeht, wie sie sich fühlt. Auch die Art wie über ihre Vergangenheit berichetet wird, nämlich in Form von Gesprächen mit ihrem Therapeuten, sagt mir sehr zu. Ich konnte mich gut in sie, bzw ihre Gedanken hineinversetzen...und vorallem auch in ihre damit verbundenen Gefühle. Auch die anderen Charaktere fand ich gut beschrieben, so dass ich mir diese vorstellen konnte. Wie sich zum Ende hin Stück für Stück alles aufklärt finde ich super. Ich bin auch vorher nicht auf die Lösung gekommen - genau dadurch ist dieses Buch auch sehr spannend und unvorhersehbar. Der Schreibstil ist sehr flüssig, noch ein Grund mehr, warum sich dieses Buch gut lesen lässt. Ich finde es auch interessant, dass sich dieses Buch mit einer psychischen Erkankung beschäftigt und man so etwas mehr über diese erfährt. Zumal ich noch nicht viele Bücher gelesen habe, in denen es um eine psychische Erkrankung geht. Der Preis ist finde ich ein kleiner Nachteil, da es sich dabei um ein broschiertes Buch handelt, jedoch gibt es in dem Fall keinen Punkteabzug, weil das Buch ansich echt toll ist.

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Von Anfang an war ich gefangen in „Alles muss versteckt sein“. Es war sofort spannend die Gespräche zwischen Marie und ihren Psychiater miterleben zu dürfen. Ich spürte die ganze Zeit dieses Interesse erfahren zu müssen, was passiert ist. Durch die Gespräche lernen wir Marie näher kennengelernt. Man erfährt eigentlich so gut wie alles aus ihrem Leben. Was sie alles einstecken musste und wie ihre schreckliche Krankheit begonnen hat. Aber auch schöne Momente dürfen wir mit Marie teilen. Wir lernen den Ex-Mann von Marie kennen. Ihren neue Liebe und deren Geschwister. Alles, was vor dieser Mordnacht passiert ist. Denn jede Kleinigkeit wird von dem Psychiater durchleuchtet und als Leser nimmt man exklusiv an diesen Gesprächen teil. Ich konnte mich so gut in Marie hineinversetzen, wie schrecklich diese Gedanken sein müssen. Wiebke Lorenz nimmt hier kein Blatt vor den Mund und die Gedanken von Marie sind teilweise wirklich erschreckend und kommen sehr real rüber. Kein Wunder, das sie immer Angst hatte, diese Szenarien in die Wirklichkeit umzusetzen. Wir erfahren, dass Marie wegen Mord an ihrem Freund verurteilt und in einer Einrichtung eingesperrt wurde. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Alltag aus der Einrichtung gewünscht. Auch wenn wir natürlich ein wenig erfahren. Wir lernen auch andere Menschen kennen. Besonders interessant fand ich den Charakter von Hannah. Dieser ist mir wirklich extrem im Kopf geblieben. Da würde ich unglaublich gerne eine eigene Geschichte lesen. Denn Hannah hat eine gespaltene Persönlichkeit, in ihr leben mehr Personen, die sich nach vorne drängen. Also ebenfalls eine Krankheit, die interessant, spannend und fürchterlich ist. Hannah hat ihr eigenes Buch verdient. Selbstverständlich steht in „Alles muss versteckt sein“ Maries Krankheit im Vordergrund. Denn ohne diese Krankheit hätte Marie wohl ein völlig normales Leben führen können. Es ist erstaunlich, was die Psyche alles verursachen kann und ich denke noch oft an das Buch zurück. Es hat mich auf keinen Fall nach dem Lesen losgelassen. Was den Schluss angeht, habe ich zwar schon einiges erahnen können, doch getrübt wurde mein Lesevergnügen dadurch nicht. Fazit: Eine interessante und spannende Krankheit die Wiebke Lorenz in ihrem Thriller „Alles muss versteckt sein“ verwendet hat. Es ist mal etwas völlig anderes. Ich war von Anfang an gefangen und habe noch nach dem Lesen oft über Marie und ihr Leben nachdenken müssen. Eine Geschichte, die nicht so schnell in Vergessenheit gerät.

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Auf „Alles muss versteckt sein“ von Wiebke Lorenz, bin ich nur durch Zufall aufmerksam geworden. Das Cover mit den blutigen Händen fand ich eklig und auch das unten Thriller drauf stand hat mich zunächst abgeschreckt. Irgendwann nahm ich es dann doch zur Hand und war von dem Klappentext gleich beeindruckt. Die Aussage von Sebastian Fitzek auf dem Buchrücken überzeugte mich dann doch. Dieses Buch musste ich haben! Inhalt: Marie Neumann leidet unter Zwangsgedanken. Schon mehrfach hat sie Menschen grausam ermordet, zumindest in ihren Gedanken. Doch dann erwacht sie in dem Blut ihres Freundes. Patrick wurde im Schlaf erst die Kehle durchgeschnitten und dann hat jemand mehrfach mit dem Messer auf ihn eingestochen. Am Ende eines Gerichtsprozesses wird Marie als nicht Schuldfähig eingestuft und landet in der geschlossenen Psychiatrie. Doch irgendwann beginnt sie sich zu fragen, ob sie es wirklich war, denn sie kann sich beim besten Willen nicht an die Tatnacht erinnern. Nur daran, wie sie in Patricks Blut wieder aufwachte. Und wie sie sich öfter vorgestellt hatte, ihn genau auf dieses Art und Weise zu töten. Meine Meinung: Am Anfang fand ich das Buch recht öde. Wie Marie in der Anstalt sitzt und ihren Tagesablauf runterrattert. Die nüchternen Erzählungen über ihre Mitinsassen, wie ihre Zimmernachbarin Susanne, die ihre beiden Kinder erst mit Schlaftabletten außer Gefecht setzte und sie dann in der Badewanne ertränkte. Interessant wird das ganze erst, als Hannah ihre neue Zimmernachbarin wird. Hannah ist Schizophren. Sie besitzt mindestens 10 Persönlichkeiten. Zwei davon sind Kinder. Luzy, eins davon überzeugt Marie, dass sie Patrick nicht getötet haben kann. Marie tastet sich zusammen mit ihrem Psychiater Jan immer weiter an ihr altes Leben heran. Der Leser erfährt in den Sitzungen allmählich alles. Ihre Tochter ist vom Auto überfahren worden, was leider sehr vorhersehbar war. Hieraus folgt der Beginn der Zwangsgedanken. Das Buch ist im Allgemeinen sehr detailliert beschrieben und sehr gut recherchiert. Obwohl ich nicht sicher bin, ob diese Detailgenauigkeit so gut ist. Denn es kann einem dabei auch ganz schön mulmig zu Mute werden, z.B. als Marie beschreibt, wie einem Mitinsassen der Rotz aus der Nase auf sein Essen tropft und der einfach weiter isst. Das Wichtigste sind selbstverständlich die Zwangsgedanken. Die Beschreibungen sind auch hier sehr detailliert und wirken mehr als echt! „Ein dumpfer Aufprall, dann ein Knallen, [...] eine triefende rote Wunde, Knochensplitter treten zwischen nass verklebten Haaren hervor, Blut spritzt herum, [...]" (S.97) Letzten Endes bin ich sehr froh, dass ich dieses Buch gelesen habe, denn nach den ersten 30 Seiten wird es dann doch sehr spannend und teilweise richtig gruselig. Irgendwann hat man den Punkt erreicht, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte und verflucht innerlich alles, was einem beim Lesen dazwischenkommt, wie Arbeit oder Schule. Auch wenn man den Überblick innerhalb der Geschichte nie verliert, überrascht der Plot zum Schluss mit mehr als einer Wendung, die man niemals erwartet hatte.

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Sollte man lesen

Von: Petzi

26.02.2015

Nach einem schweren, persönlichen Schicksalsschlag erkrankt Marie an aggressiven Zwangsgedanken. Sie betrachtet sich selbst als Gefahr für andere, hat sie doch ständig Mordphantasien. Ihre größte Angst ist, dass sie ihre Gedanken in die Tat umsetzt und einen anderen Menschen verletzt oder gar tötet. Als Marie eines Tages neben ihrem toten Freund erwacht, der mit einem Messer grauenvoll niedergemetzelt wurde, fühlt sich Marie bestätigt. Ihre schlimmste Angst hat sich bewahrheitet und sie wurde tatsächlich zur Mörderin. Am Ende des Prozesses wird sie für Schuldunfähig erklärt und zum Maßregelverzug in die forensische Psychiatrie eingeliefert. Dort sucht sie verzweifelt nach Erinnerungen, denn für Marie sind die Geschehnisse wie ausgelöscht. Ihr behandelnder Arzt Dr. Falkenhagen scheint der Einzige zu sein, der sie versteht. Doch bald schon wächst in Marie der Verdacht, dass in Wirklichkeit vieles anders war, als sie die ganze Zeit vermutet hat. Ein spannendes Buch, das mich allein vom Klappentext sofort angesprochen hat. Psychische Erkrankungen sind allgemein ein spannendes Thema und neben der Geschichte war es interessant zu erfahren, welche Formen von Zwangsgedanken es mitunter wirklich gibt. Das Buch beginnt mit Marie, die vom Alltag in der Psychiatrie berichtet, in der sie bereits ist. Nach und nach erfährt der Leser, wie es zu den Zwangsgedanken bis schließlich zum Mord kam. Zu Beginn resigniert Marie und nimmt Therapiemöglichkeiten nicht an. Sie quälen ständig Selbstzweifel und sie kann kaum glauben, dass sie den Menschen, den sie so sehr geliebt hat, wirklich getötet hat. Nach einiger Zeit kann sie sich, dank ihres Exmanns Christopher, doch ihrem Therapeuten gegenüber öffnen und berichtet nun fortan Dr. Falkenhagen die Geschichte von Beginn an. Wie entstanden die Zwangsgedanken und wie war das Verhältnis zu Patrick und seinen Geschwistern? Ziemlich schnell keimt der Verdacht auf, dass alles anders ist, als bisher vermutet. Der Leser ist gefangen in diesen Erzählungen, will man doch ständig wissen wie es weitergeht und was als nächstes passiert. Wiebke Lorenz hat hier einen Thriller abgeliefert, den ich als einen der besten bezeichne, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Mit ihrem flüssigen und gut lesbaren Schreibstil, der mich von Anfang an gefesselt hat und das Buch zu einem besonderen Lesevergnügen macht, hat mich die Autorin begeistert. Schon nach kurzer Zeit empfindet man sehr viel Mitgefühl für Marie, die vom Schicksal hart bestraft wurde. Sie wurde sehr sympathisch dargestellt und man kann nicht wirklich glauben, dass sie eine Mörderin sein soll. Der Spannungsbogen wird fast konstant aufrechterhalten. Wenn man meint, man hat das Rätsel um den Fall gelöst, dann sollte man sich nicht zu früh freuen. Das Ende ist völlig unvorhersehbar und äußerst überraschend und hat mich regelrecht begeistert. Auch wenn im Buch viel zu psychischen Erkrankungen zu lesen ist, wurde es keine Minute langweilig und kein Wort war zu viel. Fazit: Wiebke Lorenz, die mit ihrer Schwester unter dem Pseudonym Anne Hertz ziemlich erfolgreich Frauenromane veröffentlicht, hat sich hier im Alleingang an einen äußerst spannenden und fesselnden Thriller gewagt, mit dem sie mich auf ganzer Linie überzeugen konnte. Ein Buch, das ich mit bestem Gewissen weiterempfehlen kann.

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Als Marie erwacht, ist einer ihrer schlimmsten Albträume wahr geworden. Sie hat ihren Freund Patrick getötet, auf genau die brutale und bestialische Art und Weise, die ihr schon seit einiger Zeit in Gedanken durch den Kopf geht. Seit Marie vor einiger Zeit ihre Tochter durch einen tragischen Unfall verloren hat, leidet sie unter der Krankheit der "Zwangsgedanken". In ihren Gedanken mordet sie, egal, ob Kinder oder Erwachsene. Die Anfälle kommen plötzlich und ohne Vorankündigung. Sie leidet schrecklich darunter und hat Angst, dass sie diese Träume eines Tages in die Tat umsetzen wird. Dieser Tag ist gekommen. Sie erwacht blutbesudelt mit dem Mordwerkzeug, einem Küchenmesser, in der Hand neben Patrick. Alle Indizien sprechen gegen sie und sie bekennt sich schuldig, war es doch für sie nur eine Frage der Zeit, dass sie ihre Gedanken nicht mehr unter Kontrolle hat. Nach der Verurteilung landet sie in der forensischen Psychiatrie. Gemeinsam mit ihrem Arzt Dr. Jan Falkenhagen versucht sie alles aufzuarbeiten, denn bis heute hat sie keinerlei Erinnerung an die Mordnacht. Wird es ihnen gelingen, die Erinnerungslücken zu schließen? Eine Krankheit, die sich "agressive Zwangsgedanken" nennt, davon habe ich ehrlich gesagt, noch nie gehört. Umso beklemmender ist die Tatsache, dass es sie gibt und dass mehr Menschen davon betroffen sind, als man denken mag. Mit dieser Krankheit beschäftigt sich Wiebke Lorenz in ihrem neuen Roman. Ich kann nicht annähernd nachempfinden, was ein Mensch durchmacht, der diese Krankheit hat. In diesem Roman ist es Marie, eine Frau, die vor ihrer Krankheit alles hatte, einen Mann und eine Tochter, die sie abgöttisch liebte. Als ihr die Tochter durch einen Unfall genommen wurde, bricht für Marie eine Welt zusammen. Auch wenn es keine offenen Anschuldigungen unter den Eheleuten gab, zerbricht die Ehe mit Christopher an dieser Leere zwischen ihnen. Marie ist Kindergärtnerin mit Leib und Seele und sie liebt ihren Beruf. Umso schlimmer trifft sie die Erkenntnis, dass ihre Zwangsgedanken sich viel um Kinder drehen, sie zerschmettert ihnen in Gedanken die Körper und denkt an viele andere furchtbare Grausamkeiten. Als Leser kann und mag man das eigentlich gar nicht lesen, weil es einfach nur furchtbar ist. Und trotzdem kann man nicht aufhören zu lesen, weil man sich trotz allem zu Marie hingezogen fühlt. Wiebke Lorenz ist es gelungen, dass man sich als Leser in die Person Marie hineinversetzt, zumindest ging es mir so. Ich war genauso entsetzt über ihre Gewaltgedanken, wie Marie selbst. Immer mit der Frage im Hinterkopf, ist sie für die Allgemeinheit, für die Kinder und ihre Umwelt gefährlich? Nach dem Mord an Patrick landet Marie in der forensischen Psychiatrie bei Dr. Falkenhagen, der sie sehr behutsam zum Reden bringt. Er versucht gemeinsam mit ihr, die Wahrheit über sich selbst, ihre Krankheit und den Mord zu erkennen. Mittels der therapeutischen Behandlung erfährt auch der Leser durch die Erinnerungen von Marie, wie ihr bisheriger Werdegang war, ihr Leben vor dem Mord. Eines Tages stellt sich dann die Frage, ob sie Patrick wirklich getötet hat. Die Schritte bis zu dieser Frage sind absolut glaubwürdig und nachvollziehbar dargestellt. Marie scheint nicht mehr die Mörderin zu sein, sondern ebenfalls ein Opfer, aber wessen? Die Autorin lässt den Leser sehr lange im Unklaren. Meine Vermutung, die ich zum Mord hatte, traf zu, nur dass es letztendlich dann noch schlimmer kam als ich dachte. Ein sehr gut durchdachter Roman, der zum Schluss mit einer ziemlichen Überraschung aufwartet. Trotzdem in diesem Buch sehr viel von dieser Krankheit zu lesen war, kam während der Handlung keine Langeweile auf. Die Spannung verlief auf einem gleichhohen Level, das zum Schluss mächtig angezogen wurde. Wer das Buch liest, sollte nicht allzu zart besaitet sein, es wird einem schon viel abverlangt, gerade weil auch viele Gedanken mit Kindern zu tun haben. Ein Buch, das ich weiterempfehlen kann.

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