Leserstimmen zu
Mein Sommer am See

Emylia Hall

(5)
(5)
(4)
(0)
(0)

Das Buch unserer Sommer

Von: Anke T. aus Herdecke

11.08.2014

Der Roman „Mein Sommer am See“ von Emylia Hall (englische Originalausgabe „The book of summers“) handelt von Beth, Ende 20, die in London in einer Galerie arbeitet und die ganz überraschend ein Päckchen aus Ungarn bekommt. Es ist eben dieses "Buch unserer Sommer", das ihre in Ungarn lebende Mutter damals für sie mit Fotos angefertigt hat. Beth hatte seit 14 Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter. Damals kam es zu einem Bruch, und auch ihre Beziehung zu ihrem Vater ist seitdem von dunklen Wolken überschattet. Aber der Leser weiß nicht, was damals vorgefallen ist. Jedes Kapitel erzählt die Geschichte eines dieser Sommers aus Beths Kindheit, anhand der Fotos in dem Buch kommen nämlich ihre Erinnerungen wieder hoch. Ihre Mutter Marika stammt aus Ungarn, und 1990, als Beth 9 Jahre alt war, fuhren sie gemeinsam in den Urlaub an den Plattensee. Dort kam ihre Mutter jedoch zu dem Entschluss Mann und Tochter zu verlassen, da sie sich in England nie richtig wohlgefühlt hatte und lieber in Ungarn leben wollte. Das war natürlich ein Schock für die beiden. Sie kommen mehr schlecht als recht alleine zuhause klar. Aber Beth – oder auch Erzsi, wie sie auf ungarisch von ihrer Mutter genannt wird – darf die Mutter im Sommer jeweils für eine Woche besuchen. Und so verbringt sie ihre Ferien in der Villa Serena, wo die Mutter mit ihrem neuen Freund Zoltan, einem Künstler, lebt. Hier blüht Erzsi auf, sie streift durch die Natur und freundet sich mit dem Nachbarjungen Tomas an. Jahr für Jahr fiebert sie nun ihren Urlauben in Ungarn entgegen. Die Monate in Devon sitzt sie fast nur als Wartezeit ab, es findet kaum ein richtiges Leben statt, sie flüchtet sich in ihre Traumwelt. Mit ihrem Vater spricht sie kaum. Es folgt Sommer auf Sommer, 1991-1997, und sie entwickelt sich zum etwas widerborstigen Teenie. Ihre Freundschaft mit Tomas wird intensiver. Doch dann kommt es zum Bruch mit der Mutter, als sie 16 Jahre alt ist - und nun erst versteht der Leser was es eigentlich auf sich hat mit dieser ganzen Familiengeschichte. Auch wenn in den Sommern gar nicht so viel passierte, aber man konnte nachvollziehen wie sehr Erzsi die Liebe ihrer temperamentvollen Mutter und die heissen Sommertage in Ungarn genoss. Und ich war auch neugierig, was bloß der Auslöser für den Bruch zu den Eltern war. Besonders schön fand ich die Szenen, in denen Beth sich aus der Gegenwart in England anhand des Fotobuches zurück in ihre eigene Kindheit / Jugend träumt, wie eine Zeitreise. Sie erlebt die Geräusche und Gerüche wieder, und kann so auch einiges von dem verarbeiten, was sie so lange schon zu verdrängen suchte. Mir hat es super gefallen, auch wenn es ein etwas langsam voranschreitendes Buch ist, mit eher leisen Tönen. Vor allem erwähnt werden muss die Sprache, so schön poetisch, voller besonderer Metaphern. Auch die Charaktere waren nicht klischeehaft, sondern authentisch. Die Stimmung ist melancholisch, aber nie kitschig. Daher passt der Aufkleber „Das Sommerbuch 2014“ eigentlich auch nicht wirklich, da es nicht locker und leicht ist, sondern anspruchsvoll und in die Tiefe gehend. Die Autorin hat selbst eine ungarische Mutter, und sie hat auch einige Wochen ihrer Kindheit in Ungarn verbracht. Hinten im Buch gibt es noch ein Rezept für Gulasch und Gurkensalat, das werde ich gerne mal ausprobieren.

Lesen Sie weiter

Ideales Buch für den Sommerurlaub!

Von: Daniela B. aus München

25.07.2014

Dieses Buch ist zu Recht mit einem Aufkleber „Das Sommerbuch 2014“ versehen, denn es nimmt einen mit auf eine Reise nach Ungarn. An einen schönen See, der einen an einem heißen Tag abkühlt und in dem das Wasser an der Haut kribbelt, wenn man hineinspringt. An einem solchen See hat die Protagonistin des Romans in ihrer Jugend ihre Sommerferien verbracht. Über diese Zeit gibt es ein Album, in dem die Erinnerungen ihrer Mutter festgehalten sind. Dieses Sammelsurium aus Fotos und Notizen mit dem Titel „ Das Buch unserer Sommer“ bekommt die inzwischen erwachsene Beth zugesendet. Dieses Buch wirbelt all‘ das wieder auf, was der Mantel der Zeit zugedeckt hatte. Dieses Buch ist das Debütwerk der Autorin und wurde vom Englischen ins Deutsche übersetzt. Dabei wurde auch auf einen schönen und klaren Ausdruck geachtet, was das Buch auch sprachlich zur wahren Freude macht. Der Schreibstil von Emylia Hall ist sehr ansprechend und sie weiß wohl von was sie schreibt, denn auch wenn sie in England aufwuchs, hat sie tatsächlich jeden Sommer in Ungarn verbracht, da sie selbst Tochter einer ungarischen Mutter ist. Wer schöne kurzweilige Stunden mit einem spannenden und fesselnden Buch, dem sei dieses Buch anempfohlen. Ein tolles Buch für den Sommerurlaub und zum Davonträumen!

Lesen Sie weiter

Beziehungen

Von: Marita Zschenker aus Münster

22.07.2014

Erzebet, genannt Beth, wohnt in London mit einer Freundin zusammen. Ihr Vater hat sich zu einem Besuch angemeldet. Das ist ungewöhnlich, da dass Verhältnis der beiden nicht gerade gut ist. Wenn Beth ihren Vater sehen will muss sie immer zu ihm fahren. Der Tag des Besuch's naht. Vorher hat Beth geputzt und Plätzchen gebacken. Sie holt ihren Vater vom Bahnhof ab. Er hat einiges an Gepäck dabei. Vielleicht will er ja auch bei ihr übernachten. Aber es kommt dann alles ganz anders. Der Vater hat ein Päckschen aus Ungarn für seine Tochter dabei. Aus diesem Grund ist der Vater wohl gekommen. Sie streiten sich und der Vater reist wieder ab. Das Päckchen bleibt bei Beth. Nachdem die junge Frau lange überlegt hat öffnet sie es doch. Es ist von Zoltan. Er teilt ihr mit das ihre Mutter Marika verstorben ist. Anbei liegt ein Albun mit Foto's die Beth zeigen. Durch dieses Album durchlebt Beth ihre Kindheit, die vielen Sommer zu besuch in Ungarn. Als Leser/ in erfährt man von der verzwickten Beziehung mit ihrer Mutter, aber auch einiges von der Vater -Tochter -Beziehung. Ab den 9. Lebensjahr reist Beth jeden Sommer für eine bzw. zwei Wochen nach Ungarn zu ihrer Mutter. In jedem Kapitel wird ein Aufenthalt beschrieben. Zeitweise ist der Roman zu ausführlich geschrieben und hätte vielleicht etwas gestrafft werden können. Begebenheiten, aber auch Gefühle werden ausführlichbeschrieben. Als Leser bekommt man die Veränderung der Beziehungzwischen Mutter und Tochter gut dagestellt. Andere Protagonisten wie z.B. Beth erster Freund Tomás werden ausführlich beschrieben. Das Ende des Roman's ist überaschend, nicht vorhersehbar und dadurch gut gemacht. Der Klappentext macht neugieri. Die Einbandseite enthalten von innen tolle Sprüche. Emylia Hall's Debüroman ist für mich ein tolles Buch. Die Geschichte ist gut durchdacht und nachvollziehbar. Ein tolles Buch für schöne Lesestunden.

Lesen Sie weiter

Anspruchsvolle Sommer-Lektüre

Von: MilkaN

08.07.2014

Zunächst einmal: man sollte sich nicht vom Titel täuschen lassen, denn bei "Mein Sommer am See" handelt es sich nicht um einen locker-leichten Sommer-Roman, sondern um eine Geschichte, die sich mit einem Familiengeheimnis in Ungarn beschäftigt und durchaus auch düstere Momente hat. Mir hat das Buch jedoch trotzdem sehr gut gefallen. Schon der Prolog verrät in welche Richtung der Schreibstil geht und das erste Kapitel unterstreicht dies. Flüssig lesbar, aber keineswegs ohne Tiefgang schreibt Emilia Hall ihren Roman, in dem Beth im Fokus steht. Sie bekommt unerwarteten Besuch von ihrem Vater, der sich normalerweise nur selten bei ihr meldet und noch seltener persönlich zu ihr kommt. All dies macht sie skeptisch und leider ist diese Skepsis nicht unbegründet, wie sie sehr schnell herausfindet, als er ihr ein Päckchen überreicht. Ihre Reaktion fällt auf den ersten Blick ein wenig zu emotional aus, bringt sie den Vater doch dazu sofort den Besuch zu beenden und wieder nach Hause zu fahren. Was es mit dem Päckchen auf sich hat, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, um nicht zu viel vorweg zu nehmen. Nur so viel: es konfrontiert Beth mit ihrer Vergangenheit und bringt Gefühl zu Tage, die sie lange versucht hatte zu vergraben. Besonders gut gefallen haben mir die zeitlichen Wechsel zwischen der Gegenwart und Vergangenheit, durch die man Stück für Stück mehr über das Familiengeheimnis erfahren hat. Der Epilog hat sehr schön den Prolog aufgegriffen, sodass keine Fragen offen blieben und der Kreis sich so schließen konnte. Eine gelungene Idee ist der Anhang. Dort ist ein Interview mit der Autorin zu finden und ein paar Rezepte, die man nachkochen kann. Eins davon werde ich sicher mal ausprobieren. Fazit: Für mich ist "Mein Sommer am See" eine Sommerlektüre der anderen Art. Sie ist zwar nicht locker-leicht, aber dennoch sehr lesenswert, sodass ich gerne vier von fünf Sternen vergebe.

Lesen Sie weiter
Von: Mareike D.

02.07.2014

Eins Vorweg: Da ich in den letzten Monaten immer wieder massive Enttäuschungen durch die Klappentexte erlebt habe, habe ich ihn in diesem Fall nicht gelesen. Das war vielleicht ein Fehler, dann wäre mir schon 50 Seiten eher klar gewesen, dass Marika keine ungarische Jugendfreundin von Beth ist, sondern ihre Mutter ist, die die damals neunjährige Beth und ihren Vater in England verlassen hat. Nach dieser Trennung verbringt sie jeweils 1-2 Wochen der Sommerferien in Ungarn bei ihrer Mutter und deren neuem Lebensgefährten. Genau 7 Sommer lang geht das gut – danach herrscht Funkstille bis zum Tod von Marika. Ihr Lebensgefährte schickt Beth daraufhin ein Fotoalbum, gefüllt mit Bildern aus diesen 7 Sommern und das löst bei Beth Erinnerungen und Gefühle aus, von denen sie selbst nichts mehr wusste. Die Geschichte bekommt man aus der Ich-Perspektive erzählt, ist deshalb stark an die Gedanken und Empfindungen der Protagonistin gebunden – was sich bei dem Handlungsaufbau natürlich anbietet, jedoch auch für Verwirrung sorgt. Wie eingangs erwähnt, fiel mir der Einstieg schwer, weil ich verwirrt war über die Beziehung von Beth und Marika. Im Buch wird erst nach ca. 50 Seiten explizit erwähnt, dass Marika ihre Mutter ist – so distanziert beschreibt Beth sie zunächst. Auch sind die ersten 100 Seiten etwas langatmig und es dauert, bis man wirklich in die Vergangenheit und die schönen, aber auch bitteren Erinnerungen eintaucht. Der Aufbau ist danach sehr schön und spielerisch gestaltet, denn man blättert quasi mit Beth durch das Album, sie beschreibt einzelne Fotos und dann folgt nicht nur die Geschichte des Fotos, sondern auch die des jeweiligen Sommers. Dabei geht das Buch chronologisch vor und kann regelrecht dabei zuschauen, wie sich Beth von einem 10 jährigen Kind zu einem Teenager entwickelt. Da ich nur etwas jünger als die Protagonistin bin, war es für mich besonders spannend Beth in die 90er Jahre zu folgen. Über Ungarn selbst erfährt man relativ wenig, denn Beth und ihre Mutter verlassen kaum die abgelegene Villa auf dem Land – sie bildet das Zentrum ihrer Sommerurlaube. Einblicke in die spannende Kultur und Lebensweise der Ungarn bekommt man nur über das beschriebene Essen – und die angehängten Rezepte und einige ungarische Phrasen mit. Die Erzählung ist atmosphärisch wirklich schön und der Sprachstil der Autorin gefällt mir richtig gut. Da es ihr Debüt ist, verzeihe ich ihr die noch etwas unausgereiften und m.M.n. nicht ganz logisch agierenden Figuren. Ich denke, bei den Charakteren gäbe es sicher noch etwas Verbesserungsbedarf, aber insgesamt ist es ein schönes Sommerbuch. Fazit: Wer eine nette, wenn auch bittersüße Sommergeschichte über eine zerbrechende Mutter-Tochter-Bindung lesen möchte, sollte hier unbedingt mal reinlesen. Nach einem etwas holprigen Start ist es ein stimmungsvolles und schönes Buch über das Erwachsen werden und die Sehnsucht nach Heimat und Familie. Bewegend und leicht zugleich.

Lesen Sie weiter

"Mein Sommer am See" von Autorin Emylia Hall ist nicht ganz die Sommerlektüre, die ich zunächst erwartet hatte. Dieser Roman hat nichts leichtes an sich. In den Beschreibungen der ungarischen Sommer ist immer auch die Schwere durch die Erinnerungen der Hauptfigur Beth zu spüren. Man weiß von Anfang an, dass es ein Geheimnis gibt, das zum großen Bruch geführt hat als Beth 16 Jahre alt war. Der Weg dorthin ist gepflastert mit den Erinnerungen an die Sommer in Ungarn, die jedoch zum größten Teil ohne große Ereignisse verlaufen. Die größten Probleme hat mir dabei der Schreibstil der Autorin bereitet, da hier nicht chronologisch erzählt wird oder in einzelnen Kapiteln, sondern die Erinnerungen in den Fließtext eingebettet sind. Ich persönlich mag Geschichten die auf mehreren Zeitebenen erzählt sind sehr gerne. Ich hätte es jedoch bevorzugt, wenn hier durch eigene Kapitel und Überschriften einen klare Trennung zwischen Gegenwart und Vergangenheit erfolgt wäre. So wie es hier gelöst ist, hat es meinen Lesefluss ein wenig gebremst und auch die unterschiedlichen Zeitformen fand ich nicht ganz so glücklich gewählt. Die Figuren wirken leider bis auf die Hauptfigur Beth alias Erzsi recht unnahbar und man erfährt wenig über ihre Gefühle und Beweggründe. Es ist mir daher nicht gelungen mit den Protagonisten mitzufiebern und erst im Nachhinein konnte ich mir so manches erklären. Die Auflösung empfand ich zwar als überraschend, jedoch emotional nicht ganz nachvollziehbar. Insgesamt gesehen habe ich "Mein Sommer am See" daher als interessante Unterhaltung empfunden, aber eher kurzweilig als beeindruckend. Empfehlen kann ich dieses Buch daher nur als leichte Lektüre für zwischendurch, wobei es sich hier aber meiner Meinung nach nicht unbedingt um einen Roman handelt, der ein Urlaubsgefühl auslöst.

Lesen Sie weiter

Erinnerungen an die Kindheit

Von: Maren

01.07.2014

Beth hat schon lange nicht mehr an ihre Kindheit und die damit verbundenen Erinnerungen an Ungarn gedacht. Bis sie ein Paket aus diesem Land bekommt, das sie früher als eine zweite Heimat angesehen hat. Alter Erinnerungen kommen hoch, an Sommer in Ungarn und ihre Mutter und sie beginnt eine Zeitreise in ihre Kindheit, als sie nicht Beth sondern Erzsi hieß. Die Geschichte wird als Rückblick erzählt. Dabei geht Beth chronologisch vor und erzählt über alle Sommer, die sie in Ungarn verbrachte. Angefangen als sie neun Jahre alt war. Die Sommer bedeuten Erzsi sehr viel und sie fiebert das ganze Jahr daraufhin, endlich wieder nach Ungarn fahren zu können. Die Sommer sind angefühlt mit ungarischem Alltag, der hier sehr schön erzählt wird. Bei jedem Sommer kommen mehr Details dazu, sodass der Leser sich langsam ein vollständiges Bild zusammensetzen kann. Da man von Anfang an weiß, dass irgendetwas passiert sein muss, da Beth diese Erinnerungen gestrichen hat, fragt man sich als Leser, was das war. Diese Frage wird dann auch erst ganz zum Schluss beantwortet und so ist auch Spannung beim Lesen. Beth/Erzsi ist eine sehr sympathische Protagonistin und man fiebert mit ihr auf den nächsten Sommer und genießt jede kleine Begebenheit in Ungarn. Man fragt sich allerdings auch, wie aus dem Mädchen Erzsi, dass Ungarn so liebte und voller Lebensfreude war, die nachdenkliche, zurückgezogene Beth werden konnte. Der Schreibstil ist sehr bildhaft und angefühlt mit Metaphern, die sehr schön zu lesen sind. Da das meiste Erinnerungen sind, über die erzählt wird, spielen auch die Gedanken und Träume von Beth eine große Rolle. So stellt sie sich zum Beispiel oft vor, was andere Menschen wohl gerade im gleichen Moment machen. Insgesamt ein tolles Buch, angefühlt mit Erinnerungen über eine sehr besondere Kindheit. Es ist ein nachdenkliches Sommerbuch, das sich zu lesen lohnt. Ich kann es jedem empfehlen, 5 Sterne von mir.

Lesen Sie weiter

Ein sommerliches Buch mit etwas Düsterem

Von: Leila99 aus Frankfurt

01.07.2014

Die Geschichte ist sehr interessant, man hat von Anfang an so viele Fragen, die aber erst sehr spät gelöst werden und das Ende ist sehr unerwartet, mich hat es wirklich überrascht. Auch die Atmosphäre des Buches kam gut rüber, man wird richtig in den Bann der Geschichte gezogen und man hat das Gefühl wirklich am Ort des Geschehens zu sein. Weniger gut gefallen hat mir, dass das Buch im Mittelteil etwas langatmig war, hier hätte wirklich mehr passieren können. Andererseits ist es Emylia Hall wirklich gut gelungen, Gefühle hervorzurufen, man konnte richtig mit den Figuren mitfühlen. An sich ist der Schreibstil wirklich schön und gut zu lesen, allerdings finde ich, dass die Autorin mit den Metaphern etwas übertrieben hat, aber das ist wirklich Geschmackssache. Die Figuren waren sehr gut dargestellt, Beth ist eine sympathische Hauptprotagonistin, obwohl ich mich besonders am Anfang manchmal gefragt habe, warum sie so handelt, wie sie es tut. Ihr Vater ist etwas komplizierter, aus ihm bin ich wirklich gar nicht schlau geworden und erst am Ende konnte ich überhaupt seine Beweggründe verstehen. Marika hingegen ist so ganz anders, wild lebensfroh, sorglos und verantwortungslos – eine sehr interessante Mischung, die sich in viele Richtungen entwickeln kann, aber ist sie wirklich das was sie zu sein scheint? Támas ist einfach der supernette Nachbarsjunge, zwar außergewöhnlich schlau und verständnisvoll, aber trotzdem nicht perfekt. Alle Figuren sind sehr interessant und es war spannend zu sehen, in welche Richtung sie sich entwickeln würden. Ich muss sagen, dass ich mich am Anfang des Buches etwas über den Titel gewundert habe, für mich wären es eher „Meine Sommer am See“, aber im Laufe der Geschichte habe ich verstanden, dass nur dieser eine Sommer entscheidend war. Fazit „Mein Sommer am See“ ist trotz kleiner Kritikpunkte ein wirklich gelungenes Buch, es ist sehr tiefsinnig und nicht so leicht, wie der Titel vermuten lassen würde. Mir hat es auf alle Fälle gefallen und den Aufkleber „Das Sommerbuch 2014“ hat es einfach verdient.

Lesen Sie weiter