Leserstimmen zu
Die finanziellen Abenteuer des talentierten Poeten

Jess Walter

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Matt ist Mitte 40, verheiratet, zwei Kinder, ein riesiges Haus, das bezahlt werden muss, aber er hat keinen Job mehr. Bisher hat er als Wirtschaftsjournalist gutes Geld verdient, aber bei der nächsten Entlassungswelle war er dabei, was nun? Als er abends beim Milchholen auf zwei Kiffer trifft, kommt ihm die Idee: Drogen an seine Mittelklassefreunde verkaufen. Ob das gut geht? Jess Walter hat mich zu Beginn dieses Gesellschaftsromans wirklich fesseln können, denn seine Gesellschaftskritik und die entsprechende Wortwahl kamen bei mir gut an. Als Leser spürt man immer mehr den Verfall des gebeutelten Hauptcharakters, der es eigentlich nur gut meint, sich mit seinem Tun aber immer mehr in den Sumpf des Verlierens katapultiert. Bis zur Hälfte des Buches war ich vollends begeistert von der Lektüre, aber danach war ich einfach nur noch genervt vom Protagonisten Matt. Sein Handeln ist irgendwann nicht mehr nachvollziehbar und man möchte ihn einfach nur noch schütteln und wach rütteln. Zudem bekommt man extrem schlechte Gedichte um die Ohren gehauen. Leider konnte der Autor das hohe Unterhaltungsniveau nicht bis zum Ende durchhalten, so dass ich nur bedingt mit der Lektüre zufrieden war. Ich hatte eine coole und taffe Hauptfigur erwartet, bekam jedoch einen Verlierer und Versager geliefert. Fazit: Gesellschaftskritik ja, Niveau vielleicht?! Ich kann das Buch nur bedingt weiterempfehlen!

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Ich bin ein großer Fan der Serie Breaking Bad und das war der Grund für mich, dieses Buch lesen zu wollen. Das geniale Cover, ein vielversprechender Klappentext und eine Leseprobe, die mich mit schwarzem Humor überzeugt hat, all das versprach mir ein Buch ganz nach meinem Geschmack. Anfangs war ich auch ziemlich begeistert von der skurrilen Geschichte. Matt Prior wirkte auf mich sympathisch verpeilt und so schön schräg. Und trotzdem kümmert er sich geduldig um seinen dementen Vater und seine beiden Kinder. Aber schon nach wenigen Kapiteln kam die Ernüchterung. Mein Bild von Matt veränderte sich. Ich finde ihn immer noch ziemlich verpeilt, aber nachdem ich ein paar Hintergründe erfahren habe, die er sehr ausführlich erzählt, sehe ich ihn eher als eine ziemlich verkrachte Existenz, leichtgläubig und zu allem Überfluss ist er auch noch ein ziemlicher Feigling. Er zerfließt in Selbstmitleid, bespitzelt seine Ehefrau und trifft Entscheidungen, die ich einfach nicht nachvollziehen kann. Da blieb leider nicht mehr viel Sympathie übrig und es fiel mir immer schwerer, ihn und seine Geschichte zu mögen. Jess Walter lässt Matt selbst erzählen. Die Ich-Form in Verbindung mit dem Präsens kann einem schon mal zu nah kommen. Obwohl Matt nicht ständig kifft, jagt ein „Laberflash“ das andere und er philosophiert über alles mögliche. Manches kann ich nachvollziehen, manches ist einfach nur abgedreht und manches … hat mich so sehr genervt und gelangweilt. Matt hält sich für einen Poeten, seine Gedichte, die er jedem Kapitel voranstellt, fand ich persönlich so schlecht, dass ich sie nur noch überflogen habe. Die eigentliche Geschichte rückt immer wieder in den Hintergrund und irgendwann rutscht auch das, was ich anfangs spannend und interessant fand, ins Absurde ab. Ich weiß gar nicht, wie oft ich beim Lesen den Kopf geschüttelt oder mit den Augen gerollt habe. Nick Hornby lobt auf der Rückseite: „Der witzigste Roman des Jahres“. Dem kann ich leider nicht zustimmen. Natürlich gibt es sehr witzige Momente, aber so oft blieb mir das Grinsen im Hals stecken und richtig lachen musste ich gar nicht. Aber Humor ist ja so eine Sache, die jeder anders sieht. Trotz aller Kritikpunkte hat das Buch auch seine Highlights und einiges regt zum Nachdenken an. Aber über solche Ausdrücke wie „Die Arroganz der Erwerbstätigen“ und diese ständigen Rechtfertigungen, warum gerade er keinen Job hat, habe ich mich einfach nur geärgert. Und trotz einiger guter Passagen war ich dann froh, als ich das Buch endlich zuklappen konnte. Fazit: Eine skurrile Geschichte über den sozialen Abstieg im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

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