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Leserstimmen (41)

Brigitte Riebe: Marlenes Geheimnis

Marlenes Geheimnis Blick ins Buch

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-453-29205-5

NEU
Erschienen: 11.09.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Eine spannende und bewegende Geschichte

Von: zauberblume Datum : 18.10.2017

https://www.lovelybooks.de/mitglied/zauberblume/

Brigitte Riebe hat sich mit ihrem neuen Roman "Marlenes Geheimnis" selbst übertroffen. Ich habe bisher viele ihrer wunderbaren Bücher gelesen, aber dieses ist nun mein absoluter Favorit.

Die Geschichte handelt von drei Frauen, und zwar Eva, Marlene und Nane und zieht sich über drei Generationen. Sie beginnt zu Kriegsende und führt in die Gegenwart. Marlene lebt nun nach ihrer Vertreibung uns der Heimat, die nun bereits 70 Jahre zurückliegt in Rickenbach, das in der Nähe von Salem liegt, am Bodensee. Hier hat sie sich nach der Vertreibung mit ihrer Mutter Eva ein neues Leben aufgebaut. Marlene betreibt eine florierende Schnapsbrennerei, die die Früchte der Region verarbeitet. Doch als Nane, die eigentlich Christina Julika Auberlin heißt, die Aufzeichnungen ihrer Großmutter Eva liest, bricht die Vergangenheit ohne Vorwarnung herein. Und ein lang gehütetes Familiengeheimnis kommt ans Licht.....

Wow! Nach Beendigung des Buches mußte ich erst einmal den dicken Kloß, der sich in meinem Hals bebildet hat, hinunterschlucken, so bewegt und berührt hat mich diese Geschichte. Man merkt beim Lesen einfach, das die Autorin eine promovierte Historikerin ist, denn die Kriegs- und Nachkriegszeit ist so genau beschrieben, dass vor meinem inneren Auge ein Film abläuft. Man wird richtig wachgerüttelt. Ich sehe die brennenden Dörfer, die verzweifelten Menschen, ihre Hilflosigkeit vor mir und die Macht der Überlegenen ist förmlich zu spüren. An vielen Stellen hatte ich beim Lesen richtiges Gänsehautfeeling, denn ich habe die verzweifelten Schreie der Menschen in meinen Ohren. Furchtbar was zu dieser Zeit alles passiert ist.

Nun zu den Charakteren, die den Roman zu einem wahren Erlebnis machen. Im hier und jetzt ist Nane, die gerade an einem Scheideweg in ihrem Leben angekommen ist. Und nun kehrt sie zur Beerdigung ihrer Großmutter nach Rickenbach zurück. Eva hinterlässt Nane ein Tagebuch mit ihrer Lebensgeschichte. Und nun dürfen wir tief in die Vergangenheit eintauchen. Wir lernen Eva und ihre Familie kennen, sehen sie in ihrer alten Heimat Reichenberg. Doch dann kommt der Krieg und ändert alles. Mir geht wie Nane, ich bin gefesselt von Evas Geschichte und mir hat es wirklich den Atem verschlagen, was da alles ans Licht gekommen ist. Da gibt es für die ganze Familie einiges zu verarbeiten, wenn das Familiengeheimnis ans Licht kommt.

Ich will aber nicht mehr verraten, denn so ein Wahnsinnsbuch sollte jeder selber lesen und genauso in die atemberaubende Geschichte eintauchen, wie ich es getan habe. Sie hat mich von der ersten bis zu letzten Seite gefesselt. Das Cover ist für mich auch ein echter Hingucker - es macht Mut und verbreitet Hoffnung. Selbstverständlich vergebe ich für diesen Bestseller (für mich ist es unbedingt einer) 5 Sterne (leider können es nicht mehr sein). Ein absolutes Lesehighlight.

Lügen und Geheimnisse

Von: Eliza Datum : 18.10.2017

https://elizasbuecherparadies.wordpress.com

Brigitte Riebe hat ein Buch geschrieben, dessen Thema aktuell ist und gleichzeitig aber auch die Zeit unserer Eltern und Großeltern prägte, Flucht, Vertreibung, Krieg und Hass. Gleichzeitig erzählt sie aber auch von einer Liebe, die alles überstrahlt und von familiärem Zusammenhalt, der Hindernisse überwindet.
Das Cover lässt erst einmal kein schwieriges Thema vermuten, es ist die Sehnsucht der Frau zu spüren, die endlich ankommen möchte. Das Blau des Himmels spiegelt sich im Bodensee, der zum verweilen einlädt. Der Klappentext spricht hingegen von Vertreibung und Lügen, die über eine Familie hereinbrechen. Auf zwei Zeitebenen, verwoben mit Briefen und Tagebucheinträgen, erzählt die Autorin eine sehr berührende, traurige und gleichzeitig hoffnungsvolle Geschichte, die den Leser einfach anrühren muss. Sudetendeutschland für die heutige Generation kaum noch ein Begriff, aber es geht nicht nur um die Menschen die dort ihre Heimat verloren haben. Brigitte Riebe hat allen Vertriebenen mit diesem Roman ein Denkmal gesetzt, ob aus dem Sudetenland, ob aus Schlesien, dem Ermland oder anderen ehemaligen deutschen Gebieten. Eine ungewisse Zukunft stand allen bevor, sie wussten nicht, was sie in ihrer neuen Heimat erwartet.
Dieser Roman ist aber auch ein Appell an Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft, denn die Meisten, die ihre Heimat verlassen haben, tun dies nicht freiwillig, sie haben ein Motiv, aber auch oft müssen sie einfach gehen, weil sie von den Besatzern nicht mehr gewollt werden.
Eine sehr berührende und zugleich auch authentisch Gesichte die den Leser mitnimmt und so schnell nicht wieder loslässt. Dies liegt auch an den Figuren, die Brigitte Riebe zum Leben erweckt. Nane ist eine junge Frau, die in ihrer Zeit gefangen ist, die ihr Leben nicht lebt, sondern eigentlich nur noch funktioniert. Ihre Mutter Vicky ist eine Frau, die sowohl sprunghaft als auch höchst emotional ist, ihre Schwester Marlene, die Hauptfigur, diejenige die die Vergangenheit einholt und der es noch gelingen muss deren Schatten abzuschütteln, um wirklich frei und glücklich zu sein. Eva, die Mutter von Marlene und Vicky ist diejenige Person mit der der Leser am meisten leidet und mitfiebert, sie ist es (neben Nane), die auch mein Herz sofort im Sturm erobert hat.
Romane zum Thema Nachkriegszeit sind derzeit auf dem Buchmarkt stark vertreten, dieser Roman ist sehr lesenswert, da er ein authentisches und gleichzeitig berührendes Zeugnis seiner Zeit abgibt.
Ich kann diesen Roman nur allen Lesern und Leserinnen empfehlen, die gerne Romane lesen, die einen guten geschichtlichen Hintergrund haben, gleichzeitig aber auch aktuelle Themen ansprechen und eine atmosphärische Geschichte mögen, die Generationen verbindet.
Eine klare Lese- und Kaufempfehlung!
Ich bedanke mich bei Brigitte Riebe für diese berührende Geschichte und der Verlagsgruppe Random House und dem Diana Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

interessant, aber wenig überraschend

Von: S.D. vom Blog esdeh Datum : 15.10.2017

esdeh.blogspot.de

"Marlenes Geheimnis" von Autorin Brigitte Riebe widmet sich hauptsächlich der Zeit des Nationalsozialismus ab ca. 1942 bis nach Kriegsende und wird in Form von schriftlichen Hinterlassenschaften von Eva Auberlin an ihre Enkelin Nane aufbereitet.
Die namensgebende Marlene tritt hierbei nicht als Erzählerin auf, sondern ist Bestandteil der Erzählung in der Vergangenheit und einzige aus dieser Zeit noch lebende Figur in der Gegenwart. Ich persönlich fand den Titel nicht gut gewählt, denn so ist dem Leser direkt klar, bei wem hier ein Geheimnis zu suchen ist und die Zusammenhänge können schon lange vor der eigentlichen Auflösung hergeleitet werden. Ich hätte daher ein neutraleren Titel in der Art von "Evas Erinnerungen" oder "Das tschechische Geheimnis" für besser befunden.
Mir hat der Teil in der Vergangenheit ausgesprochen gut gefallen, was besonders an der Figur der Eva liegt, die von Kindheit an begleitet wird und mit der man so sehr vertraut wird.
Den Anteil in der Gegenwart fand ich nicht ganz so gelungen, was hauptsächlich an den Figuren liegt. Marlene fand ich nur unzureichend beschrieben und irgendwie wird dies ihr nicht gerecht. Es gibt so viele andere Personen die sie mögen und schätzen, aber leider geht das aus den Szenen mit ihr überhaupt nicht hervor, im Gegenteil wirkt sie eher verschroben und unnahbar.
Ebenfalls nicht warm wurde ich mit Christiane Auberlin, genannt Nane, die in der Gegenwart die Hauptfigur ist und die auf die Reise in den Ort des Familienbetriebes begleitet wird. Hier wurde versucht das aktuell sehr angesagte Thema „burn out“ unterzubringen, was ich nur als misslungen bezeichnen kann. Einerseits betont Nane sich selber gegenüber immer wieder wie krank sie doch wäre und das sie dies erzählen müsste, aber andererseits hat sie nur eine Woche Urlaub genommen und scheint sich nicht mal in ärztlicher Behandlung zu befinden. Das fand ich nicht glaubhaft und auch nicht denen gegenüber fair, die ebenfalls damit kämpfen ernst genommen zu werden mit ihrer Erkrankung.
"Marlenes Geheimnis" widmet sich einem Kapitel der Geschichte, das auch gut zur heutigen Zeit passt. Denn nach Kriegsende waren die Deutschen und alle die auch nur entfernt damit zu tun hatten alles andere als gerne gesehen und so kam es zu großflächiger Vertreibung und Flüchtlingsströmen von Ost nach West die wenig gastlich willkommen geheißen wurden. Es wird auch ein sehr dunkles Kapitel der Kriegsgeschichte aufgegriffen und weitestgehend historisch korrekt wieder gegeben, der Rest ist dann der künstlerischen Freiheit geschuldet, aber wen die Details interessieren, der kann die Ortsnamen einfach mal nachschlagen. Nett wäre es natürlich gewesen, wenn die Autorin in einem Nachwort selber zu den historischen Fakten und der literarischen Fiktion Auskunft gegeben hätte, denn gerade bei historischen Romanen ist mir dies immer sehr wichtig.
Insgesamt gesehen fand ich "Marlenes Geheimnis" interessant, aber wenig überraschend.

Ein wundervoller historischer Roman

Von: TemptationLady Datum : 14.10.2017

ladysbuecherwelten.blogspot.de/

Mein erstes Buch der Autorin Brigitte Riebe und ich muss sagen, der Schreibstil von ihr hat mir sehr gut gefallen.

Die Geschichte, die sie aufgeschrieben hat, hat mich in vielen Teilen sehr mitgenommen. Auch wenn ich es jetzt gelesen habe, wie es eventuell in den Auffanglagern zugegangen ist, so kann ich es mir immer noch nicht vorstellen, wie es ist. Die Menschen, die da früher lebten, haben echt einiges durchmachen müssen und ich finde, die Autorin hat das, aber auch die Gefühle sehr gut rüber gebracht. Sie hat es verstanden, mich als Leserin abzuholen, mich mit den Gefühlen zu konfrontieren, mir die Lage klar darzustellen. Und das hat mir sehr gut gefallen.

Die Charaktere, die sie geschaffen hat, waren für ich sehr authentisch und echt. Brigitte Riebe hat ihnen Leben eingehaucht, was so toll fand. Nane hat mich beeindruckt, denn sie hat es in ihrem bisherigen jungen Leben nicht wirklich sehr einfach gehabt und muss ein paar Entscheidungen treffen um sich selber nicht zu verlieren. Nane erhält ja von Eva nach ihrem Tod ein Päckchen, in der ihre Geschichte enthalten ist. So erfuhr ich, wie die Familie Auberlin zusammen hängt und was damals so alles passiert ist.


Die Geschichte rund um Eva, Marlene und Nane hat mich wirklich sehr mitgenommen. Es ist eine so tolle Geschichte, dass ich eigentlich traurig war, als sie zu Ende ging. Als alles aufgeklärt war. 5 Sterne für Brigitte Riebe und "Marlenes Geheimis".

Leseempfehlung!

Von: Lesendes Federvieh Datum : 13.10.2017

lesendesfedervieh.blogspot.de

Eva und Marlene gehörten vor mehr als siebzig Jahren zu den unzähligen Flüchtlingen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Doch sie hatten Glück und konnten sich am Bodensee durch Evas Kenntnisse im Schnapsbrennen eine neue Existenz aufbauen. Als Eva stirbt, hinterlässt sie ihrer Nichte Nane Aufzeichnungen über ihre Erlebnisse in der Vergangenheit. Als diese zu lesen beginnt, stößt sie auf ein lange gehütetes Geheimnis…

Brigitte Riebe ist mit ihrem Buch "Marlenes Geheimnis" eine imposante, generationsübergreifende und bewegende Familiengeschichte gelungen, die ich sehr gerne gelesen habe. Das für mich sehr interessante Thema der Kriegs-und Nachkriegszeit nach 1945 hat sie präzise recherchiert und so gut in ihrem Roman verarbeitet, dass man als Leser neben einer guten Handlung auch noch so ganz nebenbei eine gehörige Portion Geschichtswissen dazu bekam. Für mich war alles authentisch bis "in die letzte Faser" des Buches, denn die Lebensumstände und die politischen Strömungen sind im Buch super beschrieben.

Dazu tragen natürlich auch die hervorragend ausgearbeiteten, lebendigen Charaktere bei. Ich konnte mir Eva, Molly, Leni und all die anderen in dieser entbehrungsreichen Zeit sehr gut vorstellen. Evas Geschichte ist hier eine von vielen Schicksalen, die es damals sicher zuhauf gab. Gleichzeitig ist sie aber auch ein kleines Denkmal für alle starken Frauen, die nicht aufgegeben haben. So sehe ich es jedenfalls.

Auch blieb die Geschichte bis zum Schluss spannend. Durch immer neue unvorhersehbare Wendungen und dem Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit war ich sehr neugierig, wie es denn nun weitergeht. Da fiel es mir doch des Öfteren schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Gut gefallen hat mir auch alles Wissenswerte über die Schnapsbrennerei. Das war mal etwas Besonderes. Für mich hat beim Lesen alles gepasst und somit gibt es von mir eine ganz klare Leseempfehlung.

Ein unglaublich bewegendes Buch

Von: Svanny Datum : 12.10.2017

svannysbuecherwelt.blogspot.de/?m=1

Inhaltsangabe:

Drei Frauen, drei Generationen und ein Geflecht aus Lügen

Marlene hat die Vertreibung aus der Heimat nach dem Krieg längst hinter sich gelassen. Vor mehr als siebzig Jahren begann sie mit ihrer Mutter Eva am Bodensee ein neues Leben. Eine florierende Schnapsbrennerei, die die Früchte der Region verarbeitet, ist ihr ganzer Stolz. Erst als ihre Nichte Nane kurz nach Evas Beerdigung die Aufzeichnungen der Großmutter liest, bricht die Vergangenheit ohne Vorwarnung herein. Und ein lang gehütetes Geheimnis kommt zutage...

Fazit:


Dieses Buch hat mir wirklich unglaublich gut gefallen.
Man steigt mit der Sichtweise von Nane in das Buch ein. Diese hat gerade ihre Großmutter verloren und kommt daher wieder in ihre alte Heimat am Bodensee. Dort findet sie das Tagebuch ihrer Großmutter und liest darin. Dadurch kommen die Zeitsprünge zustande. Es wird abwechselnd aus der Vergangenheit der Großmutter und der Gegenwart mit hauptsächlich Nanes Erlebnissen berichtet.
Gerade die Erzählungen aus der Vergangenheit gingen mir wirklich sehr nahe.

Die Autorin hat das ganze so gut verpackt, dass alles unglaublich authentisch wirkt und man wirklich ganz gefesselt ist von dem Buch. Wer die Zeit dafür hat, der kann dieses Buch wirklich in einem Schwung durchlesen. Durch die Zeitwechsel wird der Spannungsbogen ständig hoch gehalten.

Durch die bildhafte Erzählung hat mich die Autorin so fesseln können, dass ich alles andere um mich herum vergessen habe. Es ist eine sehr bildliche und lebhafte Erzählweise.

Mit dem Geheimnis, dass am Ende heraus kommt hätte ich so nicht gerechnet. Während des Lesens spinnt man sich seine Fäden zusammen und kommt auf die Idee einer familiären Verbindung, aber in dem Umfang bin ich nicht darauf gekommen. Daher war das Ende überraschend, aber nicht unvorstellbar.

Sehr ernst und dennoch unterhaltsam

Von: Dataha aus ´ Datum : 11.10.2017

Christiane Auberlin, genannt Nane, fährt von Frankfurt zur Beerdigung ihrer Großmutter Eva nach Rickenbach an den Bodensee (zu dem das Cover sehr gut passt). Sie wohnt bei ihrer Tante Marlene, der dort eine eigene erfolgreiche Schnapsbrennerei gehört. Eva hinterlässt Nane ein Tagebuch mit ihrer Lebensgeschichte, das die Enkelin umgehend zu lesen beginnt.

Evas Geschichte beginnt 1938 in Reichenberg, dem heutigen Liberec in Tschechien. Nach Kriegsende muss sie mitansehen, wie ihre große Liebe, der Tscheche Jan, erschossen wird und wegen der politischen Ereignisse sieht sie sich gezwungen, zu fliehen. Nach einer langen Odyssee landet sie schließlich am Bodensee, wo sie sich mit Leni dauerhaft niederlassen kann. Ihre Kenntnisse über Obst und die Schnapsbrennerei helfen ihr dabei. Dies führt auch dazu, dass sie den Obstbauern Toni Auberlin heiratet.

Nane selbst fühlt sich am Bodensee sehr wohl, da sie momentan in einer Krise steckt. Ihr Job gefällt ihr nicht, sie ist ausgepowert und irgendwie bekommt sie ihr Leben gerade nicht in den Griff. Außerdem bedrückt sie der Streit zwischen ihrer Mutter Vicky und Tante Marlene. Da ist es hilfreich, dass sie sich um eine verletzte Hündin, die sie Souki nennt, kümmern muss. So lernt sie den Tierarzt Fabio Rossi und seinen Assistenten Brian Reeves kennen, mit denen sie sich gleich anfreundet. Und letztendlich hat sich das Vertrauen ihrer Großmutter ausgezahlt und sie kann Licht in die Familienverhältnisse bringen.

Brigitte Riebe hat hier ein sehr ernstes Thema behandelt, nämlich Flucht und Vertreibung. Dazu kommen die Gräueltaten im und nach dem Zweiten Weltkrieg. Dennoch ist es der Autorin gelungen, ein unterhaltsames Buch zu schreiben. Es macht auf jeden Fall Mut, Neuanfänge zu wagen, ob man möchte oder nicht. Mich hat dieses Buch sehr berührt und ich empfehle es gerne weiter.

Ein Lesehighlight! Einzigartig und bewegend erzählte Familiengeschichte

Von: Gina1627 aus Marienheide Datum : 11.10.2017

Anlässlich des Todes ihrer Großmutter Eva reist Nane nach Rickenbach an den Bodensee, um im Kreise ihrer Familie am Grab von ihr Abschied zu nehmen. Ihre Oma hatte hier nach dem Krieg eine neue Heimat gefunden und mit ihrem späteren Ehemann zusammen seine Schnapsbrennerei wieder aufgebaut, die sie nach seinem Tod gemeinsam mit ihrer Tochter Marlene erfolgreich weiterführte. Nane entschließt sich dazu, ihren Aufenthalt bei ihrer Tante noch um ein paar Tage zu verlängern und ihr ein bisschen Gesellschaft zu leisten. Als diese ihr das Tagebuch ihrer Großmutter Eva überreicht, offenbart sich für Nane ein großes und bewegendes Familiengeheimnis.
„Marlenes Geheimnis“ ist eine wundervolle und sehr bewegende Familiengeschichte von Brigitte Riebe, die mich mit ihrem überaus einfühlsamen und mitreißenden Erzählstil total begeistert hat. Sie versteht es perfekt eine große Spannung in ihrem Roman aufzubauen, indem sie ihre zwei Handlungsstränge jeweils in den dramatischsten und geheimnisvollsten Momenten abwechselt. Ihre Charaktere sind sehr liebevoll gezeichnet und mit viel Leben gefüllt worden und faszinieren einen direkt. Durch Nanes Lesen in dem Tagebuch ihrer Oma erleben wir mit Eva und ihrer kleinen Tochter Marlene sehr authentisch das grausame Kriegsgeschehen in ihrer früheren Heimat, dem Sudentenland und ihre menschenverachtende Vertreibung und den sehr leidvollen und entbehrungsreichen Weg in eine ungewisse Zukunft. Die Autorin untermauert die Geschichte der beiden mit sehr gut recherchierten wahren Begebenheiten und schafft dadurch eine sehr bedrückende und eindringliche Atmosphäre beim Lesen, die einen mitnimmt. Eva verkörpert hier all die mutigen und starken Frauen, die sich in und nach dem Krieg alleine durchs Leben kämpfen mussten und ihr Mut ist nur zu bewundern. Meine Lieblingsfigur aber war die kleine Marlene, die einem durch ihren einzigartigen Charakter direkt ans Herz gewachsen ist.
Mit Nane erleben wir in dem Erzählstrang in der Gegenwart nicht nur ihre persönlichen Probleme sondern auch die Entschlüsselung des gestörten Familienbandes zwischen ihrer Tante Marlene und ihrer Mutter Vicky, durch das sich langsam und spannend herauskristallisierende Geheimnis ihrer Familie. Hier hat die Autorin viele überraschende Wendungen ins Geschehen eingebaut und einen Abschluss im Buch geschaffen, der mich zu Tränen gerührt hat.
Mein Fazit:
Brigitte Riebe hat mich mit „Marlenes Geheimnis“ außerordentlich gut unterhalten und emotional sehr bewegt. Eine wunderschöne Geschichte, die nachhallt und einen dankbar macht, heute leben zu dürfen. Sie hat durch ihr Buch eine Erinnerung an alle Menschen aufleben lassen, die durch unsere schreckliche geschichtliche Vergangenheit so viel Leid und Not erlitten haben, aber auch an einigen wenigen Charakteren aufgezeigt, wie die Zukunft dieser Generation sich zum Besseren gewendet hat. Ich bin sehr froh, dass ich dieses tolle Buch während einer Leserunde kennenlernen durfte und habe dabei eine neue Autorin für mich entdeckt, von der ich sehr gerne noch weitere Bücher lesen möchte.
Für dieses einzigartige Leseerlebnis vergebe ich 5 Sterne.

Marlenes Geheimnis

Von: Erdhaftig schmökert Datum : 26.09.2017

www.erdhaftigschmoekert.wordpress.com

Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und man merkt vielen ihrer Titel an, dass sie Hintergründe zu ihren Geschichten sehr genau recherchiert. So auch hier: Krieg und Vertreibung, Liebe in unsteter Zeit, vor über 70 Jahren und heute. Dinge, die Kinder sehen, die niemand egal welchen Alters sehen will und sollte. Dazu zwei ungeheuer gut verfasste Erzählstränge über Großmutter und Enkelin. Denn was erstere erlebte, greift noch in die übernächste Generation über. Viel wird erzählt über große Note, Mut zu handeln, humanitäre Hilfe untereinander, dem Drang manches unter den sprichwörtlichen Teppich zu kehren und dadurch eine andere Art von Elend und Missverständnissen auszulösen.

Sehr, sehr lesenswert! Gerade, aber nicht nur, in Zeiten wie diesen.

Ein grossartiges Buch

Von: hope23506 Datum : 26.09.2017

https://www.instagram.com/hope23506/?hl=de

REZENSION "MARLENES GEHEIMNIS" von Brigitte Riebe
Lieben Dank an das @bloggerportal @randomhouse und den Diana Verlag für das Rezensionsexemplar.

TITEL: Marlenes Geheimnis
AUTOR: Brigitte Riebe
SEITEN: 432
VERLAG: Diana Verlag
ERSCHEINGSDATUM: 11.09.2017
PREIS: 19,99 (Hardcover)

COVER:
Durch das wunderschöne und verträumte Cover bin ich auf das Buch aufmerksam geworden. Mit diesem Blick ueber den Bodensee wirkt es liebevoll gestaltet. Man erkennt die Sehnsucht darin und möchte das Geheimnis ergründen. In diesem Cover kann man sich verlieren.

INHALT:
Nach langer Zeit kehrt Nane an den Bodensee zu ihrer Tante Marlene zurück. Der Grund dafür ist, die Beerdigung ihrer geliebten Oma Eva. Von ihrer Tante bekommt sie ein Notizbuch überreicht, welches ihre Oma geschrieben hst. Nane beginnt zu lesen und liest die grossartige, traurige und sehr bewegende Familiengeschichte und kommt dem Geheimnis von Marlene auf den Grund.

MEINE MEINUNG/FAZIT:
Mein erstes Buch von Brigitte Riebe und es hat mich umgehauen. Ich konnte nicht aufhören zu lesen, bis ich das ganze Geheimnis kannte. Der flüssige und fesselnde Schreibstil zieht einen immer wieder in seinen Bann. Brigitte Riebe hat sehr tiefgründig recherchiert und es authentisch umgesetzt.
Das Buch spielt in zwei Zeitebenen, die kapitelweise geschrieben sind. In jedem Kapitel und jeder Zeitebene ist man sofort gefangen. Es ist sehr lebensnah geschrieben und die Charaktere waren symphatisch und ich habe so mit ihnen mitgelitten. Beim Lesen sind mir etliche Male die Tränen gekommen und ich habe Gänsehaut bekommen. Der Spannungsbogen war über das ganze Buch konstant hoch. Die Schicksale sind sehr lebendig geschrieben. Oft musste ich geschockt innehalten und konnte doch nicht aufhören zu lesen. Es ist packend und authentisch erzählt.
Bei mir wirkt diese Geschichte noch lange nach. Im gesamten Buch kam keine Langeweile auf und jeder Satz und jedes Kapitel waren wichtig.
Danke für dieses wunderbare und grossartige Buch. Lest es alle.

Absolute Leseempfehlung und natürlich 5/5 Sternen. ����������



Eine Geschichte, die unter die Haut geht

Von: Märchenfee/Tiara Datum : 23.09.2017

https://www.lovelybooks.de/mitglied/Maerchenfee/

Inhaltsangabe:
Marlene hat mit ihrer Mutter Eva nach dem Krieg ein neues Leben am Bodensee begonnen. Dort betreiben sie eine gut gehende Schnapsbrennerei.
Doch dann stirbt Eva und Marlene händigt ihrer Nichte Nane Aufzeichnungen ihrer Großmutter aus. Dabei entdeckt Nane ein lange gehütetes Familiengeheimnis.

Meine Meinung:
Ich habe schon viele Romane von Brigitte Riebe mit großer Begeisterung gelesen. Doch mit Marlenes Geheimnis hat sich die Autorin nochmals selbst übertroffen.
Auf sehr einfühlsame Weise erzählt sie uns Evas Leben, die aus dem Sudetenland vertrieben wurde und bei Toni Auberlin in Rickenbach bei Salem eine neue Heimat fand. Gemeinsam bauen sich die beiden eine erfolgreiche Schnapsbrennerei auf.
Auch Nane hat es nicht einfach und möchte am Bodensee eine Auszeit nehmen. Sie ist total überarbeitet, leidet am Born-out-Syndrom und denkt ebenfalls darüber nach, ihr Leben grundlegend zu ändern.
Die beiden Geschichten werden abwechselnd erzählt und beide konnten mich erreichen.
Die Geschichte läßt einen nicht mehr los und wird bestimmt noch lange in mir Nachwirken. Brigitte Riebe beschönigt nichts und es war wirklich eine grausame Zeit, wo ich froh bin, dass ich diese nicht miterleben mußte.
Man fragt sich, wieviel Leid kann ein Mensch aushalten, aber das scheint Eva und Marlene nur umso stärker gemacht zu haben.
Auch in der Jetztzeit konnte ich mich gut in Nane und ihr Born-out, dass ja immer mehr verbreitet ist, gut hineinversetzen.
Marlenes Geheimnis gehört zu meinen Jahreshighlights, denn diese Geschichte hatte alles, was ein gutes Buch für mich ausmacht.
Ein schönes Cover, eine berührende Geschichte mit einem sehr flüssigen und fesselndem Schreibstil und da Brigitte Riebe promovierte Historikerin ist, natürlich sehr gut recherchiert. Die Autorin scheint auch sehr tierlieb zu sein, was bei mir immer noch Extrapunkte gibt.
Von mir gibt es eine ganz klare Lesempfehlung und ich freue mich schon sehr auf weitere Werke der Autorin.

Eines meiner Highlights dieses Jahres!

Von: Martinas Buchwelten Datum : 23.09.2017

martinasbuchwelten.blogspot.co.at/

Die Vertreibung der Sudetendeutschen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges ist leider auch noch heute ein sehr brisantes Thema. Brigitte Riebe erzählt in ihrem neuen Roman "Marlenes Geheimnis" eine bewegende Geschichte rund um diese ungewollte Ausbürgerung.
Da meine Verwandten mütterlicherseits ebenfalls aus dem Sudetenland flüchten mussten, hat mich dieser Roman ganz besonders bewegt.

"Marlenes Geheimnis" ist ein Roman in zwei Zeitebenen und erzählt von drei starken und bewunderswerten Frauen einer Familie. Im Gegenwartsstrang lernen wir zuerst Nane kennen, die zum Begräbnis ihrer Großmutter Eva anreist. Nach langer Zeit kommt sie wieder nach Rickenbach am Bodensee, wo sie viele schöne Tage ihrer Kindheit verbracht hat. Ihre Tante Marlene führt dort eine gutgehende Schnapsbrennerei und Obstplantage. Während sich Nane bei Eva und Marlene immer wohlgefühlt hat, gab es zwischen Nane's Mutter Vicky und der Halbschwester Marlene immer wieder Streitereien. Das ändert auch der Tod der Mutter nicht...
Nane, die sich in letzter Zeit krank und in ihrem Job überfordert fühlt, nimmt sich für das Begräbnis und die Tage danach eine kleine Auszeit. Sie steht an einem Scheideweg und weiß nicht wirklich, wie ihr Leben weitergehen soll. Als ihr Marlene einen Brief und das Tagebuch ihrer Großmutter aushändigt, vertieft sich Nane in der Lebensgeschichte von Eva, der Apfelkönigin - einer Frau mit einer sehr bewegenden Lebensgeschichte, die von Not, Hunger, Leid und Vertreibung erzählt und von der Stärke nie aufzugeben...

Mit viel Liebe und Engagement erzählt die Autorin, stellvertretend für viele Sudetendeutsche, im Vergangenheitsstrang die Geschichte von Eva Menzel, Tochter eines Apothekers und einer Opernsängerin, die von Prag nach Reichenberg (heute Liberec) umziehen. Dort auf dem Land fühlt sich Eva im Gegensatz zu ihrer Mutter wohl und schließt schnell Freundschaft mit Molly und Jan, in den sie sich später verliebt. Oft geht sie mit ihrem Vater in die Obstwiese und lernt die Schnapsbrennerei. Doch mit der Übernahme Hitlers ist die unbeschwerte Jugend vorbei. Nach einem Attentat auf einen hochrangigen SS-Mann, kommt es zu einer äußerst grausamen Vergeltungsmaßnahme, die das Verhalten der tschechischen Bevölkerung den Sudetendeutschen gegenüber gänzlich ändert. Auch Eva und Molly spüren die Veränderungen, den Hass und die Wut der Tschechen. Als diese beginnen alle Sudetendeutschen zu enteignen, sie in Lager zu sperren und anschließend auszusiedeln, können auch die beiden Freundinnen und ihre Eltern ihrem Schicksal nicht entgehen...

In zwei Zeitebenen erzählt Brigitte Riebe vom Schicksal der Sudetendeutschen, die in Österreich und Deutschland eine neue Heimat suchen mussten und nicht übereall gerne aufgenommen wurden. Mit nichts als den Kleidern am Leib und den wenigen Habseligkeiten, die man tragen konnte, mussten diese Menschen am Ende des Zweiten Weltkrieges ihre Heimat verlassen. Das Thema Flüchtlinge ist nicht nur eines von heute, das vorallem vor den Wahlkämpfen immer wieder heiß diskutiert wird, denn Heimatvertriebene gibt es schon seit jeher. Man sollte niemals vergesen, dass man selbst ebenso schnell in diese Lage kommen könnte...

Trotz des ernstes Themas hat mich dieser Roman wunderbar unterhalten. Die Schilderungen, die abwechselnd in der Gegenwart und der Vergangenheit spielen, empfand ich als stimmig, wobei mich aber der Vergangeheitsstrang aus persönlichen Gründen noch mehr interessierte und einnehmen konnte. Interessant fand ich auch die Beschreibungen des Schnapsbrennens und ich mochte die Ausflüge „ins Obst“.
Von der ersten Seite an fesselte mich diese Familiengeschichte, die berührt, aber auch ermahnt - jedoch nie mit dem erhobenen Zeigefinger! Ein wahrer Lesegenuss!

Schreibstil:
Brigitte Riebe hat einen sehr flüssigen, einfühlsamen und ausdrucksstarken Schreibstil. Man ist sofort mitten in der Geschichte und taucht erst wieder auf, wenn man die letzte Seite gelesen hat. Die Autorin hat sehr gut recherchiert. Auch die Charaktere sind sehr lebhaft beschrieben und gut gezeichnet. Sie alle haben Ecken und Kanten und sind mitten aus dem Leben gegriffen.

Fazit:
Eine absolute Leseempfehlung für diesen wundervollen Roman. Hier erlebt man Geschichte, die zu Unrecht nahezu vergessen ist. Ein Buch, das berührt und bewegt. Ich kann nur sagen: Lest selbst!

Für mich war es ein absolut gelungenes Lesevergnügen – ein perfektes Buch

Von: Buchrättin aus h Datum : 22.09.2017

Ein Buch mit einer Geschichte, die voller Emotionen steckt. Überraschungen, Trauer, Verlust, Herzklopfen, Liebe.
Erzählt wird hier in zwei Erzählsträngen. Nane kehrt an den Bodensee zurück. Sie kommt zur Beerdigung ihrer Großmutter und trifft hier auf Freunde, die sie als Kind kannte und auch ihre Tante, zu der eine Distanz besteht.
Nane erhält nun alte Tagebücher. Tagebücher ihrer Großmutter Eva und als Leser begleite ich Nane auf dieser Reise in die Vergangenheit, die in die Zeit des 2. Weltkrieges führt und dann weiter auf die Flucht aus Tschechien bis an den Bodensee.
Was mir vor allem sehr gefallen hat, ist das Abtauchen können aus der Gegenwart, der Realität mitten hinein in den jeweiligen Erzählstrang der Geschichte. Wobei ich anmerken muss, dass es mir schwerer fiel wieder aufzutauchen, als ich die Erzählstränge der Vergangenheit gelesen habe. Es ist unheimlich intensiv und nimmt einen Leser mit auf eine Kopfkinoreise und lässt mich als Leser hautnah in der Geschichte dabei sein.
Das gelingt der Autorin auch durch die lebendigen Figuren, die Beschreibungen der Umgebung. Beim Lesen des Textes entsteht in meinem Kopf ein komplexes Bild.
Ich mochte auch die Wendungen, die die Geschichte nahm. Aber auch die Spannung blieb während des Lesens immer vorhanden, weil es der Autorin bis zum Schluss gelungen ist, mich zu überraschen.
Gut gefallen haben mir auch Szenen, die den Leser zum Nachdenken anregen. Szenen über Flüchtlinge, damals nach dem Krieg. Ihre Stellung in der Gesellschaft, die Reaktionen der damaligen Bewohner.
Aber auch in dem Erzählstrang der in der heutigen Zeit angesiedelt ist, regen Szenen zum Nachdenken an. Es gab eine Szene, wo Nane über ihren Tinnitus nachdenkt, ihre Abgeschlagenheit. Das ist ein Thema der heutigen, durchaus stressigen Zeit und ich fand es sehr gelungen, dass der Leser hier kurz auch innehalten konnte und auch angeregt wurde, durch Nanes Situation darüber nachzudenken. Sehr gefallen hat mir und immer wieder für kleine Schmunzelmomente sorgte Leni, das Kind. Auch wenn auch sie schlimme Dinge erlebt hat im Krieg, ist ihre kindliche Sichtweise sehr schön dargestellt und lockert mit ihrer kindlichen Ehrlichkeit einige Szenen auf.
Kleiner Tipp, gerade auf den letzten Seiten sollte man sich Taschentücher bereit legen. Ich hatte Tränen in den Augen – was für ein genial emotionales Buch.
Aber auch die Gegenwartserzählung hält Überraschungen und Wendungen und auch Geheimnisse bereit.
Für mich war es ein absolut gelungenes Lesevergnügen – ein perfektes Buch, mit Geschichte, die mich fesselte, die Emotionen auslöste, die lebendige Figuren beinhaltete. Perfekt!

Eine aufwühlende und bewegende Geschichte über eine mutige und starke Frau

Von: Arietta aus Traben-Trarbach Datum : 18.09.2017

Brigitte Riebe hat es verstanden mich wieder einmal zu verzaubern mit ihrem neuesten Roman, der mich zutiefst berührte und beim Lesen unter die Haut ging. Es war mir ein großes literarisches Vergnügen, diesen ungewöhnlichen, facettenreichen Roman mit großem historischen Hintergrund zu lesen. Sie ist eine ausdrucksstarke Autorin mit einem ganz eigenen Stil. Sie besitzt eine aufmerksame Beobachtungsgabe. Man spürte beim Lesen, dass eine promovierte Historikerin zugange war. Wie sie von der Vertreibung und Flucht der Menschen aus Osteuropa schrieb. Es war so Bildhaft geschildert, dass man es mit eigenen Augen sah, es war wie Kopfkino. Ihr Sprach- und Schreibstil ist sehr flüssig, klar und kraftvoll. Das Historische ist sehr korrekt und gewissenhaft recherchiert. Alles kommt sehr logisch und schlüssig daher, so dass man sich sehr gut hineinversetzen kann. Am Ende der Geschichte laufen alle Fäden in einem großen Ganzen zusammen, es blieben keine Fragen offen. Auch der Spannungsbogen blieb von Anfang an bis zum Ende hoch und sehr fesselnd. Es erwarten einen beim Lesen immer wieder sehr überraschende Wendungen, besonders der Schluss war mehr als überraschend, mit einem Ende, das man nicht erwartet hätte. Ihre Figuren sind sehr liebevoll gezeichnet, auch die einzelnen Charaktere hat sie sehr glaubhaft und real herausgearbeitet. Es sind Menschen aus Fleisch und Blut. Die historische Authentizität und Wahrheit ist präzise wiedergegeben. Sie hat Wahrheit und Fiktion gekonnt miteinander verknüpft, ebenso die verschiedenen Zeitebenen.


„Eine tragische und facettenreiche Geschichte, die einen tief berührt und ans Herzen geht, einfach brillant und gekonnt erzählt“

Wer dieses Buch nicht liest versäumt etwas! Danke liebe Brigitte Riebe für dieses BUCH !!!

optimal aufeinander abgestimmte Thematik, die voll und ganz zu Herzen geht und Geschichte von damals begreiflich macht

Von: Gudrun Datum : 17.09.2017

https://testerblog.jimdo.com/

Das Cover mit seiner wunderschönen Sicht auf den Bodensee und seinen herrlichen Farben ist so vortrefflich gewählt; stimmiger könnte es nicht sein. Dazu auch noch die Frau mit dem Fahrrad, die die Stimmung durch Kleidung und Art des Fahrrads gekonnt zum Inhalt aufgreift. Fast möchte man den Blick und das Geheimnis der Frau einfangen. Aber, genau das macht so neugierig und man wird von der ersten bis zur letzten Seite des Buches detailreich und emotionsgeladen aufgeklärt.



Die Schreibweise der Autorin ist super eingängig und so lebensnah und authentisch, dass ich mich von Beginn an mitten im Geschehen fühlte.

Genauso verhält es sich mit der Darstellung der Charaktere. Hier denkt man, dass man sich auf einer Ebene mit den Mitwirkenden befindet.

Dieses Buch umfasst so viele Elemente, die gelungen ineinanderfließen und Emotionen der unterschiedlichsten Art hervorrufen.

Auch werden Realität und Fiktion gekonnt ineinander verwoben, dass es nie Zweifel an der ganzen Geschichte gibt.



Hier wird keine Zeile langweilig und wenn man denkt, dass man etwas vorhersehen könnte, hat man sich getäuscht, denn die Vorgänge schlagen hier und da immer wieder andere Wege ein und zeigen auf, wie Spannung aufgebaut und hochgehalten werden kann.



Die Schilderungen, die abwechselnd durch zwei Zeitebenen erfolgen, machen zum Ende hin ein komplettes und begreifbares Bild. Dies resultiert unter anderem auch auf das wunderbare Lokalkolorith, so dass man die Orte mit Land und Leuten unmittelbar vor Augen hat.



Hier wird Kriegsgeschichte so lebendig und nachvollziehbar dargestellt, dass man als Leser die Gegebenheiten und die daraus entstehenden Beweggründe und Vorkommnisse wunderbar eingängig und verständlich, nachvollziehen und begreifen kann.



Der Inhalt befasst sich mit dem Kriegsgeschehen, gerade um die Vertreibung und Flucht von Sudetendeutschen und den daraus resultierenden Machtverhältnissen und wiederum den daraus hervorgehenden Konflikten und miserablen Zustände für die Bevölkerung. Hier wird dann nicht nur von einer Seite her, sondern eben aus Sicht der Flüchtigen und auch aus Sicht der ansässigen Landbevölkerung geschildert und was da in den Köpfen so vor sich geht und den daraus entstehenden Handlungen.



Dieses Buch zeigt Geschichte in einer super authentischen, bodenständigen Art auf, die das Interesse an der damaligen Zeit mehr und mehr weckt.



Mein Fazit: optimal aufeinander abgestimmte Thematik, die voll und ganz zu Herzen geht und Geschichte von damals begreiflich macht

Von Altlasten und Neuanfängen

Von: Goldtime aus München Datum : 17.09.2017

Schon lange bin ich ein Riesenfan der bekannten Bestseller-Autorin Brigitte Riebe – besonders ihre Mittelalter-Romane haben es mir angetan und mir ein sehr lebendiges Bild der damaligen Zeit vermittelt.
Um so gespannter war ich auf ihren neuesten Roman, der in die aktuelle Gegenwart hineinragt – und ich wurde von ihr wieder mal so richtig gefesselt und begeistert!

"Marlenes Geheimnis" handelt zunächst einmal von drei Frauen, die drei Generationen widerspiegeln. Sie leben in Zeiten, die sich dramatisch verändert haben. Da ist zum Einen Eva, die mit ihrer kleinen Tochter Schreckliches durchmachen musste, als sie nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem heimatlichen Sudetenland vertrieben wurde. Aus ihrer Sicht erfahren wir viele realistisch dargestellte Gefahren, die sie durchlaufen musste, aber auch schöne, berührende Situationen, in denen sie Freunde findet, die ihr trotz aller Bedrohungen hilfreich zur Seite stehen.
Tochter Marlene trägt seit dieser Zeit ein düsteres Geheimnis mit sich herum, das sich heute in ihrem abweisenden, zunächst etwas unsympathischen Verhalten zeigt. Doch dann quartiert sich nach Großmutter Evas Beerdigung ihre Nichte Nane bei Marlene ein, um etwas Abstand zu ihrem Burnout-Job zu finden. Sie lässt sich durch Marlenes Wutausbrüche nicht abschrecken, denn sie spürt eine zutiefst verletzte Seele dahinter. Und so nach und nach, wie bei einem vielschichtigen 3D-Puzzle, erfahren wir anhand Evas Tagebuch und Marlenes Erzählungen die ganze Geschichte...


Mich hat dieses wunderbare Buch tagelang bewegt – ich habe es in kleineren Etappen gelesen, obwohl der Spannungsbogen dazu einlädt, es in einem Rutsch zu "verschlingen". Schon allein die traumhafte Kulisse des Bodensees, die tollen Landschaftsbeschreibungen und das Künstlerleben an diesem paradiesischen Fleckchen haben mich zum Träumen gebracht!
Dazu lernen wir sympathische, nicht immer perfekte "Heldinnen" kennen, mit denen wir uns gut identifizieren können, denn durch die detaillierten Beschreibungen der verschiedenen Zeiten findet man sich ganz schnell in ihre unterschiedlichen Lebenssituationen ein.

Immer wieder habe ich mich gefragt, wie ich mich verhalten hätte als Eva, auf der Flucht, ganz auf sich alleine gestellt war, als Marlene, die so vieles alleine stemmen musste oder als Nane, die es zwar vergleichsweise gut hatte, aber durch ihren Job immer mehr ausbrannte. Auch die Nebenfiguren fand ich durchweg super gelungen, auch die "Bösewichte", die nicht fehlen dürfen... :-)
Sowohl für Marlene als auch für Nane ist ihre Begegnung eine Chance, mit den alten Lasten endlich abzuschließen und einen Neuanfang zu wagen.

Fazit: Ein berührendes, lebendiges und einfach tolles Buch über eine Zeit, die zu Unrecht beinahe in Vergessenheit geraten ist.
5 Sterne und eine dicke Leseempfehlung!

Berührende Geschichte über einen wichtigen Teil der deutschen Geschichte

Von: Sissy0302 aus Rothenfels Datum : 17.09.2017

Nane reist zur Beerdigung ihrer Großmutter an den Bodensee. Von ihrer Tante bekommt sie einen Umschlag, in dem sich eine Art Tagebuch der Großmutter Eva befindet, in dem sie für ihre Enkelin ihre Geschichte aufgeschrieben hat. Und diese Geschichte entführt Nane und uns Leser in den 2. Weltkrieg. In das Leben im Sudetenland und die anschließende Vertreibung.

Das Buch ist in zwei Zeitebenen aufgebaut. Die Vergangenheit von Eva als junges Mädchen bis zu der Zeit als sie am Bodensee ankam und die ersten Jahre dort. In der Gegenwart geht es hauptsächlich um Nane, die sich an einem Wendepunkt ihres Lebens befindet. Mir haben beide Zeitebenen sehr gut gefallen, da Nane ein sehr liebenswerter Charakter ist. Aber richtig gefangen genommen hat mich Evas Geschichte. Vielleicht hing das auch damit zusammen, das meine eigenen Großeltern Kriegsvertriebene waren. Dieses Buch bedeutete für mich einen Einblick in deren Vergangenheit, denn ähnliche Erfahrungen werden wohl alle Vertriebene gemacht haben.

Brigitte Riebe hat dieses Buch äußerst interessant geschrieben. Die geschichtlichen Fakten sind sehr spannend und ergreifend erzählt. Viele Male kann man nur fassungslos den Kopf schütteln. Man weiß, wie scheußlich dieser Krieg war, aber in diesem Buch habe ich noch einmal ganz andere Dinge erfahren. Was mir auch sehr gut gefallen hat, die Gewalt wurde nicht ausgeschlachtet. Die Autorin hat es auch so geschafft, einem das Ausmaß zu vermitteln.

Für mich gehört dieses Buch zu den Büchern, die man gelesen haben sollte.

Ein Buch, das seinen Leser im besten Sinne verschlingt

Von: Melo vom Bücherzoo Datum : 16.09.2017

buecherzoo.blogspot.de/

Marlenes Geheimnis von Brigitte Riebe

Beurteilung:
Nane kehrt zur Beerdigung ihrer Großmutter Eva an den Bodensee zurück. Schon mit der ersten Seite des Buches schafft es Brigitte Riebe eine tiefe Verbundenheit und Liebe zu diesem Ort zu vermitteln.

Nane, unsere Protagonistin, ist eine junge Frau, die mit beiden Beinen fest im Leben steht. Wenn nicht diese gesundheitlichen Probleme wären, die sie sich kaum erklären kann, die aber immer deutlicher auf einen umfassenden Richtungswechsel in ihrem Leben drängen.

In Rickenbach am Bodensee treffen Nane, ihre Mutter Vicky und Tante Marlene aufeinander. Während man bereits zwischen Nane und ihrer Mutter leichte Unstimmigkeiten erfühlt, steigert sich dies um ein Vielfaches, als Tante Marlene auf der Bildfläche erscheint.
Was ist zwischen den Frauen geschehen, dass solch ein mühsam unterdrückter Groll vorherrschend ist? Während Nane eher in neutraler Position steht, scheinen Vicky und Marlene sich verbal zu zerfleischen. Und man fragt sich unwillkürlich, was geschehen sein mag. Charakterlich sind die beiden schon sehr unterschiedlich. Vicky ein Freigeist, unzuverlässig, sprunghaft, während Marlene verantwortungsbewusst, klar und auch etwas streng ist. Ist die Rivalität der beiden in deren unterschiedlichen Wesen begründet? Dafür scheint der Groll jedoch zu stark zu sein.

Tante Marlene ist ein absolut interessanter Charakter. Man möge mir verzeihen, wie lieblos das nun klingt. Damit möchte ich sagen, dass mich ihr Charakter am meisten beschäftigt hat. Sie bietet so viele Facetten… Sie ist stark, verantwortungsvoll, zuweilen etwas ruppig und sagt, was sie denkt. Dann wiederum zeigt sie Nane gegenüber aber auch Zuneigung und -eher ungewollt- eine sehr verletzliche Seite.
Mit leisen Tönen schafft es Brigitte Riebe, Gefühle in dem Leser zu wecken, die sich festsetzen und das Gelesene nicht vergessen lassen. Und das hat sie mit dem Charakter von Tante Marlene besonders eindrucksvoll geschafft.

Die Geschichte nimmt Fahrt auf, als Nane beginnt, in den Aufzeichnungen ihrer Großmutter Eva zu lesen, die diese ihr hinterlassen hat.
Auch ich habe, als der erste Eintrag begann, tief Luft geholt, in Erwartung die Geschichte der Familie zu erfahren und auch dem Groll von Marlene auf die Spur zu kommen.
Die Zeitsprünge beginnen im Jahr 1938. Dem Jahr, in dem das Sudetenland dem Deutschen Reich angegliedert wird und die ganze Tschechoslowakei das Grauen namens „Hitler“ zu spüren anfängt.
Dank der Aufzeichnungen ihrer Großmutter erfährt Nane nicht nur, wie Eva die Kriegsjahre durchgestanden hat, sondern auch von ihrer großen Liebe Jan und dem unvorstellbaren Leid und den Verlusten, die Eva in diesen Jahren durchstehen musste.

Nach und nach gerät Nane bei ihrer Lektüre zu Erkenntnissen, die ihre Kreise bis in die Gegenwart ziehen und Geheimnisse aufdecken, die viele nicht einmal ahnten. Auch die Rolle, die die in Rickenbach ansässigen „Benteles“ in der Auberlinfamilie spielen, wird allmählich deutlich.

Besonders, als die kleine Marlene in der Geschichte auftaucht, war ich sehr ergriffen. Aber wie ihre Geschichte ist, sollte man sich wirklich mit aller Ruhe und Aufmerksamkeit bei der Lektüre von „Marlenes Geheimnis“ zu Gemüte führen.

Das Tagebuch ihrer Großmutter hat Nane die Vergangenheit ihrer Familie näher gebracht, viele Fragen beantwortet, Geheimnisse aufgedeckt…
Nun ist es an Nane, was sie mit ihren Einsichten macht.

Während ich dieses Buch gelesen habe, habe ich einen kleinen Ausflug nach Rickenbach unternommen, das etwa 15 Minuten von meinem Wohnort entfernt ist. Ich bin also durch die Rickenbacher Sträßchen spaziert und habe mich so verbunden mit der Geschichte gefühlt, wie ich es noch bei keiner anderen in der Form erlebt habe. Auch deshalb war das Lesen von „Marlenes Geheimnis“ eine besondere Erfahrung für mich.
Noch beim Schreiben dieser Rezension bin ich erneut und anhaltend ergriffen vom Gelesenen.
Wie unsagbar stark viele Frauen, die ähnliches wie Eva erlebt haben, gewesen sein mussten. Aber welche Wahl hatten sie schon? Die Angst als ständigen Begleiter zu haben, muss so zerstörerisch wirken, dass ich es mir nicht annähernd vorstellen kann. Und Gott dankbar bin, es bisher auch nicht zu müssen.
Und dann muss man irgendwie weiterleben… Mit all den schrecklichen Erfahrungen in der Seele und den schlimmen Bildern im Kopf. Man muss funktionieren, leben, im Zweifelsfall sogar versuchen zu vermitteln, dass das Leben schön sein kann, wenn man Kinder hat. All jene, die das erreicht haben, sind für mich wahre Helden, die eine unbeschreibliche Stärke in sich tragen. All jene, die es schaffen mit schrecklichen Erlebnissen weiterzuleben und das Leben zu lieben und zu schätzen.

Ich danke dem Diana Verlag, der es mir ermöglicht hat, dieses Werk bereits so früh zu lesen und ich danke Brigitte Riebe für diesen Roman. Auch wenn sie vielleicht Zweifel hatte, ob ich ihr Buch zu schätzen wüsste, tue ich es zutiefst, dessen kann sie versichert sein. Vielen herzlichen Dank!

5 von 5 Äpfeln für diesen Roman

Unbedingt lesen ... meine absolute Leseempfehlung

Von: Katrin Pron aus Wallenhorst Datum : 14.09.2017

Meine Rezension zu dem Buch "Marlenes Geheimnis" von Brigitte Riebe

MEINE MEINUNG:
Dieses Buch war für mich eine Reise. Eine Reise zurück zu den Gesprächen mit meiner Großmutter (väterlicherseits), welche damals mit dem allerletzten Güterwaggon aus Schlesien geflüchtet ist. Mit nur einem Koffer. Aus Angst ließ sie alles liegen und stehen. Weil sie nicht erahnen konnte, was passieren wird, wenn die polnische Armee mit der russischen Armee einzieht. Der Krieg hatte ihr die Heimat genommen und sie war mit 3 Kindern auf der Flucht Richtung Dresden... nicht einfach für eine alleinstehende Frau.

Die Autorin Brigitte Riebe hat mich mit diesem Buch sehr oft zum Nachdenken gebracht.

Das Buch hat zwei Handlungsstränge. Somit sind es zwei unterschiedliche Zeitebenen. Jede Ebene hat ihre eigene Spannung und nach und nach verweben sich die zwei Zeiten. Ich wurde von der ersten Seite an in die Geschichte regelrecht reingezogen. Was leicht anfing, entwickelte sich von Seite zu Seite in eine fühlende Richtung. Vor allen kam bei mir eine Art Kopfkino vermehrt hervor.

Wo ich etwas kritisch denke (was aber für mich kein Bewertungsabzug ist) und hier zwei Punkte anbringen möchte, ist zum Beispiel der Schluss des Buches. Es kam mir vor, als wenn das Ende nicht mehr so richtig ausgearbeitet wurde. Es war mir zu abgehackt und erledigt. Ebenfalls bin ich über so manches Fremdwort gestolpert, wo ich mir selbst gewünscht hätte, dass man eine andere Wortverwendung findet, die erklärend ist. Weil es auch Leser gibt, die so manches Fremdwort nicht verstehen und dann einfach drüber lesen. Das sind jetzt nur ein paar Beispiele: Pamphlete = Schmähschrift, guttural = kehlig, probate Lösung = geeignete Lösung).

Aber im Ganzen ist es der Autorin wieder einmal gelungen mich zu begeistern und ich bin gefühlsmäßig so dankbar, dass ich diese Zeit nicht miterleben musste. Ich stellte mir sehr oft die Frage „was hättest Du jetzt getan“.

FAZIT:
Flüssiger, leichter, aber ausdrucksstarker Schreibstil ~ sehr gut von der Autorin nachgeforscht ~ eine Verwebung aus Familiengeschichte und historischen Roman ~ ab der ersten Seite fesselnd geschrieben ~ berührend, aber auch erschreckend und sehr ermahnend ~ emotionale Buchabschnitte, wo man doch mal ein Taschentuch benötigt ~ meine absolute Leseempfehlung

BEWERTUNG:
5 von 5 Krönchen

Ein absoluter Lesegenuss mit Höhen und Tiefen, den man einfach gelesen haben muss.

Von: Katis-Buecherwelt Datum : 13.09.2017

katis-buecherwelt.blogspot.de/

Die Autorin Brigitte Riebe war mir bereits ein Begriff durch viele ihrer erfolgreichen Veröffentlichungen. "Marlenes Geheimnis" ist mein erstes Buch, was ich von der Schriftstellerin gelesen habe und ich kann mit Garantie sagen, es werden noch weitere folgen.

Als Nane informiert wird, dass ihre Großmutter Eva verstorben ist, reist sie an den Bodensee, um ihr die letzte Ehre zu erweisen. Dort angekommen, wird ihr das Tagebuch von Eva ausgehändigt und Nane beginnt in ihren Aufzeichnungen zu lesen.
Dabei lernt sie Eva von einer anderen Seite kennen und erfährt Dinge, die sonst keiner wusste. Neben der Reise in die Vergangenheit gibt es Streitigkeiten zwischen ihrer Mutter Vicky und ihrer Tante Marlene, und Nane fängt an sich Gedanken um ihr Leben zu machen. Sie fällt eine Entscheidung und hat schlussendlich die Aufgabe, das Geheimnis von Marlene ans Tageslicht zu bringen. Was ist damals passiert und wie wird Nane`s Zukunft aussehen?

Brigitte Riebe hat mich mit ihrem flüssigzulesenden Schreibstil gefangen genommen. Mit viel Einfühlungsvermögen führte sie mich an die Geschichte heran und verlor dabei zu keiner Zeit den Faden, der mich mit Hingabe und Spannung erfüllte.
Der Roman lief dabei wie in einem Film vor meinem inneren Auge ab, was mir unglaublich gefallen hat.

Geschrieben ist die Erzählung in der Gegenwart und in der Vergangenheit aus den Sichten von Nane und Eva. Dabei befand ich mich kurz vor dem Zweiten Weltkrieg bis einige Zeit danach. Ich lernte Eva kennen, die von ihrer Flucht aus ihrer Heimat dem Sudetenland, ihrer großen Liebe und ihrem Neuanfang am Bodensee erzählt.
Anfänglich fühlte ich mich in der Gegenwart bei Nane am Wohlsten, doch schon bald wendete sich das Blatt und ich konnte es kaum erwarten, mehr von Eva zu erfahren. Die Zeit von 1938 bis 1952 waren aufregend und vorbildlich recherchiert. Ich zog jedes Detail aus der Zeit in mir auf, wie ein ausgetrockneter Schwamm. Und das, obwohl ich normalerweise kaum Bücher lese, die mir zu ausgiebig ins Geschichtliche gehen. Doch hier, habe ich Gefallen daran gefunden.

Die Protagonisten habe ich alle gemocht und sie zeigten sich facettenreich. Sogar Hermann Bentele, der mir zu Beginn nicht gerade sympathisch war, stimmte mich nachdenklich. Er schaffte es meine anfängliche Abneigung ablegte.

Die Story durchlebte ich mit vielen verschiedenen Emotion, die mich beim Lesen begleiteten. Es gab Szenen, in denen mein Herz vor Schreck erstarrte und ich kurz Innehalten musste, um danach gebannt weiterzulesen. Ich freute mich mit den Charakteren, oder bekam vor Rührung oder Trauer eine Gänsehaut und einen dicken Kloß im Hals. Es war alles dabei und dafür danke ich Brigitte Riebe.

Am Ende zogen sich alle Erzählstränge schlüssig zusammen und das langgehütete Geheimnis, was der Leser bereits kennt, wird gelüftet. Die Aufklärung, verlief meiner Meinung nach, etwas zu ruhig und kurz ab. Trotzdem bin ich mit dem Schluss zufrieden und trennte mich nur ungern von der Geschichte, die ich in nur kurzer Zeit lieben gelernt habe.

Fazit:
"Marlenes Geheimnis" erzählt eine packende Familiengeschichte in der heutigen Zeit und zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Ein absoluter Lesegenuss mit Höhen und Tiefen, den man einfach gelesen haben muss. ~ facettenreiche Charaktere ~ mitfiebern bis zur letzten Seite ~ ein historischer Roman mit Herz und Leidenschaft geschrieben.

Marlene und Eva

Von: Jutta Sommer aus Erkelenz Datum : 13.09.2017

Hier möchte ich gerne meine persönlichen Eindrücke zu Marlenes Geheimnis mitteilen.

Am stärksten berührt hat mich Evas Geschichte, da sie mich sehr an das erinnert, was mir meine Mutter von ihrer Flucht und Vertreibung erzählt hat. Sie ist erst vor Kurzem gestorben und hat tatsächlich erst in ihrer letzten Zeit überhaupt darüber gesprochen. In den letzten Tagen vor ihrem Tod hatte sie furchtbare Alpträume davon und wir konnten ihre Angst richtig spüren. Sie war Jahrgang 1927, musste ihr zu Hause im Frühjahr 1945 von jetzt auf gleich verlassen.

Brigitte Riebe hat mit Evas Geschichte sehr gut geschildert, was zur damaligen Zeit passiert ist und wie die Bevölkerung auf beiden Seiten leiden musste. Mehr als einmal musste ich das Lesen unterbrechen, weil ich so aufgewühlt war und mir die Tränen kamen. Auch über das Geschehen in Lidice viel mir das Lesen sehr schwer, aber es ist sehr wichtig darüber Bescheid zu wissen. Eigentlich müsste man doch denken, das die Menschen daraus lernen würden. Aber wenn man so mitkriegt, was heute immer noch überall passiert, merkt man, dass dem leider nicht so ist.

Aber Marlenes Geschichte war nicht nur traurig. Sie war spannend, interessant und unterhaltsam zu lesen, dass ich tatsächlich nur 2 Tage für das tolle Buch gebraucht habe. Nane und Marlene sind mir auch sehr ans Herz gewachsen und ich habe mit ihnen gerne Zeit verbracht. Vor allem, da ihre Geschichte am Bodensee spielt, wo wir letztes Jahr erst einen schönen Urlaub verbracht haben. Das Marlenes Geheimnis am Ende gelüftet wurde, fand ich vor allem für Marlene wichtig. So kann sie mit ihrer eigenen Geschichte doch jetzt gut abschließen. Auch wenn für mich recht schnell klar war, um was es bei ihrer Geschichte ging, fand ich die Auflösung doch sehr gelungen. Deine Umsetzung und deine Schreibweise fand ich wieder sehr fesselnd und genau deshalb lese ich deine Bücher auch so gerne. Ganz egal unter welchem Namen du gerade schreibst.

Vielen Dank für die wunderbare Geschichte.

Ein sehr bewegender, ein sehr kluger Roman!

Von: Monika Schulte Datum : 13.09.2017

monikaschulte.blogspot.de

Als Eva Auberlin stirbt, treffen nach langer Zeit die Schwestern Marlene und Vicky aufeinander. Zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Auch Vickys Tochter Nane kommt zur Beerdigung an den Bodensee. Nane nimmt sich vor, länger bei ihrer Tante zu verweilen, braucht sie doch dringend eine Auszeit von ihrem Job, der sie immer mehr auszehrt. Kaum am Bodensee angekommen, rettet sie einen verletzten Hund und lernt einen Tierarzt kennen. Sie fühlt sich gleich zu ihm hingezogen, doch momentan hat sie andere Sorgen.

Von ihrer Tante Vicky erhält Nane einen Umschlag ihrer Großmutter. Darin enthalten ist ein Tagebuch. Als Nane beginnt zu lesen, taucht sie in die Vergangenheit der Familie ein und erfährt, wie ihre Großmutter Eva mit der damals noch kleinen Marlene  nach dem Krieg aus dem Sudetenland vertrieben wurde und an den Bodensee gekommen ist, um dort eine Schnapsbrennerei aufzubauen. 

"Marlenes Geheimnis" - als das Buch bei mir ankam, wollte ich erst einmal nur ein paar Zeilen lesen. Andere Bücher warteten schließlich schon viel länger darauf gelesen zu werden, doch ich konnte nicht mehr aufhören. Ich musste immer weiterlesen. Brigitte Riebe ist die geborene Geschichten-Erzählerin und mit ihrer packenden Sprache hat sie eine Zeit zum Leben erweckt, die vielen unbekannt ist. Es geht um die Vertreibung von Menschen aus dem Sudetenland.

Der Krieg ist vorüber, doch den Sudetendeutschen schlägt nur Hass entgegen. Sie müssen ihr Land verlassen. So kommt Eva an den Bodensee, wo sie den Kriegsheimkehrer Toni Auberlin heiratet und mit ihm eine Schnapsbrennerei aufbaut. 

Nane und ebenso der Leser werden regelrecht in die Geschichte hineingezogen. Es ist eine bewegende, eine nachdenklich stimmende Geschichte und vor allen Dingen ist es auch ein Stück deutsche Geschichte. Als ich das Kapitel über Lidice gelesen habe, musste ich manches Mal den Atem anhalten. Spannung, Entsetzen, Rührung. Sämtliche Gefühle wechselten sich ab. 

Brigitte Riebe hat es wieder einmal geschafft, dass gewaltige Bilder beim Lesen entstanden sind. Trotz aller Gräueltaten des Zweiten Weltkrieges, die im Roman nicht verheimlicht werden, schafft die Autorin es, den Leser mit ihrer Geschichte und ihren Protagonisten zu verzaubern auf der Suche nach Liebe und Heimat. 

"Marlenes Geheimnis" - ein sehr bewegender, ein sehr kluger Roman. Unbedingt lesen!

Bewegender und berührender Roman

Von: Miss Norge aus Rabenau Datum : 13.09.2017

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Ich kann es gleich vorweg schreiben: Ein Roman, der mich tief berührt und sehr bewegt hat. Brigitte Riebe hat mich als Leserin an den Lebenslinien von zwei Frauen entlang geführt, die einmal im "Heute" und im "Damals" angesiedelt sind. Im "Heute" begleitet man Christiane Auberlin, von allen Nane genannt, die zur Beerdigung ihrer Großmutter zurück nach Rickenbach am Bodensee kommt, an den Ort ihrer Kindheit, wo sie immer die Sommerferien verbrachte. Hier überreicht ihr ihre Tante Marlene ein kleines Päckchen, darin ein Notizbuch mit der Lebensgeschichte ihrer Großmutter. In den "Damals"-Abschnitten bekam ich dann zu lesen, wie Nanes Großmutter Eva den Krieg und die Flucht aus ihrer Heimat beschreibt. Diese Zeiten müssen sehr schlimm gewesen sein, denn das liest man aus jedem Satz der Autorin. Doch dazwischen streut Brigitte Riebe immer wieder kleine Lichtblicke ein, die mich als Leserin wieder etwas erleichtert haben. Denn die Beschreibungen von Eva gehen einem schon sehr an die Nieren, aber trotz allem bleibt sie stark und gibt niemals auf.
Als Hauptcharakter hat mich die Person der Eva sehr angesprochen und fasziniert, doch Nane, ihre Enkelin blieb mir irgendwie ein bisschen fremd und etwas zu blass. Das kann auch daran gelegen haben, das allein die Geschichte um Eva, die Kriegswirren und ihr unbändiger Lebenswille mich so in den Bann gezogen haben, das Nane eine Nebendarstellerin wurde, oder besser gesagt, nur eine Erzählerin der Lebensgeschichte der Großmutter. Obwohl Nane am Ende der Geschichte klären kann, warum ihre Mutter Vicky und ihre Tante Marlene so unterschiedliche Persönlichkeiten geworden sind. Brigitte Riebe hat eine wunderbare Ausdrucksweise, die der damaligen Zeit entsprochen hat und selbst die kleinsten Nebencharaktere hat sie so angelegt, das jede Person ihren Platz in der Geschichte hatte und nicht einfach nur schnell mal am Rande erwähnt wurde. Zum Ende der Geschichte hin klären sich viele Nebensächlichkeiten auf und einige lose Verbindungen verknüpfen sich, so dass ich als Leserin zufrieden und glücklich nach dem letzten Satz das Buch zuklappen konnte.

Fazit
Eine mitfühlende, bewegende und tief berührende Geschichte über starke Frauen auf der Flucht, die den Krieg hautnah miterleben mussten und so manchen großen Verlust zu bewältigen hatten. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und so manches Tränchen unterdrückt beim Lesen. Ich wünsche diesem wundervollen Roman viele Leserinnen und Leser.

Wenn die Vergangenheit auf die Gegenwart trifft und die Wahrheit ans Licht kommt

Von: nirak aus Rendsburg Datum : 13.09.2017

„Marlenes Geheimnis“ beginnt damit, dass Christiane Auberlin, genannt Nane, in ihre Heimat fährt. Ihre Großmutter Eva ist gestorben. Das Erbe, welches Nane erhält, ist wohl etwas speziell zu nennen. Es sind die Aufzeichnungen einer Frau, die viel zu erzählen hat. Die Großmutter hat eine Vertreibung aus ihrer Heimat hinter sich. Mit Macht bricht die Vergangenheit ihrer Großmutter und auch ihrer Tante Marlene und ihrer eigenen Mutter über das junge Mädchen herein.

„Marlenes Geheimnis“ beginnt eigentlich völlig unspektakulär und harmlos. Der Tod der Großmutter ist für Nane nur schwer zu verkraften, zumal die junge Frau eine ganze Menge eigener Probleme zu bewältigen hat. Als sie dann aber die Aufzeichnungen der Großmutter zu lesen bekommt, die Gedanken und die Geschichte in die Vergangenheit des 2 WKs gehen, bekommt die Geschichte eine dramatische Wendung. Es ist schon fast bedrückend zu nennen, wie Brigitte Riebe hier die Ereignisse der Zeit schildert. Was die Familie durchmachen musste, ist einfach unvorstellbar, es hat mich berührt und traurig gemacht. So manche Träne musste ich mir beim Lesen wegdrücken. Schrecklich, dass es so etwas gegeben hat.

Meisterhaft hat es die Autorin geschafft, die Szenen immer im richtigen Moment zu wechseln, sowohl Nane, als auch den Leser aus der Vergangenheit, auftauchen zu lassen und sich der Gegenwart zuzuwenden. Dieser Handlungsstrang war zwar auch nicht immer einfach zu lesen, denn auch Nane hat einiges zu bewältigen. Trotz der vielen Ereignisse und Schrecken gelingt es der Autorin auch wieder Hoffnung durchklingen zu lassen. Mir hat gut gefallen, wie Brigitte Riebe hier ihre Geschichte erzählt hat. Ihr ist die Verbindung der Gegenwart mit der Vergangenheit wunderbar gelungen. Gerade die Pausen in der Vergangenheit haben mir gut gefallen. So konnte man beim Lesen Luft holen und genau wie Nane einmal durchatmen, bevor es weiterging. Auch das Verbinden der Vergangenheit mit der Gegenwart ist gelungen. Erst so nach und nach enthüllt sich die Vergangenheit und das ganze Schicksal der Familie kommt zu Tage. Die einzelnen Protagonisten hat die Autorin wunderbar gezeichnet und lebendig werden lassen. Für mich war der Roman stimmig. Ich habe Marlenes Geheimnis gern gelesen.

Wenn die Vergangenheit etwas preisgibt

Von: Karen Grace Holmsgaard aus Strausberg Datum : 13.09.2017

Sehr gefreut habe ich mich, als ich „Marlenes Geheimnis“ von Brigitte Riebe in meinen Händen hielt.
Erstens habe ich von dieser Autorin schon viele gute Romane gelesen und zweitens fand ich das Cover von ihrem neuesten Werk wunderschön.
Aber nun zum Inhalt:

Drei starke, stolze und recht unterschiedliche Frauen verschiedener Generationen.
Dazu eine herrenlose Hündin und ein Geheimnis.
Das ist der Stoff aus dem gute Romane sind und Brigitte Riebe ist ein großer Wurf gelungen.

Nanes Großmutter Eva ist verstorben und hat ihrer Enkelin Nane etwas hinterlassen.
Nein, kein Haus, kein Auto und keine Millionen. Hinterlassen hat sie der jungen Frau ihre Lebensgeschichte zusammengefasst in einem Notizbuch.

So trifft also die Vergangenheit auf die Gegenwart.
Und was ich da zu lesen bekam, war sehr fesselnd und ist auch noch gar nicht sooo lange her.
Selbstverständlich möchte ich nun nicht zu viel verraten.
Entführt werden wir in das Sudetenland, nach Nordböhmen. Die Nationalsozialisten sind an der Macht.
Eine dunkle Zeit, kein Zweifel…

Erst recht, wenn Bestien an der Macht sind, einem liebe Menschen genommen werden und Liebende getrennt werden.
Alles wirklich spannend, aber genaueres muss der Leser selbst herausfinden.

Und ab und zu geht es dann auch wieder kurz in die Gegenwart.
Auch diese Zeit hat ihre Geheimnisse, wirft Ungereimtheiten auf und hat ihre Rätsel.

Gott sei Dank erreicht Adolf Hitler den Endsieg nicht und wir schreiben das Jahr 1945.
Leider auch schlechte Zeiten für die große Liebe und deren Folgen.
Was dann folgt ist erst mal nichts für schwache Nerven, aber sehr spannend.

Nach vielen grausamen Details geht es wieder in die Gegenwart.
Wir treffen auf eine Hündin mit verwöhntem Gaumen. Und auch Nane muss sich über einige Dinge klarwerden.

Begeben wir uns nun noch einmal in das Jahr 1945.
Zwar ist der Krieg vorbei, aber es bleibt dramatisch und spannend. Das sei verraten.
Storkow und Fürstenwalde? Kenne ich. Es geht also in das Bundesland Brandenburg, super!
Auf einmal sind mir einige Dinge sehr vertraut gewesen, wenn sie auch nur kurz erwähnt wurden.
Schließlich geht es nach Sachsen in die Textilindustrie.

Unterdessen trifft Nane auch in der Gegenwart auf die Vergangenheit, diesmal in einer anderen Form. Ich sage nur: Sütterlin.

Währenddessen geht es in Werdau im Jahre 1945 auf und ab.
Doch bald findet sich Eva in ihrem alten Element wieder, welches sie mit Feuereifer betreibt.
Die Freude darüber währt jedoch nur kurz. Wieder einmal meint es das Schicksal nicht gut.

Und unsere Nane in der Gegenwart? Die ist wohl drauf und dran sich zu verlieben. In wen, das verrate ich natürlich nicht.
Abgesehen davon taucht eine neue Freundin namens Alice auf und es wird spannend.
Nun muss sich Nane wohl noch intensiver mit Sütterlin beschäftigen…

Kurz vor dem Ende gewinnt der Roman noch einmal mächtig an Fahrt.
Und schließlich geht es auch für Eva und Marlene an den Bodensee. Eine neue Heimat ist endgültig gefunden.
Aber sind nun auch alle Geheimnisse gelöst?
Das möge der Leser bitte selbst herausfinden.
Spannend ist dieser Roman bis zur letzten Seite.

Mich hat das neuste Werk von Brigitte Riebe sehr bewegt. Ich habe es ab und zu auch beiseitegelegt und nachgedacht.

Daher gerne von mir fünf Sterne.

Für mich persönlich ist dieses Buch sehr lehrreich gewesen. Ich stamme aus den neuen Bundesländern und da wurden die Themen Flucht und Vertreibung mehr oder weniger totgeschwiegen. Es wurde lediglich ab und zu mal von Umsiedlern gesprochen. Und Heimatverbände durften nicht gegründet werden.
Zumindest habe ich es so erlebt.

Karen Grace Holmsgaard

Marlenes Geheimnis

Von: Margarete Rosen Datum : 12.09.2017

www.therapeutic-touch-west.de

Drei Frauen, ein Land, durch Krieg zerissen und zweigeteilt.
Dieser Roman könnte nicht aktueller sein.

Eva, ein junges Mädchen, mit all den Hoffnungen und einer Liebe, die den Kriegswirren im 2. Weltkrieg nicht stand hält. Vertrieben, auf sich allein gestellt mit einem Kind an der Hand, wird das Überleben zu einem täglichen Kampf.
Von einem Auffanglager zum nächsten, Dokumente erhalten, wieder gestohlen bekommen und durch Lügen sich eine Existenz aufbauen - das sollte uns doch auch heute sehr bekannt vorkommen.

Ein junger Soldat, der in eine abscheulich greuliche Tat verwickelt wird. Gebrochen und doch voller Lebenswillen baut er sich ein neues Leben auf und verzweifelt doch.

Brigitte Riebe hat es geschafft die Geschichte feinfühlig und vielschichtig zu erzählen. Die Geschichte ist realistisch, es fehlen gänzlich die dramatischen Übertreibungen, selbst Schlimmes wird ruhig herübergebracht. Für mich ein absoluter Pluspunkt.

Drei Generationen Frauen durch Familienbande miteinander verbunden und doch durch die Zeit entzweit, kommen sich durch ein Tagebuch wieder näher. Ich habe von Kapitel zu Kapitel mitgelebt, ja, mitgelebt, da das Erzählte vieles von Früher in mir zum Klingen brachte. Und immer wieder dachte ich, diese schöne und gut geschriebene Geschichte sollten all diejenigen lesen, die heute etwas gegen Flüchtlinge haben. Denn Flüchtlinge hatten auch einmal ein Zuhause und sind zuallererst einmal MENSCH.

Die Liebe spielt auch hier viele verschiedene Rollen, so wie im richtigen Leben eben auch.

Fazit: Ein wunderbares Buch, um es in ruhigen Mußestunden zu lesen. Es kommt sanft mit richtigem Tiefgang daher.

Hier wird Geschichte berührend nachvollziehbar geschildert

Von: sommerlese Datum : 12.09.2017

sommerlese.blogspot.de/

Dieser Roman verpackt eine Geschichte von drei Generationen einer Familie in ein Stück Zeitgeschichte, sodass man als Leser mit den Figuren alles zeitnah miterleben kann.
Von Anfang an haben mich die drei Frauen aus drei Generationen mitgerissen.

Es ist Brigitte Riebe ausgezeichnet gelungen, Vergangenheit und Gegenwart lebendig miteinander zu verweben. Die Rückblenden umfassen ganze Kapitel, sodass man als Leser immer die Zeit im Blick hat. Es beginnt 1938 als Eva sich in einen jungen Tschechen verliebt, zeigt wie der Hass der Tschechen auf Nazideutsche überschlägt, beschreibt den Einmarsch der Russen und die Vertreibung bis zur Ankunft am Bodensee.
Die schwierige Zeit des 2. Weltkrieges und der Nachkriegsjahre werden sehr intensiv beschrieben und es wird deutlich, wie sehr auch viele Deutsche unter den Folgen der Kriegszeit zu leiden hatten. Dieser Roman führt direkt in diese schwere Zeit hinein und man ist berührt und ergriffen von den Zuständen. Es ist die Zeit der Zwangseinquartirung, der knappen Lebensmittelmarken, es gibt Malzkaffee statt Bohnenkaffee, man begnügt sich mit Streckbutter und Kernseife und der allgegenwärtige Tauschhandel zeigt deutlich wie es damals zuging.

Die Erlebnisse sind fesselnd geschildert, berühren hautnah und hinterlassen einen starken und nachhaltigen Eindruck über die Zeit des Krieges, der noch lange in mir nachhallt.

Die Charaktere der Familie werden mit vielen Emotionen, ergreifenden Erlebnissen und traurigen Schicksalen gezeigt und ich hatte die ganze Zeit diese Personen sehr authentisch vor Augen. Ich habe mit ihnen gelitten, geliebt, getrauert und gehofft. Dieser Roman geht mir wirklich sehr nah und wirft einen Blick in die neuste deutsche Geschichte, die viele Leser hier durch diese Figuren vielleicht erstmals erlangen.


Ein beeindruckender historischer Roman, der durch Einzelschicksale dreier Frauen einer Familie Geschichte sichtbar macht und zu einem berührenden Leserlebnis führt. Dieser Roman erhält meine absolute Leseempfehlung.

Um die Gegenwart zu verstehen, muss man die Vergangenheit begreifen

Von: nef Datum : 12.09.2017

www.buchjunkies-blog.de

Inhalt:
Nach dem Tod von Eva Auberlin machen sich ihre jüngste Tochter Viktoria und ihre Enkelin Christiane auf den Weg zum Bodensee. Der kleine Ort am Bodensee weckt viele Erinnerungen in Nane, die sich immer wieder Vorwürfe macht zu selten ihre Großmutter besucht zu haben. Nun ist es zu spät. Alles was ihr noch bleibt ist die Erinnerung und ihr Vermächtnis.
Eva hat ihrer Enkeltochter ihre Geschichte hinterlassen. In einem kleinen roten Büchlein hat sie fein säuberlich notiert, wie sie einst in Reichenbach aufgewachsen ist, wie ihr Vater, eigentlich Apotheker, nebenbei das Brennen beherrschte und wie ihre Mutter, einst die große Sängerin, ihre Trauer um das Karriereende im Alkohol ertrank.
Doch nicht nur das Leben von Eva breitet sich vor Nane aus. Sie erfährt viel über die Menschen von damals und muss einmal mehr erkennen, dass ihre Großmutter ein ganz besonders wunderbarer Mensch war. Nicht nur für ihre Familie, auch für andere.

Im Ort begegnet Nane ihrem Jugendfreund Simon. Sein Großvater, ein verschlossener und furchteinflößender Mann, ist nur kurz vor Eva verstorben und auch seine Kinder sind dabei sein Erbe zu sichten und zu ordnen.
Mit den Dokumenten und der endlosen Masse an Erinnerungen überfordert, bittet er schließlich Nane ihm zu helfen. Widerwillig lässt sich Nane für die Arbeit einspannen, doch Simon hat einen Köder. Denn im Nachlass von Hermann Bentele finden sich Ohrringe, die dieser einst für eine Frau angefertigt hat - für Eva Auberlin.

Nane, mit ihrem eigenen Leben völlig überfordert hat nun gleich mehrere Probleme: da wäre die kleine Hündin, die sie auf dem Weg am Straßenrand aufgelesen hat und der ihr Herz nun gehört; dann der ewige Streit zwischen ihrer Mutter Viktoria und deren Schwester Marlene; Evas Aufzeichnungen über ihr Leben und nun auch noch die Notizen von Hermann Bentele, die in Sütterlin geschrieben und somit für sie kaum lesbar sind. Der einzige Lichtblick ist Dr. Rossi. Der charmante Tierarzt hat Nanes Herz im Sturm erobert, auch wenn dies weder die richtige Zeit noch der richtige Ort war um sich über Männer in ihrem Leben Gedanken zu machen. Und eigentlich ist Dr. Rossi doch schwul, oder?

Während sie immer weiter in der Vergangenheit abtaucht und Evas Leben begleitet, scheint ihr eigenes Leben endlich ruhiger zu werden. Die Zeit bei Marlene tut gut und auch die kleine Hündin scheint alles daran zu setzen, dass Nane für einen Augenblick ihren Stress und ihre Sorgen vergisst.
Ob sie sich eines Tages trauen wird über ihr Versagen zu sprechen? Wann wäre der Zeitpunkt besser als jetzt? Doch Nane hat Angst. Angst vor Marlenes Reaktion und ihrer eigenen Courage. Was sie dann in Evas Aufzeichnungen entdeckt macht es ihr beinahe unmöglich ihrer Tante gegenüber normal zu bleiben. Darf sie Marlene auf ihre Vergangenheit ansprechen?

Meinung:
Der neue Roman von Brigitte Riebe fesselt den Leser auf zwei Zeitschienen. Wir beginnen im Hier und Jetzt mit Nane, die auf dem Weg zur Beerdigung ihrer Großmutter Eva auch zum Teil vor sich selbst wegläuft.
Die zweite Zeitschiene beginnt 1938, kurz vor Beginn des zweiten Weltkrieges und erzählt Evas Leben. Beide Erzählstränge wechseln sich ab, was trotz des häufigen Wechsels nie verwirrend ist.

Eva ist ein starker Charakter, der schon früh lernen muss auf sich selbst und ihre Familie aufzupassen. Natürlich hatten wir alle Geschichtsunterricht und kennen zu einem Teil die Vergangenheit, aber durch Evas Geschichte wird es erst lebendig. Viele, die damals schon gelebt haben, wollen darüber heute nicht mehr sprechen. Zu grausam waren Krieg und Elend. So hat auch Eva erst nach ihrem Tod ihre Vergangenheit preis gegeben.
Christiane erfährt von den Strapazen der Nachkriegszeit, von Verlust und Trauer nur durch Evas Aufzeichnungen und lernt so auch ein Stück von sich selbst. Das hilft ihr, auf ihr eigenes Leben zu blicken und könnte ihr so helfen wieder Fuß zu fassen.

Auch und gerade über Marlene lernt der Leser viel. So einfach wie es am Anfang schien ist es nicht und das große Geheimnis um Marlene liegt in Evas Aufzeichnungen. Was sie mir am Anfang übrigens nicht sympathischer machte. Die ewige Anzickerei mit ihrer Schwester habe ich bis zum Schluss nicht verstanden
Christiane ist sympathisch, ein wenig grau, aber mit großem Potenzial. Ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte ist gut und nachvollziehbar. So macht es Spaß sich auf beide Hauptcharaktere einzulassen.

Das Buch fesselt und ziemlich schnell sind eine ganze Handvoll Seiten weggelesen, während man wissen will wie der nächste Abschnitt enden wird.
Sicherlich ist 'Marlenes Geheimnis' ein Buch das zum Nachdenken anregt und vielleicht so manchen dazu bringt in sich zu gehen und zu entscheiden, was wirklich wichtig ist im Leben.

Eine Mauer des Schweigens

Von: Patno Datum : 11.09.2017

www.nichtohnebuch.blogspot.de

Brigitte Riebe ist für mich eine herausragende Schriftstellerin, deren Bücher inzwischen zu meiner Pflichtlektüre gehören.

Ihr neuer Roman "Marlenes Geheimnis" ist am 11.09.2017 beim Diana Verlag München erschienen.
Mit hohen Erwartungen bin ich in die Geschichte einer Familie eingestiegen, immer auf der Suche nach Marlenes Geheimnis.

Als erstes begegnete ich Christiane Auberlin, Nane genannt, die zur Beerdigung ihrer Großmutter Eva an den Bodensee reist. Dort trifft sie auf ihre Tante Marlene, die wenig von Familie hält und Nane und ihrer Mutter sehr raubeinig begegnet.
Damals war Eva mit Marlene nach Kriegsende aus dem Sudetenland vertrieben worden und nach einer kräftezehrenden Flucht über Hunderte von Kilometern am Bodensee gelandet.
Dort verschlägt es sie in den kleinen Ort Rickenbach, der von Obstplantagen umgeben ist. Mit dem Schnapsbrennen kennt sich Eva bestens aus und gemeinsam mit ihrem Mann Toni Auberlin gründen sie eine kleine Brennerei, die bis heute floriert und voller Stolz von Marlene weitergeführt wird.
Nach Evas Beerdigung findet Nane Aufzeichnungen ihrer Großmutter und die Mauer des ewigen Schweigens scheint zu bröckeln. Wie lange kann Marlene ihr Geheimnis noch für sich behalten?

Von der ersten Seite an fesselte mich die Geschichte der drei starken Frauen über drei Generationen hinweg. Ich habe bis tief in die Nacht gelesen, weil mich das Schicksal dieser Familie so interessiert und mitgerissen hat. Danach lag ich hellwach im Bett, weil mich diese Bilder einfach nicht mehr loslassen wollten und wie ein Film durch meinen Kopf schwirrten. Manches war nur schwer zu begreifen, stimmte nachdenklich und wirkte beklemmend. Der Roman ist so lebendig geschrieben, dass man meint, Teil des Geschehens zu sein. Außerdem war die Handlung selbst voller unerwarteter Wendungen, so dass man immer wieder überrascht wurde.
Da standen mir schon das eine oder andere Mal die Tränen in den Augen, so sehr war ich emotional berührt.

Wie ich eingangs schon schrieb, ist Brigitte Riebe für mich ein herausragendes Schreibtalent. Bei ihr stimmt einfach alles. Sie ist ausdrucksstark und stilistisch perfekt, vermag spannend und emotional berührend zu schreiben.
Aus Brigitte Riebes Büchern kann man immer etwas lernen. Ihre Hintergrundstorys sind exzellent recherchiert und absolut passend in ihre fiktive Story eingearbeitet.
Die Charaktere sind fein und intensiv ausgearbeitet, wobei ihr die Frauenrollen besonders liegen. Man spürt beim Lesen das Herzblut und die Emotionen der Autorin.
Das alles macht Brigitte Riebe für mich so einzigartig und unvergleichbar. Sie war es auch, die mich zum Lesen historischer Romane ermutigt hat und seither lässt mich dieses Genre nicht mehr los.

"Marlenes Geheimnis" hat mich rundherum begeistert, meine Erwartungen an das Buch wurden übertroffen. Eines meiner Lese-Highlights 2017, das ihr unbedingt lesen solltet! Ein Schatz in jedem Buchregal und eine tolle Geschenkidee für lesende Menschen und liebe Freunde.

So schön und berührend...

Von: unclethom Datum : 11.09.2017

mundolibris.blogspot.de

Heute am 11.09.20117 erscheint Brigitte Riebes neuer Roman, den ich schon vorab lesen durfte.
Es ist ein sehr bewegendes Buch, das in der Hauptsache in den ersten Nachkriegsjahren des zweiten Weltkriegs spielt.
Fast jeder hat eine Tante oder sonstige Verwandte die nach dem Krieg ihre Kinder alleine durchbringen musste. Dies an sich ist schwer genug, wenn man nun auch noch aus der Heimat fliehen muss, braucht man neben Mut auch noch ein gewisses Maß an Glück.
Diesen Frauen setzt die Autorin, wenn auch vielleicht ungewollt, mit diesem Roman ein Denkmal.
Die Hauptfigur ist Eva, die Ihre Kindheit und Jugend im Sudetenland verbrachte und sich nun nach Kriegsende auf den langen Weg zum Bodensee begibt mit einem Umweg über die sowjetisch Besetzte Zone. Ihre Geschichte erzählt Brigitte Riebe hier.
Wie man es von der Autorin gewöhnt ist sind ihre Figuren sehr echt und lebendig. Sie wirken nicht im Geringsten konstruiert und es kam mir beim Lesen immer wieder so vor als erzählte eine meiner Tanten von ihren Erlebnissen im bzw nach dem Krieg. Auch wie gewohnt setzte bei mir beim Lesen schnell mein Kopfkino ein und hörte nicht auf zu rattern bis ich das Buch zu Ende gelesen hatte.
Die Autorin holte mich gleich auf den ersten Seiten ab und ich fühlte mit Eva und Leni, dem Findelkind dem sich Eva zunächst angenommen hatte.
War es zunächst, die Geschichte Evas, entwickelte sich das Buch immer mehr in Richtung der Geschichte Marlenes. Sehr spannend mit vielen nicht zu erwartenden Wendungen ins heute, nach dem Tod Evas.
Nachdem sich herausstellte dass es insgesamt drei Handlungsstränge gibt war ich sehr gespannt wie Brigitte Riebe diese miteinander verknüpft. Doch keine Sorge, dies ist ihr aufs Beste gelungen so dass am Ende keine offenen Fragen blieben.
Die Geschichte hat mich sehr berührt und ich kann das Buch guten Gewissens empfehlen.
Von mir sind das glasklare 5 Sterne.

Geheimnisvoll

Von: Katja Ezold Datum : 11.09.2017

katjas-buecher-und-rezepte.de/

Mit Marlenes Geheimnis habe ich – so glaube ich zumindest – das erste Buch von Brigitte Riebe gelesen. Und das, obwohl der Name natürlich ein Begriff ist.

Das neue Buch von ihr reizte mich auf Grund des Themas und so griff ich begeistert zu.

Die Begeisterung hielt – das ganze Buch über. Brigitte Riebe schaffte es, mit mitzunehmen. Ihr gelang es, mich voll in die Geschichte hinein zu katapultieren. Sie schaffte es, dass ich atemlos die Geschichte verfolgte, dass ich dran blieb und jeder Minute entgegenfieberte, die ich zum Lesen Zeit hatte.

Worum geht es in dem Roman?

Grob gesagt ist es ein Familienroman – es geht um drei Frauen aus drei Generationen und die Tatsache, wie ein Ereignis – eine Kette von Ereignissen – das Leben mehrerer Generationen beeinflussen kann.

Marlene hat die Vertreibung aus der Heimat nach dem Krieg längst hinter sich gelassen. Vor mehr als siebzig Jahren begann sie mit ihrer Mutter Eva am Bodensee ein neues Leben. Eine florierende Schnapsbrennerei, die die Früchte der Region verarbeitet, ist ihr ganzer Stolz. Erst als ihre Nichte Nane kurz nach Evas Beerdigung die Aufzeichnungen der Großmutter liest, bricht die Vergangenheit ohne Vorwarnung herein. Und ein lang gehütetes Geheimnis kommt zutage …

Die Autorin hat es vom ersten Moment an durch ihren Schreibstil geschafft, mich auf die Geschichte von Marlene, ihrer Mutter Eva und Nane, der Nichte von Marlene neugierig zu machen. Der Schreibstil ist packend und fesselnd, dabei so detailreich und bildhaft, dass ich immer mal wieder inne halten musste.

Ganz besonders bei einigen Szenen aus der Vergangenheit, welche durch die Aufzeichnungen von Eva zum Leben erwachen, musste ich immer wieder unterbrechen. Die Grausamkeiten, die Hoffnungen und immer wieder der Kälte der damaligen Zeit – mich haben diese sprachgewaltig geschilderten Szenen auch nachts nicht losgelassen.

Geschickt verwebt Brigitte Riebe Vergangenheit und Gegenwart. Kapitelweise wagt sie diese Sprünge in die unterschiedlichen Zeiten, dabei weiß der Leser aber zu jeder Zeit, wo er ist. Ich bin teilweise solchen Büchern gegenüber, die zwischen zwei Zeiten hin und herspringen, sehr skeptisch, denn ich komme da auch gerne mal durcheinander.

Hier aber kam ich sehr gut mit, wusste immer wo ich mich befand und hatte Spaß an den Perspektivwechseln. Dadurch wurde die Geschichte zwar „aufgelockert“ und man konnte mal „Luft holen“. Aber man kam nicht aus der Erzählung raus, der Spannungsbogen wurde nicht unterbrochen. Die „Ruhephasen“, wenn die Geschichte im Hier und Jetzt spielte, brauchte ich als Leser auch, um nicht zu sehr in der Vergangenheit hängenzubleiben.

Mich hat diese Geschichte sehr aufgewühlt und ich kann mich gut in Nane und ihre Gefühle hineinversetzen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, was sie beim Lesen der Aufzeichnungen ihrer Großmutter empfunden haben muss. Ich kann gut verstehen, wie sie das aufgewühlt hat. Ich kann gut verstehen, dass sie beim Lesen der Aufzeichnungen auch ab und zu mal raus musste.

Nane war für mich ein Charakter, den ich – fast – von Anfang an mochte. Zuerst erschien sie mir ein wenig weinerlich, oberflächlich. Aber ihre Beschäftigung mit der Vergangenheit fokussierte sie in der Gegenwart und machte ihr deutlich, was wirklich wichtig ist. Dazu noch Souki, die ich von Anfang an liebte ��

Aber auch Marlene war ein Charakter, wie ich ihn mag. Brummig und dabei doch liebevoll und beschützerhaft den gegenüber, die sie mag.

Eve lernte ich durch die Aufzeichnungen sehr gut kennen. Wusste ich am Anfang nicht so ganz, was ich von ihr halten soll … sie kam mir naiv und sprunghaft vor … nötigt sie mir im Laufe der Geschichte sehr viel Respekt ab.

»Die Vergangenheit verlierst die nie« so lautete einer von Evas Lieblingssätzen.
»Aber wenn du heute nicht lebst, dann wirst du auch die Zukunft verlieren.«

Marlenes Geheimnis ist ein Buch, das begeistert. Ein Buch das fesselt und betroffen macht; ein Buch das mich sehr zum Nachdenken angeregt hat. Ein Buch, das mich dazu bringt, vielleicht doch im Familienkreis mal nachzufragen. Wie war das damals? Wie hast Du die Zeit erlebt. Und zwar nachzufragen, ehe es zu spät ist. Ehe aus dieser Generation keiner mehr eine Antwort geben kann.

Liebe Brigitte Riebe; ich danke Dir für dieses tolle Buch, welches mich gefesselt und mir unruhige Nächte bereitet hat. Ich habe die Geschichte geliebt und gehasst, ich habe mich begeistern lassen.

Für den wunderbaren, bewegten Roman vergebe ich 5 von 5 Sternen

Fesselnd erzählte Geschichte über zwei Frauen, die Ende des Dritten Reiches flüchten mussten

Von: Brigitte Friedrichs Datum : 11.09.2017

vergessenebuecher.blogspot.de/

"Marlenes Geheimnis" hat mich von der ersten Seite an gefangen genommen. Gewohnt flüssig und fesselnd beschreibt Brigitte Riebe das Schicksal dreier Frauen. Der Roman spielt auf zwei verschiedenen Zeitebenen.

Im ersten Erzählstrang begleiten wir Nane, die nach dem Tod ihrer Großmutter an den Bodensee zurückkehrt und sich eine Auszeit von ihrem Job nimmt. Dabei stößt sie durch das altes Tagebuch von Eva, ihrer Großmutter, auf ein Familiengeheimnis. Ein weiterer Handlungsstrang erzählt von den beiden Frauen Eva und Marlene, die Ende des Dritten Reiches aus ihrer Heimat vertrieben werden. Marlene, Nanes Tante, ist die Herrscherin über einige Obstplantagen am Bodensee. Sie verarbeitet das Obst zu Schnaps.

Es ist sehr interessant zu erfahren, was die Frauen auf ihrer Flucht alles erleiden mussten. Ich glaube, fast jeder hat in seiner Familiengeschichte Vorfahren, die vertrieben wurden. Meist wollen die Betroffenen über diese leidvolle Zeit nicht reden.

Um so spannender ist es, in einem gut recherchierten Roman lesen zu können, wie es damals war, ohne langweilige Geschichtsbücher wälzen zu müssen.

Man ist von Anfang an mitten im Geschehen und leidet mit den Frauen. Die drei Frauen in diesem Roman sind alle sehr sympathisch und sehr lebendig und müssen in manchen Situationen über sich hinauswachsen, wie so viele Frauen in dieser Zeit. Die Liebe spielt natürlich auch eine große Rolle.

5/5 Sterne für diesen interessanten Einblick in die deutsche Nachkriegszeit.




Die Apfelkönigin

Von: hasirasi2 Datum : 11.09.2017

nichtohnebuch.blogspot.de/

Bodensee 1945: Was hat Eva nur an sich, dass die Männer von Rickenbach geradezu von ihr besessen sind? Schließlich ist sie nur ein dahergelaufener Flüchtling, noch dazu mit einer Tochter, bei deren Geburt sie extrem jung gewesen sein muss.

Welche Geheimnisse birgt der Umschlag, den Eva Jahrzehnte später ihrer Enkelin Nane hinterlassen hat und warum sind Nanes Mutter Vicky und deren ältere Schwester Marlene so verschieden und so zerstritten? Schließlich haben sie jetzt nach dem Tod der Mutter nur noch sich (und Nane)! Es ruckelt immer ein wenig, wenn das Leben in den nächsten Gang schaltet ...“ (S. 201)

Das Buch könnte genau so gut „Evas Geheimnis“ heißen, denn Evas und Marlenes Geheimnisse sind untrennbar verbunden.
Eva wächst in Reichenberg (heute Liberec) auf. Ihre Mutter war eine ungarische Opernsängerin, ihr Vater ein deutscher Apotheker. Nebenher brennt er Obstschnaps, eine Fähigkeit, die er an Eva weitergibt und die ihr im 2. WK und bei ihrem Neuanfang am Bodensee das Überleben sichert. Als sie dort ankommt, hat sie eine kleine Tochter dabei und ist Witwe, obwohl sie noch ihren Mädchennamen trägt – das sorgt natürlich für Gesprächsstoff.

„Marlenes Geheimnis“ hat mich von Beginn an gefesselt und vor allem Evas Geschichte ging mir besonders nahe. Ihr Motto „Die Vergangenheit verlierst Du nie. Aber wenn Du heute nicht lebst, dann wirst Du auch die Zukunft verlieren.“ (S. 12) hat sie auch ihrer Enkelin Nane vererbt. Im Gegensatz zu ihrer Mutter und Tante will sie wissen, was Eva alles während ihrer Jugend, dem Krieg und der Zeit danach erlebt hat. Anhand von deren Tagebüchern taucht sie immer tiefer in die Vergangenheit und die damit verbundenen Dramen ein, welche Eva (und Marlene) während des Krieges und danach (üb)erleben mussten. Und am Ende beeinflusst sie damit das Leben aller Frauen der Familie - und nicht nur die ...

Ich hatte beim Lesen mehrfach Gänsehaut. Evas und Marlenes Vergangenheit haben es nämlich wirklich in sich. An dem, was sie erlebt haben, wäre ich sicher zerbrochen. Brigitte Riebe schildert das Kriegsgeschehen so anschaulich, dass man das Gefühl hat, mittendrin zu sein. Sie beschreibt die Grausamkeiten der Deutschen und auch die Racheakte der „Siegerstaaten“ zwar ohne zu werten, aber trotzdem so, dass sie den Schrecken unmittelbar vermittelt.

Für mich hatte das Buch auch eine sehr persönliche Komponente: ein kleiner Teil der Handlung spielt in Werdau (Sachsen). Genau wie Eva haben meine Großeltern väterlicherseits dort gelebt und in einer Tuchfabrik gearbeitet haben - und die Familie meiner Großmutter kam (ebenfalls dem Krieg) ursprünglich aus Polen.

Mein Fazit: Was für eine Geschichte – so kann nur Brigitte Riebe schreiben. Ihren Stil würde ich immer wiedererkennen. Ihre Geschichten sind extrem spannend, komplex und die Handlungsstränge so geschickt verwoben, dass ich sie am Ende nicht allein aufdröseln könnte. Außerdem schafft sie es immer wieder, mich durch extreme Wendungen zu verwirren – Chapeau!
Wer eine wirklich berührende, fesselnde und zu Herzen gehende Geschichte mit Tiefe und viel Gefühl sucht, kommt an „Marlenes Geheimnis“ nicht vorbei.

5 Sterne und meine unbedingte Leseempfehlung!

PS: Wenn Ihr wissen wollt, warum meine Rezension „Die Apfelkönigin“ heißt, müsst ihr das Buch schon selbst lesen ;-).

Der 2. Weltkrieg wirft lange Schatten...

Von: Klusi Datum : 11.09.2017

klusiliest.blogspot.de/

In diesem Roman gibt es zwei Handlungsstränge. Einer führt die Leser ins Sudetenland, wo man mit Eva, ihrer Familie, ihrer Freundin Molly und ihrem geliebten Jan die Zeit des 2. Weltkriegs und danach erlebt. Hier erfährt man den Krieg mit seinen Schrecken und seine Folgen aus Sicht der Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden, weil die Tschechen die verhassten Deutschen nicht mehr in ihrem Land haben wollten. Ich muss gestehen, dass mir die Ereignisse aus diesem Blickwinkel bisher fremd waren, umso stärker hat mich der Roman hier berührt, denn die Charaktere sind so detailliert gezeichnet, die Schicksale der Menschen so eindringlich dargestellt, dass man sich dem einfach nicht entziehen kann. Brigitte Riebe hat ihre fiktiven Figuren in ein nur allzu reales Umfeld gestellt, und was sie da erlebten, macht mich betroffen.

Der zweite Handlungsfaden verläuft in der Gegenwart. Marlene Auberlin führt am Bodensee, nach dem Tod ihrer Mutter Eva, das Familienunternehmen, eine gut gehende Schnapsbrennerei, weiter.
Nach Evas Beerdigung übergibt Marlene ihrer Nichte Nane, die zur Trauerfeier angereist ist, einen Umschlag mit dem Vermächtnis der Großmutter. Als Nane die Aufzeichnungen liest, wird sie mit mehreren tragischen Familiengeheimnissen konfrontiert. An ihr ist es nun, Licht in das Dunkel der Vergangenheit zu bringen und einiges zu klären. Nane, die bei ihrer Ankunft mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, findet hier, in ihrer alten Heimat zu einer neuen Sichtweise ihres Lebens und ihrer Familie. Sie begegnet Menschen, denen sie vertrauen kann und die sehr wichtig für sie werden. Die Ruhe, Schönheit und Klarheit des Bodensees helfen ihr, die Vergangenheit ihrer Familie aufzuarbeiten und Entscheidungen zu treffen, die ihr weiteres Leben stark beeinflussen werden.

Beide Handlungsebenen haben mich fasziniert und sehr berührt. Vor allem bei der Schilderung von Evas dramatischer Vergangenheit musste ich oft schlucken. Die Autorin hat gründlich recherchiert und in ihrem Roman nichts übertrieben oder aufgebauscht, denn die Wahrheit war schrecklich genug, und ähnliche Schicksale wie die hier geschilderten gab es zuhauf.
Ich habe schon einige Romane von Brigitte Riebe gelesen, die mir sehr gefallen haben, aber ich finde, mit dieser fesselnden Familiengeschichte hat sie sich selbst übertroffen.
Hat man einmal mit dem Buch begonnen, so fällt es sehr schwer, es zwischendurch aus der Hand zu legen, denn Evas, Marlenes und Nanes Geschichte lässt einen nicht mehr los.
Vieles, was die Zukunft der Protagonisten angeht, bleibt offen, aber im positiven Sinn, und ich denke, am Ende können wir unsere lieb gewonnenen Helden beruhigt sich selbst überlassen, denn sie werden das, was auf sie zukommt, gemeinsam meistern. In Gedanken werde ich sicher noch oft bei Nane und ihren Lieben weilen, zu stark hat mich diese großartige Geschichte mit all ihren Schicksalen berührt.

Was für ein großartiges Buch!

Von: Susanne Edelmann Datum : 11.09.2017

www.susanne-edelmann.de/

Als Lokaljournalistin berichte ich häufig über Gratulationstermine, wenn in unserer Gemeinde jemand einen runden Geburtstag (ab 90 Jahren aufwärts) oder ein besonderes Ehejubiläum feiert und der Bürgermeister zum Gratulieren kommt. Ich übernehme diese Termine immer gerne, weil die Jubilare meist viel zu erzählen haben. Ihrem Alter geschuldet, haben sie den Krieg miterlebt, mussten häufig Flucht und Vertreibung erleiden. Oft gehen die Jubilare beim Erzählen nicht sehr ins Detail, man erfährt nur, dass sie zum Beispiel aus dem Sudentenland stammen, nach dem Krieg vertrieben wurden und dann auf vielen Umwegen in unserer Gegend landeten, wo sie sich eine neue Existenz aufgebaut haben. Oft genug reichen aber schon diese wenigen Angaben aus, dass ich mir im Stillen denke: Aus dieser Lebensgeschichte könnte man einen Roman schreiben.

Die Autorin Brigitte Riebe hat genau das getan. In ihrem Roman kommt Nane nach vielen Jahren zurück an den Bodensee, wo sie einst viele glückliche Ferien bei ihrer Tante Marlene und ihrer Großmutter Eva verbracht hat. Doch nun ist Eva gestorben und bei ihrer Beerdigung treffen Marlene, Nane und Nanes Mutter Vicky nach langer Zeit wieder aufeinander. Zwischen den ungleichen Schwestern Marlene und Vicky kommt es wie so oft zum Streit und Vicky reist bald wieder ab. Nane hingegen entschließt sich, noch eine Weile zu bleiben. Eva hat ihr ein altes Tagebuch vererbt, in dem sie ihr Leben festgehalten hat.

So erfährt Nane, dass Eva in Reichenberg im Sudetenland aufgewachsen ist. Sie spricht deutsch und tschechisch und weder ihre Familie noch ihre Freunde machen einen Unterschied zwischen den beiden Volksstämmen, die hier leben. Das ändert sich jedoch schlagartig mit dem Zweiten Weltkrieg: Evas Vater wird zur Wehrmacht eingezogen, ihre große Liebe Jan hingegen taucht unter und schließt sich den Partisanen an. Als die Russen einmarschieren, kommt es zu einem tödlichen Zwischenfall.

Mit dem Kriegsende ist die Leidenszeit noch nicht vorbei, ganz im Gegenteil: Die Tschechen machen in ihrem Hass auf alles Deutsche keinen Unterschied zwischen Nazis und denen, die gegen den Nationalsozialismus waren, es wird gemordet, vergewaltigt, gebrandschatzt. Eva, mittlerweile schwanger von Jan, gelingt zusammen mit ihrer kranken Mutter und ihrer Freundin die Flucht, die sie von einem Auffanglager zum nächsten führt. Eva muss viele Schicksalsschläge erleiden, bevor sie schließlich am Bodensee ankommt. Auch hier wird sie als Flüchtling und unverheiratete Mutter nicht gerade mit offenen Armen aufgenommen, doch über die Jahre schafft sie es, sich hier eine neue Existenz aufzubauen.

Nane ist von der Geschichte ihrer Großmutter völlig in den Bann gezogen, denn das Tagebuch enthüllt auch einige streng gehütete Familiengeheimnisse. Dann trifft Nane ihren alten Jugendfreund Simon wieder, der seinerseits kurz zuvor seinen Großvater verloren hat. Er bittet Nane, ihm beim Sichten des Nachlasses zu helfen. Dabei stößt Nane auf Aufzeichnungen, die eng mit dem Schicksal ihrer eigenen Familie verknüpft sind. Die Geschichte dreier Generationen wird nach und nach enthüllt und Nane fasst endlich den Mut, auch einige Weichen in ihrem eigenen Leben neu zu stellen.

Der Roman hat mich von Beginn an gefesselt. Durch die beiden verschiedenen Zeitebenen, die sich im Buch regelmäßig abwechseln, bleibt es stets spannend und jedes Kapitel endet mit einem Cliffhanger. Ich konnte das Buch gar nicht mehr weglegen, habe einen Tag lang beinahe nonstopp durchgelesen und es spät am Abend dann doch beinahe bedauert, als ich das Ende erreicht hatte. Nach dem Aufwachen am nächsten Morgen galten meine ersten Gedanken wieder diesem Buch und der Geschichte, über die ich noch lange nachgegrübelt habe.

Mein persönliches Fazit: Wenn mir auf einem künftigen Gratulationstermin der Jubilar wieder von Flucht und Vertreibung erzählt, werde ich vor diesem Schicksal dann wohl noch mehr Respekt haben, als ich das bislang eh schon hatte. Denn durch diesen Roman sind diese schrecklichen Erlebnisse für mich, die ich das alles ja zum Glück nicht selber erlebt habe, noch greifbarer geworden – von verständlicher will ich angesichts dieser furchtbaren Zeit lieber nicht sprechen.

Und so ganz nebenbei hat der Roman in mir schöne Erinnerungen an unseren herrlichen Bodensee-Urlaub im vergangenen Jahr geweckt.

Eine berührende Geschichte über eine Starke und mutige Frau

Von: Arietta aus Traben-Trarbach Datum : 10.09.2017

Autorin:

Brigitte Riebe hat es verstanden, mich wieder einmal zu verzaubern mit ihrem neusten Roman, der mich zutiefst berührte und beim Lesen unter die Haut ging. Es war mir ein großes lateritisches Vergnügen, diesen ungewöhnlichen, facettenreichen Roman mit großem historischen Hintergrund zu lesen. Sie ist eine ausdrucksstarke Autorin mit einem ganz eigenen Stil. Sie besitzt eine aufmerksame Beobachtungsgabe. Man spürte beim Lesen, dass eine promovierte Historikerin zugange war. Wie sie von der Vertreibung und Flucht der Menschen aus Osteuropa schrieb – es war so bildhaft geschildert, dass man es mit eigenen Augen sah, es war wie Kopfkino. Ihr Sprach- und Schreibstil ist sehr flüssig, klar und kraftvoll. Das Historische ist sehr korrekt und gewissenhaft recherchiert. Alles kommt sehr logisch und schlüssig daher, so dass man sich sehr gut hineinversetzen kann. Am Ende der Geschichte laufen alle Fäden in einem großen Ganzen zusammen, es blieben keine Fragen offen. Auch der Spannungsbogen blieb von Anfang an bis zum Ende hoch und sehr fesselnd. Es erwarten einem beim Lesen immer wieder sehr überraschende Wendungen, besonders der Schluss war mehr als überraschend, mit einem Ende, das man nicht erwartet hätte. Ihre Figuren sind sehr liebevoll gezeichnet, auch die einzelnen Charaktere hat sie sehr glaubhaft und real herausgearbeitet. Es sind Menschen aus Fleisch und Blut. Die historische Authentizität und Wahrheit ist präzise wiedergegeben. Sie hat Wahrheit und Fiktion gekonnt miteinander verknüpft, ebenso die verschiedenen Zeitebenen.


„Eine tragische und facettenreiche Geschichte, die einem tief berührt und zu Herzen geht, einfach brillant und gekonnt erzählt.“


Zum Inhalt:

Man lernt drei Frauen und Generationen kennen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Eine jede hat ihr Päckchen zu tragen, ihr Leben ist auf Lügen aufgebaut, deren wahren Hintergrund man so richtig erst am Ende erfährt, wo alle Fäden zu einem großen Ganzen zusammen laufen.

Es fängt alles mit Nane, der Enkelin, an, die an den Bodensee zur Beerdigung ihrer Großmutter Eva fährt. Tante Marlene, die Schwester ihrer Mutter Viktoria, kommt sehr kühl und eisig rüber, Viktoria erscheint einem sehr flippig, ganz das Gegenteil ihrer Schwester, die mit beiden Beinen im Leben steht. Die Beziehung zwischen den Schwestern ist sehr zerrüttet, Marlene scheint ihre kleine Schwester zu hassen. Was ist vorgefallen und warum ist es so unterkühlt? Gibt es etwas aus Evas Leben, das nicht ans Tageslicht sollte? Marlene übergibt Nane eine großen Umschlag ihrer Großmutter Eva, darin befindet sich eine Art Tagebuch, in dem wir mit Nane in Evas Vergangenheit abtauchen. Eine Vergangenheit die mehr als erschütternd war.
Eva lebte mit ihren Eltern in Reichenberg in der Tschechei, ihr Vater ein Apotheker, die Mutter eine ehemalige Opernsängerin aus Ungarn, die todunglücklich in dieser neuen Heimat ist. Eva dagegen scheint aufzublühen, da ist der geliebte Garten mit den köstlichen Äpfeln, aus der sie und Ihr Vater Schnaps brennen. Evas erste und große Liebe Jan, von dem sie schwanger wird und tragisch endet. Wie alles, als es am schönsten ist, ein jähes Ende findet durch Hitler, den Zweiten Weltkrieg und die Vertreibung der Deutschen am Ende des Krieges. Der Vater ist tot oder gilt als vermisst, es bleiben ihr nur ihre beste Freundin Molly und die Mutter.
Sie werden aus dem Land vertrieben und mit den anderen Flüchtlingen in Waggons gesperrt, wie Vieh. Der Hass auf die Deutschen ist groß, das bekommen sie zu spüren. Schon schlimm, diese Flucht und die Lager, der Hunger, die Kälte und der Tod. Doch Eva und Molly sind Kämpferinnen, ich habe Eva bewundert.
Dann ist da noch die kleine Leni, um die sie sich sorgt, der sie all ihre Liebe und Wärme gibt. In Deutschland werden die Flüchtlinge zwangseingewiesen, man spürt deutlich die Ablehnung der Menschen, bei denen sie unterkommen.

Evas und Lenis Flucht endet am Bodensee....