Leserstimmen zu
Marlenes Geheimnis

Brigitte Riebe

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Hardcover
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Brigitte Riebe hat sich wieder einmal selbst übertroffen. Ein wunderbarer Roman, der in zwei Teilen erzählt wird, einmal die Gegenwart und dann die Vergangenheit. Es geht um 3 Generationen von Frauen: Eva, Marlene, Vicky und Vickys Tochter Nane. Es geht in dem Buch um Vertreibung, Krieg und Liebe, die nicht sein durfte, und ein lang gehütetes Geheimnis kommt zutage, nachdem Eva gestorben ist. Der Roman ist sehr emotional erzählt, sehr berührend. Man merkte, dass du mit dem Herzen geschrieben hast. Du hast alles so toll beschrieben man war beim Lesen mitten im Geschehen drin – Kopfkino pur. Ich könnte mir das Buch gut als Film vorstellen. Oft war ich sehr berührt. Diese Geschichte, wie soll ich es sagen, passt mit meiner eigenen Geschichte und der meiner Mama zusammen, die auch als 5-jährige von Aachen nach Schlesien zog, um später vertrieben zu werden. Sie hat bis heute kaum darüber gesprochen, was geschah auf der Flucht. Wenn Filme oder Dokus im Fernseher darüber kommen, schaltet sie aus. Sie sagt, sie will davon nichts mehr wissen oder hören. Es ist vorbei. Dann fließen Tränen. Das meiste, was ich darüber weiß, ist, dass ich von meinem Onkel war, der damals etwas älter war. Zurück zum Buch: Es ist brillant, einfach klasse. Bin immer noch überwältigt. Habe es in drei Tagen ausgelesen. Ich konnte es nicht aus der Hand legen – es war zu spannend erzählt. Danke nochmals! Lg Inge <3

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Seit dem ich Lucinda Riley für mich entdeckt habe, habe ich eine kleine Vorliebe für Geschichten um Familiengeheimnisse, die vorzugsweise auf verschiedenen Zeitebenen spielen. Als ich dann das neue Buch von Brigitte Riebe entdeckt habe, war sofort klar, dass ‚Marlenes Geheimnis‘ genau meinen Geschmack treffen könnte. Wir begleiten Nane, die in ihren Heimatort zurückkehrt und dort auf ihre Familie und alte Freunde trifft. Dort angekommen, erhält sie Aufzeichnungen ihrer Großmutter. Durch diese Aufzeichnungen werden wir mit in die Vergangenheit genommen und erfahren wie es der Familie zu Kriegsbeginn erging. Die Familie wurde aus dem Sudetenland vertrieben und die Autorin schafft es dieses sensible Thema sehr einfühlsam und feinfühlig zu beschreiben. Doch auch in der gegenwärtigen Zeitebene schafft es die Autorin eine Familie zu zeichnen, die sich durch so manche Umstände voneinander entfernt hat. Unsere gegenwärtige Hauptfigur Nane macht keine leichte Zeit durch, und man merkt förmlich wie sie langsam wieder etwas Halt findet. Beide Handlungsstränge werden abwechselnd erzählt und ich könnte nicht sagen, welche Zeitebene ich interessanter fand, denn beide hatten ihren Reiz. Brigitte Riebe hat, wie oben schon erwähnt, eine sehr einfühlsame Art auch grausame Dinge zu schildern, außerdem kann man durch ihre sehr bildhafte Sprache sehr gut in das Geschehen eintauchen. Ihr Schreibstil liest sich sehr flüssig und lebendig. Die Geschichte hat mich emotional sehr berührt, vor allem die grausamen und nicht beschönigten Erlebnisse aus der Kriegszeit beziehungsweise Nachkriegszeit. Letztlich könnte man dem Buch wohl auch den Titel ‚Geheimnis mehrerer Generationen‘ geben, denn im Endeffekt hängt in der Familiengeschichte natürlich alles zusammen. Für mich war ‚Marlenes Geheimnis‘ ein rundum gelungener Familienroman, der berührt und auch nachdenklich macht.

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Inhalt: Nane reist zur Beerdigung ihrer Großmutter Eva an den Bodensee. Dort hatte Eva zusammen mit ihrer ältesten Tochter Marlene eine gut florierende Schnapsbrennerei betrieben, die Marlene nun allein weiterführen muss. Eva hat ihrer Enkelin Nane die Aufzeichnungen ihrer Vergangenheit hinterlassen, beginnend im Jahr 1938. So erfährt Nane alles über Evas Erlebnisse und Gefühle während der Kriegsjahre, der Vertreibung aus dem Sudetenland und dem Neuanfang am Bodensee. Und so wird auch endlich ein lange gehütetes Geheimnis gelöst… Meine Meinung: Die Geschichte der drei Frauen; Eva, Marlene und Christiane, genannt Nane, wird auf zwei Zeit, bzw. Handlungsebenen erzählt. In der Gegenwart geht es um die 34-jährige Nane, die gesundheitliche Probleme hat und dringend eine Auszeit braucht. Sie wohnt nach der Beerdigung bei Marlene und liest in jeder freien Minute die Aufzeichnungen ihrer Großmutter Eva, die die Jahre 1938 -1953 umfassen. Diese Rückblicke in die Kriegs- und Nachkriegszeit haben mir am besten gefallen und hätten gerne noch mehr Raum in dem Buch einnehmen dürfen. Bisher habe ich noch nicht viel über die Sudetendeutschen im und nach dem Krieg gehört oder gelesen, darum fand ich diese Geschichte besonders interessant. Der Schreibstil von Brigitte Riebe ist sehr flüssig und durch den Wechsel der Zeiten fliegt man nur so durch die Seiten. Von den drei Protagonistinnen mochte ich Eva am liebsten. Aus dem aufgeweckten Kind Marlene ist eine reservierte und eigensinnige Frau geworden, die ihre Kindheitserlebnisse nie abschütteln konnte. Wenn man später ihre Geschichte kennt, versteht man ihre Verletzlichkeit. Nane konnte mich dagegen nicht so richtig überzeugen. Gegen Ende des Buches werden die Jahre 1945 - 1953 leider ziemlich überstürzt erzählt. Das hat mir nicht so gut gefallen. Doch die anschließende Auflösung von Marlenes Geheimnis fand ich richtig gut. Darauf wäre ich nicht gekommen. Fazit: Ein interessanter, informativer und auch berührender Familienroman mit einem gut recherchierten Hintergrund (Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin). Nicht perfekt, aber durchaus lesenswert.

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Der Roman beschreibt die Geschichte dreier Generationen, Eva, Marlene, Marlenes Halbschwester Vicky und deren Tochter Nane. Es handelt vom Leben von Eva mit ihren Eltern im Sudetenland, der Verteibung der Deutschen nach dem Krieg, das Leben als Flüchtling und endlich angekommen in der neuen Heimat am Bodensee. Es handelt von Liebe über alle gesellschaftliche Schranken hinaus, von der Unmenschlichkeit und Elend des Krieges, von der Kraft der Menschlichkeit in dieser schrecklichen Zeit, die Stärke von Freundschaft, aber auch von Hass und Lügen, die ein Leben begleitet haben.... Mich hat der Roman von Anfang an gefesselt. Da Brigittes Riebes historische Romane mir besonders gefallen, war ich schon sehr gespannt auf dieses Buch und ich wurde nicht enttäuscht. In ihrer besonderen Schreibweise, gelingt es ihr immer wieder den Leser mit auf eine Reise zu nehmen. Man sieht die Geschehnisse direkt beim Lesen vor sich. Taucht ein in eine Welt, die nie vergessen werden darf. Man erlebt zu welcher Stärke die handelnden Frauen in einer Welt voll Entsetzen, Mord, Hunger und Zerstörung heranwachsen. Eva, die im Krieg die Liebe ihres Lebens erlebt, aber auch ihre liebsten Menschen verliert, hat immer wieder die Kraft für andere Menschen, besonders für die kleine Marlene da zu sein. Man bangt mit ihr und hofft doch noch auf ein gutes Ende. Ihre Enkelin Nane liest nach dem Tode ihrer Oma deren Aufzeichnungen und so manches Geheimnis wird dadurch aufgedeckt. Gleichzeitig hilft sie ihrer Tante Marlene bei der Apfelernte am Bodensee und durch die wunderbare Beschreibung , fühlt man sich als Leser in die wunderschöne Landschaft am Bodensee versetzt. Aber auch Nanes Mutter hat ein Geheimnis, das sie nun erst nach dem Tod der eigenen Mutter aufdecken wird...Die Geschichte lebt von Spannung, gefühlvollen, aber auch schrecklichen Momenten. Ich selbst habe viel Neues vom Leben der Sudetendeuschen und der politischen Hintergründe ihrer Vertreibung erfahren. Da meine Mutti auch als Flüchtlingskind mit meiner Oma, Uroma und ihrem kleinen damals 5 Monate alten Bruder aus Ostpreußen in die brandenburgische Stadt kam, die im Buch beschrieben ist, habe ich mich nach dem Lesen des Buches mit ihr lange darüber unterhalten.Sie erzählte mir, dass ihre Familie Glück hatte und gleich von lieben Menschen in ihrem Haus aufgenommen wurde. Auch von Soldaten der Roten Armee hat sie als Kind oft Grütze bekommen. Es gab also auch viel Menschliches nach dem Grauen des Krieges. Gerade heute ist dieses Buch sehr aktuell. Man sollte sich mehr in die Menschen reinversetzen, die ihre Heimat heutzutage wegen Krieg und Hunger verlassen müssen und sie nicht von vornherein ablehnen. Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen. Diese Zeit darf nicht vergessen werden. Danke an Brigitte Riebe für spannende, berührende und historisches Wissen vermittelnde Lesestunden.

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Autor: Brigitte Riebe 432 Seiten Verlag: Diana Hardcover Familiengeheimnis Nanes Grossmutter, Eva, ist gestorben. Alle treffen sich in Rickenbach zur Beerdigung bei der ältesten Tochter, Marlene. Marlene und Vicky sind Halbschwestern und haben sich schon immer in den Haaren, leider auch an der Beerdigung, denn direkt danach ist Vicky wieder abgereist. Nane bleibt noch ein paar Tage zur Erholung bei ihrer Tante, doch das ändert sich, als sie das Tagebuch von ihrer Grossmutter liest. Ein Familiengeheimnis kommt ans Licht. Ein tolles Familiengeheimnis, dass ziemlich in der Nähe von mir gespielt hat. Das Buch wird nämlich in zwei verschiedenen Zeiten erzählt, einmal in der Gegenwart und einmal in der Vergangenheit. Man bekommt einen Eindruck, wie es früher im Krieg in Tschechien und Deutschland ausgesehen hat und wie es zu und her ging. So erfährt man, wie es jungen Mädchen, wie Eva und Milly, ging, wo sie überall hingebracht worden sind und was sie alles erleiden mussten. Was für tragische Verluste sie machen mussten und doch immer weiter blicken mussten. Wie alle hofften es sei endlich vorüber und es doch noch weiter ging. Eine Geschichte, bei der man mitfiebert bis zur letzten Seite. Ich kam schnell in die Geschichte hinein und konnte mich gut in die Charaktere hineinversetzen. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, so kam ich, wenn ich gelesen habe, sehr gut voran. Eine tolle Idee fand ich das Tagebuch in der Geschichte, dass die Sucht zum weiterlesen aufbaute. Das Cover ist passend zum Buch gewählt, mit Blick auf den Bodensee ;) Fazit: Ein tolles Familiengeheimnis, dass sich weiterempfehlen lässt, darum 5/5 Sternen :)

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Die 34-jährige Christiane, kurz Nane genannt, fährt anlässlich der Beerdigung ihrer Großmutter Eva in ihre Heimat an den Bodensee. Die Pharmavertreterin braucht ohnehin eine Auszeit von ihrem Leben in Frankfurt und bleibt ein paar Tage länger bei ihrer Tante Marlene, die die familiengeführte Schnapsbrennerei übernommen hat. Auch Nanes Mutter Vicky kommt zur Beerdigung, hat aber ein derart zerrüttetes Verhältnis zu ihrer Schwester, dass sie direkt wieder abreist. Eva hat ihrer Enkelin ein Buch mit ihren Memoiren hinterlassen, in denen Nane zu lesen beginnt und deren Offenbarungen über ihre Familiengeschichte sie überrascht. Durch die Aufzeichnungen von Eva Menzel im Zeitraum von 1938 bis 1953 erfährt man deren Lebensgeschichte und die ihrer Tochter Marlene. Eva wohnte zur Zeit des Nationalsozialismus in Reichenberg im Sudetenland, wo sie von ihrem Vater, einem Apotheker, das Schnapsbrennen erlernt hat, während ihre Mutter Julika dem Alkohol verfiel. Als ihr Vater letztlich doch an die Front musste, befand sich Eva stets in dem Zwiespalt, weiterhin Schnaps zu brennen, der ein begehrtes Zahlungs- bzw- Tauschmittel wurde und damit die Alkoholsucht ihrer Mutter zu unterstützen. Als 16-Jährige verliebt sie sich in den Tschechen Jan, der Ende des Zweiten Weltkriegs als Partisan gegen die Deutschen kämpfte und bei dem Versuch Eva vor den übergriffigen russischen Besatzern zu schützen, sein Leben ließ. Es folgten schwierige Jahre, geprägt von der Krankheit der Mutter, der Vertreibung aus der Heimat und der Ungewissheit, ob der Vater wieder lebend zurückkehren würde. Über verschiedene Lager in Brandenburg und Sachsen gelangt die Familie schließlich nach Rickenbach am Bodensee, wo Eva zusammen mit Marlene 1946 ein neues Leben beginnt und mit dem heimischen Äpfeln eine florierende Schnapsbrennerei aufbaut. Aus dem Flüchtlingsmädchen aus Nordböhmen wird in den 40er-Jahren die dreimalige Bodensee-Apfelkönigin. Genauso gebannt wie Nane die Lebensbeichte ihrer Großmutter liest, die damit ihre Enkelin über ihre Herkunft aufklären möchte und gleichzeitig für eine Annäherung ihrer beiden ungleichen Töchter Marlene und Viktoria sorgen möchte, ist man als Leser von den sehr authentisch wirkenden Frauenschicksalen fasziniert. Eva lernt man als warmherzige und starke Frau kennen, die sich im Leben vieles erkämpfen musste, bevor sie am Bodensee Fuß fasste und Toni, den Vater ihrer Tochter Viktoria heiratete. Marlene war ein aufgewecktes junges Mädchen und wirkt als erwachsene, über 70-jährige Frau reserviert und unnahbar. Rätselhaft ist ihre Allergie auf rohe Äpfel, die so gar nicht zu ihrem Erfolg bei der Herstellung von Obstbränden passt und ihre starke Abneigung gegen die Nachbarsfamilie Bentele, die sogar zur Beerdigung von Eva ausgeladen wird. All diese Fragen gilt es mit Hilfe von Evas Aufzeichnungen aufzuklären, bei der Nane ihrer Heimat wieder ein Stück näher kommt. "Marlenes Geheimnis" ist eine bewegende Familiengeschichte, die die Historikerin Brigitte Riebe detailreich und sehr anschaulich schildert. Gerade die Authentizität und die Leidenschaft mit der die deutsche Geschichte anhand des Schicksals von Eva bzw. Marlene wiedergegeben wird, machen den Roman zu einem emotional fesselnden, generationenübergreifenden Leseerlebnis.

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„Die Vergangenheit verlierst du nie. Aber wenn du heute nicht lebst, dann wirst du auch die Zukunft verlieren.“ (Zitat Eva) Christiane (Nane) Auberlin ist 34 Jahre alt, lebt in Frankfurt und arbeitet als Pharmavertreterin. Als ihre Großmutter Eva Auberlin stirbt, reist sie zum Begräbnis nach Rickenbach im Bodenseegebiet. Das 1898 erbaute Auberlinhaus, die Apfelplantagen, die bekannte Schnapsbrennerei der Familie sind für Nane untrennbar mit ihren Großeltern und der Kinderzeit verbunden. Später kam es zum Bruch zwischen ihrer Mutter Vicky und ihrer Schwester Marlene, Nanes Tante, die inzwischen 77 Jahre alt ist. Während ihre Mutter sofort nach dem Begräbnis wieder abreist, bleibt Nane bei Tante Marlene. Diese übergibt ihr ein verschlossenes Kuvert, in dem sich ein dickes Notizbuch und ein Brief ihrer Großmutter befinden. Es ist ein Tagebuch und beginnt 1938. Eva, fast elf Jahre alt, schreibt über ihr Leben in Reichenberg, ihre Eltern Fritz und Julika Menzel. Während Nane während nächtlicher Lesestunden Evas Geschichte, ein Leben der Gefahr, Flucht, Neuanfänge, liest, überdenkt sie ihr eigenes bisheriges Leben und beginnt, über mögliche neue Wege nachzudenken. Doch so einfach ist das nicht, das Tagebuch enthüllt auch Familiengeheimnisse, wirft neue Fragen auf, die es zu klären gibt. Wird es einen Neubeginn für Nane und eine Versöhnung für Vicky und Marlene geben? Auch wenn die Personen des Romans, abgesehen von aus der Geschichte bekannten Persönlichkeiten, fiktiv sind, die geschilderten Ereignisse sind es nicht. Das Massaker von Lidice am 10. Juni 1942, bei welchem ein gesamtes Dort vernichtet und die Einwohner bis auf einige wenige Kinder ermordet wurden, ist Tatsache. Auch die Beneš-Dekrete und die damit verbundene Geschichte der Vertreibung und Aussiedlung der Sudentendeutschen sind historische Fakten. Auch die Schauplätze dieses Generationenromans gab und gibt es wirklich, die Gegend um Rickenbach-Salem, Region Bodensee, ist bekannt für die Obstplantagen und die alten Familienunternehmen, die feine Edelschnäpse herstellen. Die Geschichte ist in der Erzählform der dritten Person geschrieben und spielt auf zwei Zeitebenen. Das Tagebuch mit der Hauptprotagonistin Eva und später auch Marlene „Leni“ umfasst die Jahre 1938 bis 1953. In der Jetztzeit geht es vor allem um Nane. Die Kapitel wechseln zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, dadurch wird auch Spannung erzeugt. Auch wenn Männer eine wichtige Rolle in der Geschichte spielen, es geht hauptsächlich um die Schicksale der drei Frauen Eva, Marlene und Nane, verbunden im Laufe der Handlung mit ihnen nahestehenden Frauen. Eva wird durch die Ereignisse früh aus der Kindheit in eine Rolle mit Verantwortung gedrängt, die sie, obwohl manchmal verunsichert, immer annimmt und nie aufgibt. Gerade dadurch, dass sie keine perfekte Heldin ist, gewinnt sie die Sympathie der Leser. Interessant ist der Charakter Marlene, zuerst verschlossen auch ihrer Nichte Nane gegenüber, ist sie im Grunde eine kluge, herzliche Frau und das enge Band, das sich zwischen Marlene und Nane entwickelt, ist nachvollziehbar und man freut sich mit diesen beiden Frauen. Vicky bleibt im Hintergrund, was sich aber auch aus ihrer Lebenseinstellung erklärt. Nane, anfangs trotz ihrer 34 Jahre in Bezug auf sich selbst etwas unsicher wirkend, scheint Kraft aus dem Tagebuch ihrer Großmutter und der Geschichte ihrer Familie zu schöpfen. So wird sie bereit, auch für sie wichtige Entscheidungen zu treffen. „Vielleicht ist aber das, was du gerade erlebst, auch nur etwas, das vielen Menschen irgendwann in der Lebensmitte zustößt: Man hält inne, freiwillig oder gezwungenermaßen, zieht Bilanz und merkt plötzlich, dass man irgendwo falsch abgebogen sein muss.“ (Zitat, Marlene zu Nane). Nicht so gut gefallen mir die zahlreichen Hinweise (hints), die von der Autorin besonders in den ersten Kapiteln des Buches gesetzt werden. „Dem Laden fehlt die Seele“, zum Beispiel. Hier scheint die Autorin die Leserschaft etwas zu unterschätzen, denn abgesehen vom etwas rasch zusammengemischten Ende ist die Entwicklung der beiden Geschichten nachvollziehbar und die Zusammenhänge erkennbar. Ich hätte mir auch beim Wechsel zwischen dem Tagebuch der jungen Eva und der Gegenwart auch einen deutlichen Wechsel in der Sprache gewünscht. Die verliebte sehr junge Eva schreibt ihre Gedanken natürlich schwärmerisch nieder, aber zu der 34 Jahre alten Nane passt das für mich nicht. Insgesamt jedoch ein sehr gut recherchierter Generationenroman über starke Frauen, die sich Ereignissen stellen müssen, dass sie sich so nicht ausgesucht haben. Sehr sympathische Protagonistinnen, eine gut und flüssig zu lesende Sprache, eine interessante, packende Geschichte und damit ein aus meiner Sicht absolut empfehlenswertes Buch.

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Brigitte Riebe hat sich mit ihrem neuen Roman "Marlenes Geheimnis" selbst übertroffen. Ich habe bisher viele ihrer wunderbaren Bücher gelesen, aber dieses ist nun mein absoluter Favorit. Die Geschichte handelt von drei Frauen, und zwar Eva, Marlene und Nane und zieht sich über drei Generationen. Sie beginnt zu Kriegsende und führt in die Gegenwart. Marlene lebt nun nach ihrer Vertreibung uns der Heimat, die nun bereits 70 Jahre zurückliegt in Rickenbach, das in der Nähe von Salem liegt, am Bodensee. Hier hat sie sich nach der Vertreibung mit ihrer Mutter Eva ein neues Leben aufgebaut. Marlene betreibt eine florierende Schnapsbrennerei, die die Früchte der Region verarbeitet. Doch als Nane, die eigentlich Christina Julika Auberlin heißt, die Aufzeichnungen ihrer Großmutter Eva liest, bricht die Vergangenheit ohne Vorwarnung herein. Und ein lang gehütetes Familiengeheimnis kommt ans Licht..... Wow! Nach Beendigung des Buches mußte ich erst einmal den dicken Kloß, der sich in meinem Hals bebildet hat, hinunterschlucken, so bewegt und berührt hat mich diese Geschichte. Man merkt beim Lesen einfach, das die Autorin eine promovierte Historikerin ist, denn die Kriegs- und Nachkriegszeit ist so genau beschrieben, dass vor meinem inneren Auge ein Film abläuft. Man wird richtig wachgerüttelt. Ich sehe die brennenden Dörfer, die verzweifelten Menschen, ihre Hilflosigkeit vor mir und die Macht der Überlegenen ist förmlich zu spüren. An vielen Stellen hatte ich beim Lesen richtiges Gänsehautfeeling, denn ich habe die verzweifelten Schreie der Menschen in meinen Ohren. Furchtbar was zu dieser Zeit alles passiert ist. Nun zu den Charakteren, die den Roman zu einem wahren Erlebnis machen. Im hier und jetzt ist Nane, die gerade an einem Scheideweg in ihrem Leben angekommen ist. Und nun kehrt sie zur Beerdigung ihrer Großmutter nach Rickenbach zurück. Eva hinterlässt Nane ein Tagebuch mit ihrer Lebensgeschichte. Und nun dürfen wir tief in die Vergangenheit eintauchen. Wir lernen Eva und ihre Familie kennen, sehen sie in ihrer alten Heimat Reichenberg. Doch dann kommt der Krieg und ändert alles. Mir geht wie Nane, ich bin gefesselt von Evas Geschichte und mir hat es wirklich den Atem verschlagen, was da alles ans Licht gekommen ist. Da gibt es für die ganze Familie einiges zu verarbeiten, wenn das Familiengeheimnis ans Licht kommt. Ich will aber nicht mehr verraten, denn so ein Wahnsinnsbuch sollte jeder selber lesen und genauso in die atemberaubende Geschichte eintauchen, wie ich es getan habe. Sie hat mich von der ersten bis zu letzten Seite gefesselt. Das Cover ist für mich auch ein echter Hingucker - es macht Mut und verbreitet Hoffnung. Selbstverständlich vergebe ich für diesen Bestseller (für mich ist es unbedingt einer) 5 Sterne (leider können es nicht mehr sein). Ein absolutes Lesehighlight.

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