Leserstimmen zu
Haus des Sturms

Titania Hardie

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In Madelines Leben in San Francisco läuft alles rund, sie hat einen interessanten Job, liebenswerte Verwandte und der Hochzeitstermin steht. Doch Madeline stehen schwere Zeiten bevor, denn schon auf dem Weg zu ihr, aber noch bevor er London verlassen kann, wird er von einem Betrunkenen mit dem Auto angefahren und stirbt. Für Madeline ist nichts mehr wie es war, ihre Arbeit erledigt sie automatisch, doch ihr Leben scheint erloschen zu sein. Großmutter Isabella schickt Madeline auf eine Reise in die Toscana, wo sie ihre Wurzeln suchen soll. Dort stößt sie auf eine faszinierende Geschichte eines jungen Mädchens, dass gut eine Vorfahrin von ihr sein könnte. Bei diesem Roman handelt es sich um das zweite Buch der Autorin, deren erstes Buch „Das Labyrinth der Rosen“ mir gut gefallen hatte. Mit diesem neuen Buch hat die Autorin sich wieder eines interessanten Themas gewidmet, dessen Idee wohl einen geschichtlichen Ursprung hat. Wieder ist die Handlung auf zwei Ebenen angesiedelt, zum einen in der Gegenwart und zum anderen im 14. Jahrhundert, wobei für mich der in der Vergangenheit angesiedelte Teil packender war. Hier geht es darum, dass eine Frau sich gegen die Bevormundung wehrt und auf der Flucht bei der Vorfahrin Madelines Unterschlupf findet. In der Gegenwart erlebt der Leser wie Madeline versucht, ihren großen Verlust zu überwinden und gleichzeitig für die Rechte der Arbeitnehmer eines Milliardenkonzerns kämpft, die durch ihre Arbeit schwer erkrankt sind. Während hier der geschichtliche Teil sehr fesselt und die Geschichte Mias und ihrer Gefährtinnen dramaturgisch sehr gut dargestellt wird, die Stellung der Frau, der Kampf gegen die Pest und die kleinen Siege und Niederlagen, das berührt. Der in der Gegenwart angesiedelte Teil erinnerte mich ein wenig an Erin Brockovich oder ähnliche Gerichtsdramen und auch Madelines Weg aus der Trauer wirkte auf mich etwas hölzern und so konnte ich mich auf diesen Teil der Geschichte nicht so gut einlassen. Ein sehr gut recherchiertes Buch, dass im geschichtlichen Teil allerdings für mich wesentlich überzeugender war als in dem der Gegenwart.

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Madeline Moretti, Maddie genannt, eine junge selbstbewusste Anwältin, fällt von einem Tag auf den anderen in ein tiefes Loch, als ihr Verlobter tödlich verunglückt. Momentan sieht sie keinen Sinn im Leben, so dass sie sich recht schnell wieder der Arbeit widmet. Sie haben einen schwierigen Fall zu bearbeiten, aber sie ist nicht mehr zu 100 % mit dem Herzen dabei. Um sie aus diesem Loch herauszuholen, schenkt ihr ihre Großmutter einen dreiwöchigen Aufenthalt bei Freunden in der Toskana. Dort wird sie von Jeanette aufgenommen, die sich gemeinsam mit ihrem Mann ein Haus gekauft hat und dieses schon seit 6 Jahren renoviert. Nach Beendigung der Arbeiten wollen sie ein Hotel daraus machen. Während der Arbeiten wurden im Garten drei Skelette gefunden. Nach der Untersuchung dieser stellte man fest, dass alle drei weiblich waren, zwei von ihnen streckten die Arme zueinander aus und in einem Skelett fand man ein Stück einer Speerspitze. Wer waren diese drei Frauen? Mit Søren, einem Garten- und Landschaftsgestalter und Freund von Jeanette und ihrem Mann freundet sie sich an und sie versuchen Erkundigungen einzuziehen, um das Rätsel lösen zu können. Titania Hardie legt dem Leser hier einen recht komplexen Roman vor. Er spielt in 2 Zeitepochen, Mitte des 14. Jh. sowie in der heutigen Zeit im Jahre 2007. Die Schauplätze befinden sich in San Francisco und in der Toskana. Es gibt verschiedene Erzählstränge, die erst zum Ende des Buches zusammenfinden. Es ist definitiv keine leichte lockere Lektüre, die man so nebenbei lesen kann. Maddie, die sympathische Protagonistin im Jahre 2007, kämpft gegen das Gefühl an, verlassen worden zu sein, seit ihr Verlobter tödlich verunglückte. Eine Reise in die Toskana soll sie einer Weissagung gemäß zurück zu ihren Wurzeln führen. Erst wenn diese wieder erstarkt sind, kann sie auch ihre Flügel wieder frei entfalten. Der Leser erlebt mit, wie sie sich langsam aus ihrer Trauer herausschält und zum Leben zurückfindet. Sie findet sich dort selbst wieder, auch dank des anderen Gastes und Freundes Søren. Mit ihm gelingt es ihr auch wieder zu lachen. Ihren Aufenthalt dort muss sie jedoch vorzeitig abbrechen, da es Probleme auf der Arbeit gibt. Sie kommt mit neuer Energie und neuem Lebensmut wieder und fühlt sich nun auch wieder in der Lage, gegen das Unrecht für ihre Klienten zu kämpfen. Im Jahre 1347 lernen wir in der Toskana die junge Maria Maddalena, Mia genannt, kennen, die seit der Ermordung ihrer Mutter bei ihrer Tante Jacquetta lebt. Diese führt eine Herberge für Pilgerer. Mia ist seit dem Tod ihrer Mutter stumm und kann sich nur mittels Handbewegungen verständigen, was jedoch für sie und ihre Umgebung kein Hindernis ist. Sie fühlt sich wohl bei ihrer Tante. Eines Tages steht ein Pärchen vor der Tür, Agnesca und ihr Mann Porphyrius, die Unterkunft erbitten. Sehr schnell stellt sich heraus, dass Agnesca eine Heilerin ist, die auch Mia dazu verhilft, dass sie ihre Sprache wiederfindet. Agnesca ist auf der Flucht, sie sollte hingerichtet werden, weil sie ihren Eltern ungehorsam war und sie nicht, wie diese es wollten, ins Kloster gehen, sondern lieber Mann und Kinder haben wollte. Das Leben im Mittelalter wurde von der Autorin hervorragend recherchiert. Sie lässt den Leser teilhaben an den Machtkämpfen der Bischöfe, am täglichen Leben, an Aberglauben und Missgunst. Selbst die schwere und Menschenleben fordernde Epoche, als die Pest durch Europa zog, lässt sie in ihrem Buch aufleben. Anschließende Plünderungen folgen und zeigen die Machtlosigkeit des kleinen Volkes. Was die Autorin Titania Hardie sehr gut beherrscht ist die lebendige Beschreibung der Ortschaften. Als Leser fühlte ich mich fast persönlich in die Toskana versetzt, so dass ich mittels ihrer Beschreibungen das Gefühl hatte, ich wäre vor Ort. Auch wenn das Buch einige Längen hatte, durch die ich mich regelrecht durchschlagen musste, übte das Buch einen Reiz auf mich aus. Ich war begierig zu erfahren, ob Maddie aus ihrem tiefen Loch herausfand, wie es den Frauen Mia, Agnesca und Jacquetta erging und vor allem, welche Zusammenhänge zwischen ihnen bestehen. Dieser Roman hat vieles in sich vereint. Geschichtliche Fakten, Wissen um Heilkunst und Kräuterkunde, strafrechtliches Wissen, Garten- und Landschaftsgestaltung, Aberglauben, Trauer, starke und selbstbewusste Frauen, bedingungslose und hingebungsvolle Liebe und ein wenig Mystik. Ein Roman, der sich nicht leicht lesen lässt, der sich zu lesen aber lohnt.

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Aufbau und Handlung: Erzählt wird in zwei Zeitebenen, einmal zur um Zeit 1347 in der es um Mia geht Dann zu der Zeit um 2007, da geht es um Maddie Die Zeit um 1347 wird sehr gut dargestellt, viele mögen diesen Zeitraum mit Hexen in Verbindung bringen. Hier geht es jedoch mehr um Sagen und mystisches. Es ist ein Hauch, der uns vor die Wahl stellt, ob wir es glauben wollen oder nicht. Mia´s Geschichte ist ebenso wie die von Maddie überaus bewegend und tiefgründig. Und man kann erkennen, daß das Schicksal sie miteinander verwoben hat. Maddie muss nach einem Schicksalsschlag zu ihren Wurzeln zurückkehren um sich selbst zu finden. Der Schreibstil ist etwas langatmig. Es wird viel drumherum erzählt, es gibt viele Landschaftsbeschreibungen. Was ansich nicht schlecht ist. Aber hier ist es einfach zuviel. Das Buch ist in drei Kapitel unterteilt. Erzählt wird zum einen aus der Perspektive von Maddie und zum anderem aus der von Mia Meine Meinung: Ich empfand die Grundidee und die Geschichte ansich schon sehr gut, allerdings muss ich ehrlich gestehen, das ganze drumherum und die vielen Landschaftsbeschreibungen, haben das ganze in den Hintergrund gedrückt und somit verliert es etwas an seiner Faszination. Es kommt eine Langatmigkeit auf, die mich zwischendurch immer wieder Pausen einlegen liess. In Mia und Maddie konnte ich mich sehr gut reinversetzen, dennoch hat mir da am Ende etwas gefehlt. Es fühlte sich nicht abgeschlossen an. Normalerweise habe ich beim beenden einer Geschichte ein befreiendes Gefühl, aber hier war es einfach nur weiter angespannt. Dennoch fand ich es sehr schön diese Geschichte zu lesen, gerade Mia´s Zeit hat mich sehr gefesselt. Das Mystische und die Sagen waren unglaublich interessant. Man hätte dieses Buch meiner Meinung nach locker um 200 Seiten kürzen können. Das hätte dem ganzen für mich mehr Würze, Flüssigkeit und Magie verliehen. Dennoch würde ich dieses Buch empfehlen, weil es einfach eine sehr gute Geschichte über drei Frauen ist die Jahrhunderte überdauert. Von mir gibt es 3 von 5 Sternen, weil es eine tolle Geschichte ist, der Abschluss mich aber eher unzufrieden zurückliess.

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