Leserstimmen zu
Windstochter

Jutta Oltmanns

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Weener 1698. Franka lebt bei ihrem Onkel Malte, der sie alles andere als gut behandelt. Der Schmuggler sieht in seiner Nichte lediglich eine billige Haushaltshilfe. Als Säugling wurde sie aus dem Fluss vor dem Ertrinken gerettet. Dabei kam ihre Mutter ums Leben. Frankas Leidenschaft gehört den Pferden. Jede freie Minute verbringt sie auf dem Gestüt der Gebrüder Meester. Dort erhält sie all das Wissen, was man über Pferde wissen muss. Bald ist die junge Frau Expertin in Pferdeheilkunde, Zucht und dem Betrieb eines Gestüts. Immer wieder genießt sie dabei die Ausritte auf dem Hengst Tyr. Als sie eines Tages mehr über ihre wahre Herkunft erfährt, schließt sie sich kurzentschlossen dem Tross von Jasper Rose an, der einige Friesenhengste nach Italien bringt. Der sechste Roman von Jutta Oltmanns beginnt wie schon andere ihrer Romane in Ostfriesland. Sie beschreibt die dortigen Lebensverhältnisse der Familien im 17. Jahrhundert äußerst bildhaft, wie sie es auch schon in „Tochter der Insel“ oder „Das Geheimnis der Inselrose“ getan hat. Mit „Windstochter“ wagt sich die Autorin bis ins barocke Italien vor. Auch steht wieder eine Familiengeschichte im Vordergrund, deren Geheimnis gelöst werden will. Franka macht sich hier auf die Suche nach ihren Angehörigen und wird in die Welt einer italienischen Adelsfamilie versetzt, die das Gegenteil ihres bisherigen Umfelds darstellt. Auch hier wird Franka nicht überall mit offenen Armen empfangen, sodass der Leser durch viele Emotionen geführt wird. Der flüssige Schreibstil Oltmanns erleichtert es, Empathie für die Figuren aufzubauen. Dabei wird die gesamte Spanne an Möglichkeiten dargelegt. Manche Situationen werden so untragbar beschrieben, dass man schon beim Lesen in Wut gerät, andere sind so gefühlsüberfrachtet, dass man den Figuren am liebsten ihre Privatsphäre lassen möchte. Die Protagonistin und andere Hauptfiguren werden stets ausführlich genug gezeichnet, um deren Gedankengänge nachzuvollziehen. Dennoch bleiben sie bedeckt genug, um im weiteren Handlungsverlauf zu überraschen. Allen Büchern gemein ist, dass eine starke Frau sich in einer schwierigen Situation durchsetzt und ihr Leben meistert. Das Strickmuster aus Romantik, Geheimnis und ungeplanter Schwierigkeiten sorgt dennoch für einen gewissen Wohlfühlcharakter, der über manche Schwäche hinweglesen lässt. Die in Ostfriesland lebende Autorin ist eine Garantie für Schmöker, die man so leicht nicht mehr aus der Hand legt. Die Geschichten verleiten zum Abtauchen in eine vergangene Welt und bieten einige Stunden Lesespaß.

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