Leserstimmen zu
Das ferne Echo der Zeit

Pamela Hartshorne

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In erster Linie kann ich diesen Roman nur loben. Er ist sehr spannend, stellenweise etwas unheimlich und erzeugte bei mir einige Male Gänsehaut. Die beiden Hauptfiguren, Grace (aus unserem Jahrhundert) und Hawise (das Mädchen aus der Vergangenheit) werden wunderbar dargestellt. Dem Leser fällt es sehr leicht, sich ein Bild von beiden zu machen und bekommt einen sehr präzisen Einblick in die Gedanken und in den Charakter der Mädchen. Das Buch beinhaltet zudem historisch interessante Fakten, indem anhand von Hawise offengelegt wird, wie die Menschen damals lebten und wie es gesellschaftlich lief (die Autorin ist übrigens Historikerin). In der Geschichte merkt man sehr gut, wie Grace die Geschichte von Hawise am eigenen Leib nacherlebt. Was ich an "Das ferne Echo der Zeit" bemängeln muss, ist die Art der Zeitsprünge zwischen Grace und Hawise. Es gibt keine eindeutigen Sprünge, keine neuen Kapitel wenn sich Grace wieder in der Geschichte von Hawise verliert. Das war für mich persönlich oft sehr verwirrend und hat mich kurz rausgebracht bis ich begriffen hatte, in welcher Zeit ich mich beim Lesen wieder befinde. Ich hoffe ihr versteht, wie ich das meine. Natürlich sorgt diese Art für viel Abwechslung und Überraschung, Spannung und unerwartete Wendungen. Das befürworte ich absolut! Trotzdem hat es mich beim Lesen sehr häufig gebremst. Bis auf diesen Punkt finde ich das Buch jedoch sehr gut! Wie schon erwähnt ist es sehr Spannend und aufregend! Es wird nie kitschig und die Handlungen sind quasi nicht vorhersehbar, was den Roman gleich viel verlockender macht. Der Roman handelt auf vielen emotionalen Ebenen, ermöglicht es, sich in die Charaktere einzufühlen und lässt den Leser an einigen Stellen doch angespannt dasitzen. Doch zum Ausgleich gibt es hinterher immer Stellen, die einem eine kurze "Atempause" ermöglichen. Ich werde dieses Buch auf jeden Fall wieder lesen.

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York, Gegenwart: Grace Trewe ist seitdem sie mit viel Glück einen Tsunami überlebte, traumatisiert. Während ihr damaliger Freund, nach dem Überstehen der Naturkatastrophe, die Chance auf einen Neuanfang sah und sich eine Frau zum Heiraten und Kinder bekommen suchte, hielt Grace an ihrem alten Leben fest. Zusammen mit ihrer Freundin plant sie nun, bald gemeinsam nach Mexiko zu gehen. Doch zuvor hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, das Häuschen in York, das ihr deren Patentante vererbt hat, zu renovieren und zu verkaufen. Doch kaum dass Grace dort angekommen ist, wird sie immer wieder von einer rätselhaften Stimme heimgesucht, die „Bess“ flüstert. Dazu fällt Grace an Orten, die sie eigentlich nicht kennen dürfte, plötzlich von einem auf den anderen Moment in einen anderen Bewusstseinszustand. In diesem, steckt sie im Körper der fleißigen Hausangestellten Hawise, die im elisabethanischen Zeitalter eines Tages die Bekanntschaft eines jungen Mannes macht, der ernste Absichten verfolgt, sich aber lediglich geschmeichelt fühlt von den Zuneigungsbekundungen Francis. Doch als sie von ihrem Vater erfährt, dass dieser seine Zustimmung zu einer Heirat mit dem älteren Kaufmann Ned gegeben hat, weist sie Francis ab. Mit ungeahnten Folgen, denn Francis ist äußerst rachsüchtig. Immer häufiger und heftiger werden Graces Visionen. Dazu findet sie überall in dem Haus ihrer verstorbenen Tante verfaulte Äpfel. Grace fürchtet gar von einem Geist heimgesucht zu werden obwohl sich alles in ihr dagegen stäubt, schließlich ist sie ein Mensch der mit beiden Füßen mitten im Leben steht und hat keinen Sinn für übernatürliche Phänomene. Zur Ruhe kommt sie zwischenzeitlich bei ihrem netten, geschiedenen Nachbarn Drew der Historiker von Beruf ist und eine Tochter im Teenageralter hat. Grace entwickelt Gefühle für Drew, was sie eigentlich unter allen Umständen vermeiden möchte, da sie große Bindungsängste hat. Doch ihre Visionen machen es in Graces Augen nötig, Nachforschungen über Hawise anzustellen und dabei könnte ihr Drew eine große Hilfe sein… „Das ferne Echo der Zeit“ ist ein sehr packender und teilweise auch recht unheimlicher Unterhaltungsroman im Stile einer Barbara Erskine oder Susanna Kearsley. Auch vom Schreibstil her, steht Pamela Hartshorne den genannten Autorinnen in nichts nach, so dass die Lesezeit, des, immerhin 504 Seiten starken Romans bei mir trotzdem leider im Flug verging. Im Mittelpunkt des Romans stehen gleich zwei Frauen- Hawise, die im historischen England, in der Zeit von Aberglauben und Hexenverfolgung gegen einen gefährlichen Mann ankämpfen muss und in der Gegenwart, Grace, die sich am Ende auch ihren Bindungsängsten stellen soll, aber durch Hawises Geschichte schließlich merkt, worauf es im Leben ankommt. Obwohl man Hawises Geschichte lediglich durch Graces Visionen erfährt, ist es auch für den Leser so, als sehe man Hawises York durch die Augen von Hawise, denn Hawises Erlebnisse werden ebenfalls aus der Sicht der Heldin in „Ich-Form“ geschildert bzw. Grace wird in ihren Visionen zu Hawise. Das Thema Reinkarnation in Unterhaltungsromanen ist zwar nicht neu aber rar, doch wenn es so spannend und unheimlich aufbereitet wird wie in diesem Buch, fragt man sich, wieso es momentan nicht mehr Romane dieses Genres gibt, gerade wo die reguläre Para-Welle mit Vampiren, Dämonen usw. langsam wieder abebbt. Allerdings hat die Autorin auch einen sehr ansprechenden Schreibstil, so dass es im Grunde hier an sich nicht viel zu meckern gibt. Während Hawises Story allerdings allerhand an Tragik zu bieten hat, was mich beim Lesen mancher Romanpassagen wütend und traurig hat werden lassen und auch als Heldin sehr stark auftritt, bleibt Grace dagegen leider ein wenig konturlos. Außer der Tatsache dass sie unter Bindungsängsten leidet, schwer traumatisiert ist und sich schwer damit tut, sich anderen anzuvertrauen, erfährt man nicht viel über sie. Dennoch, ein wenig mehr als nur schmückendes Beiwerk ist auch Graces Story. Schon allein aufgrund der Tatsache, dass sich Geschehnisse der Historie in der Gegenwart wiederholen und sie alles daransetzen muss, ein junges Mädchen zu beschützen. Zwar fand ich Grace als Romancharakter nicht unbedingt beeindruckend, doch die Geschichte, die die Autorin um sie gesponnen hat, schon, so dass ich in diesem Fall diesen Kritikpunkt locker übersehen konnte. Die kleine sich entspinnende Liebesgeschichte stellt einen netten Nebeneffekt dar, doch hätte sie für meine Begriffe gar nicht sein müssen, da Hawises Story und auch der Reinkarnationsplot allein schon atmosphärisch dicht waren. Besonders die Romanpassagen in denen Grace vom York der Gegenwart plötzlich ins York der Vergangenheit versetzt wurde, fand ich unglaublich effektvoll beschrieben; man sieht diesen Prozess vor seinem geistigen Auge vor sich und gruselt sich gemeinsam mit der Romanheldin Grace. Kleiner Tipp: „Das ferne Echo der Zeit“ ist im Februar 2014 ebenfalls im Goldmann Verlag; allerdings als Taschenbuch erschienen. Der Roman ist dort auch ein wenig günstiger; allerdings sollten Coverliebhaber bedenken, dass das Weltbildcover optisch ein wenig mehr hermacht meiner Meinung nach. Kurz gefasst: Gruseliger Mystery- Roman mit Reinkarnationsplot der mich im wahrsten Sinne des Wortes „begeistert“ hat.

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