Leserstimmen zu
Ihr findet mich nie

Robert Wilson

Charles Boxer (2)

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Robert Wilsons 2014 erschienener Krimi handelt von einem jungen Mädchen namens Amy, das eines Tages einfach aus England verschwindet. Eine Trotzreaktion eines rebellischen und missverstandenen Teenagers, die sie nach Spanien bringt, und deren Verlauf jedoch eine verheerende Wendung nimmt. Wenige Tage später werden Leichenteile im Fluss in Madrid gefunden, und alles deutet darauf hin, dass Amy einen schrecklichen Tod gefunden hat. Amys Eltern sind entsetzt, wütend, hilflos. Ihr Vater, eigentlich ein privat operierender Spezialist bei Entführungsfällen, kann den Tod seiner Tochter nicht glauben. Dass sie einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel, ist noch viel weniger zu begreifen. Amys Mutter, Charlie Boxers Ex-Frau Mercy, stürzt ebenfalls in tiefe, lähmende Trauer. Doch ist wirklich alles so, wie es scheint? Amy mag zwar ein rebellischer Teenager gewesen sein, aber sie war auch, was man im Englischen “street smart” nennt. Konnte sie wirklich so leicht einem Gewaltverbrechen zum Opfer fallen? Boxer fliegt nach Spanien und beginnt zu ermitteln. So rasant wie das Buch beginnt, so schnell entwickeln sich auch alle weiteren Handlungsstränge dieser Geschichte. Neben der eigentlich Handlung rund um Amy geht es nämlich auch um den internationalen Drogenhandel, und der Leser wird auf sehr spannende Art und Weise von einer Story zur nächsten geführt. Man hat eine Ahnung, dass alles irgendwie zusammenhängt, aber die Auflösung erfolgt erst schrittweise. Insgesamt also ein spannender Krimi mit Thrillerelementen aus der Feder vom englischen Autor Robert Wilson. Ein paar Dinge, die mir nicht so gut gefallen haben, sind die enorme Brutalität, die teilweise zu Tage tritt auf der einen Seite, die leicht übertheatralische Reaktion von Amys Großmutter auf Amys Tod auf der anderen Seite. Die Personen in dem Buch haben eine reichhaltige Vorgeschichte, die nach und nach enthüllt wird. Es ist mir nicht ganz klar, ob die Ereignisse, die in der Vergangenheit passiert sind, in anderen Büchern Wilsons Erwähnung finden, aber ich habe das Gefühl, dass dies nicht die einzige Geschichte rund um Charles Boxer ist. Das tut der Lesefreude jedoch keinen Abbruch, sondern gibt den Figuren weitere Tiefe und Glaubwürdigkeit. Ich freue mich jedenfalls über diesen intelligent geschriebenen, etwas komplexeren Krimi und könnte mir gut vorstellen, noch weitere Bücher dieses Autors zur Hand zu nehmen.

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