Leserstimmen zu
Sauna mit Nachbar

Roope Lipasti

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Paperback
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Meine Kurze Meinung (Vollständige Rezension ist auf meinem Blog vorhanden): Die Handlung spielt in Finnland und ich liebe Finnland, habe mich um so mehr auf das Buch gefreut. Ich fande die Geschichte richtig gut und auch aufregend. So ein Buch in so einer Humorvollen Handlung hatte ich noch in der Hand. Zwar habe ich das Ende etwas hinausgezögert, weil ich eben nicht wollte das es endet, aber schlussendlich musste ich das Ende doch lesen und ich finde es komisch. Mir hat am Ende was gefehlt, so ein BOOM Effekt. Es hätte mehr passieren sollen zwischen den Charakteren oder allgemein in der Handlung. Dennoch habe ich das Buch genossen, alle Charaktere wurden sehr gut beschrieben auch von der Mimik und Gestik her, war sehr überrascht aber der Hauptprotagonist ging mir so auf die nerven. Dauernd hat er auf Besserwissen getan und sein Inneres war völlig im Chaos, der nervige Nachbarn, die arme Frau mit den Sechs Kinder und und und.. Von außen natürlich freundlich und lässt sich nichts anmerken. Trotzdem vergebe ich dem Buch 4,5 von 5 Sterne! Grunddessen, weil ich das Buch richtig gut finde und bis auf das Ende, wegen dem Nachbarn eben einen halben Stern abziehen musste. Ich Empfehle es selbstverständlich jedem der Humorvolle Geschichten mag!

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Man reist in eine ländliche Gegend von Finnland, wo sonst nicht sehr viel passiert und man die Ruhe genießen kann. Jedoch nur dann, wenn man keinen Nachbarn hat, der stets neue Bauprojekte plant und in Angriff nimmt. Diese werden mit viel Enthusiasmus gestartet und enden in der Regel nie oder unvollendet. Der eine Nachbar ein Hobbyhandwerker, ein Chaot und Vater von sechs Kindern, der dem Leben zugetan ist und viel ausprobiert, er lässt vieles wieder liegen, schafft Platz für neue Ideen und sorgt dabei für Chaos und (teilweise) für Unzufriedenheit bei den Mitmenschen. Der andere ist ein Pendant, sauber, ordentlich und manchmal missgünstig. Er ist gefangen in seinen eigenen Strukturen, der Routine und seiner kleinen Welt. Beide sind nun durch das Saunaprojekt miteinader verbunden. Der eine werkelt, schraubt und schleppt, der andere schaut zu, kommentiert und entwickelt erotische Träume mit der Nachbarsfrau. Zudem manipuliert und sabotiert er die Arbeit, er schafft Ärger und versucht das Projekt zu untergraben und scheitert doch an der Lebenslust des Anderen. So manches Mal möchte man den Hobbyhandwerker bei der Hand nehmen und helfen und den Lehrer einen kleinen Schubs ins laute, bunte Leben geben, aber sie schaffen es auch so. Alles wird ganz unaufgeregt beschrieben (wenn auch manchmal etwas holprig). Der schwarze und skurrile Humor lässt den Leser immer wieder schmunzeln. Die Charaktere sind wie Feuer und Wasser bzw. ist für den einen das Glas halb voll, so ist es für den anderen schon halb leer. Der Autor beschreibt die Charaktere so detailliert und mit Herzblut, dass man sie genau vor dem Auge hat. So manche Szene, manche Aussage regt zum Nachdenken und Hinterfragen von eigenen Erfahrungen und Situationen an. Das Buch hat einen leisen skurrilen Humor, eine Geschichte, die recht überschaubar und doch interessant ist und Charaktere, die zwei Seiten der Gesellschaft widerspiegeln.

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Was bauen wir denn heute mal? Das scheint im Roman "Sauna mit Nachbar" des finnischen Autors Roope Lipasti die Standardfrage von Jan, dem Nachbarn des Geschichtslehrers, zu sein. Die beiden Männer leben nun schon seit zehn Jahren nebeneinander auf ihren Grundstücken in irgendeiner ländlichen Gegend Finnlands. Der Lehrer ist 50 Jahre alt, hat gerade Sommerferien, und die dauern in Finnland zehn Wochen. Da er vor drei Jahren verwitwet ist, hat er nun jede Menge Zeit, in den Tag hineinzutrödeln und Jan dabei zuzusehen, wie er mit Sperrmüll zur Mülldeponie fährt und mit neuem Zeug zurückkommt. Auf dem Grundstück des Nachbarn sieht es immer aus wie nach einem Kometeneinschlag: Werkzeug und Baumaterial liegen verstreut herum, und mehrere "Projekte" warten darauf, fertiggestellt zu werden. Das ist gar nicht so einfach, denn Jan hat eine gutaussehende Ehefrau namens Emilia und etliche Kinder, kann sich also nicht immer uneingeschränkt dem Heimwerken widmen. Doch in diesem Sommer hat er sich etwas ganz Besonderes ausgedacht. Er will für sich und seine Familie eine Haussauna bauen, die so aussehen soll, wie es in Finnland üblich ist: Ein gemütliches Häuschen neben dem selbst angelegten Teich soll es werden. Der Lehrer sieht dem Treiben mit Skepsis zu. Chaos trifft auf Gediegenheit Selbstverständlich ist der Lehrer davon überzeugt, dem heimwerkenden Nachbarn intellektuell um Längen voraus zu sein. Er gibt sich auch keine besondere Mühe, das zu verbergen: Sobald sich auf dem Hof nebenan etwas regt, macht er sich auf den Weg nach drüben und spart nicht mit kritischen Anmerkungen, wenn ihm etwas auffällt, von dem er meint, es besser zu können. Er gefällt sich in der Rolle des kommentierenden, aber ansonsten passiven Beobachters; der Gedanke, dem Nachbarn auch durch tatkräftige Mithilfe zur Seite zu stehen, liegt ihm fern. Statt dessen richtet er seine Aufmerksamkeit immer stärker auf die attraktive Emilia und bildet sich ein, dass sie ihn ebenfalls anziehend findet. Als der Lehrer registriert, dass sie dem Vorhaben ihres Mannes, ein Saunahaus zu bauen, ablehnend gegenübersteht, beginnt er, das Bauprojekt zu hintertreiben. Mit einer gewissen Genugtuung bemerkt er, dass der Saunabau immer öfter der Grund für Streitigkeiten zwischen den Eheleuten ist. Jan ist von den Vorbereitungen und der Koordination der Arbeiten, die er nicht selbst durchführen kann sowie dem eigentlichen Bauen stark gefordert. Die zusätzlichen Belastungen durch die schlechte Stimmung zwischen ihm und seiner Frau machen ihm zusätzlich zu schaffen. In dieser angespannten Atmosphäre passiert ihm ein Unfall und er muss im Krankenhaus operiert werden. Der Geschichtslehrer sieht seine Chance, bei der Nachbarin zu landen, gekommen: Er hütet die Kinder und räumt den Hof auf. Doch dann kommt alles anders, als er es sich gedacht hatte. Wie war's? "Sauna mit Nachbar" ist als humorvolles Buch angelegt, das seine Leser gut unterhalten soll. Das kann es auch: Es ist flüssig geschrieben und gibt einen Einblick, wie das Leben in der finnischen Einsamkeit sein kann. Der vermeintlich seinem Nachbarn überlegene Lehrer wird im Laufe der Handlung jedoch mehrmals zu einer peinlichen Figur; wenn es das Wort "fremdschämen" nicht schon gäbe, müsste es für ihn erfunden werden. Erst zum Schluss stellt der Lehrer erstaunt fest, dass der Nachbar eine Eigenschaft hat, die ihn durchs Leben trägt, ihm selbst jedoch fehlt. Angesichts der für mich immer unsympathischer werdenden Person des Lehrers ein versöhnliches Ende. Der Handlung des Buches eine "philosophische Dimension" beizumessen, wie es die finnische Tageszeitung Helsingi Sanomat getan hat, finde ich allerdings übertrieben.

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Ein ruhiger Sommer im ländlichen Finnland. Der Geschichtslehrer hat Ferien und langweilt sich ein wenig. Er ist Witwer und ein Mensch mit einem starken Ordnungsempfinden. Das Nachbargrundstück wird durch Chaos beherrscht. Eine Familie mit sechs Kindern wohnt dort und der Hausherr ist ein richtig guter Heimwerker. So wird in diesem Sommer eine Sauna gebaut. Zu erwähnen sei natürlich auch, dass der gute Mann viele Projekte anfängt und sie nicht beendet. Aus anfänglichen Gesprächen über den Zaun kann der Geschichtslehrer nicht an sich halten und geht rüber zum Nachbarn. Er sieht ihm beim Arbeiten zu und gibt hilfreiche Tipps. Aber der Nachbar ist ein Mann, der in sich ruht und gerne das tut, was er sich so ausgedacht hat. Ob das nun immer das ist, was am einfachsten sein kann, sieht nur er so, denn der Geschichtslehrer schüttelt oftmals nur mit dem Kopf. Aber er geht nun täglich rüber, weil er sehen will, ob der Nahbar als Heimwerker wirklich schaffen kann, was er sich vorgenommen hat. Die Kinder treten eher in den Hintergrund, nur die Ehefrau nimmt an den Bauarbeiten teil, scheint aber nicht immer einer Meinung mit ihrem Mann zu sein. Ein Unfall unterbricht den Bau und der alternde Geschichtslehrer sieht nun seine Chance der Ehefrau näher zu kommen. Ist es seine Fantasie die ihn leitet oder ist da etwas zwischen den Beiden? Fazit: Der Autor Roope Lipasti schreibt hier einen Roman, der den Leser mit nach Finnland auf einen Bauernhof nimmt. Der Schreibstil ist klar und gut lesbar. Der leise Ton, der feine Humor und auch die Geschichte macht es mir als Leser leicht, das Buch in einem Zuge auszulesen. Einige wenige Stellen sind etwas holperig, aber das stört nicht wirklich. Viele Sätze sind sehr schön und tiefsinnig. Das verleitet den geneigten Leser eventuell dazu, über sein eigenes Leben zu sinnieren. Was ich besonders bemerkenswert finde, ist, dass der Autor hier fast gänzlich Charakter namenlos durch die Seiten ziehen lässt. Einzig Emilia, die Ehefrau des Heimwerkers wird benannt. Aber dennoch beschreibt er die Protagonisten so bildlich, dass ich sie mir direkt vorstellen kann. Ich mag den Heimwerker am liebsten. Er ist ein so ruhiger und ausgeglichener Mensch, der trotz seiner vielen Fehlprojekte, nicht lockerlässt und niemals aufgibt. Auch die sechs Kinder werden sehr interessant beschrieben. Das ganze Buch ist in der Ichperspektive geschrieben, was mir eigentlich nicht liegt. Hier aber passt es sehr gut zu der Geschichte. Ich vergebe hier gerne fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

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Der verwitwete Geschichtslehrer hat in den Ferien wenig zu tun und so schließt er sich immer enger an den Nachbarn an. Dieser werkelt an immer neuen Projekten, verwendet für vieles Dinge, die in den Augen des Lehrers Abfall sind und ist die Ruhe in Person. Nichts bringt ihn aus dem Takt. So lässt er sich auch vom Lehrer ein wenig auf die Nerven gehen. Er akzeptiert sogar, dass dieser ständig im Weg steht und nie hilft. Sogar die kaum versteckten Annäherungsversuche an Emilia lassen ihn kalt, doch der Lehrer, der sich für so viel intelligenter hält, lernt in der Zeit des Saunabaus mehr fürs Leben, als er je gedacht hätte … Im ganzen Buch hat nur die Nachbarin einen Namen: Emilia. Der Geschichtslehrer und der Nachbar bleiben namenslos, ebenso die Kinder der Nachbarsfamilie. Das liest sich gar nicht so schlecht, wie man glauben möchte, aber beim Erzählen darüber klingt es schon schräg. Der Humor des Buches ist leise, man muss selten laut auflachen. Das ist in meinen Augen jedoch kein Fehler oder Nachteil! Die Story ist lakonisch und steckt voller Philosophie. Wenn man sich dafür öffnet, mag man nicht nur den vermeintlich weniger intelligenten Nachbarn sehr gern, sondern auch den überheblichen, von sich überzeugten und dadurch eher unsympathischen Geschichtslehrer. Für mich persönlich war die Tatsache, dass der Lehrer ausgerechnet Geschichte unterrichtet, besonders witzig – hatte ich doch tatsächlich einen Geschichtslehrer, der sich selbst für unfehlbar und die Krönung überhaupt hielt. Der Unterschied zwischen den beiden Protagonisten könnte größer nicht sein: ein verwitweter Akademiker, stur und überakkurat gegen einen sechsfachen Vater, der alles locker und mit Ruhe nimmt, sich auf Experimente einlässt und der bei nichts pedantisch ist. Die Sprache des Buches ist leise und sanft, dennoch steckt ganz viel Weisheit darin. Die vermeintlich unintelligente Handlungsweise des Nachbarn wird immer mehr zur schlaueren Lebensart und gibt dem Leser damit unweigerlich zu denken. Ob Schwächen wirklich immer schlecht und hinderlich sind, wo Freundschaft beginnt und welche alternativen Reaktionen es für alle Situationen gibt, das zeigt Roope Lipasti ganz ohne moralisch erhobenem Zeigefinger. Es kann immer einer vom anderen lernen, auch wenn der erste Eindruck das nicht gleich erkennen lässt. Lipastis Philosophie ist einfach, aber effektiv. Mir haben die 240 Seiten nicht nur gefallen, sie haben mir auch gut getan. Dennoch muss ich einen Stern abziehen, da mich die Story auf halber Strecke kurz verloren hatte und ich neu ins Buch finden musste. Dennoch kann ich das Buch guten Gewissens empfehlen. Deshalb gebe ich vier Sterne!

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Nach seinem Erfolgswerk „Ausflug mit Urne“ erschien vor kurzem das nächste Werk aus der Feder von Roope Lipasti. Es erzählt von einem alleinstehenden Geschichtslehrer um die fünfzig, der auf einem Bauernhof in Finnland lebt und sich während der Sommerferien tierisch langweilt. Da plant sein chaotischer Nachbar sein nächstes Projekt: eine Sauna. Als der Geschichtslehrer jedoch bemerkt, dass dessen Frau das Projekt nicht unterstützt, beginnt er es nach und nach zu sabotieren. Als sich der Nachbar schließlich beim Bau verletzt und ins Krankenhaus muss, sieht er seine große Chance gekommen, endlich seine Nachbarin für sich zu gewinnen… Ich hatte Lipastis „Ausflug mit Urne“ schon mit Freude gelesen und auch sein neues Buch steht diesem in nichts nach. Es hat einen sehr ähnlichen satirischen Humor, der sehr intelligent die gegensätzlichen Leben einfängt, die der Geschichtslehrer, aus dessen Sicht wir die Geschichte erleben, und sein Nachbar führen. Der Geschichtslehrer lebt mittlerweile allein und hat nun in den Sommerferien nicht viel zu tun, außer sein Zuhause penibel sauber und ordentlich zu halten und seinem Nachbarn bei seinen verschiedenen Projekten zuzuschauen. Dieser führt im Gegensatz zum Geschichtslehrer ein ziemlich chaotisches Leben mit Frau und sechs Kindern, die überall herumwuseln. Zudem betätigt er sich gerne als Heimwerker, weshalb sein gesamter Hof mit Baumaterialien voll liegt, doch leider führt er seine verschiedenen Projekte zum Missfallen seiner Frau selten zu Ende. In dieser langen Reihe ist die Sauna mit daneben liegendem Teich nur die nächste fixe Idee. Um deren Fertigstellung dreht sich im Grunde genommen die gesamte Geschichte. Der Lehrer sieht seinem Nachbarn die meiste Zeit beim Arbeiten zu, ohne ihm zu helfen, während die beiden sich über die Welt, Frauen, Heimwerken usw. unterhalten. Auch dabei treffen ihre unterschiedlichen Ansichten zum Leben aufeinander, insbesondere der Geschichtslehrer wirkt dabei nicht immer sympathisch, da er angepasst und sehr festgefahren in seinen Ansichten ist, es kann immer nur so richtig gehen, wie er es machen würde, die zum Teil unkonventionellen Methoden des Nachbarn belächelt er im Geheimen ständig und macht sich darüber lustig. Dies wird aber wiederum verständlich, wenn man mehr über seinen Hintergrund und den Grund, warum er alleine lebt, erfährt. Gegen Ende erkennt er sogar ein wenig an, dass der Nachbar mit seinen teils abwegigen Ideen nicht immer so falsch lag. Von diesen zum Teil herrlich bitter lustigen Dialogen zwischen den Nachbarn lebt das ganze Buch, die oftmals voller versteckter Weisheiten über das Leben sind und der Geschichte einen originellen Charakter geben. Die Handlung an sich ist nicht sehr komplex und plätschert ein wenig vor sich hin, bis sie gegen Ende doch noch etwas an Fahrt aufnimmt. Dies mindert das Lesevergnügen aber nicht, durch die intelligenten Dialoge und auch inneren Monologe des Lehrers kommt man immer wieder ins Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken über die verschiedenen Möglichkeiten, sein Leben zu führen. Fazit Wieder ein gelungenes Werk von Roope Lipasti, das den Leser ins ländliche Finnland entführt und für mehr Toleranz für unterschiedliche Lebensentwürfe wirbt. Es ist skurril, lustig, auch überraschend und sehr bildlich geschrieben, so dass ich es bedenkenlos jedem weiterempfehlen kann. Ich bin jetzt schon gespannt auf das nächste Buch des Autors!

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Sommer im ländlichen Finnland. Ein alleinstehender Geschichtslehrer, Mitte Fünfzig, hat in den Sommerferien mehrere Wochen Urlaub. Seine einzige Beschäftigung besteht darin, Haus und Hof penibel sauber und ordentlich zu halten, und seinen direkten Nachbarn bei dessen Aktivitäten zu beobachten. Auf dem Hof des Nachbarn geht es eher chaotisch zu, zahlreiche angefangene Projekte, Baumaterialien und Spielzeug der sechs Kinder sind über das Grundstück verstreut. Er ist ein begeisterter Handwerker, sein nächstes Bauvorhaben, eine große Saunahütte mit dazugehörigem Teich, geht er tatkräftig an, obwohl er beim Handwerken durchschnittlich begabt ist und zur Improvisation neigt. Seine Frau steht den Arbeiten eher skeptisch gegenüber, was den Lehrer zu so mancher unfairer Aktion verleitet, da er die nette Nachbarin mehr als nur sympathisch findet. Der Klappentext von „Sauna mit Nachbar“ von Roope Lipasti, hat mich direkt angesprochen. Die etwas schräge und skurril anmutende Geschichte wollte ich unbedingt lesen, und wurde nicht enttäuscht, da sie tatsächlich mal was anderes ist. Das gestrickte Buchcover mit der Badehose drauf, lässt mich schmunzeln, wie das ganze Buch. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive des Geschichtslehrers erzählt, er ist ein Besserwisser, nach außen freundlich, in seinen inneren Monologen stellt er seinen Nachbarn als einen Naivling hin. Für mich keine sympathische Figur, er ist manipulativ und sabotiert oftmals die Arbeiten des anderen. Man erfährt aber auch seine persönliche Geschichte und entwickelt ein bisschen Mitgefühl für diese verschrobene Person. Die Beiden sind grundverschieden. In ihren (Männer-)Gesprächen geht es oft um Frauen, Kinder, Partnerschaft und die Gesellschaft allgemein. Ihre Ansichten und Argumentationen waren für mich oft amüsant, ebenso wie ihr Frauenbild. Der Schreibstil ist ruhig und sanft, es passiert nicht viel, außer der vielen Gespräche zwischen den beiden. Alle Personen bleiben im Buch namenlos, bis auf eine Ausnahme zum Ende hin, die ich hier nicht verraten werde. Ein ruhiges, amüsantes, und durch seinen gemütlichen Schreibstil nettes Buch über gegensätzliche Lebenskonzepte, Einsamkeit und Gefühle. Auch für ambitionierte Hobbyhandwerker zu empfehlen.

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Ein Buch, in dem nur die Nachbarin am Ende mit ihrem Vornamen genannt wird. Die beiden Herren, ein Geschichtslehrer, der seine Ferien genießt und der dem Treiben seines Nachbarn im ländlichen Finnland in einer Art wohlschaudrigen Vergnügens beiwohnt. Manchmal hilft er ihm auch und denkt sich dabei das aus Sicht eines Ingenieurs passende dazu. Wohlwissend, es auszusprechen würde das Verhältnis zum Nachbarn und seiner wilden Bausucht arg stören. Das Ganze wird erzählt aus der Perspektive des Geschichtslehrers als Ich-Erzählung. Ist dieser Herr einem zu Anfang noch sympathisch so verändert sich diese Wahrnehmung zunehmend. Nach außen hin zeigt er sich dem Nachbarn gegenüber helfend oder zumindest scheinbar helfend. Seine Gedanken teilt er mit dem Leser und die sind meistens eher hochnäsig. Wie der typische Lehrer oft dargestellt wird: mit erhobenem Zeigefinger, ein Besserwisser, der - auch, wenn er Recht hat, unsymphatisch wirkt. Während der Nachbar sowohl schusselig als auch wie der typische Heimwerker ebenso auf die Nerven fallen kann. Und beide Gestalten zeigen die Typen so, wie sie vielfach auf der Erde zu finden sind. Beide lassen sich nicht in ihre Handlungsweisen hinein reden und beide denken, dass es nur auf ihre Art gehen kann. Roope Lipasti schrieb so herzerwärmend satirisch mit herrlich leisem Humor und stellt die beiden Typen so grandios vor, dass man immer wieder etwas zum Schmunzeln oder Lachen entdeckt. Skurril, sehr speziell und amüsant!

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