Leserstimmen zu
Ich kann dich sehen

Jaye Ford

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Sohnes, für den beide Elternteile das Sorgerecht besitzen und kämpft sich zunächst mehr schlecht als recht nur mit liebevoll gemeinten Durchhalteparolen ihres geliebten Vaters; ein ehemaliger Box- Champion, durchs Leben. Zwar ist Livia Mitinhaberin einer Firma, doch leider läuft es dort nicht gut und auch Livias Vater ist so schwer erkrankt, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis dieser stirbt. Und zu allem Überfluss wird sie eines Abends auch noch in der Tiefgarage von einem vermummten Mann überfallen. Da Livia jedoch dank ihres Vaters noch viele Tricks und Kniffe des Boxsports kennt, gelingt es ihr, den Täter in die Flucht zu schlagen. Als sie zu sich kommt, steht der ehemalige Feuerwehrmann David vor ihr, der Livia, die schwere Verletzungen im Gesicht und am Körper zu beklagen hat, später seelischen Beistand im Krankenhaus leistet. David kümmert sich anschließend auch auf Livias Wunsch darum, dass die Schlösser und Sicherheitsvorkehrungen rund um ihr Haus verschärft werden, denn Livia bekommt in den nächsten Tagen und Wochen immer wieder Drohbriefe zugeschickt. Ihr Stalker scheint nicht aufgeben zu wollen, ärgert sich jedoch anscheinend darüber, dass Livia sich keineswegs so sehr ängstigt, wie er es sich wünschen würde. Als er jedoch zu drastischeren Maßnahmen greift, fürchtet Livia das Schlimmste für sich und ihr Umfeld. Eine Stütze in dieser schweren Zeit ist ihr David. Doch als Livia erfährt, dass gegen David vor einiger Zeit Unterlassungsklagen eingereicht wurden, die dazu führten, dass er seinen Job aufgeben musste, kommt sie ins Grübeln. Kann es wirklich sein, dass der Mann, zu dem sie Vertrauen aufgebaut hat und der der erste Mann seit ihrer Scheidung ist, der ihr wieder etwas bedeutet, ihr gefährlicher Stalker ist? „Ich kann Dich sehen“ ist nach „Die Beute“, der bereits zweite Roman der Autorin, der im Blanvalet Verlag herausgegeben wurde. Obwohl ich den Vorgängerband nicht kannte, habe ich der Autorin eine Chance geben wollen, denn der Klappentext des Romans klang ganz ansprechend. Angesiedelt ist die Story in Australien, dort lebt die geschiedene Livia, die immer noch seelisch daran zu knacken hat, dass sie von ihrem Mann betrogen und für eine andere Frau verlassen wurde. Ihre Sorgen und Nöte (etwa um ihren schwerkranken Vater) kann man sehr gut nachvollziehen, da sie sehr feinfühlig von der Autorin mit der Story verwoben wurden. All das macht Livia zu einer Romanheldin, die eine Kämpferin ist; auch wenn sie hier und da mal im Leben strauchelt, was sie mir sehr sympathisch machte. Livias beste Freundin jedoch verhält sich oftmals recht widersprüchlich, was aber wahrscheinlich der Dramaturgie der Geschichte geschuldet ist. „Ich kann Dich sehen“ ist trotz der Coveraufmachung, die den ein oder anderen Leser vielleicht auf eine falsche Fährte bezüglich des Genres bringen könnte, eher als Krimi mit Romanceanteil zu bezeichnen, denn als nägelkauend spannender Psycho-Thriller, wenn auch manche Romanpassagen in dem Buch durchaus packend geschrieben waren. Ein wenig seltsam und unglaubwürdig empfand ich dagegen das Verhalten der Polizei; so sollte die Romanheldin bestimmtes Beweismaterial selbst auf der Dienststelle vorbeibringen und auch sonst hat man nicht wirklich als Leser das Gefühl, dass die Polizei Livias Anliegen wirklich ernst nimmt. Auch das beschriebene Verhalten des Stalkers hat mich nicht so ganz überzeugen können; seine Bemühungen Livia in Angst und Schrecken versetzen zu wollen, waren doch ein wenig „too much“ für mich, vor allem weil sie sich zu oft wiederholten. Abgesehen von diesen etwas merkwürdig geratenen Romanpassagen, ließ sich die Story ansonsten jedoch gut lesen und auch die sich langsam entwickelnde Love Story zwischen dem Ex-Feuerwehrmann David (der ebenfalls einige seelische Altlasten mit sich herumschleppt) und Livia hat mir gefallen. Für eine Bestbewertung, fehlte mir allerdings etwas mehr Dramatik, eine noch tiefgründigere Charakterisierung der Figuren und eine etwas größere Auswahl an möglichen Tätern. Nichtsdestotrotz ist „Ich kann Dich sehen“ als kurzweilige Krimilektüre für Romancefans, oder als Urlaubsschmöker durchaus zu empfehlen. Kurz gefasst: Ansprechender Krimi für Romancefans mit kleinen Schönheitsfehlern.

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