Leserstimmen zu
Die Raben

Tomas Bannerhed

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Im dunklen, schwedischen Moor entspinnt sich eine bedrückende Vater-Sohn-Geschichte, die unweigerlich ein schreckliches Ende finden muss. Im Schweden der 70er Jahre kämpft eine Bauernfamilie um den Erhalt ihres Hofes. Der 14-jährige Protagonist Klas weiß eines ganz sicher: in die Fußstapfen seines Vaters will er nicht treten. Er will sich nicht auf den Feldern krummschuften und Tag für Tag für das Vieh leben. Was er lieber will, weiß er allerdings auch nicht. Als intelligent beschrieben, absolviert er die Schule nebenbei, denn seine eigentliche Leidenschaft gilt der Vogelbeobachtung. Name, Färbung, Gewohnheiten – kein Aspekt der einheimischen Vögel, den er nichts genauestens studierte. Hin und wieder kommt es zu Begegnungen mit Gleichaltrigen von anderen Höfen, an denen – gewaltverherrlichenden Waffennarren, Großstadtmädchen – das Leben im Moor auch nicht spurlos vorüber geht. Die Mutter der Familie unternimmt immer wieder hilflose Versuche, ein normales Familienleben in Gang zu bringen. Ihre Beklemmung, wenn der Vater über seine Visionen, meist „Die Raben“ spricht, ist dabei deutlich spürbar. Beim Leser verstärkt sich die Vorahnung, dass diese Geschichte vermutlich nicht gut ausgehen wird. „Die Raben“ ist ein eigenwilliger Roman, der ungewöhnliche Protagonisten und Orte wählt, um atmosphärisch dicht vom langsamen Fortschreiten einer Katastrophe zu erzählen. Hin und wieder, besonders bei der Beschreibung der winterlich glitzernden Landschaft, kann man die Schönheit des Moors erahnen. Viel häufiger aber sind die Visionen der schlammigen Tiefen, in die hinab gezogen zu werden die Protagonisten so sehr fürchten. Das Moor tritt als Protagonist auf, der einen Großteil der beklemmenden, bedrückenden Atmosphäre schafft, die den ganzen Roman durchzieht. Der Autor kommt ohne Schock-Effekte aus; es dauert auch etwa hundert Seiten, bis man als Leser gut in die Geschichte hinein gefunden hat, bis sich die Atmosphäre so sehr verdichtet hat, dass vermeintlich wenig spannende Naturbeschreibungen eine tiefere Bedeutung bekommen. Dann aber beginnen die Visionen von Raben, auch den Leser zu beunruhigen.

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Der Schreibstil konnte mich zu 100% überzeugen,poetisch, detailgetreu aber trotzdem zwischendurch auch mal etwas derbe und für mich auch verwirrend. Es hat wirklich alles gut zusammen gespielt, allerdings konnte das auch dazu führen, dass ich einige Stellen mehrmals lesen musste um überhaupt den Sinn zu verstehen, leider ist mir das trotzdem nicht immer ganz so gelungen. Es hat mir aber trotzdem Spaß gemacht das Buch zu lesen und oft konnte ich es einfach gar nicht zur Seite legen. “Aber ich hatte immerhin noch die Bücherei,[…]Auf dem Weg dorthin – da fiel es leicht, in die Pedale zu treten. Zu all den Dingen über die man nichts wusste.” S. 83/387 E-Book “Dass es so leicht sein kann. Den ganzen Herbst läuft man herum und quält sich und wartet. Dann telefoniert man drei Minuten. Ich fühlte mich wie eine frisch geöffnete Limonadenflasche” S. 312/387 E-Book Die Geschichte ist auch etwas besonderes, auch wenn in meinen Augen nicht viel spannendes passiert ist. Man lernt Klas und seine Familie kennen und verbringt einige Zeit auf ihrem Hof, aber Klas nimmt uns auch mit in die Natur Schwedens und erlebt seine erste Liebe. Ich muss sagen, der ganze Schreibstil hat mich wirklich etwas zu sehr von der Geschichte abgelenkt. Die Charaktere waren irgendwie alle sehr gewöhnungsbedürftig und es war schwer für mich, mich in sie hineinzuversetzen, passen aber grundsätzlich sehr gut in die Geschichte und machen das Bild komplett. Fazit: Wundervoller Schreibstil, der meiner Meinung nach aber zu sehr von der eigentlichen Geschichte ablenkt, man sollte sich auf jeden Fall sehr viel Zeit zum lesen nehmen, was mir leider nicht wirklich gelungen ist. Deshalb fällt es mir auch sehr schwer hier irgendeine Sternebewertung abzugeben. Da es mich nicht 100%ig überzeugen konnte, aber der Schreibstil einfach so toll war, vergebe ich 3 1/2 Sterne.

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