Leserstimmen zu
Der Sommer am Ende des Jahrhunderts

Fabio Geda

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Diesen Roman wollte ich unbedingt lesen, nachdem ich im Podcast "WDR2 Bücher - Das Literaturmagazin" gehört habe, wie die wunderbare Christine Westermann davon geschwärmt hat. Und ich kann ihr nur Recht geben! Zeno und sein Großvater Simone erzählen abwechselnd in der Ich-Form, wobei der Wechsel deutlich gekennzeichnet ist. Simone berichtet dabei streng chronologisch, beginnend bei seiner Geburt. Zeno hingegen beschreibt hauptsächlich die Gegenwart, springt aber gelegentlich in seine Vergangenheit und teilweise sogar in die Zukunft, sodass man immer wieder daran erinnert wird, dass der Besuch beim Großvater in Wirklichkeit auch bereits in der Vergangenheit liegt. Das hat den Vorteil, dass man bei gefährlichen Situationen beruhigt sein kann, weil Zeno und Simone ja schließlich über die jeweils erzählte Vergangenheit hinaus noch leben. Und auch wenn diese beiden Geschichten sehr schlimme, traurige Phasen enthalten (Krieg, Nazis, Judenverfolgung, Krankheiten, Todesfälle), sind sie nie unnötig brutal, sondern sehr einfühlsam erzählt. Die von Zeno beschriebene Gegenwart spielt im Sommer in Italien, zu Anfang auf Sizilien, dann in Genua und schließlich in den Bergen im Piemont. Das passt wunderbar zum Sommer, ist aber bestimmt auch schön, um sich im kommenden Winter wegzuträumen. Besonders hat mir gefallen, dass die Mädchen und Frauen in diesem Buch sehr plastisch beschrieben sind, es sind starke und schwache Frauen, freche und schüchterne Mädchen, die alle ihren Weg gehen. Da wurde ich angenehm überrascht, denn wer rechnet schon damit, wenn Opa und Enkelsohn ihre Lebensgeschichten erzählen? Fazit: Eine einfühlsame, lebendige Familiengeschichte! Ein wunderbares Sommerbuch mit Tiefgang!

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