Leserstimmen zu
Die Lange Erde

Terry Pratchett, Stephen Baxter

Lange Erde (1)

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Tolle neue Reihe

Von: JK

03.01.2019

An dem Tag an dem der Wissenschaftler Willis Linsay verschwindet und sein Haus niederbrennt, taucht im Internet die Bauanleitung für einen Stepper auf. Überall auf der Welt beginnen Kinder der Anleitung zu folgen und verschwinden plötzlich. So auch der dreizehnjährige Joshua Valienté, der sich jedoch im Gegensatz zu den anderen Kindern nicht gleich übergeben muss und in Panik verfällt, als er sich plötzlich auf einer anderen Erde wiederfindet. Er bleibt ruhig und beginnt den anderen Kindern zu helfen zurückzukehren. 15 Jahre später ist die Verwendung von Steppern alltäglich geworden. Es ist nun bekannt, dass die Geräte nur von ihrem jeweiligen Erbauer benutzt werden können und dass sie den Benutzer um eine Erde weit versetzen. Beim Steppen gibt es zwei Richtungen, die Ost und West genannt werden und in beide Richtungen scheint es von der ursprünglichen Erde eine vermutlich endlose Kette weiterer Erden zu geben. Auf den anderen Erden gibt es Vegetation und Tiere, ähnliche Geographie und dieselbe Tageszeit, aber keine menschliche Bevölkerung. Zumindest gab es früher keine, doch in 15 Jahren strömten die Menschen aus allen Kontinenten in beide Richtungen die Kette hinunter, um in einer neuen Welt ihr Glück zu suchen. Jedes Steppen verursacht erst einmal Übelkeit und alle Gegenstände aus Eisen bleiben zurück. Außerdem sind einige Personen gar nicht in der Lage zu steppen. Joshua hingegen ist in der Lage auch ohne die Hilfe eines Steppers die Erden zu wechseln, zudem wird ihm dabei nicht übel. Da ihm längere Einsamkeit nichts ausmacht, ist er der ideale Weggefährte für Lobsangs Forschungsmission. Lobsang ist ein empfindungsfähiger Computer, der behauptet die Wiedergeburt eines tibetischen Motorradmechanikers zu sein. So gelang es ihm vor Gericht Menschenrechte für sich zu erstreiten. Inzwischen hat er Einfluss auf nahezu alle Computersysteme und den Wunsch herauszufinden, ob es ein Ende der Kette von Erden gibt oder wieso es sie überhaupt gibt. Lobsang lässt sich ein eisenfreies Flugschiff als Körper bauen und rekrutiert Joshua für seine Expeditionsreise. Da sie beide von den Nebenwirkungen des Steppens verschont bleiben, können sie in hoher Geschwindigkeit von einer Welt zur nächsten Reisen. Auf ihrer Reise in Richtung Westen finden sie bald mehrere Arten von humanoiden Spezies, die wie Joshua in der Lage sind ohne Hilfsmittel zu steppen. Es scheint so, als wären diese Wesen die Grundlage für Legenden über Trolle und Elfen auf der Erde. Allerdings sind nur manche von ihnen friedfertig. Allen gemein scheint zu sein, dass sie sich derzeit vor etwas auf der Flucht befinden. Sie reisen teilweise in Panik in Richtung Osten und damit in Richtung der ursprünglichen Erde. Joshua und Lobsang wollen nun natürlich wissen, was die Kreaturen vor sich hertreibt. Dann treffen sie weit draußen, wo sie keine Menschen mehr erwarten, plötzlich auf Sally, die Tochter des verschwundenen Willis Linsay. Sie kennt sich nicht nur in der Gegend aus, sie kennt auch schnellere Arten der Fortbewegung durch die Welten. Die Geschichte wird mit Hilfe von vielen Rückblicken erzählt. Teilweise weil sich Joshua an seine Vergangenheit erinnert, teilweise weil Lobsang ihm von seinen Rechercheergebnissen berichtet und dann noch, um zu zeigen, wie die Kolonialisierung der anderen Erden von statten ging und die Menschen und ihre Lebensweisen verändert hat. Regierungen versuchen die Kontrolle zu behalten und mit Hilfe von Einwohnern aus ihren eigenen Ländern Landstriche in den Parallelwelten zu kolonisieren. Verbrechern und Attentätern bieten sich völlig neue Möglichkeiten. Die Wirtschaft leidet unter dem plötzlichen Wegfall von Arbeitskräften und Rohstoffe verlieren enorm an Wert, da es möglich ist, von einem bekannten Fundort einfach ein paar Erden weiterzusteppen und dort die Rohstoffe erneut zu finden. Eltern, die ihr Leben auf einer anderen Erde erneut beginnen möchten, ziehen sogar in Erwägung ihre steppunfähigen Kinder zurückzulassen. Es bilden sich fanatische Gruppen unter den Zurückgebliebenen. Ähnlich wie bei der Kolonialisierung Nordamerikas ziehen kleine Gemeinschaften hunderttausende Erden weit, um dort von Grund auf ein neues Zuhause zu errichten. Die Lange Erde ist durchweg fesselnd. Es ist spannend mitzuverfolgen, wie Joshua und Lobsang immer weitere Erden mit immer merkwürdigeren Spezies zu Gesicht bekommen. Und immer schweben Fragen im Raum wie: Gibt es ein Ende der Kette? Was veranlasst die Spezies zu ihrer Stampede in Richtung Osten? Wird es die Menschheit vernichten oder wird schon die Stampede selbst katastrophale Folgen haben? Einige, aber nicht alle Fragen sind am Ende des Buches aufgeklärt und in der unendlichen Welt der Long Earth ist noch eine Menge Platz für weitere unzählige Entdeckungen und Abenteuer. Ich für meinen Teil freue mich schon sehr auf eine weitere Forschungsreise von Joshua, Lobsang und Sally.

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Die Lange Erde war mein erster Roman von Terry Pratchett, der dieses Buch gemeinsam mit Stephen Baxter schrieb. Der Schreibstil des Buches war für mich von Anfang an angenehm zu lesen, so dass ich gleich viel leichter mich auf das einlassen konnte, was mich in diesem Buch erwartete. Auch wenn ich vorher noch kein buch von Sir Terry Pratchett gelesen hatte, merkte ich gleich, welche Stellen er geschrieben hatte. Denn diese sifteten geradezu von Humor und so konnte ich mir das ein oder andere Schmunzeln einfach nicht verkneifen, denn mal ganz ehrlich: einen sprechenden Getränkeautomaten trifft man auch nicht in jedem Buch, doch stellt es sich dann heraus, dass dieser Getränkeautomat von einem Computer namens Lobsang kontrolliert wird, der sich in alle verschiedensten Netzwerke einhacken kann. Doch wie es in einem Science Fiction Roman üblich ist, stößt man hie und da auch auf technische Beschreibungen, vor denen es mir ja vorher immer gegraut hatte, doch hier hatte ich nicht das Gefühl, mit hochtrabendem Technikgedöns bombadiert zu werden, alles wurde verständlich erklärt, dass es selbst ein Laie wie ich es nachvollziehen konnte - was den Lesefluss auch nicht weiter beeinträchtigte. Was mich nur störte, war dass ich nach über 200 Seiten - also nach fast der Hälfte des Buches, immer noch nicht so wirklich wusste, worum es in dem Buch denn überhaupt gehen soll. Ich meine, wir haben den Wechsler, dann den Pratogonisten, der auch ohne Wechsler wechseln kann und ihm auch nach dem Wechseln nicht übel wird, wie es bei anderen der Fall ist. Er ist mit Lobsang und Sally - einer eletrischen Katze, die keine Mäuse frisst, sondern sie nur in ihremBauch gefangen hält, um sie später an einem sicheren Ort frei zu lassen, auf Entdeckungstour durch die vielen unzähligen Welten, und genau das ist es... es geht zwar einerseits voran, aber ich vermisse hier einen Gegenspieler, bzw. etwas, dass das Buch noch ein wenig interessanter macht. Es fehlte mir auch im weiteren Verlauf des Buches einfach die Spannung, das gewisse Etwas, das dem Buch die Würze gibt. Und diese sucht man leider vergeblich, denn Lobsang und Joshoua reisen von Welt zu Welt, und diese unendlichen, parallel existierenden Welten, unterscheiden sich in nur wenigen Nuancen voneinander. Fazit: Die Lange Erde ist ein interessantes Buch mit einer interessanten Idee, die meiner Meinung nach im ersten Band nicht wirklich gut ausgenutzt wurde, da hätte man, denke ich, mehr herausholen können. Wer aber auf gut verdauliche wissenschaftliche, Humorvolle Science-Fiction Bücher steht, für denjenigen könnte Die Lange Erde etwas sein.

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Man sollte sich bei "Die Lange Erde" vom Namen des Autors nicht täuschen lassen.Obwohl Terry Pratchett auf dem Cover steht findet sich nur wenig Pratchett zwischen den Umschlägen, zumindest wenig wofür er weltweit so bekannt ist. Nur selten kann man hier einmal schmunzeln. Wer einen mit Satire und Witz gefüllten Roman erwartet hat wird leider enttäuscht. Ich glaube es wird deutlich das hier eindeutig Bexter die Feder geführt hat und Pratchett eher der Juniorpartner in diesem Buch war. An sich wartet Die Lange Erde mit einer interessanten Idee auf, abermillionen parallel existierende Erden, die aufeinmal von Menschen durch "stepping" erreicht werden können. Doch leider schaffen die beiden Autoren es nicht eine ebenso interessante Geschichte mit der Idee zu verbinden. Es kommt nie zu einem wirklichen Spannungsaufbau und alles erinnert mich sehr an die Wanderung auf dem Silfenweg von Ozzy in den Commonwealth Büchern von Peter F. Hamilton. Es gibt kein klares Ziel für unsere Protagonisten, sie erkunden die, nach einiger Zeit eher langweiligen immer gleichen Welt(en) auf denen es immer wieder einige kleine Unterschiede gibt. Auch das eher antiklimaktische Ende passt zum Gesamteindruck der Buches. Die Lange Erde ist keinesfalls ein schlechtes Buch, jedoch sind die Erwartungen bei den beiden Namen auf dem Cover entsprechend hoch. Ich hatte etwas wie "Good Omens" einer genialen Zusammenarbeit von Pratchett und Gaiman erwartet. Da ich ein dankenswerter Weise ein Reviewexemplar von Randomhouse für den nächsten Teil in der Reihe "Der Lange Krieg" bekommen habe, werde ich diesen auch noch lesen. Vielleicht werde ich ja überrascht und die Serie kann sich noch steigern.

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Zum Inhalt 2015, Madison, Wisconsin Eine simple Konstruktion, ein kleines Kästchen, dessen Bauanleitung im Internet auftaucht, verändert die Welt – nein, nicht die Welt, sondern die Welten; unzählige Parallelwelten, deren Pioniere schon in den Startlöchern stehen. Nachdem die Bauanleitung für den „Wechsler“ im Internet aufgetaucht ist, wechseln immer mehr Menschen auf die parallelen Erden, die sich in westlicher und östlicher Richtung scheinbar unendlich vervielfältigen. Diese Planeten gleichen unsere Erde bis auf kleine oder auch größere Abweichungen, je nachdem, wie sich die äußeren Einflüsse entwickelt haben: die lange Erde. Sie unterscheiden sich oft nur minimal, doch was allen gleicht: dort leben nirgends Menschen. Willis Linsay, der Wissenschaftler, der dieses Gerät entwickelt und den Menschen die Möglichkeit zum Wechseln ermöglicht hat, hinterlässt der Menschheit nicht nur dieses Erbe. Die Polizistin Monica Jansson stellt sich der allgemeinen Aufbruchsstimmung entgegen und erfüllt weiterhin ihre Pflicht auf der „Datums-Erde“. Joshua, in einem Heim bei Nonnen aufgewachsen, gehört zu den „natürlichen“ Wechslern. Er kann ohne Beschwerden, aber vor allem auch ohne das berüchtigte Kästchen zwischen den Welten wechseln. Und schließlich Lobsang, der verstorbene Tibeter, der in einer riesigen technischen Konstruktion weiterlebt … Sie alle erleben die Entwicklung der Gesellschaft auf der Datum-Erde und die Neuentwicklungen der Gesellschaften auf der langen Erde aus unterschiedlichen Perspektiven. Als Lobsang den jungen Joshua überredet, mit einem Luftschiff bis ans Ende der langen Erde zum Zwecke der Forschung aufzubrechen, kann Joshua dieser Herausforderung nicht widerstehen. Die Gesellschaft vieler Menschen war ihm schon immer zuwider und tief im Herzen begehrt er nach der Stille, die seit seiner Geburt eine unstillbare Sehnsucht in ihm geweckt hat. Meine Meinung Wow, was für eine grandiose Fiktion! Unendliche Parallelwelten unserer Erde, die sich jede auf ihrer Weise etwas anders entwickelt hat. Als ich mit dem Buch angefangen habe, dachte ich nur: In was für eine abgespacte Geschichte bin ich da hineingeraten? Ich liebe die Pratchett Bücher um die Scheibenwelt und habe mich bewusst unvoreingenommen auf dieses neue Abenteuer eingelassen – und wurde nicht enttäuscht. Zwischendrin gab es einmal eine Phase, die sich etwas ereignislos dahingezogen hat, nahm aber dann wieder umso mehr an Fahrt auf. Die vielen Zeitsprünge und Perspektivenwechsel zu Beginn waren gewöhnungsbedürftig, aber das ist bei Pratchett ja nichts neues; aber ich musste mich schon konzentrieren, um gut mitzukommen. Allerdings werden die Infos verständlich in die Handlung eingebaut und man beginnt sich wirklich vorzustellen, wie sich dieses Phänomen in der Realität tatsächlich auswirken würde. Es werden auch hier interessante Fragen aufgeworfen, hauptsächlich mit philosophischem, manche auch mit religiösem Hintergrund. Wie unterschiedlich reagieren die Menschen auf dieses Phänomen der langen Erde, was fangen sie mit ihren neuen Möglichkeiten an und welche Gesellschaftsformen entwickeln sich? Welche Gründe gibt es, auf diesen Parallelwelten neu anzufangen und wie verhalten sich diejenigen, die zurückbleiben? Denn ein geringer Prozentsatz der Menschen kann gar nicht wechseln … Zwischendrin gab es immer wieder Sequenzen, die mich an den typischen Pratchett-Stil erinnerten und mich zum Schmunzeln brachten, aber allgemein kann man dieses Buch nicht mit der Scheibenwelt Reihe vergleichen. Wer den typischen Pratchett Humor erwartet, ist hier falsch. Es ist wissenschaftlicher und ernsthafter – auf eine anspruchsvolle Art und Weise. „Wenn du am Morgen aufstehst, denke daran, was für ein kostbares Privileg es ist, am Leben zu sein – zu atmen, zu denken, Freude zu empfinden, lieben zu können.“ S 244 Fazit Ein sehr gelungener Auftakt mit einer genialen Idee, die den Leser nicht nur in parallele Welten entführt, sondern auch in abstrakte Gedankengänge, die sich wie die philosophischen Hintertüren gekonnt zwischen den Zeilen verbergen. Zwischendurch einige Längen, ansonsten absolut überzeugend!

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