Leserstimmen zu
Der Mann im Park

Pontus Ljunghill

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Der Mann im Park

Von: Chrissa

22.07.2015

Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen, weil ich den Klappentext nicht schlecht fand und ich einfach wissen wollte, wie das Buch so ist. Und ich wurde nicht enttäuscht. Zum Inhalt: (Evtl. Spoilergefahr) Ein kleines Mädchen wird auf einer verlassenen Werft ermordet aufgefunden. Der Fall sorgt für enorme Schlagzeilen und der Kommissar John Stierna nimmt die Ermittlungen auf, doch der Fall klärt sich niemals wirklich auf. 25 Jahre später hat Stierna seinen Dienst quittiert, er kann jedoch das kleine Mädchen von damals nicht vergessen und versucht sich nochmal an der Sache. Was genau ist damals wirklich passiert? Wer hat das kleine Mädchen ermordet? Meine Meinung: Ein solider Thriller. Eine spannende Geschichte, die wirklich überzeugt. Allerdings sind ein paar Längen vorhanden, sodass ich da ein bisschen was abziehen muss. Der Schreibstil ist wirklich super flüssig und man kommt gut in die Geschichte rein. Nichts desto trotz kann ich zwar keine 5 Sterne für diesen Thriller geben, aber dennoch gute 4 Sterne! Hier die Seite des Verlags:http://www.randomhouse.de/…/De…/Pontus-Ljunghill/e419543.rhd

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Pontus Ljunghill war ein mir unbekannter skandinavischer Krimiautor, den ich wegen der Szenerie des Falles in den 1920er bzw. 1950er Jahren in Schweden wählte. Eine ungewöhnliche Wahl für einen “historischen” Krimi! Aber Plot und Setting haben mich tatsächlich überzeugt. Nüchtern, eher kühl, aber doch sehr berührend erzählt de Autor einen Krimifall, der sich um ein ermordetes Mädchen dreht. Was ich vor allem schätze: Ljunghill vermeidet all die üblichen Szenarien eines Falles, spielt aber mit ihnen. Da mir klischeehafte Lösungsvorschläge vieler “billiger” Krimis nach jahrelanger Lektüre zunehmend auf den Keks gehen weil sie vorhersehbar sind, fand ich diesen Fall wirklich angenehm!

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1953: John Stierna, der die letzten Jahre im Kriminalmuseum gearbeitet hat, geht ein Jahr vor der eigentlichen Pensionierung in Rente. Bevor er dort angefangen hatte, war er jahrelang als Kommissar tätig. Er fährt nach Visby, um dort seinen Urlaub zu verbringen. Dort wird er von dem Journalisten Grönwall aufgesucht, der ihn zu einem 25 Jahre zurückliegenden Fall interviewen will. Vor 25 Jahren, im Jahr 1928, wird die achtjährige Ingrid tot aufgefunden. John Stierna ist der ermittelnde Kommissar. Mit einem Großaufgebot an Polizei gehen die Ermittlungen los, aber der Fall wird nie aufgeklärt. Als er jetzt dem Journalisten von dem Fall erzählt, erinnert er sich, dieser Mord hat ihn nachweislich geprägt. Ist es möglich, nach so vielen Jahren noch den Mörder zu finden? ... Nach schwedischem Recht verjährt ein Mord nach 25 Jahren. John Stierna hat es nie verwunden, dass es ihm und seinem Team seinerzeit nicht gelungen ist, den Mord an der kleinen Ingrid aufzuklären. Er hatte ihrer Mutter versprochen, den Mörder zu finden, konnte dieses Versprechen jedoch nie einlösen. Bevor er in Ruhestand gegangen ist, hatte er sich noch alle wichtigen Unterlagen des lange zurückliegenden Falles kopiert, um alle Erkenntnisse des Falles noch einmal durchzugehen. Minutiös wird der Fall von ihm noch einmal aufgewickelt. Er erzählt einem Journalisten all die Schritte, die seinerzeit unternommen worden. Schnell kristallisierte sich heraus, dass der Mörder ein Mann war, der sie im Park angesprochen hat. Immer wenn sie ihm kurz auf den Fersen waren, verschwand er. Ein gestohlenes Auto, mit dem der Mörder gefahren ist, verschwand für Jahre in der Versenkung. Zeugen wurden befragt, die Presse wurde eingeschaltet, aber alles ohne Erfolg. John Stierna ist daran zerbrochen. Seine Ehe zerbrach. Neben den Ermittlungen des Teams erfährt der Leser auch die Gedankengänge des Mörders. Seine Beweggründe und sein krankes Denken werden dem Leser nahegelegt. Stierna hat all die Jahre gehofft, doch noch den Mord aufzuklären, doch nun sind es nur noch ein paar Tage, bis der Todestag der kleinen Ingrid sich zum 25. mal jährt. Wenn der Mörder bis dahin nicht gefasst ist, geht er straffrei aus, die Zeit drängt also. Der Roman spielt in zwei Zeitabschnitten, 1928, als der Mord geschah und 1953, als Stierna sich noch einmal mit dem Mordfall beschäftigt. Der Leser wird ziemlich genau mit den Möglichkeiten der Polizeiarbeit des Jahres 1928 vertraut gemacht. Die Hightechnik, die der Polizei heute zur Verfügung steht, gab es damals noch nicht. Das war wirklich noch alles Handarbeit, die die Polizei leisten musste. Der Roman wird als Thriller deklariert, ich würde ihn eher als Krimi bezeichnen. Einer der ruhigen, besinnlichen Art. Action und Tempo fehlen hier völlig, er ist stellenweise ein wenig zu genau, so dass er ab und an ein paar Längen eingeschlichen haben. Die Auflösung des Falles überraschte mich leider nicht mehr, denn mein Verdacht ging in genau die Richtung. Auf jeden Fall ein Krimi, der einen tiefen Einblick in längst vergangene Polizeiarbeit bietet, die sehr genau recherchiert wurde.

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Schade

Von: Claudia K. aus Rheinland Pfalz

05.12.2013

Ich habe mich durchgebissen. Eigentlich wollte ich schon aufgeben und das Buch zur Seite legen, aber der Ehrgeiz hatte mich gepackt. Ich bin mit den vielen Namen nicht klar gekommen und der Hauptprotagonist war mir mehr als unsympathisch. Das Buch hat sich durch ständige Wiederholungen, Raucherpausen, Trinkgelagen unnötig in die Länge gezogen. Mir war bis daher nicht bewußt, daß die Schweden Kettenraucher und Trinker sind. Ich weiß auch nicht, wie oft wiederholt wurde, wie die Zeichnung von Ingrid doch viel mehr Leben zeigt, als das der Zeichnerin. Dies war nun auch nur ein Beispiel der immer wiederkehrenden Monologen. Nein, Schweden ist ein tolles Land. Aber ich werde kein Fan seiner Autoren. Spannung gleich Null. Eigentlich habe ich die ganze Zeit nur darauf gewartet, Stiernas Frau endlich ihre Koffer packt. Schade, ich hatte das Buch hier gewonnen und mich sehr darüber gefreut. Aber der Verlag kann ja nichts dafür, daß meine Erwartungen nicht erfüllt wurden.

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lesenswerter Krimi

Von: Jörg Häusler aus Holzwickede

25.10.2013

Der Begriff "Thriller" in der Werbung ist hier meiner Meinung nach verfehlt. Dafür fehlt mir der Thrill. Nichtsdestotrotz halte ich das Buch für einen lesenswerten Krimi, der durch eine flüssige Schreibweise besticht und einen gar nicht merken lässt, wie viel man von dem Buch bereits "verschlungen" hat.

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Kein Krimi des Jahres

Von: Stefan Germanus aus Apolda

04.10.2013

Ein junger Kommissar gibt 1928 der Mutter eines ermordeten 8-jährigen Mädchens das Versprechen den Täter zu ermitteln. (Dürrenmatt läßt Grüßen) Ein Versprechen das er nicht halten kann und an dem seine Ehe und er sebst zerbricht. Das Buch ist über lange Strecken ziemlich langweilig. Action und Tempo fehlen wenn auch der Schreibstil flüssig ist. Alles in allem kein Krimi des Jahres

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Pontus Ljunghill „ Der Mann im Park „ aus dem Heyne-Verlag

Von: Dorothea Ender aus Rockenberg

29.09.2013

Der Thriller mit dem Titel „ Der Mann im Park „ ist das Erstlingswerk des schwedischen Kriminologen Pontus Ljunghill, der bereits in seiner schwedischen Heimat für großes Aufsehen sorgte. Seine tägliche Arbeit als Journalist hat ihm sicherlich das nötige Rüstzeug für seinen Kriminalroman geliefert. Sein Schreibstil ist brillant und der Inhalt der Erzählung ist fesselnd. Auf 558 Seiten wird ein klassischer Krimi, dessen Handlung sich auf zwei Zeitebenen abspielt, erzählt. Man könnte diese Erzählung ebenso eine historische Kriminalgeschichte nennen, denn der Beginn in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts bis in das Jahr 1953 auf Gotland, gibt einen Einblick in die Geschichte und die Entwicklung der polizeilichen Ermittlungsmethoden. John Stierna, ein junger aufstrebender Kommissar wird 1928 in Stockholm mit der Ermittlung des Mordes an einem achtjährigen Mädchen beauftragt. Die kleine Ingrid Bengtsson war grausam zugerichtet auf einer verlassenen Werft gefunden worden. Der Mörder hatte kaum Spuren hinterlassen, trotzdem verspricht Stierna der verzweifelten Mutter, den Mörder zu finden. Ljunghill beschreibt sehr realistisch die Polizeiarbeit, die mit wenigen Spuren und nur einigen Hinweisen die Fahndung nach dem Mörder aufnimmt. Oftmals tritt die Polizeiarbeit auf der Stelle. Stierna trägt schwer an seinem Versprechen, das er Maria Bengtsson gab. Das Ergebnis einer langen intensiven Polizeiarbeit konzentrierte sich nun auf einen jungen gut gekleideten Raucher: den Mann im Vasapark-- Stierna kann die kleine Ingrid und ihren grausamen Tod nicht vergessen. Die erfolglose Jagd nach dem Mörder ist und bleibt für Stierna eine Niederlage, die er nicht verwinden kann. Er gibt den Polizeidienst auf. Wir treffen John Stirna erst 1953 auf Gotland wieder. Er lebt in einem kleinen Hotel und spielt für ein paar Drinks auf dem Klavier zur Unterhaltung der Gäste. Hier trifft er eines Tages auf einen Journalisten, der an einer Serie von unaufgeklärten Mordfällen arbeitet. Er löchert Stierna solange mit Fragen, bis dieser von den neuen Indizien überzeugt ist. Stierna ist bereit, den Fall zu überdenken und wieder aufzunehmen. Allerdings bleibt nicht mehr viel Zeit für eine Untersuchung, denn in wenigen Tagen verjährt sich der Mord an der kleinen Ingrid. Der Mörder könnte dann für immer entkommen. Mehr will ich nicht verraten – Nur noch soviel: Dieses Erstlingswerk Ljunghills ist der reine Lesegenuss, ein großartig geschriebener Kriminalroman.

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Kommissar John Stirna ermittelt im Mordfall Ingrid Bengtson, einem 8-jährigem Mädchen, welches in einer stillgelegten Werft entdeckt wird. Zunächst liegen keinerlei Hinweise auf den Mörder vor. Nur durch akribische Kleinstarbeit und Nachforschung ergibt sich nach und nach ein Bild des Täters. Da das Buch in zwei Zeitzonen spielt, ist dem Leser von Beginn an klar, dass der Mörder nicht geschnappt wird. Man kann über die nächsten 600 Seiten Kommissar Stirna bei der Polizeiarbeit beobachten und wie der ungelöste Fall den Kommissar und dessen Leben nach und nach beeinflusst und letztlich zerstört. Es war interessant zu lesen, wie Polizeiarbeit im Detail funktioniert, welche vielen Details zusammen spielen, um einem Mörder auf die Schliche zu kommen. Besonders interessant war zudem, dass sich das ganze 1928 abgespielt hat. Man muss jedoch ein Liebhaber von Details sein, da sich die Beschreibungen teilweise als recht langatmig herausstellen. Zudem legt der Autor viel Wert auf die Beschreibung der damaligen Lebensumstände: wie hat sich die Mode verändert, die Lebens- und Arbeitsumstände. Der Roman ist eher langsam gehalten, man hat das Gefühl, sich eher träge durch das Buch zu lesen, obwohl die Seitenzahlen schwinden und schwinden. Dies ist sicherlich dem doch eher quälend langsamen Fortschritt der Untersuchung des Falles geschuldet – die Kommissare haben sich ja auch gequält und haben den Mörder doch nicht stellen können. Stirna trifft der Fall besonders, verspricht er der Mutter doch eine Aufklärung des Falles. Am Ende ist der Kommissar ein gebrochener Mann, melancholisch und düster, vom Leben enttäuscht – Gleichgültigkeit scheint sein Leben fortan zu bestimmen. Weiß man als Leser gleich, dass der Mordfall nicht gelöst wird, so nimmt einen die detailverliebte melancholische Stimmung des Buches jedoch gefangen. Man scheint einzutauchen in das Stockholm der 20er Jahre. Durch den Einblick in die Gedanken des Mörders ist man jedoch nicht minder frustriert wie Stirna, wenn er der Polizei immer wieder entwischt. Man fiebert letzten Endes doch auf das Ende zu in der Hoffnung, dass Ingrid Bengston doch noch Gerechtigkeit erfährt.

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