Leserstimmen zu
Der Mann im Park

Pontus Ljunghill

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Jagd nach einem Phantom

Von: Annika Sandré

23.09.2013

1953: John Stierna, einst erfolgreicher Kriminalkommissar, quittiert vorzeitig seinen Dienst und geht in Rente. Er ist müde, antriebslos, sein Ermittlungseifer erloschen. Stierna verlässt Stockholm und zieht sich nach Visby zurück, wo er ein einfaches Zimmer mietet. Er lebt spartanisch, fast anspruchslos. Innerlich noch immer getrieben von dem einen ungelösten Fall, der ihn niemals losgelassen hat: Der Mord an der achtjährigen Ingrid. In wenigen Tagen verjährt nach schwedischem Recht die Frist für den Mord, dann ist es endgültig: Der Mörder kann niemals für das Verbrechen bestraft werden, Stierna hat versagt. Sein Versprechen gegenüber der Mutter, den Täter der Tochter zu finden, nicht eingelöst. Trotz akribischer und zermürbender Polizeiarbeit konnte der Fall nie gelöst werden: Der Täter bleibt ein Phantom, ein Geist. Eines Tages wird Stierna beim Abendessen von einem Journalisten angesprochen, der sich für ihn und seinen Fall interessiert. Stierna lässt sich zu einem Interview überreden. So erlebt der Leser noch einmal das Leiden Stiernas, die Einsamkeit, seine Bessenheit, seine Anstrengungen, seine Hoffnungen, den Mörder zu finden. Auf anderer Erzählebene schildert der Mörder sein Leben: er lebt unauffällig, genügsam und doch getrieben von negativen Gedanken. Es ist eine düstere Geschichte, die viele Gefühle auslöst: Wut auf einen selbstmitleidigen Mörder, der das Leben vieler Menschen zerstört. Die Trauer, der drückende Schmerz Stiernas, der sein gegenüber der Mutter gegebenes Versprechen, den Mörder zu finden, nicht einlösen konnte. Gut erzählt, manchmal hätte ich mir ein flotteres Erzähltempo gewünscht.

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Eher ein Krimi

Von: Sabine Becker aus Königslutter

21.09.2013

Es passiert im Jahr 1928: Ein 8-jähriges Mädchen wird ermordet, der Kommissar verspricht der Mutter des Kindes, dass er den Mörder finden wird. Mit den damaligen Möglichkeiten, ohne die heutige Technik, rollt ein riesieger Polizeiapparat an, der genau beschrieben wird und gut nachzuvollziehen ist. Das Ganze gestaltet sich spannend und wird aus der Sicht verschiedener Personen beschrieben, wobei die Hauptperson Kommissar Stierna ist. Man erfährt jedoch auch die Sicht des Mörders und anderer Personen, was einen schon irgendwie in den Bann zieht. Die Geschichte springt immer hin und her zwischen 1928 mit dem damaligen Geschehen und 1953, das Jahr, in dem der Mord verjähren wird nach schwedischem Recht und dies Kommissar Stierna - 1 Jahr vor seiner Pensionierung - nicht loslässt und er deswegen schon aus dem Dienst scheidet. Er denkt immer wieder über diesen Fall nach und trifft sich 1953 auch mit einem Reporter, um über eben diesen Fall zu sprechen. Alles in allem ein interressant geschriebenes Buch, aber eben doch kein Thriller, eher ein guter Krimi, der sich sehr gut lesen lässt und an die damaligen begrenzten Möglichkeiten der Polizei erinnert. Das Ende ist für den einen oder anderen jedoch nicht wirklich überraschend, wenn auch gut. Das Buch ist spannend genug, um es in wenigen Tagen durchzulesen, weil man wissen möchte, wie es weitergeht.

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Gut geschrieben

Von: Nicole Biernoth aus Braunschweig

20.09.2013

ZUsammenfassung: Ein 8-jähriges Mädchen wird ermordet Der junge Komissar Stierna versucht alles, um den Fall aufzuklären, doch ergebnislos. Dieser Fall lässt ihn nie los. Kurz vor seiner Pensionierung will ein Journalist den Fall wieder aufrollen und Stierna wird wieder vom Ermittlungsfieber gepackt und möchte nun als letzten Fall unbedingt aufklären... Der Kriminalroman ist spannend geschrieben, die Protagonisten sind sympatisch und man findet gut in die Geschichte hinein. Lesenswert!

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Kein Krimi des Jahres!

Von: Thomas Geduhn

13.09.2013

Da hier keine Rezension, sondern ´nur`eine Lesermeinung gefragt ist, kann man es kurz machen: Pontus Ljunghill breitet mit seinem Erstling "Der Mann im Park" auf dem Lesertisch gute Zutaten aus, zumal für einen Kriminalroman: Zeit- und Lokalkolorit, durchweg kurze Sätze, ein Protagonist als innere Schnur, an der sich die Leser ausrichten könnten, sowie die klassischen Versatzstücke dieses Genres. Eigentlich! Denn auch Kriminalromane dürfen sprachlich anspruchsvoll sein. Man kann, mit etwas Gelassenheit, gewiss der dem Genre typischen Sprachduktus manches nachsehen, dies vor allen Dingen, wenn Spannung erzeugt und aufrecht erhalten wird. Das Nachsehen bezieht sich auf die Entwicklung des Plots, den Stil, die Charakterisierung der Personen ... im Grunde also das, was jedes bellestristische Produkt ausmacht. Doch "Der Mann im Park" löst diese Zutaten nicht ein, sie kommen nicht als fertiges Gericht auf den Tisch, sondern bleiben unverbunden. Spröde, uninspiriert, ohne jedes Handlungstempo sowie extrem kleinteilig und richtiggehend brav zubereitet schmeckt keine Mahlzeit. Die hinzu kommenden Längen zerkochen, um im Bild zu bleiben, die Zutaten. Keine Sogwirkung, die Buch + Hand zu einer Einheit machen. Ljunghills Stil erinnert an einen mit einem Diplom entlassenen Eleven einer Schreibwerkstatt. Ich habe das Buch in einem einzigen, mühsam erkämpften, Durchgang gelesen. Wieso der Rezensent des <Dagbladet> dieses Buch als "... großartig geschriebenen Roman ..." tituliert, ist für mich nicht erkennbar. Nein, das ist keineswegs der "... beste Krimi des Jahres ..."

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Wer ist der Mann im Park?

Von: Monika Stutzke aus Berlin

12.08.2013

1953: John Stierna, der die letzten Jahre im Kriminalmuseum gearbeitet hat, geht ein Jahr vor der eigentlichen Pensionierung in Rente. Bevor er dort angefangen hatte, war er jahrelang als Kommissar tätig. Er fährt nach Visby, um dort seinen Urlaub zu verbringen. Dort wird er von dem Journalisten Grönwall aufgesucht, der ihn zu einem 25 Jahre zurückliegenden Fall interviewen will. Vor 25 Jahren, im Jahr 1928, wird die achtjährige Ingrid tot aufgefunden. John Stierna ist der ermittelnde Kommissar. Mit einem Großaufgebot an Polizei gehen die Ermittlungen los, aber der Fall wird nie aufgeklärt. Als er jetzt dem Journalisten von dem Fall erzählt, erinnert er sich, dieser Mord hat ihn nachweislich geprägt. Ist es möglich, nach so vielen Jahren noch den Mörder zu finden? ... Nach schwedischem Recht verjährt ein Mord nach 25 Jahren. John Stierna hat es nie verwunden, dass es ihm und seinem Team seinerzeit nicht gelungen ist, den Mord an der kleinen Ingrid aufzuklären. Er hatte ihrer Mutter versprochen, den Mörder zu finden, konnte dieses Versprechen jedoch nie einlösen. Bevor er in Ruhestand gegangen ist, hatte er sich noch alle wichtigen Unterlagen des lange zurückliegenden Falles kopiert, um alle Erkenntnisse des Falles noch einmal durchzugehen. Minutiös wird der Fall von ihm noch einmal aufgewickelt. Er erzählt einem Journalisten all die Schritte, die seinerzeit unternommen worden. Schnell kristallisierte sich heraus, dass der Mörder ein Mann war, der sie im Park angesprochen hat. Immer wenn sie ihm kurz auf den Fersen waren, verschwand er. Ein gestohlenes Auto, mit dem der Mörder gefahren ist, verschwand für Jahre in der Versenkung. Zeugen wurden befragt, die Presse wurde eingeschaltet, aber alles ohne Erfolg. John Stierna ist daran zerbrochen. Seine Ehe zerbrach. Neben den Ermittlungen des Teams erfährt der Leser auch die Gedankengänge des Mörders. Seine Beweggründe und sein krankes Denken werden dem Leser nahegelegt. Stierna hat all die Jahre gehofft, doch noch den Mord aufzuklären, doch nun sind es nur noch ein paar Tage, bis der Todestag der kleinen Ingrid sich zum 25. mal jährt. Wenn der Mörder bis dahin nicht gefasst ist, geht er straffrei aus, die Zeit drängt also. Der Roman spielt in zwei Zeitabschnitten, 1928, als der Mord geschah und 1953, als Stierna sich noch einmal mit dem Mordfall beschäftigt. Der Leser wird ziemlich genau mit den Möglichkeiten der Polizeiarbeit des Jahres 1928 vertraut gemacht. Die Hightechnik, die der Polizei heute zur Verfügung steht, gab es damals noch nicht. Das war wirklich noch alles Handarbeit, die die Polizei leisten musste. Der Roman wird als Thriller deklariert, ich würde ihn eher als Krimi bezeichnen. Einer der ruhigen, besinnlichen Art. Action und Tempo fehlen hier völlig, er ist stellenweise ein wenig zu genau, so dass er ab und an ein paar Längen eingeschlichen haben. Die Auflösung des Falles überraschte mich leider nicht mehr, denn mein Verdacht ging in genau die Richtung. Auf jeden Fall ein Krimi, der einen tiefen Einblick in längst vergangene Polizeiarbeit bietet, die sehr genau recherchiert wurde.

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