Leserstimmen zu
Die Strömung

Rolf Börjlind, Cilla Börjlind

Die Rönning/Stilton-Serie (3)

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Auch dieser Fall um Oliva, Tom & Mette konnte mich wieder begeistern und zwar so sehr, dass ich dieses Buch innerhalb von 2 Tagen durchgelesen habe. Dies lag hauptsächlich daran, dass es durchgehend so spannend war. Daher konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Es war voller Geheimnisse und ich wurde oft auf Glatteis gefahren - was vor allem an den vielen Wendungen lag. Gerade diese machen das Buch so spannend. Auch das ich Stück für Stück auch in diesem Band wieder mehr über die Charaktere erfahren habe, finde ich super. Sie werden mir immer sympathischer - und das wo ich sie doch bei ihrem ersten Fall schon mochte. Ich finde, sie passen einfach zueinander und zu den Fällen. An dieser Stelle möchte ich aber los werden, dass man dieses Buch auch lesen kann, ohne die anderen Fälle zu kennen. Klar wird manchmal auf die anderen Fälle angespielt, aber die Fälle sind in einem Buch abgeschlossen. Das finde ich schon mal sehr gut. Bis auf ein Fall, der sich durch alle Bücher zieht. Aber auch in diesem Buch erfährt man genug über den nicht abgeschlossenen Fall, so dass man auch diesen gut verstehen kann. Dieser Fall ist spannend und teilweise auch ziemlich übel. Krass fand ich vor allem die Beschreibungen von den Kinderleichen. Was aber auch daran liegt, dass ich es allgemein schwierig finde, wenn Kinder in so einem Buch betroffen sind und ermordet werden. Wer damit gar nicht zurecht kommt, der sollte dieses Buch nicht lesen. Wer einigermaßen mit klar kommt, kann das Buch dennoch gut lesen. Auch wenn ich manchmal sehr schlucken musste. Irgendwie macht auch gerade das, dieses Buch so spannend, dass eben mal keine Erwachsenen sterben, sondern Kinder. Warum verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht, dass müsst ihr schon selbst lesen. Ich bin schon sehr gespannt auf den 4. Fall, der schon hier liegt und darauf wartet, dass ich es lese.

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Dies ist Band 3 der Rönning & Stilton-Reihe, aber mit einem in sich abgeschlossenen Fall. Wer allerdings so wie ich, Serien-Fan ist und gerne die Charaktere von Beginn an begleitet und die Weiterentwicklung mitverfolgt, der sollte wirklich Band 1+2 vorher lesen, da die Hauptpersonen schon einiges zusammen erlebt haben. Cilla & Rolf Börjlind haben sich hier recht zwei brisanten und leider immer noch aktuellen Themen zugewandt, Kindermorde und Rassismus. Eine große Aufgabe, aber die beiden Autoren haben es sehr gut und atmosphärisch umgesetzt, keine leichten Themen, die selbst einen beim Lesen oftmals den Kopf schütteln lassen. Was mir sehr gut am Schreibstil gefällt ist diese Gradlinigkeit, keine ausschweifenden und überflüssigen Erzählungen, sondern zack zack auf den Punkt, und das bei über 500 Seiten. Die Polizistin Olivia Rönning ist reifer geworden, hat einen klaren Instinkt und hört wie immer auf ihr Bauchgefühl. Tom Stilton gehört eindeutig zu einem meiner Lieblingscharaktere, einst ein bekannter Polizist, ein Fall den er nicht lösen konnte und nach einem Totalabsturz ist er arbeitslos und obdachlos geworden. (Band 1) Ohne ihn, würde mir was fehlen in den Büchern, zum Glück hat er sich ja wieder berappelt. Spannend finde ich immer diese unerwarteten Wendungen und das die verschiedenen Handlungsstränge aus Vergangenheit und den aktuellen Geschehnissen sich zum Ende hin gut verbinden lassen. Ein toller Krimi, der zum Ende hin nochmal rasant Fahrt aufnimmt und mir keineswegs auf den vielen Seiten zu langatmig oder langweilig erschien. Wer Schweden-Krimis mag, wird diese Serie lieben.

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„Die Strömung“ ist der dritte Band der Rönning-Stilton-Reihe des schwedischen Autorenpaares Cilla und Ralf Börjlind. Ich bin ein großer Fan skandinavischer Krimiliteratur und habe die ersten beiden Bände quasi „verschlungen“. Zu Band 2 habe ich auf Amazon auch bereits eine Rezension geschrieben. Umso gespannter und aufgeregter war ich, nun den nächsten Teil zu lesen. Dieser ist optisch im selben Design gehalten wie die Vorgänger, was mir gut gefällt und einen großen Wiedererkennungswert hat. Wie auch in den ersten beiden Fällen, stehen auch diesmal gleich mehrere Handlungsstränge im Mittelpunkt der Geschichte. Einerseits zwei schockierende Kindermorde – einer in Schonen, einer in Stockholm - die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Andererseits lässt Tom Stilton ein „Cold case“, ein ungelöster Fall aus seiner Polizeiarbeit, nicht zur Ruhe kommen. Um diesen Hintergrund und andere Geschehnisse rund um die handelnden Figuren besser zu verstehen, empfiehlt es sich meiner Meinung nach, die Bücher in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Meine Fazit: Ich habe „Die Strömung“ an einem Sonntag gelesen. Das spricht eigentlich schon Bände (kleiner Wortwitz). Spaß beiseite: Auch dieses Buch hat mich wieder absolut gefesselt. In der Geschichte werden von den Autoren erneut Personen, Ereignisse, Gegenwart und Vergangenheit kunstvoll miteinander zu einem fulminanten und unerwarteten Finale verknüpft. Absolut lesenswert, flüssig geschrieben und mit einigen unerwarteten Wendungen. Sollte ich beurteilen, welcher Teil der Reihe für mich bisher der stärkste war, würde ich rein subjektiv wohl „Die dritte Stimme“ als meinen persönlichen Favorit küren. Warum? Ich weiß es nicht. Jedes der Bücher ist auf seine Art und Weise hervorragend. „Die Strömung“ ist ein toller Krimi, der von mir eine klare Kaufempfehlung und volle Punktzahl bekommt. Ich hoffe, dass die produktiven Autoren schnell sind mit der (hoffentlich geplanten) Fortsetzung.

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wei Kinder werden kurz hintereinander ermordet im sonst so beschaulichen Südschweden und in der Nähe von Stockholm aufgefunden. Beide waren dunkelhäutig. Gibt es hier also einen rassistischen Hintergrund und vielleicht sogar einen gemeinsamem Täter? Für die Polizistin Olivia Rönning, die sich von Stockholm nach Schonen in Südschweden versetzen ließ, ist das zumindest eine Option, der sie unbedingt nachgehen will. Denn in ihrer Nachbarschaft hat sich eine rechtsradikale Gruppe etabliert, die ihr solches Gedankengut fast täglich vor Augen führt. Kommissarin Mette Olsäter hat aber auch noch eine andere heiße Spur. Sie führt zu einer Kommune, die sich in den 1970er Jahren auf einer nahegelegten Insel niedergelassen hatte, und von deren damals verschwundenem Anführer nun einige Skelettteile aufgetaucht sind. Außerdem tauchen Hinweise auf einen nie geklärten Mord an einer schwangeren schwarzen Escort-Prostituierten auf, an dem sich der damalige Kommissar Tom Stilton die Zähne ausgebissen hatte. Nach “Die Stringflut” und “Die dritte Stimme” ist “Die Strömung” der dritte Teil der spannenden Schweden-Krimi-Reihe um Mette Olsäter, Olivia Rönning, Tom Stilon und Abbas El Farras. Dieses Mal verwebt das Autorenpaar Rolf und Cilla Börjlind in seiner aufregenden Story gleich mehrere Fälle: den Mord an einer dunkelhäutigen Prostituierten, zwei fiese Kindermorde, die illegalen Aktionen einer rechtsradikalen Gruppierung und das Treiben einer Hippie-Landkommune in den 1970er Jahren, die sich zwar sexuell befreit und antikapitalistisch gibt, im Innern aber bemerkenswert autoritär funktioniert. So schafft es das Autorenduo, erneut eine komplexe Geschichte zu entwerfen und dabei seine Figuren immer weiter zu entwickeln. Sehr genau gehen Rolf und Cilla Börjlind in ihrem Thriller auf die rechtsradikalen Tendenzen und Gruppierungen in Schweden ein, die ihre Hetze gegen Ausländer besonders gern über die sozialen Netzwerke verbreiten. Aber auch die Alt-68er haben in ihren Augen kaum Grund zu Überheblichkeit, denn auch damals schon vermochten Gruppendruck und versteckte Machtmethoden Erstaunliches zu leisten. So ist “Die Strömung” eine packende Story mit gesellschaftlich-hochaktuellen Themen und lebendig gestalteten Figuren. Nach drei Romanen wollen die beiden ihren ersten Krimi demnächst verfilmen. Seien wir gespannt.

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Nachdem ich die ersten beiden Bücher dieser Reihe gelesen und im Großen und Ganzen genossen habe, wollte ich natürlich auch den dritten Fall für Olivia Rönning & Tom Stilton lesen. Vielen Dank an das Blogger Portal für mein Exemplar des Buches. Gleich am Anfang geht die Geschichte 8 Jahre in die Vergangenheit, ins Jahr 2005. Vier Männer sitzen in einer Hotelbar und unterhalten sich gedämpft. Sie sind korrekt gekleidet in Anzügen, weißen Hemden und Krawatten, aber das extrem kurz geschorene Haar und die generelle Homogenität ließen sie für den Barkeeper aus der Norm fallen. Sie trinken Whisky. Es handelt sich um vier schwedische Nazis und sie haben nichts Gutes im Sinn. »Die nationalsozialistische Revolution in Schweden soll durch Umschulung des Volkes erreicht werden.« Das liest einer der vier vor. So fängt das Papier an, dass die Richtlinien für das Neue Reich enthält. Drei der Männer überreichen dem Vierten eine kleine Schachtel mit einem Hotel Schlüssel vom Continental, Zimmer 304. Dort wartet offensichtlich jemand auf ihn. Was genau er dort macht, erfahren wir erstmal nicht. Olivia Rönning ist zur Polizei zurückgegangen und hat sich nach Höganäs, Schonen, versetzen lassen. Sie hat einen Vertrag für sechs Monate. Eigentlich wollte sie nur deswegen dorthin, weil Ove Gardmann dort wohnt und sie in seiner Nähe sein wollte. Doch Ove hat das berühmte »Angebot, das man nicht ablehnen kann« bekommen; eine Forschungsstelle in Costa Rica. Jetzt sitzt Olivia im ländlichen Höganäs fest für die nächsten vier Monate. Und dann wird ein 3-jähriges Mädchen im Sandkasten im Garten ermordet, man hat ihr Genick gebrochen. Ihre Großmutter hat sie nur für 3 Minuten aus den Augen gelassen, um an das wiederholt klingende Telefon in der Küche zu gehen. Zwei Tage später wird in der Nähe von Stockholm ein kleines Schulkind, auf dem Weg in die Schule, auf die gleiche Art ermordet. Seit dem ersten Buch ist Olivia erwachsen geworden, das ist zumindest mein Eindruck von ihrer Entwicklung. Ich mag sie, obwohl ich manchmal nicht verstehe, warum sie wichtige Informationen zurückhält. Aber sie hat den richtigen Instinkt für diesen Job und obwohl sie noch viel zu lernen hat, weiß auch Mette Olsäter, Kriminalkommissarin in Stockholm, dass man sich auf ihr Bauchgefühl verlassen kann. Mette betrachtet Olivia inzwischen als Teil ihrer Familie. Tom Stilton war einmal ein berühmter Kommissar, bis er die Polizei verließ und komplett abgestürzt ist. Fünf Jahre lang war er einer der Obdachlosen von Stockholm, bis er den Weg zurückfand. Er hat einen sehr schwierigen Weg hinter sich gebracht und plötzlich gibt es jetzt neue Hinweise zu seinem letzten ungelösten Fall, aus seiner Zeit bei der Polizei. Nichts wäre ihm lieber als genau diesen Fall endlich zu lösen, doch er ist nun mal nicht mehr bei der Polizei. Für Tom habe ich schon im ersten Buch sehr viel Sympathie empfunden und das hat sich immer nur verstärkt. Es werden wieder Geheimnisse aus der Vergangenheit gelüftet, da dürft ihr gespannt sein! Die Charaktere wachsen und entwickeln sich von Buch zu Buch und die Charakterisierung ist ausgesprochen gut gelungen. Der Fall ist diesmal wirklich harter Tobak. Kleine Kinder werden durch Genickbruch ermordet. Diese beiden Morde sind mehr als 500 km auseinander passiert. Ist es Zufall, oder doch der gleiche Täter? Welches Motiv kann es geben, um kleine Kinder zu ermorden? Das wirklich aktuelle und brisante Thema, das hier aufgegriffen wird, ist Rassenhass und Nazis, das zieht sich von der ersten Seite an durch das gesamte Buch. Darum liegt es nah, an Rassenmord zu denken, da beide Kinder doch keine »reinrassigen« Schweden sind. Sie sind in den Augen der Nazis nur »Unkraut«. Die Ermittler sehen keinen anderen Zusammenhang zwischen den Familien. Olivia macht ihre eigenen Erfahrungen mit den gewaltbereiten Nazis und der Angst sitzt ihr ziemlich oft im Nacken. Dieses Gefühl ist beim Lesen greifbar, und an ihrer Stelle hätte ich mehr als einmal die Flucht ergriffen. Die beiden Autoren nehmen auch kein Blatt vor dem Mund und manche Aussagen sind wie ein Faustschlag in die Magengrube. Eine Figur im Buch taucht ab in den Sumpf der online Foren der Nazis und was da geschrieben wird, erschüttert einen zu tiefst. Bedingt durch das sehr ernste Thema, und die Tatsache, dass es sich um Verbrechen an kleinen Kindern handelt, ist die Atmosphäre dementsprechend bedrückend. Ich persönlich finde, dass es ein mutiges Thema ist, ein Thema das wohl gerade in jedem europäischen Land allgegenwärtig ist. Der Fall ist extrem spannend und die Lösung des Falles sorgt dann am Ende für einige Überraschungen. Nur einen recht unwahrscheinlichen Zufall fand ich nicht allzu glaubwürdig, aber dazu kann ich hier nichts sagen, ohne zu viel zu verraten. Ein äußerst spannender Kriminalroman mit einem brisanten und leider sehr aktuellen Thema! Es wird einem angst um bang, wenn man daran denkt, dass dieses Denken in Europa noch immer seine Anhänger findet. Verbrechen an kleinen Kindern erzeugen dazu noch eine sehr düstere und bedrückende Atmosphäre. Die Charaktere entwickeln sich und werden mir von Buch zu Buch sympathischer. Der Sinn hinter dem Titel erschließt sich mir allerdings nicht ganz, aber vielleicht ist die Strömung zum Rassenhass damit gemeint.

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In den Wäldern von Schonen im südlichen Schweden kommt es zu einem entsetzlichen Verbrechen. Ein kleines Mädchen wird ermordet, als es friedlich spielend im Sandkasten sitzt. Ein familiärer Hintergrund? Doch zwei Tage später der zweite Kindermord, diesmal in der Nähe von Stockholm. Was verbindet die beiden Fälle? Schnell fällt der Verdacht auf eine rassistische Gruppierung, die beide Elternpaare zuvor offen bedroht hat. Aber ist es wirklich so einfach? Und warum tauchen gerade jetzt Hinweise auf einen alten, nie geklärten Mord an einer hochschwangeren Edelprostituierten auf? Olivia Rönning, eine junge ehrgeizige Polizistin, und Tom Stilton, ein einst berühmter Kommissar, sind aus jeweils ganz persönlichen Gründen an der Aufklärung dieser Verbrechen interessiert. Sie kommen einer Geschichte aus auf die Spur, wie sie verquerer und abscheulicher nicht sein könnte… (Quelle Amazon) 4 Männer treffen sind 2005 in einer Bar in Stockholm. Sie geben sich sehr geheimnisvoll aber der Leser erfährt recht schnell, dass sie Schweden von Ausländern säubern möchten. Einer der Männer hat Geburtstag und bekommt den Schlüssel für ein Hotelzimmer ausgehändigt. In diesem Zimmer wir später eine brutal ermordete farbige Prostituierte gefunden. Kommissar Tom Stilton wird mit den Ermittlungen betraut, kann den Fall aber nie lösen. 8 Jahre später wird in Arild ein 3-jähriges farbiges Mädchen ermordet. Eine Freundin von Stilton, Olivia Rönning, soll das Verbrechen aufklären. Als noch ein farbiges Mädchen ermordet wird, ist schnell klar, welche Motive dahinter stecken. Rassismus und die Reinigung der schwedischen Rasse. Gerade im Moment finde ich das Thema Rassismus wieder sehr aktuell. Leider wusste ich nicht, dass es sich bei "Die Strömung" um den 3. Teil einer Reihe handelt und so fehlte mit beim Lesen etwas das Vorwissen. Der Krimi ist zwar in sich abgeschlossen, aber die Charaktere scheinen schon einiges miteinander erlebt und sich entwickelt zu haben. Das finde ich ein bisschen schade. Aber weil mir der 3. Teil so gut gefallen hat, werde ich die anderen beiden Bücher auf jeden Fall noch lesen. Und vielleicht dann auch nochmal den Dritten. Denn ich denke, dass sich mir dann einiges anders darstellt. Der Schreibstil des Autorenpaares ist geradlinig, sehr spannend und bildhaft. Ich konnte so richtig in die Geschichte eintauchen und war von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Die Story an sich fand ich sehr grausam und ich regte mich oft schrecklich beim Lesen auf, weil ich diesen Hass auf andere Menschen nicht nachvollziehen kann. Wo ist denn bitte das Problem, wenn jemand dunkle Haut hat oder in einem anderen Land geboren wurde? Ich verstehe das einfach nicht. Wir sind doch alle nur Menschen. Alle haben wir einen Kopf, einen Bauch, 2 Arme und 2 Beine. Dieser Hass machte mich echt fertig. Die Geschichte fand ich sehr gut und stimmig. Der Spannungsbogen blieb konstant hoch, nur konnte ich mich mit den Ermittlern nicht so ganz anfreunden, weil mir einfach zu viel Wissen fehlte. Ich vergebe für diesen interessanten und gerade sehr aktuellen Krimi 4 von 5 Punkten und eine Leseempfehlung für alle. © Beate Senft

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Zum Inhalt: Südschweden: Ein kleines Mädchen spielt im Sandkasten, ihre Großmutter lässt sie nur für einen Augenblick aus den Augen um ein Telefonat anzunehmen. Als sie zurückkehrt liegt das Mädchen tot in den Armen des verzweifelten Vaters. Ein Familiendrama? Doch als zwei Tage später in der Nähe von Stockholm eine weitere Kinderleiche gefunden wird, muss die Polizei von einem fremdenfeindlichen Mörder ausgehen, denn beide Kinder kamen aus einem Umfeld mit Migrationshintergrund. Bald steht eine ganze rassistische Gruppierung unter Verdacht mit den Morden in Verbindung zu stehen. Dann tauchen im Zusammenhang mit den Kindsmorden Spuren auf, die zu einem brutalen und nie aufgeklärten Mord an einer schwangeren Edelprostituierten führen. Der Mord, den der ehemalige Kommissar Tom Stilton nie aufklären konnte und der ihn nie losgelassen hat. Zusammen mit der jungen Streifenpolizistin Olivia Rönning versucht er, Licht in das abscheuliche Dunkel zu bringen… „Die Strömung“ ist der dritte Teil einer Krimireihe des Autorenduos Cilla und Rolf Börjlind. Obwohl ich so meine liebe Mühe mit skandinavischen Krimis und Thrillern habe, haben mich die vielen positiven Rezensionen zu diesem Buch doch neugierig gemacht, weshalb ich mich erneut an das Abenteuer „Skandinavien-Krimi“ gewagt habe. Wurde ich enttäuscht? Der Erzählstil ist recht kurzweilig und sehr atmosphärisch. Die Stimmungen und Örtlichkeiten erlebt der Leser dadurch sehr intensiv und hat ein klares Bild vor Augen. Gut gefallen hat mir auch, dass die Kapitel jeweils recht kurz gehalten sind und oft mit einem sogenannten Cliffhanger enden. Das führt dazu, dass es dem Autorenduo gelungen ist, abgesehen von wenigen Ausnahmen und einigen Längen, den Spannungsbogen den gesamten Roman über aufrecht zu erhalten. Mit den Protagonisten bin ich mit Ausnahme von Mette, die auf mich wirklich authentisch und lebensnah wirkte, überhaupt nicht warm geworden. Ich konnte für keinen so richtig Sympathie aufbauen, auf mich wirkten sie insgesamt kühl und distanziert. Die Auflösung der Fälle entwirrt dann schlüssig und meiner Meinung nach lückenlos das komplizierte Geflecht aus vielen verschiedenen Personen und deren Hintergründe, wenn auch für meinen Geschmack zu unspektakulär, hier hätte ich mir irgendwie mehr gewünscht, auch wenn ich nicht so ganz beschreiben kann, was mir gefehlt hat. Rassismus und Nationalsozialismus ist nicht nur in Schweden sondern in ganz Europa ein hochaktuelles und brisantes Thema. Die Autoren haben es, auch durch die Einbindung der Taten von Anders Behring Breivik, geschickt aufgegriffen und gut umgesetzt. Trotz allem habe ich mich mit dem Buch doch wieder mal sehr schwer getan. Vielleicht lag es an der Kühle und Distanz der Protagonisten, an den teils so komplizierten skandinavischen Namen, oder schlichtweg an meinen Vorurteilen gegenüber skandinavischen Krimis. Möglicherweise liegt es aber auch daran, dass ich die Vorgängerbände nicht gelesen habe und mir dadurch der Bezug fehlt. Ich weiß es nicht. Aufgrund des brisanten Themas und des guten und atmosphärischen Erzählstils gebe ich aber dennoch eine Leseempfehlung und denke, dass Fans von skandinavischen Krimis hier voll auf ihre Kosten kommen.

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Es ist ein „dunkles Kind“, welches tot aufgefunden werden. Adoptiert, farbig. Und es ist völlig unklar, wer er Mörder sein könnte, wie in dieser kurzen Zeit, in der die Großmutter das Kind draußen unbeaufsichtigt ließ, ein solcher Mord geschehen kann. Andererseits, auch in Schweden ist die Stimmung aufgeheizt, sind rechtsnationale Fronten ganz offensiv öffentlich auf dem Vormarsch, sind die Fronten gegen „Fremde“ verhärtet. Dennoch, die Ermittler tappen im Dunklen, gehen es Schritt für Schritt an. Mette Olsäter, wieder auf den Beinen nach lebensgefährlicher Erkrankung, deutlich „geschrumpft“, die ihren Schutz vor allem über der jungen Ermittlerin Olivia ausbreitet, jene Polizistin, die mehr und mehr mitten hinein in jene Szene der harten Nationalisten, erkennbaren Rassisten und doch aalglatten und nicht wirklich zu fassenden „harten Männer“ gerät. Während Mette zugleich Tom Stilton, den ehemals brillanten Kommissar, dann jahrelang Obdachlosen und sich nun wieder, aber nur langsam, fangenden Mann am Rande wieder mit einbindet. Denn, wie so oft in Börjlind Romanen, die Ereignisse der Gegenwart fallen nicht vom Himmel, sondern haben Wurzeln in der Vergangenheit. Wurzeln, die Stilton näherkommen werden, als ihm lieb sein kann, zunächst durch einen alten Fall und später dann auch auf sehr persönlicher Ebene. Während ein anderer Ermittler nicht ganz saubere Hände zu haben scheint, daraus wenig Hehl macht und alles in allem und in den Verbindungen unter- und miteinander sich subtil zu einer immer dichter werdenden Gefahr zusammenzeiht. Für andere Kinder mit „anderer Haut“, für hartnäckige Ermittler und für eigentlich fast unbeteiligte Dritte. Wobei sich vielfache Querverbindungen erst ganz zum Schluss hin zeigen- und auflösen werden. Intensive Personen sind es wie gewohnt, welche das Autorenduo ebenso intensiv durch auch diesen brutalen, emotional nahegehenden Fall unter der aktuellen politischen Entwicklung in Schweden gehen lassen. Ermittler aber, die nicht lockerlassen. Nicht immer mit höchstem Tempo und doch auch mit zunächst leichten Verwirrungen beim Leser, bis er die teils ähnlich, vor allem fremd klingenden, Namen zugeordnet hat und mit späterhin dann auch breiten Blicken in Seitenlinien des Falles und in die Vergangenheit. Aber wie gewohnt in sich stimmig und komplex entfalten sich mehr und mehr Hintergründe, die erschrecken, eine rohe Gewalt, die sich rassistisch legitimiert und Zusammenhänge, die im Vorhinein kaum zu ahnen waren. Eine anregende und in Teilen spannende, brisante Lektüre.

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