Leserstimmen zu
Die vergessenen Träume

Ellen Sussman

(9)
(1)
(0)
(0)
(0)
€ 8,99 [D] inkl. MwSt. | € 8,99 [A] | CHF 11,00* (* empf. VK-Preis)

Manchmal gibt es Bücher, die erscheinen vom Aussehen und vom Klappentext ganz anders als sie sind. So ist es mir auch mit „Die vergessenen Träume“ von Ellen Sussman gegangen. Das bunte und fröhliche Cover hat mich nicht auf das vorbereitet, was die Geschichte für mich bereit gehalten hat. Das Buch spielt quasi im Paradies und hat mich an Orte entführt, die ich nur von Bildern kenne. Der außergewöhnliche Spielort hat mich aber genauso begeistert wie der Geschichte, die sich dort abspielt. „Die vergessenen Träume“ gibt dem Leser nicht nur einen Einblick in die Verzweiflung einer Hinterbliebenen eines Terroranschlags, sondern auch in ferne Kulturen und deren Umgang mit Liebe und Tod. Für mich war dieses Buch eine totale Überraschung und ist nun auf jeden Fall eine Empfehlung an alle, die gerne Bücher wie „Ein ganzes halbes Jahr“ oder „Ich versprach dir die Liebe“ lesen. Jamies Geschichte beginnt als sie zu dem Ort zurückkehrt, an dem ihr schreckliches widerfahren ist. Bali war für sie einmal das Paradies. Heute hat es für Jamie einen schalen Beigeschmack. Vor einem Jahr wurde sie hier Zeugin eines Terroranschlags, der über 200 Menschen das Leben gekostet hat und ebenso viele Menschen verletzt hat. Wie auch die anderen Touristen flieht Jamie aus Bali und eigentlich möchte sie nie wieder dorthin zurück. Doch um mit den Erlebnissen der Vergangenheit abschließen zu können, muss sie noch einmal an den Ort des Geschehens zurück. Jamies Geschichte hat mich unglaublich berührt, da sie erschreckend authentisch beschrieben wurde. Jamies Gefühle rund um den Anschlag, ihre Gedanken und auch ihre Flucht waren für mich nachvollziehbar und erdrückend. Niemand möchte so etwas im realen Leben erleben, doch diesen Anschlag aus Jamies Sicht zu erleben, war fesselnd und aufreibend zugleich. Außerdem hat mich das Leben der Einwohner fasziniert. Ihr Glauben und die Art das Leben ganz anders anzugehen, hat mich sehr neugierig auf das Land und die Kultur gemacht. Das Buch vermittelt viele unterschiedliche Stimmungen und Emotionen. Seien es Angst, Hass, Liebe, Zuversicht oder Schuldgefühle. „Die vergessenen Träume“ ist eine Perle unter den Romanen, die meiner Meinung nach ruhig noch mehr Seiten hätte haben können.

Lesen Sie weiter

Das paradiesische Cover von "Die vergessenen Träume" lässt vielleicht vermuten, dass es sich bei dem Inhalt des Buches um eine luftig-leichte, sommerliche Liebesgeschichte handelt, aber dieser erste Eindruck könnte nicht weiter entfernt von der Wahrheit sein: Die Geschichte um die Protagonistin Jamie wiegt schwer. Sie handelt von dem Terroranschlag, der im Jahr 2002 auf der indonesischen Insel Bali ausgeübt wurde und bei dem 202 Menschen, Einheimische und Touristen, und 209 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden. Jamie reist ein Jahr nach dem Anschlag zurück nach Bali, um sich ihrer Vergangenheit zu stellen und um Gabe wieder zu finden, der sie damals rettete. Die Liebesgeschichte, die sich um die Beiden entspinnt, bildet aber nur den ganz feinen Rahmen einer Geschichte, die mich emotional sehr mitgenommen hat. Ellen Sussman schuf mit ihren Worten eine solche Sogwirkung, dass ich das Buch, einmal angefangen, nicht mehr aus der Hand legen konnte. Sie schrieb so realistisch, dass ich das Gefühl hatte, eher einen Tatsachenbericht, denn einen Roman zu lesen. Die Charaktere wirkten so lebendig, als hätten ihnen reale Vorbilder als Vorlage gedient. Ihre Emotionen, beispielsweise Jamies Kampf mit den Schatten dieser Tragödie und den eigenen Schuldgefühlen, waren so nachvollziehbar, als wären es meine eigenen Gefühle. Dadurch schwappte die volle emotionale Bandbreite des Buches auf mich über. Es erschütterte mich, rüttelte mich auf, war furchtbar traurig und stimmte mich nachdenklich.

Lesen Sie weiter

INHALT: Bali. Für die einen ein Ort zum Träumen und zum Urlaub machen. Für die Amerikanerin Jamie ein wahr gewordener Alptraum. Vor einem Jahr wurde sie bei einem Bombenattentat in einem Nachtclub auf Bali schwer verletzt und ihr Freund getötet. Anlässlich einer Gedenkfeier stellt sie sich ihren Ängsten und kehrt zurück. Sie hofft auf ein Wiedersehen mit Gabe, der sie damals aus den Trümmern zog. FAZIT: Das Buch ist bereits vor einiger Zeit gebunden im Limes Verlag erschienen. Als ich nun das Taschenbuch beim Stöbern in der Buchhandlung in der Hand hielt, musste es einfach mit nach Hause. Vermutlich war es dass leider immer noch aktuelle Thema des Klappentextes, was mich so faszinierte. Es ist mein erstes Buch der Autorin und ich muss sagen der lockere und leichte Schreibstil - trotz des ernsten Themas - hat mir sehr gut gefallen. Die Seiten flogen nur so dahin, so dass ich das Buch tatsächlich an einem Tag (mit ein bisschen Nachtschicht) durchgelesen habe, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht. In dieser Form hatte ich das schon lange nicht mehr. Das Buch ist in drei Abschnitte unterteilt. Der erste Abschnitt spielt 2003. Ein Jahr nach dem Attentat und setzt bei Jamies Ankunft auf Bali an. Sie hat scheinbar zurück ins Leben gefunden und muss sich damit auseinandersetzen, dass jeder unterschiedlich mit solch einem Verlust umgeht. So kämpfen die Balinesen nicht nur um eine Touristenattraktion, sondern auch um ihren Glauben. Eine lebenslange Trauer ist aufgrund der notwendigen Nachkommensregelung kaum möglich und Reinkarnation fast tröstlich. Hier prallen Kulturen aufeinander. Jamie findet durch das Straßenkind Bambang eine Möglichkeit ihren Retter Gabe ausfindig zu machen. Der zweite Abschnitt spielt 2002 unmittelbar vor dem Anschlag. Gabe hat aufgrund einer familiären Tragödie seinen Lebensmittelpunkt aus den Staaten nach Bali verlegt. Er trifft sich gerade mit einem Freund in einer Bar gegenüber des Nachtclubs. Die darauffolgenden Stunden und auch Tage beschäftigen sich ausschließlich mit Gabe und Jamie und an dieser Stelle kann man auf keinen Fall aufhören zu lesen oder etwas verraten. Der dritte Abschnitt spielt wieder 2003 und alle Personen lernen abzuschließen und weiterzumachen. Dies trifft für Jamie, Gabe und auch die wundervollen Nebenfiguren zu, die ich hier nicht nennen werde, um den Rahmen zu sprengen bzw. das wundervoll gelungene Gesamtkonzept zu verraten. Eine wundervolle Lebensgeschichte mit romantischen Klängen. Volle Punktzahl für diesen Stöberfund. Außerhalb der Wertung muss ich aber anführen, dass ich den deutschen Titel total irreführend und unpassend finde. "The Paradise Guest House" (http://www.ellensussman.com/ParadiseGuestHouse.html) beinhaltet Jamies Unterbringung und Neuanfang und klingt viel stimmiger. http://kleeblatts-buecherblog.blogspot.de/2016/07/ellen-sussman-die-vergessenen-traume.html

Lesen Sie weiter

Der Roman "Die vergessenen Träume" ist in drei Abschnitte aufgeteilt. Er beginnt im Jahr 2003, als Jamie, ein Jahr nach den Terroranschlägen auf Bali, zur Insel des Geschehens zurückreist, um an einer Gedenkfeier für die Opfer teilzunehmen. Jamie selbst zählt zu den Überlebenden, die sich in unmittelbarer Nähe des Tatorts aufgehalten hat und ihren Freund, der ihr Minuten zuvor einen Heiratsantrag gemacht hat, nicht aus den Trümmern des Clubs retten konnte. Noch immer macht sie sich schwere Vorwürfe, weil sie den Antrag damals abgelehnt und er nur ihretwegen das Restaurant verlassen hat. Die Gedenkfeier ist jedoch nicht der einzige Grund, weshalb Jamie nach Kuta zurückkehren musste. Gabe, der Amerikaner, der nach Bali ausgewandert ist und sich an den schweren Tagen nach den Anschlägen liebevoll um sie gekümmert hat, will ihr nicht aus dem Kopf gehen. Diese Geschehnisse werden im zweiten Teil des Buches geschildert, der insofern einen Rückblick auf den 12. Oktober 2002 und die Tage danach ist und aus der Sicht Gabes dargestellt wird. Der dritte Abschnitt beschreibt die Gegenwart, in welcher Jamie Gabe wiedersieht und sich erneut mit den Ereignissen, die sie noch nicht verarbeitet hat, auseinandersetzen muss. "Die vergessenen Träume" beschreibt eine Liebesgeschichte, wobei die Terroranschläge, mit denen zu diesem Zeitpunkt niemand auf Bali gerechnet hatte, im Zentrum des Romans stehen. Intensiv und emotional werden die Schicksale der Urlauber anhand der Geschichte Jamies als auch die Schicksale der Inselbewohner Balis durch Nyoman, bei dem Jamie bei ihrem zweiten Aufenthalt wohnt und der seine schwangere Ehefrau verloren hat, sowie die negativen Konsequenzen auf den Tourismus erzählt. Das Buch liest sich flüssig und ist sehr eingängig geschrieben. Als Leser fühlt man sich direkt an den Ort des Geschehens versetzt, kann sich gut in die Charaktere Jamie als auch Gabe hineinversetzen und mit ihnen mitfühlen und lernt vor allem auch die Insel, die nicht nur von malerischer Natur, Kultur und Tourismus, sondern auch von Armut, Kriminalität und Korruption geprägt ist, kennen. Ein Roman, der weitaus mehr als nur eine Urlaubslektüre ist. und den ich wärmstens empfehlen kann.

Lesen Sie weiter

Jamie ist zurück in Bali, ein Jahr, nachdem sie bei einem Bombenanschlag in einem Nachtclub ihren Freund verloren hat und selbst verletzt wurde. Und ein Jahr, nachdem sie im Chaos des Anschlags Gabe kennengelernt hat, den seine ganz eigenen Schicksalsschläge nach Bali geführt hatten. Eine unausgesprochene Verbundenheit zwischen den Beiden hatte sie die ersten Tage nach dem Anschlag überstehen lassen. Doch ist Jamie jetzt bereit für Gabe? Und ist Gabe bereit für Jamie? Das Buch ist keineswegs als plumpe Liebesgeschichte zu verstehen. Zum Glück. Jamies Suche nach Gabe in Bali ein Jahr nach den Anschlägen ist der Rahmen. Eingefasst davon wird Gabes Geschichte zum Anschlag selbst und die gemeinsame Zeit, die beiden ermöglicht hat, ihre inneren Wunden zu lecken. Auch die Rahmenhandlung geht reflexiv stark auf das Geschehen innerhalb dieser Zeit und der Anschläge ein, so dass dieses Trauma klar im Vordergrund steht. Noch einmal konzentriert wird das Spiel mit den unterschiedlichen Zeiten durch Gabes eigene, traumatische, Vergangenheit. Auch der Stil geht auf die unterschiedlichen Betrachtungsweisen ein. Nicht nur der Tempus ändert sich von Rahmenhandlung zur bereits vergangenen Innenhandlung, auch wird die Sprache poetischer, unmittelbarer und dadurch mitunter auch etwas wirrer. Der Abstand der Figuren zum Geschehen fehlt, was aber auch dafür sorgt, das eine unglaubliche Nähe zu den Protagonisten hergestellt wird und gerade die entscheidende Passage sehr gelungen wirkt. Durch die Distanz, die Jamie in nur einem Jahr bereits gewonnen hat – was anhand ihrer Geschichte etwas unglaubwürdig ist – ist die Rahmenhandlung, die in der Gegenwart spielt, allerdings weniger mittelbar. Gerade der erste Teil des Romans, in dem Jamie auch sich selbst gegenüber nicht ehrlich ist, hat es da schwer und besticht vor allem durch die vielen neuen Eindrücke. Etwas besser wird es am Ende, wenn die Handlungsstränge zusammenkommen und auf ein gemeinsames Ende hinsteuern. Schön finde ich, dass Bali in seiner Ambivalenz gezeigt wird, Armut und Schönheit, Weltoffenheit und Gefahr. Obwohl durch den einheimischen Gastgeber viel Kultur dargestellt werden könnte, bleibt der Roman hier aber sehr vage, deutet mehr an und kommt selten zum Punkt. Viel mehr wird die Landschaft als anziehend dargestellt. Neben dem Gastgeber sind die meisten auftretenden Personen Ausländer, die es irgendwie nach Bali verschlagen hat, was den Hauch von Multikulturalität hat, aber auch zeigt, wie fremd eben doch die Kultur im Roman bleibt. Die vergessenen Träume ist eine schöne Geschichte, aus einer persönlichen Krise heraus, einem schrecklichen Erlebnis auf mehreren Ebenen, wieder zur Hoffnung und einem glücklichen Ende. Auch wenn dabei nicht alles so glaubwürdig ist, wie es sein könnte, geht es letztlich um das Wiederaufsteigen. Die traumhafte Naturkulisse ist dabei ein schöner Hintergrund, aber auch nicht mehr. Als Urlaubsbuch gut geeignet.

Lesen Sie weiter

Das malerische Cover und ein Titel der vermuten lässt, dass es sich um eine romantische Liebesgeschichte handelt. Obwohl "Die vergessenen Träume" zudem auf der unwirklich wunderschönen Südseeinsel Bali spielt, hat es einen ernsten Hintergrund, es geht zurück in's Jahr 2002 und zu den Bombenanschlägen auf eine Diskothek, bei der über 200 Menschen auf grausame Weise getötet und weitere zum Teil schwer verletzt wurden. Viele Menschen haben Freunde und Partner verloren, so auch die Reiseleiterin Jamie Hyde, die sich seitdem schwere Vorwürfen macht, hätte sie in den Heiratsantrag ihres Freundes Miguel angenommen, wäre er vielleicht nicht tief enttäuscht zum Ort des Schreckens geeilt und hätte sein Leben verloren. Und dann ist da noch der nach Bali ausgewanderte Amerikaner Gabe, dem Jamie in der Flammenhölle begegnet und der sich danach um die verletzte junge Frau kümmert. Die Anschläge sind Tatsache und sind bis zum Lesen dieses Buches bei mir längst in Vergessenheit geraten, umso aufwühlender war es, durch die fiktive Geschichte daran erinnert zu werden, wie schrecklich die Ereignisse damals gewesen sein müssen. Das Buch beginnt ein Jahr danach, eine Gedenkfeier für die Opfer soll stattfinden und Jamie kehrt mit unguten Gefühlen zurück an den Ort, mit dem sie schlimme Erinnerungen verbindet. Aber es gibt da noch Gabe, ihr Retter in der Notlage und vielleicht ein bisschen mehr - damals und bevor sie ohne richtige Verabschiedung zurück in die USA geflogen ist. Seitdem gab es keinen Kontakt zwischen den Beiden und Jamie hofft heimlich auf ein Wiedersehen. Eingebettet in das traurige Geschehen ist eine Liebesgeschichte die es nicht einfach hat, denn als Jamie und Gabe ein Jahr später wieder aufeinander treffen nimmt er es ihr sehr übel, dass sie einfach gegangen ist und sich nicht mehr bei ihm gemeldet hat. Haben die Beiden noch eine Chance, oder hat Jamie sich damals nur Hals über Kopf in ihren Retter und Helfer verliebt und diese Gefühle sind längst vergangen? Dieses Buch hat mich sehr positiv überrascht, denn all zuviel habe ich nach dem Lesen der Inhaltsangabe nicht erwartet und auch die Autorin Ellen Sussman ist mir bis dato gänzlich unbekannt gewesen. Sie hat es geschafft eindrücklich die Tragik und Dramatik der Anschläge zu erzählen, die traumhafte Kulisse lebendig werden zu lassen und ein bisschen von der Mentalität der Balinesen zu erfahren. Der Schreibstil ist eingängig und flüssig und das Erzählen abwechselnd zu dem Zeitpunkt der Anschläge und ein Jahr danach ist interessant und gelungen. Wer tragisch-romantische Geschichten mag und sich gerne nach Bali entführen lassen möchte, dem kann ich "Die vergessenen Träume" von Ellen Sussman wärmstens empfehlen.

Lesen Sie weiter

In ihrem Roman “Die vergessenen Träume” greift die Autorin Ellen Sussmann die Thematik rund um den Terroranschlag im Jahre 2002 auf Bali auf, bei dem am 12. Oktober kurz nacheinander in der Stadt Kuta in Paddys Bar und vor dem Sari Club zwei Bomben gezündet wurden. Bei dem Anschlag kamen viele Menschen ums Leben und es gab viele Verletzte. In der vorliegenden Geschichte geht es um die junge Reiseleiterin Jamie Hyde, die bei dem Anschlag einen guten Freund verliert, der ihr kurz zuvor einen Heiratsantrag gemacht hat. Ein Jahr später reist Jamie zurück an den Ort des Terroranschlags um dort an einer Gedenkfeier teilzunehmen. Sie findet Unterkunft bei Nyoman, einem Einheimischen. Dieser hat beim Anschlag seine Frau verloren und möchte nun einem ausländischen Gast die Teilnahme an der Zeremonie ermöglichen. Für Jamie ist die Reise mehr als nur die Möglichkeit Vergangenes und damit die schrecklichen Ereignisse des Vorjahres zu verarbeiten. Sie ist nämlich auch auf der Suche nach ihrem Helfer, der sie aus der Flammenhölle gerettet hat und zuvor gemeinsam mit Jamie selbst noch anderen Menschen eine große Hilfe war. Die Suche nach diesem Mann, nach Gabe, ist für Jamie aber auch mit der Verarbeitung von Gefühlen verbunden, die sie ein Jahr zuvor so plötzlich überrollt haben. Der Autorin gelingt es in ihrem Roman die Ereignisse sehr sachlich zu schildern und dabei die Geschichte einer sehr interessanten Person zu erzählen. Mit Jamie erlebt der Leser alles sehr real und erkennt die schönen und weniger schönen Seiten Balis. Der Terroranschlag wirbelt Jamies Leben völlig durcheinander. Nichts ist mehr wie es war und nur langsam findet sie in ein normales Leben zurück. Ähnlich geht es wohl allen, die in irgendeiner Form unter dem Anschlag zu leiden hatten, sei es durch eigene Erlebnisse oder durch den Verlust eines geliebten Freundes oder Angehörigen. Dies wird an Nyoman und auch an Gabe deutlich. Dennoch bleiben der Zauber Balis und die Schönheit der Insel erhalten. Die Träume mögen vergessen sein, aber sie ruhen nur in den Herzen der Menschen und wer sich darum bemüht, der wird sie zum Leben erwecken. Eine faszinierende Mischung von Terror und Liebe, in der das Schöne und Glückliche überwiegt. Eine Geschichte, die trotz der geschilderten wahren und schrecklichen Ereignisse den Leser verzaubern kann. Copyright © 2015 by Iris Gasper

Lesen Sie weiter

Der Roman „Die vergessenen Träume“ von Ellen Sussman wartete für mich inhaltsmäßig mit einer Überraschung auf. Die Geschichte führte mich zurück ins Jahr 2003. Die nordamerikanische Reiseleiterin Jamie Hyde kehrt ein Jahr nach den Bombenanschlägen auf Bali, die über 200 Tote und eine ebenso hohe Anzahl Verletzte forderten, nach Kuta an den Ort des Geschehens zurück. Sie möchte an einer Gedenkfeier für die Opfer aus Anlass des ersten Jahrestages dieses terroristischen Akts teilnehmen. Gleichzeitig ist sie aber auch auf der Suche nach dem Mann, der sie schwer verletzt aus dem Chaos gerettet hat, das unmittelbar nach der Explosion der Bomben entstand. Doch außer seinem Namen weiß sie wenig von ihm. Während sie sich auf die Suche nach ihm begibt, begegnet sie ihrer längst überwunden geglaubten Vergangenheit. Denn sie gibt sich selbst die Schuld am Tod ihres damaligen Freundes, den sie nicht mehr aus den Trümmern retten konnte. Aufgrund des Covers glaubte ich zunächst an einen Liebesroman an einem paradiesischen Ort. Doch so unerwartet wie Bali mit den Anschlägen konfrontiert wurde, so unerwartet traf mich deren Beschreibung während des Lesens. Manchmal glaubte ich zu spüren, wie die Autorin, die vor Ort recherchiert hat, selbst betroffen war. Es gelingt ihr sehr gut dieses Gefühl durch ihren Schreibstil, eine klare Sprache ohne große Ausschmückungen mit treffenden Dialogen, zu transportieren. Erst dadurch versteht man, was dort zerstört wurde. Der Roman ist in drei Abschnitte eingeteilt. Er beginnt im Jahr 2003 mit der Rückkehr von Jamie nach Bali. Dieser Teil sowie der dritte sind im Präsens geschrieben, dies gibt das Empfinden unmittelbarer Nähe. Beim Lesen des ersten Abschnitts tritt schon nach kurzer Zeit die Frage auf, was ein Jahr vorher genau passiert ist und warum Jamie immer noch so verletzt wirkt. Die Antworten finden sich im zweiten Abschnitt, der auf die Ereignisse ein Jahr vorher zurückblickt und im Perfekt geschrieben ist. So erhält nicht nur Jamie sondern auch der Leser Abstand zu den Anschlägen. Und dennoch gelingt eine Distanzierung nur ansatzweise. Zurück blieb bei mir eine tiefe Betroffenheit, wie sie auch Jamie weiter mit sich trägt. Mit Jamie und Gabe hat Ellen Sussman zwei starke Charaktere geschaffen. Jamie liebt ihre Unabhängigkeit, daher ist sie auch so gerne als Reiseleiterin unterwegs. Das Auseinanderbrechen der Ehe ihrer Eltern hat sie geprägt und so umgeht sie eine feste Bindung. Nach den Anschlägen ringen verschiedene Gefühle in ihr, Verlust ihrer Liebe, Schuld, Hoffnung auf eine Zukunft. Gabe, ihr Retter im Chaos, kann ihre Gefühle nachvollziehen, denn auch er hatte einen Verlust zu verkraften und hat auf Bali einen Neuanfang geschafft. Bei beiden ist der Kampf darum, den jeweiligen Verlust mental zu verarbeiten, deutlich spürbar. „Die vergessenen Träume“ ist ein Roman, der den Leser an einen paradiesischen Ort mitnimmt und eine Story mit ernstem Hintergrund entwickelt die berührt. Für mich eine unbedingte Leseempfehlung!

Lesen Sie weiter