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Leserstimmen (3)

Rachel Urquhart: Das zweite Gesicht

Das zweite Gesicht Blick ins Buch

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€ 10,30 [A] | CHF 13,90*
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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-442-71482-7

Erschienen: 10.04.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: eBook (epub)

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Glaubwürdiger Historoman /Spoiler

Von: Nomas Literaturblog Datum : 02.07.2017

nomasliteraturblog.wordpress.com/

Bei Amazon ziemlich schlechte Bewertungen, was mich wundert. Vielleicht, weil es kein Emanzenroman ist, welcher in der Vergangenheit angesiedelt ist. Ganz im Gegenteil, der Aufbau folgt einem klassischen Western, in welchem die Frauen geschunden sind und die Hilfe eines Mannes brauchen. In diesem Fall die des Brandermittlers Simon Pryor.


Die Familie flieht nach einem Brand zu den Shakern, genauer gesagt gibt die Mutter die Kinder dort ab und verlässt sie. Ziemlich genau werden die Eigenheiten dieser recht befremdlichen und extrem lustfeindlichen Sekte geschildert und das Leben auf dem Hof.


Währenddessen verelendet die Mutter immer weiter und wird als Herumtreiberin irgendwann versteigert. Das fand ich insofern interessant, als dass ich nicht wusste, dass es solche Auktionen gegeben hat.


Der Brandermittler deckt nach und nach das Unrecht auf, welches der Familie wiederverfahren ist, und beschließt, ihnen zu helfen. Vor allem, da er mit seinem Auftraggeber selbst noch ein Hühnchen zu rupfen hat.


Große Literatur ist *Das zweite Gesicht* sicherlich nicht, aber das sind Histo-Romane eher selten. Im Gegensatz zu dem auf dem Markt üblichen Schund, sind die Charaktere als auch die Handlung glaubwürdig.


Fazit



Sicherlich kein gängiger Histo-Roman, dafür aber ein glaubwürdiger.

historisch, menschlich, spannend

Von: Regina Langbein Datum : 27.05.2017

https://relacra.blogspot.de/

Ein emotionaler Roman, geschrieben in der Ich-Form der jeweiligen Romanfiguren. Es wird die Geschichte erzählt von Polly, ihrer Mutter und dem kleinen Bruder. Aber auch die Geschichte des Inspektors Simon Pryor, der nach dem Brand der einst begüterten Farm und dem Tod des gewalttätigen Vaters ermitteln soll. Es geht aber nicht nur um die Schuld an dem Unglück, es geht um Habgier und die Wichtigkeit alter Dokumente. Man erhält einen kleinen Einblick in die Glaubensgemeinschaft der Shaker, in der Polly und der Bruder ein neues Zuhause gefunden zu haben scheinen.
Es ist ein Roman mit viel Emotionalität. Er erzählt nicht nur Historisches, sondern auch viel Menschliches.
Die Verwobenheit der Romanfiguren und ihrer Geschichten löst sich (fast) am Ende des Romans auf. Es lässt aber auch noch Spielraum für den Leser, um sich vorzustellen, wie es weitergeht mit den Protagonisten. Man könnte auf eine Fortsetzung hoffen.
Sehr lesenswert.



Ein packendes Drama über eine Familie inmitten düsterer Zeiten

Von: Home is where the boys are Datum : 26.04.2017

https://homeiswheretheboysare.com

Man schreibt das Jahr 1842. Die Familie Kimball lebt auf einer heruntergewirtschafteten Farm in Massachusetts. Unter ihrem trunksüchtigen, brutalen Vater haben die Kinder Polly und Ben sowie deren Mutter May sehr zu leiden. Sie leben in ständiger Angst vor den Gewalttaten des stets unzufriedenen Mannes. Eines Abends erträgt die 15-jährige Polly die Demütigungen nicht mehr. Sie zündet die Farm an und lässt den betrunkenen, schlafenden Vater zurück. Mit ihrem Bruder kommt sie in einer strengreligiösen Shaker-Gemeinde unter. Aber trotz aller Hoffnung, scheint sie auch hier keinen Ort des Friedens zu finden.

Mit „Das zweite Gesicht“ präsentiert die New Yorker Autorin Rachel Urquhart ihr Romandebüt. Sie taucht in menschliche Abgründe ein und zeichnet skrupellose Tyrannen, gegen die sich Frauen, Kinder und Mittellose in jener Zeit kaum wehren konnten. Dagegen stellt sie die tiefgläubigen Shakers, welche den Rechtlosen, den Waisen und den Armen helfen, wenn diese nach ihren Regeln leben. Familien werden getrennt. Sauberkeit, Fleiß und ein zölibatäres Leben haben oberste Priorität. Männer und Frauen dürfen keinen Blickkontakt halten oder miteinander sprechen, es sei denn, die Ältesten erlauben dies. In rituellen Schütteltänzen huldigen sie Gott und ehren jene unter ihnen, die Visionen von ihrer Gründerin, Mutter Ann, empfangen.

Auch die Protagonistin des Buches, Polly Kimball, ist mit der Gabe des zweiten Gesichts gesegnet. Das sorgt anfänglich für einige Aufregung und gibt ihr eine besondere Stellung innerhalb jener Gemeinde, die sich „Stadt der Hoffnung“ nennt. Doch Polly trägt zu viel Kummer aus der Vergangenheit in sich, als dass es ihr möglich wäre, sich trotz der sanften Zuwendung durch Schwester Charity, komplett in die Gruppe zu integrieren. Hinzu kommen die Ermittlungen durch den Brandinspektor Simon Pryor, der die Vorgänge in der Brandnacht auf dem Anwesen der Kimballs aufklären soll. Bald fragt sich dieser, ob es wirklich ein Unfall war oder ein Familienmitglied mit Absicht handelte. Pryor macht sich auf die Suche nach Polly, Ben und deren inzwischen verschwundenen Mutter.

„Das zweite Gesicht“ hat mir trotz aller düsterer Dramatik sehr gut gefallen. Die Autorin versteht es, jene dunklen Knoten aufzuknüpfen und den Hoffnungslosen eine Fackel zu schenken, mit denen sie ihr Leben erhellen dürfen.