Leserstimmen zu
Der Himmel über Alabama

Marlen Suyapa Bodden

(0)
(5)
(1)
(0)
(0)
€ 7,99 [D] inkl. MwSt. | € 7,99 [A] | CHF 9,00* (* empf. VK-Preis)

"Der Himmel über Alabama" hat mich zunächst stark an Bücher / Filme wie "Die Farbe Lila" oder "12 Years a slave" erinnert. Aber auch wenn ihr diese oder andere Bücher / Filme über das Thema "Sklaverei" schon gelesen / gesehen habt, lohnt es sich dieses Buch zu lesen! Zu Beginn habe ich erst einmal ein bisschen Zeit gebraucht, bis ich in der Geschichte drin war, aber dann kam ich nicht mehr von ihr los. Sie hat mich gefesselt! Gut gefallen hat mir, dass das Geschehen aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Zum einen aus der Sicht der jungen Sklavin Sarah und zum anderen aus der, der Plantagenherrin Theodora. Und das Beste: das Ende ist wirklich richtig gut! Ich liebe überraschende Enden! Das Thema "Sklaverei in den USA im 19. Jahrhundert" ist harte Kost, aber dieses dunkle Kapitel in der Geschichte darf niemals in Vergessenheit geraten. (Liebe Lehrer, dies wäre mal ein gutes Buch für den Unterricht!) Fazit "Der Himmel über Alabama" kann sich in einer Reihe mit "Die Farbe Lila" stellen. Sehr gelungener historischer Roman über die Sklaverei mit einer mutigen Heldin!

Lesen Sie weiter

Ein Großteil des Romans ist aus Sarahs Sicht geschrieben. Die junge Frau ist bereits als Sklavin geboren. Sie hat hellere Haut als ihre Mutter und ihre Schwester, denn sie ist nicht nur Cornelius Allens Besitz, sondern zugleich seine Tochter. Sarah kann sich nicht mit ihrer Situation abfinden. Im Gegensatz zu ihrer Mutter und ihrer Schwester Belle denkt sie häufig an Flucht. Da sie im gleichen Alter ist wie Cornelius' anerkannte, eheliche Tochter Clarissa, wachsen die beiden Mädchen zusammen auf, und Sarah erfährt mehr Bildung als es für eine Sklavin üblich ist. Durch ihre bloße Anwesenheit, während Lady Allen ihre Tochter Clarissa unterrichtet, lernt Sarah fast spielerisch das Lesen und Schreiben. Dieses Wissen ist lebensgefährlich, denn kein Sklave sollte lesen und schreiben können. Käme Sarahs Wissen an die Öffentlichkeit, würde sie ausgepeitscht werden. Clarissas Verheiratung ändert alles in Sarahs Leben, denn sie begleitet die junge Braut auf die Plantage ihres Ehemanns. Die Tatsache, dass dieser Clarissas Kind nicht als das seine anerkennt, wirft neue Probleme auf, und auch Sarah kommt durch die veränderte Sachlage in Bedrängnis. Die Autorin zeigt die Situation auf den Plantagen in den Südstaaten, zur Mitte des 19. Jahrhunderts, aus einem anderen Blickwinkel als man es von den meisten historischen Südstaatenromanen kennt, wo es oft in der Hauptsache um die Herrschaften und Plantagenbesitzer geht und die Sklaven nur eine Statistenrolle einnehmen. Hier erfährt man hautnah, wie sich das Leben der Sklaven auf so einer Plantage abgespielt hat. Welche Demütigung war es für die Versklavten, wenn sie kaum etwas in ihrem Leben frei entscheiden durften, wenn sie nicht als denkende, fühlende Menschen, sondern lediglich als Gewinn bringende Ware angesehen und behandelt wurden. Sie waren ein wirtschaftlich wertvoller Besitz der Plantagenbesitzer, der sich im optimalen Fall sogar noch vermehrte, wenn die Herrschaft einer eheähnlichen Beziehung zustimmte und sich Nachwuchs einstellte. Zwischen den Kapiteln, in denen Sarah erzählt, gibt es auch Abschnitte aus einem anderen Blickwinkel, nämlich aus der Sicht von Lady Theodora Allen, Cornelius' Gattin. Sie ist zwar die Dame des Hauses und offiziell die Frau an seiner Seite, hat aber genauer besehen nur wenig mehr Rechte als ihre Sklaven. Cornelius bevormundet und betrügt sie und gewährt ihr kaum Einblick in seine Geschäfte und sonstigen Angelegenheiten. Wenn ihm etwas nicht passt, wird er sogar handgreiflich. Dieses Machtgefüge innerhalb der Familie war sicher kein Einzelfall, sondern in vielen Häusern damals ähnlich zu finden. Die Autorin lässt ihre Protagonisten sehr ausführlich zu Wort kommen. Sarahs und auch Theodoras Erzählungen sind ausgesprochen bildhaft, und der Schreibstil des Romans passt sich sehr gut den damaligen Gegebenheiten an. Manche Episoden im Verlauf der Geschichte wurden für mein Empfinden fast etwas zu detailliert geschildert. Dafür sind die letzten Kapitel sehr kurz gefasst, und gerade hier hätte ich gerne noch ein paar mehr Informationen erhalten, wie es mit den Protagonisten weiterging, auch wenn das Ende plausibel und schlüssig war. Der Roman hat mich nachhaltig beschäftigt, und besonders Sarahs Schicksal fand ich sehr beeindruckend. Am Ende hat diese auch noch einige Überraschungen parat. Es klärt sich vieles in einer Weise, wie ich es vorab nicht vermutet hätte.

Lesen Sie weiter

Hätte mir der blanvalet Verlag das Buch nicht angeboten, hätte ich es vermutlich nie gelesen. Aber das wäre ein großer Fehler gewesen. Denn es lässt mich nicht mehr los. Ich träume sogar nachts davon. Ich habe mich nie mit der Geschichte Amerikas beschäftigt - ich wusste, dass es die Sklaverei gab und das es schlecht war, aber ich hatte keine emotionale Verbindung zu diesen Ereignissen. Bis ich dieses Buch gelesen habe. Man taucht mitten hinein in diese Zeit und in das Schicksal der Familie Allen und Sarah und ihrer Familie. Und man bekommt viele verschiedenen Ansichten, Perspektiven und Gefühle mit. Man liest nicht nur über das erlebte, man spürt es. Man spürt die unmenschliche Ungerechtigkeit, den Verlust und die Stärke. Aus der Perspektive eines Kindes, eines jungen Mädchens und einer erwachsenen Frau. Es hat mich aufgerüttelt und mir gezeigt, wie wichtig dieser Teil der amerikanischen Geschichte, beziehungsweise der Weltgeschichte, ist und dass wir diese Umstände nicht vergessen sollten. So lange ist es nämlich noch gar nicht her. Dieses Buch hat mich dem Thema näher gebracht. Mich wachgerüttelt und berührt. Großartig!

Lesen Sie weiter

Marlen Suyapa Bodden führt ihre Leser in die us-amerikanischen Südstaaten zu Zeiten, in denen noch die Sklaverei herrschte, aber schon leise der Geist einer neuen Zeit an den Türen der Plantagenbesitzer rüttelte. Clarissa, die Tochter eines solchen, wächst sorglos auf und bekommt zur Hochzeit Sarah, Tochter von Clarissas Vater und einer Sklavin, geschenkt. Obwohl auch Sarah für ihren Stand erstaunliche Privilegien genießen kann, macht sie sich schon in Kindertagen Gedanken über Freiheit und Flucht. Sie spricht aus, was andere Sklaven nur heimlich zu denken wagen, aus Angst vor drakonischen Strafen. Dieser Traum begleitet Sarah durch ihr Leben und den Leser durch das gesamte Buch. Sehr bildhaft werden die Lebensumstände, sowohl auf Seiten der Sklaven als auch auf der der Herrschaft beschrieben. Dabei werden die unterschiedlichen gesellschaftlichen Positionen beleuchtet und auch auf den „Wirtschaftsfaktor Sklavenhaltung“ und die Möglichkeiten der rechtskonformen Erlangung der Freiheit eingegangen. Abgesehen davon, dass der Klappentext ein bisschen zu viel verrät, ahnt der Leser schon zeitig, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird. Die Autorin zeigt verschiedene Lebenswege in beiden Gesellschaftsschichten auf, ihr Herz schlägt aber spürbar für die unterdrückten und ihrer Freiheit beraubten Sklaven. „Der Himmel über Alabama“ ist ein kurzweilig zu lesender und sehr interessanter historischer Roman. Der anschauliche Stil sorgte dafür, dass ich mich schnell in die Szenerie einfühlen konnte und vor meinem geistigen Auge Bilder entstanden, die schnell ein Eigenleben begannen. Die Charaktere waren facettenreich und lebendig beschrieben und waren Kinder ihrer Zeit. Kurzum, Marlen Suyapa Bodden hat einen sehr ansprechenden Roman mit wunderbarem Südstaatenflair geschrieben, der den Leser gefangen nimmt und auf eine Art gefühlte Zeitreise schickt. Mich hat er sehr gut unterhalten.

Lesen Sie weiter

In der letzten Zeit lese ich ja immer mal gern etwas gehobene Literatur. Das klingt jetzt etwas arrogant ^^ gemeint sind damit jedoch Bücher bzw. Romane, die nur schwer bis gar nicht zur einfachen Unterhaltungsliteratur gezählt werden können. “Der Himmel über Alabama” von Marlen Suyapa Bodden ist ein solches Buch. Dieses Buch beschäftigt sich mit der Sklaverei aus der Sicht eines Sklavenmädchens aber auch aus der Sicht der gehobenen Klasse. Dadurch ist es erschreckend detailliert und zeigt sowohl die schönen wie auch die furchtbaren Dinge der damaligen Zeit. Die Autorin schafft es die schwierigen Situationen gut zu beschreiben ohne den Leser dabei zu erschlagen. Sie transportiert die Schrecken der Zeit genauso wie auch die glücklichen Momente. Ich musste beim Lesen so manches Mal schlucken. Die Figuren in Boddens Buch sind insgesamt sehr gut ausgearbeitet. Sarah das junge Sklavenmädchen ist eine starke Figur, die mir beim Lesen so manches Mal jedoch auch etwas zu nervig und anstrengend wurde. Bei ihren Ansichten blickte so manches Mal das heutige Weltbild durch, wobei verschiedene ihrer Fragen und Vorstellungen auch sehr realistisch für die damalige Zeit sind. Der Schreibstil ist gut, recht einfach und gleichzeitig sehr klar. Er passt zum Buch und zur Handlung. Leider finde ich ihn manchmal auch etwas umständlich, aber das stört beim Lesen nur in geringem Maße. Insgesamt hat Bodden einen empfehlenswerten Roman geschrieben, schonungslos und gradlinig. Ich kann das Buch aus dem Blanvale Verlag daher nur empfehlen und vergebe insgesamt 4 Sterne.

Lesen Sie weiter