Leserstimmen zu
Das letzte Sakrileg

Stephanie Parris

Giordano Bruno (3)

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Es ist der dritte Band einer Reihe um einen ehemaligen Priester, der nun für die englische Krone als Spion tätig ist. Und zwar zur Zeit Elisabeth I. Die beiden Vorgängerwerke kenne ich (noch) nicht und trotzdem bin ich gut mit dem Titel klar gekommen. Denn die Autorin achtete darauf, dass Leser schnell dem Fluss der Handlung folgen können. Ein wunderbar spannender, historischer Roman! Gut erzählt und recherchiert, nicht zu anspruchslos verfasst und mit Verve. Man kann gar nicht genug bekommen und muss auf die Uhr achten ;-) Es kommen sowohl einfache Bürger als auch Kaufleute und Adel zu Wort. Die Stände und das mögliche damalige Lebensgefühl werden vor dem inneren Auge genauso lebendig wie die politische Stimmung. Wer auch Rebecca Gablé gerne liest, wird mit diesem Buch sehr zufrieden sein. Egal, ob geschichtliche Zusammenhänge oder Kriminalfall – beides packt einen fast von der ersten bis zur letzten Seite, es wird nie langweilig. Ich habe den Fehler begangen, das Buch am Abend das erste Mal aufzuschlagen und mich sofort fest gelesen. Drei Stunden kamen mir vor wie zehn Minuten…

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Der ehemalige Priester Giordano Bruno, von der Kirche verstoßen, ist mittlerweile als Spion für die englische Krone tätig. Doch als seine alte Flamme Sophia auftaucht, fühlt er sich nicht mehr nur der Sicherheit von Königin Elisabeth I. verpflichtet, sondern fährt auch ins abgelegene Canterbury, wo Sophia ihren Ehemann ermordet haben soll. Bald entdeckt er einen Zusammenhang zu einem weiteren, weit zurückliegenden Verbrechen... Mit „Das letzte Sakrileg“ hat Stephanie Parris bereits ihren dritten Roman um den Spion Giordano Bruno veröffentlicht. Doch die historische Geschichte kann auch ohne Kenntnis der beiden Vorgängerbände gelesen werden, die grobe Struktur wird dem Leser schnell nahe gebracht. Und so kann man schon bald ins England des Jahres 1584 eintauchen, denn Parris schildert die damalige Zeit sehr lebendig. Doch statt nur auf die reichen und mächtigen einzugehen wie zahlreiche andere Romane, wird hier auch viel vom einfachen Volk erzählt, sodass ein sehr umfassender Eindruck von Orten, Personen und der vorherrschenden Stimmung entsteht. Giordao gibt dabei eine sehr interessante Hauptperson ab. Nicht nur wegen seiner bewegten Vergangenheit, sondern auch wegen seines speziellen Charakters kann er die Handlung gut tragen, gibt aber auch den anderen Rollen genügend Raum, um sich zu entfalten. Die Handlung entwickelt sich im Laufe der Zeit immer weiter, schlägt dabei mehrere Haken und ist bald deutlich komplexer, als man es anfangs erwartet hätte. Wegen des sehr guten Aufbaus ist dennoch alles sehr gut verständlich, alles wirkt sehr flüssig und ist nach einer kurzen Anlaufzeit auch sehr spannend erzählt. Sicherlich benötigt man viel Aufmerksamkeit, um die Vielzahl der handelnden Personen zu erfassen und in den richtigen Kontext zu bringen, da Parris aber alles so lebendig geschrieben hat, bleiben die Charaktere sehr gut in Erinnerung. „Das letzte Sakrileg“ ist ein komplexes, aber auch hochspannendes Werk, das die Zeit von Elisabeth der I. sehr gelungen in Szene setzt und einen markanten Eindruck der damaligen Zeit vermittelt. Der packende Kriminalfall ist zudem sehr gut erzählt und überzeugt mit vielen Intrigen und intelligenten Winkelzügen. Eingebettet in viele historische Fakten entsteht ein sehr gelungener Roman, der auf seinen knapp 600 Seiten bestens unterhalten kann.

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Unter dem Pseudonym Stephanie Parris veröffentlicht die englische Journalistin und Literaturkritikerin Stephanie Jane Merritt, die üblicherweise für die Feuilletons des Guardian und des Observer schreibt, ihre historischen Romane aus dem Elisabethanischen England. Nach „Ketzer“ und „Frevel“ liegt nun mit „Das letzte Sakrileg“ der dritte Band der Reihe vor, in dessen Zentrum der von der italienischen Kirche als Häretiker verunglimpfte Giordano Bruno, Priester, Philosoph und Astronom, steht. Er gehört dem Spionagenetzwerk Francis Walsinghams an, das die Sicherheit von Königin Elisabeth I. garantieren und deren Feinde überwachen soll. Diese Tätigkeit führt ihn nicht nur an den Hof sondern auch in die verschiedensten Ecken des Königreiches. Aber es ist nicht nur die Königin, die seiner Hilfe bedarf. Eine alte Freundin, Sophia, wendet sich an ihn, da sie beschuldigt wird, ihren Ehemann ermordet zu haben. Sie vertraut sich Bruno an, der ihr nun helfen soll, ihre Unschuld zu beweisen. Verkleidet machen sich die beiden auf den Weg nach Canterbury, dem Wohnort Sophias. Bruno findet heraus, dass dort ein Mörder sein Unwesen treibt und dass der Tatort mit Bedacht gewählt wurde, denn genau dort wurde Thomas Beckett von den Schergen König Henrys II. im Jahre 1170 ermordet. Welche Verbindung gibt es zwischen den beiden Ereignissen? Ein besonderes Kennzeichen der historischen Romane von Stephanie Parris ist die Authentizität, die sie in ihren Beschreibungen des Lebens in der Tudor-Zeit transportiert. Und dabei macht es keinen Unterscheid, ob sie das Leben der Reichen und Mächtigen am Hofe oder das der einfachen Leute beschreibt. Angereichert mit zahlreichen Fakten, die die Ereignisse sowie die historisch verbürgten Personen betreffen, ergibt sich so ein stimmiges Bild dieses spannende Zeitalters, das vor allem durch religiöse Differenzen geprägt ist, die immer wieder Einfluss auf die Handlung nehmen. „Das letzte Sakrileg“ ist ein komplexer, intelligent geplotteter Krimi, der sich wohltuend von der Masse der simplen Veröffentlichungen im Genre der historischen Kriminalromane abhebt. Von Beginn an spannend, kann die Autorin ihre mit zahlreichen unvorhersehbaren Wendungen gespickte Geschichte allmählich und ohne Längen entwickeln, sodass das Interesse des Lesers bis zu der unerwarteten Schlusssequenz konsequent hoch gehalten wird. Wer an fundierten Informationen zu dieser Periode der englischen Historie interessiert ist, die in eine spannende Krimihandlung verpackt sind, liegt mit den Romanen von Stephanie Parris absolut richtig. Sehr empfehlenswert!

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