Leserstimmen zu
Krieg der Generationen

Michael Opoczynski

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Handlung: „Krieg der Generationen“ hält dem Leser ungeschminkt den Spiegel der politischen und gesellschaftlichen Realitäten vor, ohne die Mißstände des menschlichen Handelns dabei schönzureden. Ob Politikverdrossenheit, ein krankes Bildungssystem oder profitgierige Heuschrecken-Unternehmen. Alles nur ein Produkt und Erbe der heutigen Rentnergeneration? Wie es der Leser letztlich auch sehen mag? Die „Zeche“ haben die heutige und die nachfolgenden Generationen zu zahlen. Die Probleme sind hand- und hausgemacht, teilweise reparabel, teilweise nicht mehr umzukehren. Michael Opoczynski wirft ein äußerst kritisches Bild auf die Entwicklung der Gegebenheiten innerhalb der letzten 70 Jahre. War damals alles besser? Hat die nachwachsende Zunft es heute und in Zukunft schwerer, auf dem Arbeitsmarkt, in der Gesellschaft, im Dasein mit der Umwelt und der nicht aufzuhaltenden Naturzerstörung? Lesbarkeit / Inhalt: Für seine Ausführungen verwendet Opoczynski einen etwas gewöhnungsbedürftigen „Ich-/Ihr-, Wir-/Euch-„Schreibstil. Gemeint sind damit zum einen die heutige „Rentnergeneration“ (Ich/Wir) und zum anderen die „Young-Generation“ (Ihr/Euch), die heute und in Zukunft mit den dargestellten Problemen und Umständen klar kommen muß. Etwas schwierig fällt die Einsortierung des lesenden „Mid-Agers“. Wozu zählt (sich) der heutige 42-jährige? Gehört er zur Zunft der Verursacher oder der Leidtragenden? Oder steht er irgendwo mittendrin, statt nur dabei? Möglicherweise hat Opoczynski bewußt vermieden, hier eine klare Abgrenzung vorzunehmen, da sie nicht vorgenommen werden kann. Die Grenzen, der Verlauf und die politische und gesellschaftliche Entwicklung ist fließend! Hauptsächlich beurteilt das Buch die Probleme Deutschlands, ihrer Politik und ihrer Gesellschaft. Unvermeidbar jedoch die Verknüpfungen mit europäischen und globalen Zusammenhängen. Kritik: Es ist Opoczynski nicht in jedem Fall gelungen, tragfähige Darstellungen im Buch darzustellen. Teilweise hinken die Vergleiche stark. Ein Beispiel?: Auf Seite 99 bemängelt er den schlechten Tariflohn für Erzieher(innen), Pflegekräfte und Krankenschwestern. Wir (also die heutigen Rentner) investieren das Kapital lieber in SUVs mit Allradantrieb, statt ins Bildungssystem. Diese Darstellung dient bspw., wenn überhaupt, nur als bildlicher Vergleich. Denn genau genommen wird durch die, durch den Verkauf von Waren und Dienstleistungen, erzielten Steuereinnahmen eine Finanzierung des Sozial- und Bildungssystems erst ermöglicht. Für die Finanzen unserer Staatskasse wäre es somit eigentlich besser, wenn sich jeder Autofahrer ein möglichst teures Auto leisten würde. Die Politik hat eher ein Verteilungsproblem! Während Bundesregierung und Landtage meistens nur zähneknirschend einige Millionen locker machen für den Ausbau von KiTas, die Renovierung von sozialer Infrastruktur oder für die Finanzierung von Personal werden für Bankenrettungen beispielsweise Milliardenbürgschaften – oft ohne große politische Gegenwehr – durchgewunken. In den Vorstandsetagen der Banken knallen trotz Bankenkrise weiter die Sektkorken, während in der Kita nicht selten 20 Kinder von einer Erzieherin – mehr verwahrt – als betreut werden müssen. Die heutige Rentnergeneration müßte sich vielmehr vorwerfen (lassen), dass viele von ihnen ihr Kapital in Steueroasen wie Luxemburg oder der Schweiz angelegt hatten, wo es, abseits des deutschen Fiskus, seinen Kapitalertrag fristete. Quasi die Light-Version dessen, was Unternehmensgiganten wie Amazon oder Apple heute – scheinbar ganz legal – in viel größeren Dimensionen treiben. Kapital, welches ins Ausland getragen wird, gleich ob in (ehemalige) Steueroasen oder per Tourismus, ist erst einmal weg. Für den deutschen Fiskus nicht mehr greifbar. Die Komplexität des aufgegriffenen Themas in ein Buch mit 160 Seiten zu fassen ist sehr gewagt, nahezu nicht möglich. Insofern ist es Opoczynski dennoch gut gelungen, einen groben Überblick über die bestehenden Generationenkonflikte, oder besser gesagt, die Auswirkungen der gesellschaftlichen und politischen Handlungen des vorigen Jahrhunderts, zu schaffen. Auch wenn sich anhand der Tragweite der vorgetragenen Thematiken die „Emergenzen“ nicht transparent und eindeutig beschreiben lassen. politisch, polarisierend, provokativ Persönlicher Eindruck: Es verwundert mich schon ein wenig, wie selbstverständlich der Autor eine ganze Generation, nämlich seine, die der jetzigen Senioren, an den Pranger stellt. Sie für die negativen Auswüchse aller Art in unserer heutigen Gesellschaft verantwortlich kennzeichnet. Opoczynskis Buch polarisiert, ist sehr provokant. Übertrieben provokant geschrieben, so mein erster Eindruck. Gut, dass der Autor im letzten Kapitel angibt, provozieren zu wollen, um die Gesellschaft wach zu rütteln, vom Sofa runter zu holen. Seine Darstellungen im Buch sind weitestgehend korrekt. Die Grundlagen für die Welt, in der wir heute leben, sind zu einer Zeit entstanden, als die heutige Rentner „am Drücker“ waren, das Heft des Handelns in der Hand hielten – oder es hätten halten können. Die nationale Entwicklung hätten sie vielleicht noch grundlegend beeinflussen können. Die Globalisierung, der Treibhauseffekt, der Siegeszug des Kapitalismus (zumindest in der westlichen Welt). Dies alles wohl eine Nummer zu groß, um es Opoczynskis Generation anzulasten. Die Entwicklung der Gesellschaft – und seien es leider auch negative Entwicklungen – ist ebenso wie das Fortschreiten der Evolution nicht aufzuhalten. Es hilft uns nicht, den Kampf gegen Windmühlen anzutreten. Die Zeit läßt sich schon gar nicht zurück drehen. Veränderungsmöglichkeiten müssen wir dort ins Auge fassen, wo Möglichkeiten bestehen. Das tut die „junge“ Generation – zumindest der engagierte Teil. Als Beispiel möchte ich den Trend zur veganen bzw. vegetarischen Ernährung aufführen. Oder aber die Anspruchnahme neuer Geschäftsmodelle: Carsharing oder Tauschbörsen. Opoczynskis „Krieg der Generationen“ hat mich gut unterhalten. Die Bandbreite der Probleme der künftigen Generation(en) noch einmal vor Augen gehalten. Als Denkanstoss halte ich das Buch für durchaus geeignet – mehr wohl nicht. Auch wenn Opoczynskis Vision von einer besseren Gesellschaft, von einer besseren Welt, sicherlich für jeden von uns erstrebenswert wäre.

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