Leserstimmen zu
Kalter Kuss

Sandra Brown

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"Kalter Kuss" ist ein Roman, der für Furore sorgte. Eigentlich ist an diesem nichts Ungewöhnliches, es geht um einen Mord an einem 16-jährigen Mädchen, doch als bekannt wird, wer hinter dem Pseudonym der Autorin steckt, ist offensichtlich, dass es sich hierbei um keinen "Roman" handelt, sondern um die schriftstellerische Aufarbeitung eines Verbrechens, das vor 18 Jahren begangen wurde und das Opfer war niemand anderer als die Schwester von Bellamy Lyston, der Autorin von "Kalter Kuss". Vor 18 Jahren, am Memorial Day, veranstaltete die Familie Lyston ihre jährliche Firmenfeier, bei der auch die damals 12-jährige Bellamy und deren 16-jährige Schwester Susan teilnahmen. Im Laufe der Feier kam ein Tornado auf, fast alle konnten sich in Sicherheit bringen, nur Susan wird tot aufgefunden. Ein tragischer Unfall? Die Untersuchungen der örtlichen Ermittlungsbehörden stellen fest, dass Susan bereits vor dem Sturm tot war, sie wurde erwürgt. Zuerst geriet ihr damaliger Freund, Denton Carter, unter Verdacht, doch konnte dieser für den Tatzeitpunkt mit einem Alibi vorweisen. Allen Strickland, Susans letzter Tanzpartner auf der Feier, hatte nicht so viel Glück. Obwohl nur Indizien vorlagen, wurde er verurteilt. Die Haftstrafe hat er nicht überlebt. Seitdem das Pseudonym offen gelegt wurde, erhält Bellamy anonyme Drohungen. Sie ahnt, dass sie ihres Lebens nicht mehr sicher ist und auch sie hat Zweifel an der damaligen Schuld Allens. Steckt womöglich dessen Bruder Ray hinter den Drohungen auf sie? Doch auch private Sorgen beschäftigen Bellamy. Ihr Vater ist schwer erkrankt, es besteht keine Hoffnung mehr auf Genesung. Um bei ihm zu sein, heuert sie einen Piloten an: es ist Denton Carter. Dieser ist alles andere als begeistert von seiner neuen Klientin, haben doch die Ereignisse von vor 18 Jahren sein gesamtes Leben auf den Kopf gestellt und noch immer spürt er die Nachwirkungen. Doch er braucht das Geld, sodass er sich zähneknirschend mit Bellamy arrangiert. Als jedoch Anschläge auf beide verübt werden, ist klar: der wahre Mörder wurde aufgeschreckt und ist hinter ihnen her - oder ist das doch "nur" die Rache Rays für seinen Bruder? Was geschah vor 18 Jahren wirklich? Der Plot wurde packend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, wie sich erst nach und nach enthüllte, welche Ereignisse vor 18 Jahren in Gang gebracht werden mussten, um in dem Mord an einem 16-jährigen Mädchen (mit übrigens zweifelhaftem Ruf) zu münden. Die Figuren wurden vielfältig erarbeitet. Besonders ans Herz gewachsen ist mir die Figur des Denton, denn obwohl man ihn wohl als abgebrühten Burschen bezeichnen könnte, merkt man ihm, sobald man ihn etwas besser kennt, an, wie sehr ihn die damaligen Ereignisse geprägt haben. Die Figur der Bellamy bleibt in meinen Augen leider etwas fad. Den Schreibstil kann ich nur als spannend beschreiben, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch schöne Lesestunden bereitet hat.

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