Leserstimmen zu
Flavia de Luce 10 - Todeskuss mit Zuckerguss

Alan Bradley

Flavia de Luce (10)

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Endlich läuten die Hochzeitsglocken auf Buckshaw: Ophelia de Luce und Dieter Schrantz geben sich endlich das langersehnte Ja-Wort. Der Himmel hängt voller Geigen, und die Luft ist geschwängert vom Blütenduft. Flavia möchte sich bei dieser geballten Anhäufung von Kitsch am liebsten übergeben, wäre da nicht dieser „klitzekleine“ Zwischenfall während der Feierlichkeiten: Beim Anschneiden der Hochzeitstorte fördert die Braut einen abgetrennten Finger aus dem Backwerk zutage! Flavia ist entzückt und stürzt sich begeistert in die Ermittlungen, hat sie doch gemeinsam mit dem treuen Diener Dogger ein Detektivbüro gegründet. Der erste Fall von „Arthur W. Dogger & Partner – Diskrete Ermittlungen“ überrascht mit pikanten Details und verblüffenden Wendungen…! Flavia macht süchtig! Die Seiten flogen förmlich vor meinen Augen dahin. In Flavias Welt versinken, heißt „nach Hause kommen“ und sich wohl fühlen: Alles ist so bekannt, so vertraut. Nach 9 Bänden kennen wir die kleine, überschaubare Welt von Bishop’s Lacey aus dem Effeff. Da besteht die berechtigte Gefahr, dass beim Leser Monotonie eintreten könnte. Doch zum Glück lässt Bradley bei seinen Protagonisten eine Weiterentwicklung zu: Flavia ist zwar nach wie vor die penetrante, besserwisserische Göre, die wir alle so sehr lieben, gleichzeitig erlaubt Bradley ihr neustens auch sentimentale Gefühlsregungen, die sie weicher, kindlicher und verletzlicher erscheinen lassen. Bei Dogger lässt er unter der Fassade der vom Krieg traumatisierten Kreatur auch seinen brillanten, hochintelligenten Geist durchschimmern. Aber auch den sogenannten „supporting actors“ erlaubt er kleinen Überraschungen und verhindert so deren eindimensionale und auf Dauer langweilige Charakterisierung. Einzige Wehrmutstropfen sind die manchmal etwas arg konstruiert wirkenden Wendungen in der Handlung, die knapp ausgearbeiteten Konstellationen einiger Handlungspersonen zueinander und die eine oder andere mangelhafte Auflösung zu noch offenen Fragen. Aber hier „leide“ ich wahrlich auf extrem hohem Niveau. Werden diese „Mängel“ doch mehr als wettgemacht durch den immensen Charme der Geschichte und der liebenswerten Kauzigkeit der Protagonisten. Zudem lässt der Autor einige neue Personen in Erscheinung treten, die die Begehrlichkeit des Lesers nach weiteren Details (und somit auf nachfolgende Auftritte innerhalb der Serie) wecken. Alan Bradley hat uns mit „Flavia de Luce“ absolute Feel Good-Krimis geschenkt! Bishop’s Lacey ist auf dem besten Wege, das „St. Mary Mead“ unseres Jahrhunderts zu werden.

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Band 10 der Reihe um Flavia de Luce Nach den letzten Ereignissen hat die leidenschaftliche Chemikerin und erfolgreiche Hobbydetektivin Flavia de Luce zusammen mit Dogger, dem langjährigen Diener im Hause de Luce ein Detektivbüro gegründet. Schon bald wartet der erste Fall auf „Arthur W. Dogger & Partner“ und dieser passiert ausgerechnet auf der Hochzeit von Flavias Schwester Ophelia: Nach einer etwas turbulenten Zeremonie will das Brautpaar die Hochzeitstorte anschneiden – ein großer Moment für alle Anwesenden. Doch alles kommt anders: Kaum setzt Ophelia das Messer an, zerreißt der markerschütternde Schrei der Braut die erwartungsvolle Stille – denn aus dem Tortenstück ragt ein Finger. Natürlich ist Flavia sofort zur Stelle und hat schon bald darauf eine Spur. Und diese ist weitreichender als zunächst geahnt… Ich bin seit langem schon begeisterte Flavia-Leserin, daher habe ich mich umso mehr gefreut, dass nun der 10.Band um die charmante Hobbydetektivin erschienen ist. Neben einem spannenden Fall kommt natürlich auch Flavias spezielle schwarzhumorige Art nicht zu kurz: „Zum Heiraten sind Kirchen wunderbar geeignet. Man ist von Heerscharen von Toten umgeben, deren lauschende Gebeine stumme Zeugen jeglichen Versprechens sind, das vor dem Altar gegeben (und gebrochen) wird.“ – Seite 18, eBook Ihr nächster Fall wartet ausgerechnet auf der Hochzeit ihrer älteren Schwester Ophelia – ein abgetrennter Finger steckt in der Hochzeitstorte! Flavia beginnt sofort mit ihren Ermittlungen und sichert zuerst mal das Beweisstück, das schon nach kurzer Zeit so einiges verrät… Was mir bereits beim letzten Band schon sehr gut gefallen hat, ist, dass Flavia nun gemeinsam mit Dogger ermittelt. Die Nebenfigur, die schon seit dem ersten Band mit dabei ist und sich um das de Luce-Anwesen namens Buckshaw kümmert, rückt nun mehr in den Mittelpunkt. Neu ist auch, dass die beiden nun ein Detektivbüro gegründet haben. Wie gewohnt ist die Zwölfjährige der örtlichen Polizei immer eine Spur voraus… Während im letzten Band die Handlung überwiegend in einer anderen Ortschaft spielte, geht es in „Todeskuss mit Zuckerguss“ wieder „back to the roots“ – also zurück zum interessanten Anwesen Buckshaw, sowie in Flavias hauseigenes Chemielabor. „Ich erkannte auf Anhieb, dass keine dieser Fragen leicht zu beantworten war. Jede einzelne war so verzwickt wie der ganze Fall, der zu den skurrilsten gehörte, mit denen ich je zu tun gehabt hatte.“ – Seite 190, eBook Der Schreibstil ist wie gewohnt in typischem „Flavia-Stil“ – das Buch ist in der Ich-Perspektive aus Sicht von Flavia geschrieben. So kann man alle Überlegungen und die Ermittlungsvorgänge hautnah mit verfolgen. Der Fall an sich gibt anfangs einige Rätsel auf und ist weitreichender, als zunächst gedacht. Es bleibt spannend mit einem überraschenden Verlauf. Mein Fazit: Auch der 10. Band um die besondere Hobbydetektivin Flavia de Luce ist sehr gelungen. Es gibt einen neuen, spannenden Fall, dessen Ermittlungen sich sehr interessant entwickeln. Auch der spezielle Flavia-Charme kommt nicht zu kurz – mir hat „Todeskuss mit Zuckerguss“ sehr gut gefallen - ein gelungener Band der außergewöhnlichen Krimireihe!

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