Leserstimmen zu
Der entschwundene Sommer

Rebecca Martin

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1992: Mia ist seit ein paar Jahren wie sie eigentlich denkt glücklich verheiratet. Ihr Ehemann hat zudem eine Tochter mit in die Ehe gebracht, mit der sie sich sehr gut versteht. Dazu hat Mias Mann einen guten Job, so dass sie bislang keine Geldprobleme zu beklagen hatten. Doch seit kurzer Zeit macht sich Mias Gatte nur noch sehr rar zu Hause. Als Mia mehrere Male vergeblich versucht mit ihrer Kreditkarte zu bezahlen, ahnt sie jedoch noch nichts Böses. Sie hat halt auch noch einiges anderes im Kopf- zum Beispiel ihre Erbschaft. Mias leibliche Großmutter hat ihr ein Gasthof und eine Wohnung vererbt und das obwohl Mia eigentlich bei ihrem damaligen Besuch bei ihrer Großmutter dachte, diese würde nichts mit ihr zu tun haben wollen. Mias Mutter starb sehr früh und da Mias Großmutter schon älter war, gab sie die Kleine kurzerhand zur Adoption frei und so wuchs Mia bei Adoptiveltern auf. Da Mias Mann sich recht widersprüchlich verhält, als er von ihrer Erbschaft erfährt, kommt es zum Streit zwischen dem Paar und Mia macht sich daran, sich ihr Erbe einmal näher anzuschauen. So fährt sie in den Taunus, findet alte Kochbücher und Bilder und lernt unter anderem den Iren Sean kennen, der, so wie Mia ebenfalls mehr über vergangene Zeiten erfahren möchte. 1912: Die Familie von Thalheim macht so wie jedes Jahr Urlaub in einem Gasthaus im Taunus. Das Ehepaar hat zwei Söhne; den älteren Johannes und den ein paar Jahre jüngeren Ludwig. Die Jungen freunden sich, gegen den Willen der Mutter mit der Gastwirtstochter Beatrice und deren beste Freundin Corinna an, deren Mutter Küchenhilfe im Gasthof ist. Beide Mädchen verlieben sich in Johannes, doch der hat nur Augen für Beatrice. Beatrice und Johannes wollen heiraten, doch dann naht, der 1. Weltkrieg und die Jungen, nun Männer, müssen an die Front. Werden sich Beatrice und Johannes jemals wieder sehen? Da ich geheimnisvolle Romane im Stile Kate Mortons oder Katherine Webbs sehr mag und mir zudem auch schon Rebecca Martins ersten Roman „Die verlorene Geschichte“ sehr gefiel, wollte ich natürlich auch unbedingt „Der entschwundene Sommer“ lesen. Wieder einmal treibt die Autorin ihre Geschichte auf zwei Zeitebenen abwechselnd voran. Während mir die Geschichte um Beatrice, Corinna, Johannes und Ludwig sehr gut gefallen hat, hatte ich diesmal leider ein paar Probleme mit dem Handlungsstrang rund um Mia. So atmosphärisch dicht Rebecca Martin die historischen Geschehnisse vermitteln kann, bei den Ereignissen, die in der „Gegenwart“ spielen, besonders wenn es darum geht die zwischenmenschliche Beziehung zwischen Mia und den Männern zu beschreiben, hatte ich das Gefühl, als ob diese Romanpassagen der Autorin nicht so ganz lagen, weil sie so schnell und manchmal auch etwas emotionslos abgehandelt wurden. Auch fand ich Mias Verhalten ein wenig merkwürdig für eine Frau aus der Gegenwart. Sie vertraut ihrem Mann blind, macht sich dazu absolut keine Gedanken über die Finanzen, die dieser allein verwaltet und kommt auch überhaupt nicht auf die Idee, dass er eventuell fremdgehen könnte? Abgesehen von erwähntem Kritikpunkt hat mich der Roman aber sehr gut unterhalten können, denn auch Mias Handlungsstrang ist spannend in Szene gesetzt worden, da Rebecca Martin es gut versteht, die Neugierde des Lesers zu schüren, so dass man das Buch kaum aus den Händen legen mag. Positiv fand ich vor allem die Idee (und auch die Umsetzung) den historischen Handlungsstrang rund um den 1. Weltkrieg anzusiedeln. Sehr gut hat die Autorin hier die Ängste der Soldaten und auch die anfangs (leider völlig fehlgeleitete) Euphorie und Freude über den Kriegsbeginn bei den Menschen herausgearbeitet. Genauso fehlt auch nicht der typische Standesdünkel der gehobenen Gesellschaft damaliger Zeiten gegenüber dem einfachen Volk. Kurz gefasst: Wer auf der Suche ist nach einem spannenden und geheimnisvollen Unterhaltungsschmöker kann hier auf jeden Fall zugreifen.

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Die Handlung ist von Anfang an packend und ich war positiv überrascht über die geglückte Verknüpfung der verschiedenen Erzählebenen. Bücher, die mit Rückblenden oder unterschiedlichen Erzählzeiten arbeiten, verlangen häufig erhöhte Konzentration auf die Charaktere und die Story. Dies ist hier zum Glück nicht der Fall. Die Geschichte liest sich einfach und schnell herunter. Die Figuren sind authentisch und charaktervoll und man wird schnell in den Bann der Familiengeschichte gezogen. Auf anschauliche und eindrucksvolle Weise erfährt man nebenbei viel über gesellschaftliche Herausforderungen zur Zeit des 1. Weltkriegs. Mir persönlich hat besonders gefallen, dass die Handlung in meiner Region spielt - das hat geholfen sich die Bilder besonders lebendig vor Auge zu führen. Auch wenn der Ausgang nicht völlig unabsehbar ist, so gibt es doch genügend gut platzierte Überraschungen. Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und fand es sehr kurzweilig.

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Eine Vorfreude auf den Sommer

Von: André Huter aus Nürnberg

21.03.2014

"Der entschwundene Sommer" von Rebecca Martin erzählt die Geschichte einer verworrenen Familie, dessen Geheimnisse die Nachfahrin Mia, im Jahre 1992, nachgeht. Denn seitdem sie erfahren hatte, dass sie adoptiert wurde, schlummerte seither die Frage, die Neugierde nach ihrer Vergangenheit. Als sie dann auch noch ein altes Hotel erbt, beginnt Mia die Suche nach Antworten. Das Spannende an dem Buch ist der Wechsel in die Vergangenheit, in der man das Leben von Mias Oma, um den 1. Weltkrieg, miterlebt, und in die Gegenwart, in der Mia mit den Wahrheiten ihres Lebens zurecht kommen muss. Wie in einem Puzzle, wird Stück für Stück die gesammten Ungereimtheiten aufgedeckt, weswegen man das Buch nicht weglegen mag. Doch es werden sehr viele Figuren sehr schnell nach einander eingeführt, aus deren Sicht geschrieben wird. Dieser Perspektivenwechsel ist oftmals nicht klar gekennzeichnet. Jedoch lässt dieser Wechsel zu, dass der Leser an den Gefühlen und Gedanken der Figuren teilhaben kann. Dadurch versteht man deren Handlungen. Durch den geschichtlichen Hintergrund, um den 1. Weltkrieg, bekommt man Einblicke in diese Zeit, dem Leben und den Gefühlen. Dazu tragen auch die Kriegsszenen bei, die oftmals kurz gehalten wurden und nicht in das Gesamtwerk zu passen scheinen. Sie zeigen die Gefühle zweier Soldaten, welche sich durch den Krieg verändern. Deshalb wichtige Szenen für die weitere Handlung. Das offene Ende lässt einige Fragen unbeantwortet: Was wird aus dem Hotel? Was ist mit der Ehe von Mia? Erfährt Mia am Ende alles? Die Schlussszene wirkt überflüssig und hat keine Funktion für die Handlung. Letztendlich, ein gelungenes Buch mit einem geschichtlichen Hintergrund, spannungsreich - Ein Buch zum Entspannen und eine Vorfreude auf den Sommer. (Großes Plus sind die sinnlichen Beschreibungen der verschiedenen Sommer.)

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Von: Itsy aus Berlin

14.03.2014

Ich schreibe jetzt mal nichts weiter zum Inhalt des Buches, das kann man ja allerorten nachlesen. Das Buch hat mich recht schnell in seinen Bann gezogen, was wohl am verwendeten Schreibstil liegen mag - nicht zu simpel, nicht zu abgehoben, sehr lebendig. Die Informationen zu dieser Familiengeschichte werden von der Autorin puzzleteilweise herausgerückt, bis sich alles am Ende zusammenfügt. Der Weg dahin ist recht unterhaltsam und passt wunderbar auf eine längere Zugfahrt oder in die Strandtasche. Bisher kannte ich keine Bücher der Autorin, nachdem dieses mir vom Verlag freundlicherweise kostenlos zur Verfügung gestellt wurde, kann ich mir aber durchaus vorstellen,auch in ihre anderen Romane hinenzuschauen.

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